Balkanmission

13 Jun

In der Schweiz haben Leute aus dem Balkan einen schlechten Ruf. „Schlitzohren, Raser, Sozialschmarozer“ heisst es zu mal. Und dann sind ja noch die Roma. Und der Krieg vor einigen Jahren.

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Kurz nach Ostern trafen sich ein paar Leute genau auf diesem Balkan, in einer Hütte in den Bergen um Sarajevo, mit dem Ziel, gemeinsam heraus zu finden, was Vineyard auf dem Balkan bedeuten könnte. Reinhold Harms, der Leiter der Roma Vineyard Sarajevo, hatte eingeladen – und wir waren als Coach und Reiseführer mit dabei. Eine Lerngemeinschaft ist immer ein spannendes Experiment: es kommen Leute zusammen, die einander kaum kennen, die unterschiedliche Vorstellungen, Geschichten und Erwartungen haben, um dann während ein paar Tagen die Grundlagen für eine gemeinsame Arbeit in einer Region zu entwickeln.
Mein Fazit? Ich habe wohl am meisten gelernt:
  1. Das Leben auf dem Balkan ist hart – die Menschen dafür umso herzlicher und gastfreundlicher! Der Balkan ist und bleibt ein herausfordernder Ort, um ein Leben zu gestalten: Jobs sind rar, geheizt wird – falls überhaupt – mit Holz, und die politischen Perspektiven sind schlecht. Das letzte Hemd, das letzte Ei im Kühlschrank und der Slibovic aber gehört dem Gast!
  2. Es braucht nicht viel Input von aussen. Das Verständnis, was es heisst, sein Leben an Jesus auszurichten, ist da. Weniger da ist ein Verständnis für eine befähigende und freisetzende Gemeinschaft. Die Kirchen sind mehrheitlich vom alten Autoritätsdenken und Drin-oder-Draussen-Prinzip – mit entsprechend hohem Missbrauch – geprägt. Hier können wir von aussen andere Führungs- und Gemeinschaftsmodelle aufzeigen, vorleben, hineinführen.
  3. Versöhnung ist möglich. Unvergesslich bleibt für mich der Donnerstagabend, als der Serbe für den Roma, der Bosnier für den Montenegriner und der Kroate für alle anderen gebetet hat. Unkompliziert und spontan. In Christus sind wir ein Leib und eine Familie. Weder unsere Geschichte, noch unsere Vorurteile sollen uns trennen.
Wir planen zwei Reisen auf den Balkan im 2013, um die Gemeinschaften zu besuchen, zu unterstützen, auszutauschen und die eine oder andere Aktion zu unternehmen. Ein paar weitere Einblicke gibt es hier. Du darfst gerne mit dabei sein.
Dies ist ein Gastbeitrag von Boris Eichenberger. Mehr zu ihm und seinen Gedankenwirren unter www.glaubenlebenteilen.ch
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Eine Antwort to “Balkanmission”

  1. easyfisch 22 Juni, 2012 um 11:26 am #

    Super! Bin gespannt wie es weitergeht!

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