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Millenials, Bedürfnisse und Arbeit

15 Apr

Ein Interview wie ein Gedicht. Hier spricht Simon Sinek über Millenials und wie sie in der Arbeitswelt klar kommen. Er trifft so viele Nägel auf den Kopf, dass mir fast die Tränen kamen. Da gibt es was zum Denken…

Und weil es so nett ist, gleich eine Parodie hinterher. Die Zeiten ändern sich, sag ich nur.

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Was ist denn der Stand beim 5-fältigen Dienst?

8 Apr

Vor über einem Jahr starteten wir unseren Online-Test zum fünffältigen Dienst. Jetzt war es Zeit für eine Analyse – wie steht die Verteilung in unseren Landen? Die ersten Ergebnisse sind drin und siehe da: es gibt viele Hirten und viele Apostel. Die meisten Teilnehmer identifizieren sich als Menschenorientiert – als Hirten sind sie gerne an Menschen dran und kümmern sich um andere. Was eher überraschen ist, war der hohe Anteil an Vorwärtsmachern, den Aposteln. Vielleicht liegt es an unserem Spark Umfeld oder dass wir mit einem Online-Test eher die optimistischen, sorglosen auswerten. Erstaunlich ist auch der deutliche Mangel an Propheten und Evangelisten – Menschen, die gerne mal ne Meinung haben bzw diese anderen kund tun. Liegt das an dem Toleranz-Klima, das jede Meinung mit einem Kick an Schienbein belohnt?

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Wir haben auch einen Blick an die sekundären Gaben gelegt. Experten, wie Alan Hirsch, sagen, dass die sekundäre Gabe auch eine zentrale Rolle spielt. Diese beschreibt den Kanal, wie die primäre Rolle sich ausdrückt. Also, die erste Gabe beschreibt die Energie, die zweite Gabe die Form. Ein Apostel mit Propheten-Kombi wird viel nach vorne machen, das durch eine starke innere Überzeugung und Bezug zu Gott machen. Hier sehen wir bei den sekundären Gaben ein ausgeglichenes Bild. Fast eben wie bei 5 Gaben zu erwarten, fast alle an der 20%-Marke.

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Lässt sich aber doch ein Kommentar zu den Aposteln machen. Viele Verbände und Gemeinde beweinen die Abwesenheit von Aposteln. Die Leute mit Vorne-Energie sind häufig nicht da oder zeigen sich nicht. Unser Test kann das nicht bestätigen. Es gibt sie, genüg sogar. Vielleicht ist einfach das Umfeld nicht attraktiv oder sie kommen nicht zum Zug.

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Kommen wir zu den Geschlechtern. Bei den Männern überwiegt der Apostolische Anteil deutlich, und Lehrer gibt es auch in Hülle und Fülle. Scheint, dass Männer gerne was bewegen und Dinge systematisieren. Nicht ganz überraschend, wenn auch stereotyp-Allergiker jetzt nen Auschlag bekommen könnten. Die Soften Themen rund um Prophetie sind eher rar bei den Herren, was sich aus meiner Beobachtung auch deckt, außer es geht um Propheten auf der Bühne, dann sind es auf einmal wieder viele Männer.

Bei den Frauen ist ein großer Anteil an Hirten – das Kümmern umeinander und Eingehen auf Schwäche hat hier viel Raum. Die anderen Gaben sind eher gleich verteilt, wobei die apostolischen Energie bei Frauen durchaus vorhanden ist.

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Und wenn wir uns die Kombis anschauen, dann sehen wir folgendes Bild. Hirte und Prophet geht ganz gut zusammen – nah an Menschen dran sein und dann Gottes Wille dort sprechen. Und Apostel mit dem Wunsch, Gutes zu verbreiten; oder Lehrer mit dem Wunsch, Dinge nach Vorne zu bringen.

Total rar sind Propheten mit einem Blick nach außen; oder Evangelisten, die gerne systematisieren. Auch hier, keine Überraschung aber vielleicht Potential für ne neue Kombi und Wirksamkeit. Wer sich traut, hier neue Wege zu gehen, wird sicher neue Erfahrungen machen und Bereicherung sein in seinem Umfeld.

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Taugt das Ganze eigentlich was? Für die Nerds gibt es noch ein paar Statistik-Auswertung. Sieh selbst, ob der Test stabil ist und klare Aussagen macht. Für die Stabilität schauen wir auf Cronbach’s Alpha. Hier liegt unser Test mit .82 gut im Rennen. Gut ist hier ab .8 und da sind wir locker drin. Check.

Dann haben wir Re-Tests überprüft. Hier liegt die Korrelation bei .66 wenn Personen den Test 2 oder mehr gemacht haben. Dies liegt im Rahmen und zeigt, dass die einzelnen Fragen relativ stabil beantwortet werden. Funzt also.

12 Bilder zu Karwoche

25 Mrz

Diese Woche denken wir an den Tod von Jesus am Kreuz vor knapp 2.000 Jahren. Scott Erikson stellte die Stationen vom Kreuzesweg in 12 Bildern dar. Das gibt es nun als Installationen in mehreren Städten, hier der Insta-Beleg dafür.

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Hier sind die 12 Bilder für die eigene Nachdenke in dieser Woche.

 

5 Wege, Gott und Arbeit zusammen zu bringen

18 Mrz

In einer Fabrik in Sinsheim liegt mein Startblock ins Arbeitsleben. Mit 14 Jahren durfte ich 8 Stunden am Tag Metallhalter zusammenschieben und verpacken. Jede Stunde kam ein Mega-Behälter mit tausenden dieser Dinger drin, und meine Kollegen und ich arbeiteten uns den Ast ab. Neben den 12 DMark die Stunde gab es die Chance auf Akkord-Zuschlag. Wenn man den Turbo einschaltete, konnten es auch 14 DMark werden. Aber ansonsten war es eine Mühle ohne Anfang und Ende. Und mir war auch nicht klar, was meine Leistung der Welt Gutes tat. Der Taylorismus hatte mich willkommen geheißen und nur der Output interessierte mich: Kohle auf dem Konto.

Da geht ziemlich viel Zeit drauf, sein Konto zu füllen. Und früher oder später regt sich die Seele und fragt: passt das eigentlich zu mir? Gibt es nicht noch was Besseres? Und: macht das alles so Sinn für mich?

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Vielleicht ist es die Maslow-Pyramide – wenn erst mal ein Boden auf dem Konto gelegt ist, dass man nach Höherem strebt und seine Talente genutzt sehen will. Aber wenn man mehr Zeit auf der Arbeit verbringt als mit der Familie, als mit Gott als mit irgendwas – dann wäre es doch nett, wenn es eine runde Sache ist. Nur wenn man in Firmen schaut, kommt sich kaum einer in seiner Rolle wirklich rund vor. Und mit Christen ist oft die Frage, welche Rolle Gott und Berufung bei der Arbeit spielt.

Aus der Gott-Perspektive fängt das ganze ja mit großen Ansagen an: wir sollen als Menschen die Welt gestalten (1. Mose 1,28) und Gott hat uns alles in die Hände gegeben (Ps 8,6). Im Prediger heißt es, dass wir mit aller Kraft arbeiten sollen (Pre 9,10). Und im Neuen Testament sollen wir alles mit gutem Willen tun, weil es eine Belohnung gibt (Eph 6,7-8); bzw unsere ganze Arbeit mit voller Leidenschaft tun, so als würden wir damit dem Herrn selbst dienen (Kol 3,24).

Trotz großer Ideen bleibt die Realität oft eine getrennte. Arbeit auf der einen Seite, der Rest daneben. Und Gott ist beim Rest mit im Gepäck. Das reicht mir aber nicht. Ich wünsche mir ein Leben – da sollte alles zusammen kommen: Leben, Arbeit und Gott.

Hier ist mein aktueller Stand, wie das gehen kann. 5 Es zeigen, wie Gott und Job zusammen kommen können. Die ersten zwei sind schon länger im Angebot, die letzten drei eher Neuentdeckung für mich. Bereit für ein paar Gedankenexperimente?

1) EXPRESSION

Dem Glauben Ausdruck geben an seinem Arbeitsplatz. Das gibt es schon länger und scheint die Default-Position zu sein für viele. Wenn ich schon Zeit am Arbeitsplatz verbringe, dann will ich dort ein Lichtchen sein. Ich will über meinen Glauben reden und andere wissen lassen, was mich antreibt. Man sieht hier Arbeit als Missionsfeld (oder wenigstens Teil davon), und auch wenn man nicht zu krass auftreten will ist doch die Hoffnung, dass man was weitergeben kann. Evangelisation ist zwar allseits unbeliebt – sowohl bei Christen als auch bei denen die das abbekommen – aber die Hoffnung ist dennoch, dass man einen Unterschied macht und die Beziehungen mit der Guten Nachricht gefüllt werden.

2) ETHIK

Der Glaube prägt eine Aufrichtigkeit und Integrität. Auch das ist ein Klassiker: man bescheisst nicht und verhält sich von seinem inneren Kompass getrieben. Kompromisse werden ausgeblendet und man macht nicht alles für Geld. Das gehört oft auch das Unterlassen von schlechtem Reden oder moralischen Kompromissen dazu. Manchmal sogar die Weisheit aus den Lehren der Bibel, die ein geradliniges Leben unterstützen.

So viel zu den Klassikern. Die haben sicherlich was an sich. Wobei das erste ja nicht die Arbeit selbst mit Sinn erfüllt, sondern mehr ne Brücke für was anderes ist (nämlich Glauben teilen). Die Ethik ist sicher auch immer gut und wichtig, aber noch nicht Berufung im eigenen Sinn. Daher sind mir die drei anderen Aspekte noch etwas interessanter.

3) EMPOWERMENT

Glaube verleiht Kraft für Herausforderungen und bietet Führung in unterschiedlichen Situationen. Hier hilft die Gott-Verbindung, dass man an den Lebenserfahrungen wachsen kann – neue Skills und auch Wachstum im Charakter. Der Glaube bietet eine Straße nach innen und hilft, bei Reflektion und dem Auswerten von Erfahrungen. Wenn man Gottes Führung sucht, kann Weisheit und Klarheit kommen; und man geht Dinge an, die man ohne göttlichen Beistand vielleicht lassen würde.

4) EXPERIENCE

Der innere Wert der Arbeit zeigt sich und der Gläubige weiß: Gott will mich hier und ich diene ihm mit diesem Job. Auch wenn der Job Erbsen zählen oder Formulare ausfüllen ist – irgendwie hat Gott es für weise gehalten, mich diese Rolle ausfüllen zu lassen und damit gebe ich ihm Ehre. Es ist am nähsten an der Idee von Kolosser 3,24 – ich tue die Dinge als wäre Jesus mein direkter Chef. Der Job wird zur spirituellen Erfahrung. Oder wie es im Film Die Stunde des Siegers ausgedrückt wird: „Gott hat mich schnell gemacht. Wenn ich laufe, dann spüre ich seinen Wohlgefallen“.

5) EFFEKTE

Mein Job ist da, um die Welt zu verbessern. Mit meiner Rolle trage ich dazu bei, den Schöpfungsauftrag zu erfüllen. Als Gläubiger bin ich an einer Position, wo ich die Landschaft verändere – sei es materiell oder intellektuell. Fast jede Job Art hat gewisse Dinge, die nicht gut genug sind. Wenn ich etwas Erfahrung gesammelt habe, kann ich darauf hinarbeiten, etwas Besseres zu schaffen. Ich gestalte und präge die Welt durch das, was ich täglich arbeite.

 

Schon als Teenager fragt man sich, warum man arbeiten gehen muss. Schnell wird klar, das Leben lässt sich nur so mit Freiheit gestalten. Geld verdienen und Stabilität für den Rest vom Leben sind wichtige Dinge. Schnell merkt man auch, dass Status und Selbstvertrauen an einem Job hängen. Das sind alles Effekte von einem Job – man arbeitet, um etwas anderes damit zu bekommen. Irgendwann merkt man, dass damit der Sinn doch wieder in Frage steht. Geld gibt es auch in anderen Jobs, Status ist wackelig – und so fehlt der eigenen Rolle oft der Kern.

Wenn man an einen Punkt kommt, wo die eigenen Gaben gut genutzt sind und man einen größeren Zusammenhang sieht – dann kommt wieder diese Flow-Erfahrung auf. Gerade die letzten 3 Aspekte hier (Empowerment, Experience und Effekte) gehen in diese Richtung und sind Ansätze, die wir weiter ausloten sollten. Gerade als missionale Leute sehen wir die Aufgaben vor uns voller Gott-gefüllter Möglichkeiten. Es wird Zeit, dass wir die Schätze heben, die sich in unseren Jobs verbergen.

Was macht Teams gut?

11 Mrz

Die meisten Firmen fahren ein Programm, um ihre Stars zu finden und zu fördern. High Potentials nennt sich das. Und dort wird geschaut, wer in der Zukunft mehr Verantwortung nehmen kann und Lust hat, Karriere zu machen. Meistens schaut man da auf die Lernfähigkeit und Drive einer Person.

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Das hat viel Gutes, weil man tatsächlich mit willigen Leuten viel reisen kann. Dabei gibt es aber immer auch ne Schattenseite – zum einen mag das die Kultur nicht immer, wenn einer der Kronprinz ist und die anderen als Lastesel nebenher galoppieren können. Aber das größere Problem ist oft, dass man von diesen High Potentials erwartet, dass sie alle 2-3 Jahre nen neuen Job machen. Da sind sie gerade erst angekommen und kennen das Netzwerk, schon sind sie wieder weg. Wenn das zu viele machen, dann funktioniert das oft nur wegen den anderen, und die Hipos nutzen die Stabilität und Verbundenheit der übrigen, um ihr Sternchen zu polieren.

Als ich mir das über die letzten Jahre angeschaut habe, kam mir die Idee auch echt amerikanisch vor. Da ist ja immer ein Star notwendig. Kein Sportevent ohne MVP oder Key Franchise Player. Das mögen sie dort überm Teich: die Great Man Theory.

Wie krass im Gegensatz dazu war Brasilien 2014. Die WM wurde von einer Gruppe gewonnen, die als „Die Mannschaft“ auftrat. Wenn du Interviews über die Zeit schaust, betont jeder, wie die DFB Elf keine herausragenden Stars hatte. Gut, Özil, Kroos, Lahm und Neuer waren not bad. Aber im Halbfinale war es die Mannschaft gegen Neymar, und im Finale die Mannschaft gegen Messi. Kollektiv vs. Einzelüberkönner.

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Ich frage mich, ob es nicht mal an der Zeit ist, High-Performance-Teams zu bewerten. So wie man die Stars raussucht, müsste man doch was entwickeln für Teams. Denn ein gutes Team schlägt einen Superstar fast immer. Wir brauchen einfache Kriterien für gute Teams, und einen konstanten Prozess, um sie zu sichten und zu fördern. Hier ist meine Hypothese:

Ein gutes Team besteht aus gutem gegenseitigen Willen und sich ergänzender Zusammenarbeit und Perspektive.

Zwei Dimensionen. Wenn beide stark da sind, ist das Team geil. Wenn was fehlt, dann schwächelt das Team.

Vom guten Willen – ein Team lebt von der zwischenmenschlichen Chemie untereinander. Vertrauen und gute Stimmung sind wesentlich, damit man miteinander unterwegs ist. Man kennt sich, man sich, und steht füreinander ein. Das muss kultiviert werden – sei es, dass man durch Storming Phasen geht, Teambuildings macht, die Hintergrund voneinander kennt und schätzt, wie auch das Gefühl hat, zu gewinnen. Es ist die Aufgabe des Leiters, hier zu investieren und Wege zu gehen, guten Willen aufzubauen. Dann kann auch mal was unklar sein oder schief gehen, und man fängt sich auf.

Vom Zusammenarbeiten – die Unterschiedlichkeiten im Team werden geschätzt und genutzt; man ergänzt sich von der Persönlichkeit und jeder kann seine Stärken ausspielen. Ich bin ja großer Fan vom 5-fältigen Dienst und Enneagramm. Jeder hat eine andere Grundenergie und das bereichert Teams ungemeine. Auch Skills und Wissen sind unterschiedlich – und in tollen Teams kommen die zum Tragen und Mixen zusammen wie unterschiedliche Gewürze in einem Steak Rub. Es harmoniert und stärkt sich gegenseitig.

Wie läuft das mit dem Heiligen Geist?

3 Mrz

Gordon Fee bekommt als Theologe ziemlich viel Respekt. Er ist Pfingstler und Gelehrter – da fallen einem alle möglichen billigen Sprüche ein, ist aber so. Und den Respekt hat er sich erforscht, erschreiben und erredet. Hier ist sein kurzes Buch über die Theologie des Heiligen Geistes; genannt „Paul, the Spirit and the People of God„. In 9 Minuten in die Tiefen des Heiligen Geistes vorstossen – das gab’s auf noch keiner Pfingstler-Veranstaltung. Voila…

5 Gründe warum die Welt nicht untergeht

25 Feb

Seit ich vor einigen Jahren Christ geworden bin sind mir Kirchendecken wie die in Rom zum Kopfkino geworden. Da sitzt ein großer Weißbärtiger ganz in der Mitte und schaut zu, wie Reiter und Schlangen unter ihm die Welt zerreißen. Die große Apokalypse wird in der Offenbarung beschrieben und die Stimmung ist klar: die Welt hier ist scheiße und es wird so was von knallen. Besser, man steht auf der richtigen Seite, weil sonst…

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Kleiner Haken an der Sache – sie stimmt nicht. Keineswegs wird es knallen und wir in einer anderen Dimension aufwachen. Nein – die Show läuft hier. Und sie wird hier laufen. Mit dieser Sicht bin ich aufgetaucht als ich die letzten Jahre durch das NT-Wright-Becken geschwommen bin. Gott erneuert die Welt; er schafft sie nicht ab. Was Jesus als Revolution gebraucht hat, war der Start dieser Welterneuerung.

„Das steht aber nicht in der Bibel,“ sagte mir kürzlich ein Kollege bei der Autofahrt als wir auf das Thema kamen. „Himmel und Erde werden vergehen, heißt es da.“ Wie so viele Dinge kann man das so sehen – oder auch anders. Hier sind meine fünf Punkte, warum ich jetzt auf der Gott-erneuert Welle schwimme.

Sie ist sehr gut

Gott macht die Welt, und sagt sich: „o lala, gut geworden!“ Der ganze jüdisch-christliche Glaube steht auf der Basis von 1. Mose 1 und dem Schöpfungshymnus. Ich glaube ja nicht, dass das ein 1-1 Bericht ist. War ja keiner da, die ersten 5 Tage. Vielmehr ist es ein Gedicht, und legt wesentliche Aussagen über Gott und die Welt. Sie ist geschaffen. Es gibt einen (nur einen) Gott. Der Mensch ist sein Ebenbild. Und die Schöpfung war gut. Mit dem Menschen sogar sehr gut.

Nirgends sehe ich, dass Gott eine Beta-Version erstellte – um mal zu testen, ob das was taugt. Es war die Alpha-Version. Ein Ausdruck von Gottes Perfektion. Gut gemacht und gewollt. Damit schaffte Gott die Grundlage für unsere Existenz und Beziehung mit ihm. Es war nicht nur der erste Versuch, und dann im zweiten Kapitel gibt es was Neues. Nein, die Welt ist sehr gut und genau so gewollt. Mit den Alpen, mit dem Neckar und mit Heidelberg. Sehr gut gemacht.

Gott rettet Zeug

Der Stil der Bibel lässt keinen Zweifel, dass Dinge schief gehen und dann von Gott gerettet werden. Rettung funktioniert dabei immer, indem Gott sich mit den Dingen verbindet, sich involviert und seinen Zusagen treu ist. Er kommt selbst in die Welt, weil er sie so sehr liebt. Nicht nur die Menschen in der Welt, sondern die Welt. Im bekanntesten Vers der Bibel heißt es: „denn so sehr hat Gott die Welt geliebt“ (Joh 3,16). Die Welt!

Und so tritt er aus seinem himmlischen Domizil in den Mittelmeerraum und rettet damit die Menschen und die Welt. Erneuerung passiert nach der Bibel von innen heraus. Gott überwindet das Böse – und jetzt wirkt sich diese Erlösung aus. In uns, und in der Welt.

Die Verheißungen sind für diese Welt

Israel wurde berufen und Gott ging einen Bund mit ihnen ein. Von Anfang an waren da Verheißungen drin: „in dir werden gesegnet alle Völker der Welt“ (1. Mose 22,18). Durch die Trauer und Talphasen im Alten Testament tröstet das Volk immer wieder die Worte der Propheten. Gott wird treu sein, der Tag des Herrn wird kommen. Immer weißen diese Prophetien auf eine Verheißung hin – und immer ist die in dieser Welt.

Die Völker werden kommen und staunen

Frieden wird im Land sein

Ödes wird wieder Blühen und Kaputtes erneuert

Israel wird in seiner Bestimmung leben

Die Verheißungen waren für eine Welt, in der es Völker und Täler und Bäume und Tiere gibt. Als Jesus kam, war das die Stimmung der Menschen: es geht los und die Welt wird sortiert. Keiner dachte: endlich habe ich ein Ticket für den Soul-Train und die Petruspforte wird sich für mich öffnen. Die Verheißungen der Bibel sind für diese Welt – weil Gott diese Welt gewollt hat und sie rettet.

Wir beten für runter, nicht rauf

Mitten im Vater Unser (Mat 6) gibt es diese bekannte Zeile: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe – wie im Himmel so auf Erden“. Jesus lehrt uns, dass wir dafür beten sollen, dass der Himmel auf die Erde kommt. Komisch eigentlich, sollten wir letztlich gar nicht hier landen. Das ist wie als würde ich mein Haus für eine Party vorbereiten und dann zur Startzeit abflitzen. Da passt die Richtung nicht ganz zusammen.

Vielleicht ist es aber doch genau die Absicht: der Himmel kommt auf die Erde, weil das die Erneuerung der Welt ist. Daher sollen wir so beten. Daher sollen wir in dieser Welt Jesus verkündigen. Daher sollen wir im Hier und Jetzt für seine Herrschaft arbeiten. Weil er nämlich in dieser Welt was tut – und das schon angefangen hat. Und wir sind Vorboten dieser Herrschaft. Irgendwann wird es überall sein. Jetzt ist es da, wo Christen seinen Willen suchen und tun.

Die Auferstehung war der Prototyp

Der Fokus aufs Jenseits läuft immer mit der Story, dass das Opferlamm an unsrer Stelle die Hiebe abbekommen hat. Stimmt schon – wir haben viel verbockt. Allerdings braucht es für ein Opferlamm nur den Tod; Auferstehung ist da nett, aber optional. „Wenn Christus nicht auferstanden ist, dann ist unser Glaube wertlos,“ sagt Paulus in 1. Kor 15,14. Die Auferstehung ist der Kick. Nicht nur zeigt es, dass das Opfer wirklich funktioniert hat. Nein, in der Auferstehung ist das Böse besiegt und der Tod überwunden.

Jesus kam auferstanden zurück. Er sah nicht wie ein Gasmensch aus, auch hatte er keine Engelsflügel oder drei Köpfe. Er sah erstaunlich menschlich aus – so dass viele ihn auf den ersten Blick gar nicht wahrnahmen. Wenn er der erste auferstandene ist, dann ist das eine Vorbildfunktion für uns. Irgendwann werden wir auch auferstehen, und dann werden wir auch nen Körper haben und aussehen wie Menschen. Wir sind eben Menschen und nicht nur Geistwesen. Und wie der Prototyp, so auch wir: wir werden als erneuert Menschen in dieser Welt sein.

 

Das sind meine fünf Gründe, warum ich an das Ding hier glaube. Manches davon ist sonnenklar. Anderes ist herausfordernd, weil irgendwie in unserem Kopfkino noch immer dies Platte spielt, dass Seele wichtig ist und Körper nur so ne Hülle, die ein paar Jahre hält. Mit dieser These hier sage ich, dass Materie viel wichtiger ist als wir denken. Sie ist nicht schlecht oder neutral, sondern Teil des ganzen Spiels. Und die Auswirkungen sind krass: wir leben schon in Gotts neuer Welt. An diesem Tag heute laufe ich auf Gottes Wegen, weil er das ganze sich ausgedacht hat. Und ich bin ein Teil seines großen Erneuerungsplans. Das soll mal jemand an eine Kirchendecke pinseln. Wäre doch echt mal ne Perspektive.

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