3 Wege zum Foodie

25 Jul

Dieser Tage hab ich’s mit Kochen und Genießen. Mark inspiriert mich mit Weinen, Jessen mit Grillen und Samuel mit Kaffee. Gute Freunde muss man haben. Damit bin ich diesen Sommer auf dem Weg zum Foodie. Hier sind meine drei Entdeckungen an der Kulinarik:

Sous-Vide Steak

Was vermissen Amerikaner am meisten in Deutschland? Richtig. Ein Steak. Ein richtiges Steak. Irgendwie ist das hier etwas Mangelware. Man kann sich natürlich auch selbst helfen. Hier ist ein Ansatz, den ich die letzten Wochen entdeckt habe. Und meiomei, das macht geile Steaks. Woahnsinn!

Julienne

Gemüse aufm Grill oder in der Pfanne ist immer was Gutes. Mit dem Schnitt Julienne wird das gute Zeug einfach sehr dünn geschnitten und dann auf verschiedene Arten gegart – grillen, backen, dünsten. Eigentlich egal. Mit etwas Salz und Olivenöl. Gorgonzola macht das ganze noch runder. Herrlich.

julienne

Aeroproess

Ich bin etwas durch mit teuren Kaffeeautomaten. Geht zu viel kaputt, und man hat recht wenig handhabe über die Einstellungen. Seit fast 10 Jahren gibt es den Aeropress. Jetzt habe ich mir das endlich mal geleistetet – und bin fasziniert. Toller Kaffee mit wenig Aufwand. Die Handarbeit schätze ich sehr. Und das Ergebnis ist sehr aromatisch. Wonderbar!

So, das waren meine drei. Ich könnte noch über tollen Basssermann-Wein schreiben, über meinen neues Steakstone oder einfaches Grillbrot. Nächstes Mal dann. Jetzt ist erst mal Zeit zum Genießen angesagt.

Was bewegt uns die nächsten 30 Jahre?

17 Jul

Diesen Frühling haben wir uns in Heidelberg über mehrere Treffen bei uns im Wohnzimmer über die Zukunft unterhalten. Mit 10-12 Personen fragten wir, wo wir als Gemeinde hinwollen. Ein Visionsprozess. Die Ergebnisse sind fast fertig und begeistern mich. Es ist saugut, mit Freunden über die Zukunft nachzudenken.

Eine interessante Diskussion darin war, welche Herausforderungen wir in der Gesellschaft in den nächsten 20-40 Jahren sehen. Das war ein faszinierender Abschnitt und unsere Aussagen sind sowohl Herausforderung als auch Chance. Hier sind unsere Top-4. Unsere Vision versucht auch, darauf antworten zu finden.

1.     Ausgeprägter Relativismus

Wir sehen einen Verfall der klassischen, christlichen Werte in unsrer Gesellschaft – was u.a. die Familie als Keimzelle der Gesellschaft schwächt. Das Evangelium der Toleranz macht es allen klaren Wertevorstellungen und Exklusivansprüchen schwer, Gehör zu finden. Die Herausforderung für Kirche ist, ein klares Evangelium zu predigen, Menschen zu Commitments zu bewegen und eine verbindliche Gemeinschaft zu formen. Gleichzeitig ist die Orientierungslosigkeit einer völlig offenen Welt groß und bestärkt die Suche nach Halt.

2.     Maximale Wirtschaftlichkeit

Die Arbeitswelt (wie auch die Medienwelt) von heute und morgen fordert mehr und mehr an Zeit und Energie der Menschen. Viele Möglichkeiten bestärken eine beständige Selbstverwirklichung, und stellen Menschen vor die Herausforderung, Arbeitswelt und Familie und Hobbys und und und unter einen Hut zu bringen. Das Effizienzprinzip führt zu Minderwertigkeit bei Minderleistung, und zu Fragen, wie die Weisheit des Alters genutzt werden kann. Eine Überhitzung der Arbeitenden führt zu Unfähigkeit, in Gemeinde und Nachbarschaft zu investieren. Die Suche nach Wellness und Ruheorten kann Menschen an Jesus-Orte der Erneuerung und Erfrischung führen.

3.     Integration, Islam, Internationalisierung

Flüchtlingsströme nach Deutschland, die Vehemenz des Islam und die Komplexität der Koexistenz von verschiedenen Kulturen – das sind klare Herausforderungen der Zukunft. Integration wird gefordert, aber die Wege und Ansätze dazu fehlen oft. Wenn die Leitkultur ihre Klarheit verliert (inkl der Christenheit), können protektionistische und rückwärtsgewandte Tendenzen zu Spannungen führen. Eine integrierende Kirche mit gelebter Willkommenskultur und Gemeinschaftsintegration verkörpert einen wesentlichen Aspekt vom Reich Gottes.

4.     System „Christentum“

Das real existierende Christentum widerspricht wesentlichen Elementen der Apostelgeschichte. Ein professionelle Leitung untergräbt das Priestertum aller Gläubigen, Kirchensteuer verhindert ein Commitment zum Zehnten (und damit der Wichtigkeit von Laien), Lifestyle-Kirchen bieten Oasen ohne Jüngerschaft und geteilten Alltag, Konferenzen und Events schaffen Höhepunkte mit mangelnder Alltagsrelevanz. Sowohl Christen als auch die Gesellschaft kennt das Christentum so (professionell, distanziert, event-getrieben, nicht alltagsrelevant) – und eine Alternativkultur (wie Apg) erwächst nur schwer in der Präsenz einer dominanten Kultur. Diese Kluft weckt Fragen nach dem Wesen des Christentums – und wer fragt, bekommt Antworten.

Es war einmal… – die Bibel als Geschichte mit Autorität

12 Jul

“Es bringt nichts, den Fakt zu ignorieren, dass die Bibel in Geschichtsform daher kommt,” so NT Wright. Sie beginnt mit “im Anfang…” und führt sich mit vielen Zeitworten fort (dann, danach, als die Zeit erfüllt war etc). Geschichte also.

Stellt sich die Frage: wie kann das dann für uns heute eine Wirkung haben? Wir kann eine Geschichte Maßstäbe vorgeben und unser Leben lenken? Genau damit beschäftigt sich NT Wright in Scripture and the Autority of God.

In 16 Erklärbildern gibt es die Zusammenfassung von diesem Werk. Nach Simply Good News, Suprised by Hope (Teil 1,2 und 3), How God became King und Evil and the Justic of God ist das das 5. Buch von NT Wright in dieser Serie. Die Bibel ist die Grundlage für alles – daher ist es um so wichtiger die Grundlage richtig zu haben. Hier sind seine Gedanken:

Und jetzt? – Surprised by Hope Napkin Zusammenfassung

6 Jul

Hier kommt der dritte Teil der Napkin-Zusammenfassung von Surprised by Hope. NT Wrights Mega-Bestseller spricht über die christliche Hoffnung und wie wir sie leben können. In Teil 1 geht es in 9 Bildern um das Leben danach, in Teil 2 in 13 Bildern um die Zukunftssicht der Bibel. Jetzt ist hier die Ableitung: was hießt das Ganze:

Und, fertig sind wir damit noch nicht. NT Wright hat dazu noch einen Video-Kurs gemacht, der praktischerweise auch läuft:

Hier ist noch die Napkin-Zusammenfassung für diesen Video-Kurs. Genug Material, um sich in die Hoffnung reinzudenken und ein kleines Selbststudium zu machen.

4-Hour Chef – eine kurze Zusammenfassung

29 Jun

Über Weihnachten habe ich mir mal ein Kochbuch gegönnt. Wenn man in 4 Stunden sich einen Stern zurechtkochen kann, bin ich dabei. Also war ich unterm Christbaum gelesen und habe Tim Ferriss zugeschaut, wie man in 4 Stunden ein Chef wird.

Da waren echt ganz nette Dinge drin. Kochen aufteilen in Vorbereitung und Zubereitung. Geiler Typ. Dann ne ganze Menge Gadgets und Hilfen. Habe ich mir einige gekauft. Und die Idee, dass man Dinge langsam lernen muss, um jeden Schritt einzeln zu meistern.

Aber hinter der Koch-Kulisse versteckte sich der eigentliche Kicker – wie man jedes Skill lernt. “eins nach dem anderen,” so die These von Ferriss. Hier ist meine Visual Summary davon. Er mal alles in seine Einzelelemente runterbrechen. Beim Kochen wäre das zum Beispiel Messer-Skills (schneiden), etc.

Dann kommt die Selektion – welche sind die 20%, die den Unterschied machen. Und dann auf die Fokussieren. Beim Amerikanisch wäre das das breitgetretene R und das “th”.

Dann kommt die Reihenfolge – wie geht man es an. Braucht es eine Reihenfolge, um die Sachen richtig zu lernen etc.

Und schließlich die Stakes – ob es um was geht. Hier ist ein witziger Tipp von Ferriss – reverse Rewards. Gib deinem Ziel 100 EUR und wenn du daneben liegst, dann gehen die 100 EUR an deine Anti-Charity. Vielleicht die Republikaner. Oder FC Bayern München. Alles, was du auf jeden Fall vermeiden willst.

Tim Ferriss 4 hour chef

Um das ganze leicht zu verdauen, schlägt Ferriss vor, dass man sich einen 1-Pager schreibt. Da ist ein Regelblatt, auf das alle ideen draufgepackt werden. Die Dinge müssen einfach sein. 1 Seite ist da perfekt. Die weiteren Ideen (wie Regelmäßigkeiten einbauen und leichtes Erinnern) sind auch wertvoll. Letztlich hat er noch den Tipp, von den Bestern und Erfahrensten zu lernen. Also, in einem Feld nach einem absoluten Experten zu schauen und wie ein Reporter nach den Unterschieden zu suchen, die tolle Leistung von durchschnittlicher Unterscheiden. Das sind die Knackpunkte, die man dann meistern kann.

In der Summe, ein geschmackvoller Ausflug ins Kochland. Ich habe viel gelernt dabei – vor allem, wie man neue Felder lernt.

Gute Nachricht gut vermitteln

19 Jun

Die klassische Evangeliums-Anmache geht mir schon seit ner Weile gegen den Strich. Weiß auch nicht, aber das “du hast ein Problem” Statement wirkt weder nett noch wie gute Nachricht. Natürlich gibt es Probleme, und viele sind in mir, wie auch in den Menschen, die ich treffe. Dennoch wirkt es auf mich wie ein Power-Play – eine Taktikschritt, um die Oberhand zu gewinnen. Und ich bin mittlerweile allergisch gegen Power-Plays. Vielleicht nur mein Problem, aber ich dachte, ich denke mal drüber nach.

Vor ein paar Jahren hat Dave Schmelzer schon mal einen Gedanken in mein Hirn gepflanzt. Affirmation Evangelism, nannte er das. Seine Logik war so – die Welt ist stressig und hat was an sich, nach unten zu ziehen. Sein Bibel-Link war Johannes 10,10-11. Der Teufel macht fertig. Jesus macht glücklich. Und da in der Welt der Teufel das sagen hat, ist es kein Wunder, dass Leute jeden Tag eine Last spüren. Die Gute Nachricht ist allein schon, Leute aufzubauen und zu bestätigen.

OK, das reicht noch nicht. Aber ein guter Anfang. Und es fühlt sich ein bisschen wie wirklich gute Nachricht an. Wenn ich weiter darüber nachdenke, dann ist es eigentlich die Gottes-Ebenbildlichkeit, die dort zum Ausdruck kommt. Es ist ein Statement von Würde und Zuspruch, von Hoffnung und Herkunft.

Hier ist noch ein kleines Video von Caesar Kalinowski (der heißt echt so), wo er das in anderen Worten ausspricht. Sicher nicht die ganze Miete. Aber ein netter Ansatz, um gute Nachricht auch gut zu vermitteln.

Die Anti-Führung Falle

13 Jun

Kürzlich redete ich in der Bergheimer Straße für 10 Minuten über Führung und wurde von meinem Freund Christoph danach zurechtpräsentiert.  „Wir machen alles ganz anders als Marlin,“ war seine kecke Ansage. „Alles, was Marlin gesagt hat läuft bei uns nicht. Wir haben mehr einen organischen Ansatz“. Aha, dachte ich mir – das ist doch mal schön. Anders ist gut und das will ich mal hören.

Seit ein paar Jahren organisiere ich in Heidelberg ein Programm für Leute in ihren 30ern. Es heißt „Next Generation“ und ich will den Jungs und Mädels beibringen wie man leitet. In der richtigen Welt. Ich finde es wichtig, dass es in den 20ern jemand gibt, der an dich glaubt. Und ich glaube an die Clique. Und da ich nicht nur vorne stehen und meinen Glauben an sie beschwören kann, sag ich ab und zu was.

Meine Führungsidee kommt weitestgehend von Fredmund Malik. Der schreibt und lehrt in St.Gallen an einem Institut, das er selbst gegründet hat. Sein Buch „Führen, Leisten, Leben“ ist ein Standardwerk in vielen deutschen Firmen. Es ist ein schreckliches Buch. Geschrieben wie Lothar Matthäus redet – full of himself und sehr ausschweifend. Ich kenne niemand, der sich so oft selbst zitiert wie Malik. Und da das Buch nicht mit Stil punktet, muss es wohl gute Inhalte haben.

Eine gute Idee sind die „5 Werkzeuge wirksamer Führung“. Ich mag diesen pragmatischen Macher-Ansatz von Malik. Was muss man denn eigentlich TUN, um zu führen. 5 Dinge, sagt er.

Es fängt damit an, für Ziele zu sorgen. Wer leitet muss für seine Organisation oder Team einen Fokus herstellen. Nicht unbedingt alles vorgeben. Vielleicht sind es demokratische, chaotische oder sonstwelche Prozesse. Aber eine Führungskraft darf nicht entspannt sein, wenn es keine Ziele gibt. Er muss für wenige, große Ziele sorgen (sozusagen der Gegensatz zu viele und unsortierte Ziele).

Dann muss ein Leiter organisieren. Jedes Team hat Ressourcen wie Geld, Zeit, Erfahrung, Expertise, IT usw. Das alles muss miteinander zusammenspielen, damit Bewegung entsteht. Dabei nennt Malik drei wichtige Hinweise: organisieren muss man aufs Ziel hin, also den Kunden. Dass der beständig im Mittelpunkt steht. Die Organisation muss effektiv sein, und auch ausführbar. Da steckt viel Schmalz hinter diesen Aussagen, und Führungsaufgabe ist das allemal.

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Als drittes muss ein Leiter entscheiden. Ohne Ja/Nein läuft nichts, vor allem nichts zusammen. Wichtig ist dabei, dass das genaue Problem erkannt und benannt wird. Das ist in der realen Welt nicht immer ganz leicht. Zur guten Entscheidung gehört ein Verständnis und Abschätzung der Risiken – was kann schief laufen. Wenn entschieden wird, muss man direkt die Maßnahmen einplanen und überprüfen, ob das Gewünschte auch eintritt.

Apropos Eintritt – kontrollieren ist der nächste Kern für Führung. Machen wir die richtigen Dinge? Machen wir sie auch richtig? Entspricht es den Anforderungen? Das sind Fragen, die fast alle jungen Leute unterschätzen. Es ist leicht von der Garage von Steve Jobs zu träumen. Aber damit ein Phone in aller Welt funktioniert ist eine Wahnsinnsleistung. Man muss Dinge auch umsetzen.

Kürzlich habe ich einen Firmengründer getroffen, der die Geschichte seiner Company erzählte. „Man sagt, dass man 1.000 Mal probieren muss, bis was funktioniert,“ so fing er den Vortrag an, „das stimmt nicht. Es sind mindestens 10.000 Mal. Wenn jemand unter euch ist, der eine Firma gründen will – ich würde es nicht empfehlen“. OK, ein bisschen düster. Er hat auch gelacht dabei. Punkt steht aber, oder? Dinge müssen umgesetzt werden und gute Qualität haben.

Letztlich muss man als Leiter Menschen fördern. Sie wachsen an Aufgaben, in denen sie sich ausprobieren können. Sie wachsen mit guten Chefs. Sie wachsen an guten Stellen, die so beschrieben sind, dass sie Luft nach oben haben. Man denke nur, was Louis van Gaal damals gemacht hat als er Schweini ins zentrale Mittelfeld gezogen hat.

Anyway, das sind die 5 Malik-Dinger. War mir nochmal wichtig, meine 10 Minuten Präsentation darzulegen.

Und Christoph? Der redete mit seiner Frau für 35 Minuten. Die Präse war herzlich, echt und etwas chaotisch. Ähm, organisch, natürlich. Am Schluss sollten unsere Leute Feedback geben zu seinem Projekt. Gut fanden es die meisten. Aber auch irgendwie schwer zu erkennen, was es genau ist und wie man mitmachen kann.

Ich glaube, oft ist das ganze Anti-Leiter Ding ne Mischung aus Abneigung gegen klare Ansagen und eine brise Faulheit. Führung ist eine Disziplin, genauso wie Statik oder Tanzen. Klar, kann jeder Spacko tanzen. Im eigenen Wohnzimmer ist das gut, in der Disse auch. Wenn man aber was von Wert schaffen will, braucht es ein meistern der Grundformen. Wenn ich in Sozialprojekte oder Kirchen schaue, dann fehlen da oft die Basics. Und das merkt man. Da passiert dann immer noch viel Gutes. Aber es wäre sicherlich noch mehr drin gewesen. Wie eben bei Schweini, der dann 2014 in Rio tougher unterwegs war als Rocky Balboa und am Ende den Pokal in den Himmel heben durfte.

schweini1

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