Archive | Geschichten RSS feed for this section

Un-Kommerz an Weihnachten

10 Dez

Eine schöne, kleine Erinnerung über den Gott, der uns alle überrascht hat.

Mein 3. Buch kommt…

26 Jun

 

 

Dieser Tage sitze ich am Laptop und drehe die letzten Runden über mein drittes Buch. Nach dem vielgeachteten Natürlich Übernatürlich folgte mit START ein Leidenschaftsprojekt, das zum ewigen Geheimtipp mutierte. Eigentlich hat es mich danach gar nicht mehr gereizt noch mehr zu Schreiben. Zu schmerzhaft ist der Prozess, zu wenig geht durch Bücher. Bloggen genügt und macht mir Spass.

Aber… Ich habe einen Traum. Und den lebe ich seit 10 Jahren. Und ich frage mich immer wieder, wie wir unsere Träume noch weiterträumen können. Und über die letzten 10 Jahre bin ich auch zum semi-professionellen Kinderbuch vorleser geworden. Meine drei Kinder haben jedenfalls nie gesagt, dass ich jetzt aufhören soll. Und mir ist aufgefallen, dass die meisten Kindergeschichten eine Moral haben. Wenn Kinder etwas verstehen, dann ist es für alle verträglich.

Daher ist über die letzten 3 Jahre ein Skript für ein Kinderbuch gewachsen. Aber! Kinderbücher brauchen mehr als Text. Also habe ich lange, lange nach einem Zeichner gesucht. Kürzlich bin ich dann auf die 13-jährige Clara aus Speyer getroffen, die schon seit Jahren Mangas malt. Und schwuppdiwupp sind wir Parnter geworden.

Jetzt ist „Felix und der Traum“ kurz vor dem Launch. Ein Kinderbuch, wer hätte das gedacht. Verfügbar wird ist ab September in unseren tollen Gottesdiensten in Heidelberg sein. Also, sitzt still und spitzt eure Ohren…

comic_szene1

Die Inseln, auf denen ich strande

21 Jun

Vom Verlust, dem Loslassen und der Vergänglichkeit des Lebens. Vom Ende der Träume, der Aussichtslosigkeit und dem Schmerz. Von der Einsamkeit.

Von Gewinn, dem Ruhen in sich selbst und der Welt und von den kleinen Freuden des Lebens. Von Hoffnung, neuen Chancen und Glück. Von erfüllten Beziehungen.

Von Verantwortungsbewusstsein für den Anderen und der Bedeutung eines Gegenübers.

Von Misserfolgen und Erfolgen. Von Trauer und Freude. Von der Sorge und der Zufriedenheit. Vom Verlorensein und der Rettung. Von der Sehnsucht und der Dankbarkeit. Von der Leere und der Erfüllung.

Vom Sinn der Existenz. Vom Leben. Kurz: Vom Stranden auf den Inseln des Lebens.

Davon und noch von einigen weiteren, elementaren Erfahrungen des Lebens erzählt diese geniale Buch auf allegorische Weise. In achtzehn Kapiteln strandet der Leser auf den verschiedensten Inseln: mal klein, mal groß. Mal bewachsen, mal karg. Mal bewohnt, mal unbewohnt. Mal mit Hoffnung, mal in purer Aussichtslosigkeit versunken. Mal mit etwas Sinnvollem zu tun, mal ohne Chance auf Überleben. Das Leben ist eben nicht immer fair.

Lucien Deprijcks Buch „Die Inseln, auf denen ich strande“, erschienen 2012 im Mareverlag, beschreibt auf dramatische, geheimnisvolle, tiefgründige und manchmal absurd komische,  immer aber auf höchst originelle und zutiefst menschliche Art und Weise die schicksalhaften Variationen der existenziellen Erfahrung des Strandens – und letztlich des Lebens. Eine geniale Allegorie des Lebens. Perfekt geeignet als tägliche Lektüre auf einer 18tägigen, reflexiven Reise.

Balkanmission

13 Jun

In der Schweiz haben Leute aus dem Balkan einen schlechten Ruf. „Schlitzohren, Raser, Sozialschmarozer“ heisst es zu mal. Und dann sind ja noch die Roma. Und der Krieg vor einigen Jahren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Kurz nach Ostern trafen sich ein paar Leute genau auf diesem Balkan, in einer Hütte in den Bergen um Sarajevo, mit dem Ziel, gemeinsam heraus zu finden, was Vineyard auf dem Balkan bedeuten könnte. Reinhold Harms, der Leiter der Roma Vineyard Sarajevo, hatte eingeladen – und wir waren als Coach und Reiseführer mit dabei. Eine Lerngemeinschaft ist immer ein spannendes Experiment: es kommen Leute zusammen, die einander kaum kennen, die unterschiedliche Vorstellungen, Geschichten und Erwartungen haben, um dann während ein paar Tagen die Grundlagen für eine gemeinsame Arbeit in einer Region zu entwickeln.
Mein Fazit? Ich habe wohl am meisten gelernt:
  1. Das Leben auf dem Balkan ist hart – die Menschen dafür umso herzlicher und gastfreundlicher! Der Balkan ist und bleibt ein herausfordernder Ort, um ein Leben zu gestalten: Jobs sind rar, geheizt wird – falls überhaupt – mit Holz, und die politischen Perspektiven sind schlecht. Das letzte Hemd, das letzte Ei im Kühlschrank und der Slibovic aber gehört dem Gast!
  2. Es braucht nicht viel Input von aussen. Das Verständnis, was es heisst, sein Leben an Jesus auszurichten, ist da. Weniger da ist ein Verständnis für eine befähigende und freisetzende Gemeinschaft. Die Kirchen sind mehrheitlich vom alten Autoritätsdenken und Drin-oder-Draussen-Prinzip – mit entsprechend hohem Missbrauch – geprägt. Hier können wir von aussen andere Führungs- und Gemeinschaftsmodelle aufzeigen, vorleben, hineinführen.
  3. Versöhnung ist möglich. Unvergesslich bleibt für mich der Donnerstagabend, als der Serbe für den Roma, der Bosnier für den Montenegriner und der Kroate für alle anderen gebetet hat. Unkompliziert und spontan. In Christus sind wir ein Leib und eine Familie. Weder unsere Geschichte, noch unsere Vorurteile sollen uns trennen.
Wir planen zwei Reisen auf den Balkan im 2013, um die Gemeinschaften zu besuchen, zu unterstützen, auszutauschen und die eine oder andere Aktion zu unternehmen. Ein paar weitere Einblicke gibt es hier. Du darfst gerne mit dabei sein.
Dies ist ein Gastbeitrag von Boris Eichenberger. Mehr zu ihm und seinen Gedankenwirren unter www.glaubenlebenteilen.ch

die Bild-Revolution – weg mit blah, blah, blah

5 Mrz

Die letzten beiden Bücher von Dan Roam waren Gold wert. Mit einfachen Bildern komplizierte Zusammenhänge ausdrücken – das ist der Ansatz von The Back of the Napkin. Auf einer Serviette lässt sich fast alles erklären. Das bestätigt die Annahme, dass Beschränkungen gut sind und kreativ machen.

Jetzt kam das dritte Buch von Roam mit dem herrlichen Titel blah, blah, blah. Ja, das ist die Qual heutzutage. Es wird so viel gesagt – man weiß gar nicht mehr, um was es eigentlich geht. Ob es an den vielen Nachrichtensender liegt? Oder an der Vertwitterung unsrer Gesellschaft? Roam startet sein Buch mit einem Blah-Meter – eine einfache Frage, ob ein Gerede eigentlich verständlich ist. Sehr passend. Ich nehme an, bei Politikern oder an deutschen Unis wäre das Urteil wohl vernichtend. Da wird sicher viel Gewichtiges gesagt, aber wenn es kaum einer versteht, was ist dann gewonnen? Und vielleicht ist nicht immer alles nützlich. Ich bin generell misstrauisch, wenn zu viel Wörter mit 4 oder mehr Silben gebraucht werden (wie bei Emergent oder an deutschen Unis).

Harry Frankfurt nannte das mal witzigerweise Bullshit. BS ist für ihn die Unfähigkeit, das Gesagte zu entziffern. In Firmen braucht man eine Nase dafür. Seine Abhandlung über Bullshit beginnt mit einem der klassischsten Sätze überhaupt:

Zu den auffälligsten Merkmalen unserer Kultur gehört die Tatsache, daß es so viel Bullshit gibt. Jeder kennt Bullshit. Und jeder trägt sein Scherflein dazu bei.

Ein Grund für das viele Blah ist sicher politische Korrektheit. Man will niemand an den Karren fahren und redet dann von „Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ usw, und wird immer unverständlicher. Jemand sagte mal über political correctness:

Die Idee von politischer Korrektheit schiebt manche Themen, manche Ausdrücke und selbst manche Gesten ins Abseits. Was mit einer Offensive für Anstand begann hat uns Haufenweise Konflikte und selbst Zensur gebracht.

Verwischerei ist gefährlich. Blah-blah langweilt nicht nur – es vernebelt den Kopf. Und Dan Roam rettet uns! Mit seinen kurzweiligen Erklärungen zeigt er, wie man klarer und direkter kommunizieren kann. Sein Ansatz ist dabei, Ideen in Bilder zu verwandeln. Also nicht nur von der logischen Wortkette zu kommen, sondern von der mehr ganzheitlichen Sicht von Bildern. Schon häufig hat man gehört, dass ein Bild mehr als 1000 Worte sagt. Warum? Weil man in einem Bild Zusammenhänge viel besser sehen kann als mit Worten.

Wer also Zusammenhänge erklären will, der sollte Dan Roam lesen. Ist ein Gewinn!

love…

13 Mrz

via le love

Kino im Kopf – die Struktur der Spannung

17 Jan

Jedes Jahr sendet Pixar viele ihrer Mitarbeiter zu dem Seminar von Robert McKee über Geschichten erzählen. Neben ihrer technischen Brillanz brauchen die kreativen Köpfe auch einen Weg, um Filme zu machen, die jemand sehen will. Vor einigen Jahren kamen John Lasseter und seine Kollegen zu McKee und meinten: „Wir sind Computer Freaks und können keine Geschichten erzählen.“ McKee lehrte sie in einem Seminar und sie nahmen die Ideen mit zurück in ihr Studio: „John Lasseter und Peter Docter ging nach L.A. in diesen Kurs und kamen begeistert zurück. Wir folgten McKee aufs Detail als wir an Toy Story arbeitetn. Toy Story ist das Resultat von McKee’s system“.

Was ist das System von Robert McKee? In seinem Buch Story beschreibt der Filmlehrer, wie eine Geschichte sich entfaltet und aufgebaut ist. Zunächst steht am Anfang ein „inciting incident“, der die Kräfte im Leben des Akteurs aus dem Gleichgewicht bringt (die Spinne bei Peter Parker in Spiderman; James Bond entdeckt Attentate und einen Zusammenhang). Das sendet den Akteur auf eine Reise, das Gleichgewicht in seiner Welt wieder herzustellen. Auf dieser Reise begegnet er „zunehmenden Schwierigkeiten“ – Hindernisse auf dem Weg der Lösung. Diese werden immer schwerer und erfordern mehr Aufwand (James Bond findet immer größere Zusammenhänge des Weltbedrohers). Dies führt zu einer „Krise“, wo es nur noch eine Option gibt, die Lösung des Dilemmas zu finden: den Weg in die „Climax“ – die finale Auseinandersetzung zwischen Akteur und Widersacher. Dieser Kampf verändert die Welt für immer und ist unwiederkehrbar (James Bond besiegt Dr. No) . Schließlich schließt der Film mit einer „Auflösung“, wo die Konsequenzen der Story angedeutet werden (James Bond treibt in seinem Boot mit seinem Mädchen und knipst das Licht aus).

inciting-incident

Eine gute Geschichte stellt dauernd die Frage: „Was passiert als nächstes?“ Jede Szene, jede Handlung trägt zum Konflikt bei und sucht nach der Lösung im Kampf des Akteurs mit seinem Schicksal. Die Geschichte entwickelt sich nur durch Konflikt und dauernde Veränderung. Dieser Bogen von Inciting Incident zur Resolution hält alles zusammen und gibt der Geschichte Einheit.

Daher schlägt McKee eine Methode vor, die sich „StepOutline“ nennt: jede Szene in einer Geschichte wird mit einem Satz beschrieben. Man schreibt also die Schritte der ganzen Geschichte ohne Dialoge und Details. Daraus wird deutlich, ob die Struktur stimmt und genügend Substanz vorhanden ist, bevor man sich ans Ausformulieren der Details macht (detailierte Beschreibung und Beispiel anhand des Films Eyeball Eddie).

Kino im Kopf beginnt also mit einer guten Struktur einer Geschichte. Es muss was sich was ereignen, das die Welt aus dem Gleichgewicht bringt und nach einer Lösung sehnen lässt. Der nächste Schritt ist dann, die Details in das Outline zu bringen. Das folgt im nächsten Post…

%d Bloggern gefällt das: