Die besten Serien

30 Mai

TV is back. Wer hätte das gedacht, dass wir im Zeitalter von 140 Zeichen noch für lange Geschichte zu haben sind. Statt einem 2 Stunden-Film schauen wir lieber eine Geschichte über 47 Stunden und 32 Minuten. So lange geht wenigstens Breaking Bad über seine 6 Staffeln. Zeigt halt mal, dass Geschichten die wirklichen Gewinner sind und wir für gutes Zeug immer ne Minute übrig haben.

Seit einiger Zeit bin ich als dabei, beim neuen goldenen Zeitalter der TV Shows. Hier sind meine Top-10 Shows

1) Breaking Bad
2) The Americans
3) Black Sails
4) Narcos
5) Better call Saul
6) Black Mirror
7) Manhattan
8) Homeland
9) Mad Men
10) Daredevil

Mir fehlen sicher noch ein paar Shows und es kommen immer wieder spannende Sachen. Was ist deine Liste? Was sollte ich mir sonst noch reinziehen?

Haben Christen was zu Trump & Co. zu sagen?

19 Mai

Vor 5 Jahren musste ich meine Facebook-Wall sperren. Ich habe viele christliche Freunde und viele Kollegen – aus der Arbeit, dem Ort, vom Kicken. Da ich als Leiter in christlichen Kreisen unterwegs bin, habe viele Christen Ideen für mich oder wollen, dass ich etwas mit unterstütze. Manche posts waren echt schräg – und total unverständlich für meine nicht-christlichen Freunde. Nicht nur verbal – sondern von der Stimmung und den unverblümten Aussagen.

Spätestens seit Trump ist das krass-scheißattitüden Ding nicht mehr auf Christen beschränkt. Aber ich frage mich, ob Christen wirklich was Gescheites zu sagen haben zu den Fragen unsrer Zeit. Leider habe ich das fast nicht erlebt, dass ein Christ gute, hilfreiche Beiträge geben konnte auf eine Art, die auch so wahrgenommen wurde. Mir scheint es drei Probleme zu geben, warum Christen oft daran scheitern:

1) Religion hat den Anspruch, die Wirklichkeit zu erklären und dominiert damit das Gespräch. Es führt fast immer dazu, andere überstimmen und den religiösen Willen durchdrücken zu wollen.

2) Religiöse Argumente haben damit eine schwere Zeit, andere Stimmen zuzulassen, die nicht zu den gleichen Ergebnissen kommen. Unsere Gesellschaft beruht aber auf Respekt und dem Hören von Menschen mit unterschiedlicher Denke.

3) Christen argumentieren auch bei öffentlichen Themen mit der Bibel – eine Grundlage, die die anderen nicht teilen oder hilfreich empfinden. Im öffentlichen Diskurs geht es um Vernunft, Rationalität, Prinzipien und Konsequenzen – und Christen entziehen sich diesen Standards durch ihre Fokussierung auf einen anderen Standard. Die Übersetzungsarbeit von Bibel zu Logik des Austauschs in unsrer Welt bekommen Wenige hin.

Das ist eigentlich schade. Haben wir denn aus unsrer Historie und den alten Schriften nichts beizutragen? Die Trennung von Kirche und Staat schadet vielleicht der gesamten Gesellschaft. Und zunehmend sind die Leute auch mehr religiös und fragen sich natürlich, was für eine Stimme wir als Christen haben. Oder wir Rowan Williams sagt, religiöse Stimmen haben einen Beitrag, der „eine moralische Tiefe und Gewicht hat, das über das einfache Balancieren zwischen unterschiedlichen Selbstinteressen hinaus geht…“ . Eine Finanzbetrachtung alleine reicht nicht für die großen Fragen unserer Zeit. Und woher kommt Weisheit? Wir haben was zu bieten.

Als Christen haben wir den Auftrag, das Gute der Stadt zu suchen. Und das ist nicht nur Leute zur Bekehrung zu bringen. Unsere Weisheit dürfen wir einbringen und bringen damit manchmal notwendige Tiefer zu den Diskussionen. Aber das wird einiges brauchen:

1) ein richtiges Zuhören – zunächst Mal müssen wir verstehen, wo die Probleme liegen. Das ist bei vielen Themen vielschichtig und nicht immer direkt klärbar. Unsere Medienwelt will einfache, schnelle Antworten. In jedem Krieg fühlt sich jede Partei als Opfer und als bedroht. Ein gutes Zuhören muss am Anfang stehen.

2) ein gemeinsames Suchen – wir suchen mit vielen Parteien nach Lösungen. Unterschiedliche Disziplinen und Denkweisen helfen der Lösung. Wir sind ein Partner im Diskurs. Manchmal leiten wir vielleicht, häufiger aber noch sind wir ein kleiner Teil der Lösung. Und da hilft es nichts, wenn wir uns als besser und weiser darstellen und die anderen abtun.

3) ein Anerkennen unsrer Limitation – mit unsrer Sicht von Gott und der menschlichen Natur haben wir einen großen Schatz, den wir anbieten können. Gleichzeitig sind wir die Minderheit in fast jedem Gespräch. Viele können oder wollen unsere Überzeugungen nicht nachvollziehen, oder halten sie für falsch und gefährlich. Unsere Sicht der Dinge ist auch nicht immer zuende gedacht und braucht Ergänzung von anderen.

4) einen langen Atem – die heutigen Probleme sind zu verstrickt als dass eine kurze Aktion etwas hilft. Wenn man wirklich zu einem Thema beitragen will, dann muss man die Dilemma verstehen. Häufig haben Änderungen eine politische Komponente und man braucht viele Mitspieler, um Gutes zu bewirken. Wenn du in deinem Leben ein oder zwei Dinge bewegen kannst, gehörst du zu den ganz erfolgreichen. Wir müssen auf eine lange Reise einstellen.

5) gelebte Alternativen – gerade als Christen glauben wir an eine Wahrheit, die sich anfassen lässt. Ein Psycho-Prof, der Sexualität untersucht, muss nicht der Beste im Bett sein. Ein Christ, der über Liebe und Enthaltsamkeit spricht, muss sich aber an seinen Maßstäben messen lassen. Was wir vorschlagen sollten wir vorleben. Wenn wir für Toleranz eintreten, sollten wir sie auch in unserem Umfeld an den Tag legen. Wenn wir für Liebe für Schwache eintreten, sollten wir das verkörpern. Mehr noch als Argumente braucht unsere Welt Alternativen.

Also, zurück zur Frage oben. Haben wir was zu sagen? Ich denke, oft nicht. Wenigstens nicht Substanzielles. Ich denke, wir müssen über viele Dinge noch etwas länger nachdenken, bevor wir in den Chor der Kritiker einstimmen. Durch Schelte alleine bewegt sich wenig. Ich denke, es ist hilfreich, wenn wir uns als Außenseiter, Begrenzte und Ergänzer sehen. Dann sind wir weg von der Dominanz-Nummer und kommen vielleicht dahin, die Schätze unsrer Erfahrung und Weisheit auf eine Art anzubieten, dass andere davon profitieren. Das wäre jedenfalls meine Hoffnung.

P.s. dieser Artikel ist von einem wunderbaren Vortrag von Andrew Bradstock inspiriert und einem seiner Artikel.

Wie Johannes Reimer die Welt verändert (und die Kirche mit dazu)

8 Mai

„Gott liebt die Welt,“ sagt Johannes Reimer ins Mikrofon an unserem Workshop-Samstag. „Er liebt die Welt. Die Scheißwelt!“ Der Professor und Theologe hört sich zunächst an wie ein normaler Evangelist, um dann im nächsten Satz seine Botschaft heimzuhämmern: „Gott sandte nicht seinen Sohn in die Welt, um uns dann abzutransportieren. Es sandte ihn, weil er die Welt liebt!“

Reimer tourt seit Jahren deutsche Gemeinden und ist eine ziemliche Erscheinung. In seinen jungen Jahren war er Boxer – und er hat auch heute noch die Kraft einen Haken zu setzen, wenn auch nur durch seine Meinungen. Dann ist er im russisch-deutschen Mix aus Mennoniten und Baptisten zum Glauben gekommen. Er wandelte sich vom Saulus zum Paulus und zog los, die Botschaft von Jesus zu verbreiten. Heute ist er Professor an der University of Pretoria, lehrte an FEG-Ausbildungskolleg in Ewersbach und schreibt Bücher wie Lewandowski Tore schießt. Und er man trifft ihn öfter mal auf Konferenzen oder in Gemeinden mit seiner Botschaft von der Transformation der Welt.

Seine Idee ist simple: Gemeinde ist zum Wohl der Welt da. Konservative Christen kriegen da oft mal die Krise. Fast so als würde man einem Veganer sagen, medium-rare Rindersteaks sind echt das Beste. Wenn es einem egal, dann Johannes. Wenn es Bibel ist (und das ist Fakt für ihn), dann wird es auch besprochen. „Paulus benutzt das Wort ‚Ekklesia‘ für Gemeinde,“ sagt Reimer. „Zu der Zeit war das eine politische Einrichtung. Da saßen ein paar Weise Leute am Stadttor und vertrieben sich die Zeit. Wenn es dann eine wichtige Frage gab, dann kam die Leute zu dieser Ekklesia und baten um Rat,“ so Johannes. Fast so, als wäre diese Clique von alten, erfahrenen Herren ein Richterklub, der neben Backgammon ab und zu schwere Fälle bespricht. Nur ist der Fokus ist nicht auf richtig-und-falsch, sondern auf hilfreich-und-fördernd.

IMG_1331Und diese Idee bringt Johannes mit auf seinen Touren. „Was ist, wenn eure Gemeinde aufhört zu existieren,“ fragt er regelmäßig am Anfang seiner Sessions. „Interessiert das jemand? Merkt das jemand?“ Damit fordert er alle auf, über die Relevanz der eigenen Gemeinde nachzudenken. Waynejuckts was du machst? Wenn niemand außerhalb der Heiligen Hallen was mitkriegt – dann liegst du daneben.

Reimer hat einen Plan. Sein Trafo-Prozess nimmt Gruppen an die Hand und will sie dahin führen, diese Ekklessia zu werden. In 8 Schritten führt er Gemeinden zu praktischen Plänen, ein Segen für ihr Umfeld zu sein.

Es fängt an mit Verortung – sich an einem Ort festzumachen. „Viele Gemeinden sie wie McDrive,“ so Johannes. „Du fährst hin, holst dir deinen Kick und verdaust das den Rest der Woche.“ Damit lädt er Gruppen ein, ihre Flagge an einen Ort zu stecken. Sie übernehmen für ein Gebiet Verantwortung.

Dann schaut er mit Gruppen in ihre Potentiale – welche Gaben sind da? Was könnt ihr eigentlich. Diese Potentialanalyse führt zu einem Profil, was die Gemeinde zu bieten hat. Manche sind praktisch veranlagt, andere können „Hammer“ noch nicht mal buchstabieren. Das ist kein Hindernis, sondern die Gabe Gottes.

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Danach schaut die Gemeinde an ihren Ort – was für Nöte gibt es da? Was wird nicht bedient? Durch Raumlaufen, Interviews und Gebetseindrücke wird ein Bild gesammelt von den Bedarfen.

Im 4. Schritt kommen dann Potentiale und Nöte zusammen in einer Vision. Was könnten wir machen, das ein Segen ist? Was macht einen spürbaren Unterschied?

Und die nächsten 5 Schritte sind dann gutes Projektmanagement. Partner finden, Angebot formulieren, planen, loslegen, schauen ob es funzt.

Eigentlich keine Wanderung zum Nordpol, das Ganze. Durchaus machbar, wie wir selbst gemerkt haben. Der Prozess dauert, vor allem wenn die Gruppe größer ist (und das schlägt Reimer auf jeden Fall vor). Wir haben 3 Ideen daraus generiert. Freunde von uns in Köln haben einen Spielplatz in der Nachbarschaft mit einem Partner gebaut.  Der Einfluss hat sich definitiv vergrößert und die Kirche ist nicht mehr nur als Himmelfahrtskommando gesehen. „Die tun ja was,“ ist oft eine Reaktion auf die Trafo-Projekte. Bei uns selbst sind wir immer noch dran.

Aber unabhängig vom Erfolg der Aktionen hat Johannes Reimer einiges bei uns bewirkt: unsere Sicht ist verändert. Und mit dieser veränderten Sicht sind wir auf dem Weg, unsere Stadt zu verändern.

Das Endgame

28 Apr

Vor mehreren Monaten ist mir das „Bible Project“ über die Wege gelaufen. Ganz nach meinem Geschmack – kurze Videos mit visuellem Überblick. Die nehmen Themen der Bibel und machen kurzes Erklärcomics.

Hier ist ein schönes über den Ausblick – die Zukunft anhand der Bibel. Spricht mit aus dem Herzen: der Himmel ist ein Ort, an den wir hintransportiert werden. Er kommt zu uns.

Living in Christ’s Presence // Napkin Summary

17 Apr

Pastor und Philosophie-Professor (U of Southern Cali) – diese Kombi gibt es nicht so oft. Bei Dallas Willard schon. Und was rauskommt ist ein Fest an Klarheit und Perspektive. Ich kann dieses Buch „Living in Christ’s Presence“ nicht hoch genug loben. Hier ist das Werk in ein paar Bildern. Einige davon schneiden direkt in die Seele. Voila…

Wir nutzen das als Teil von dem Forge Kurs, und einige Bilder sind in meinem Buch eingeflossen. Alle Video-Zusammenfassungen findest du hier.

Allure of Gentleness // Napkin Summary

7 Apr

Dallas Willard war der Hammer – Philiosophie-Prof und Pastor. Er sprach wie kaum einer sonst. Viele sagen auch, dass er seiner Zeit voraus war. Hier ist ein Buch, das über das Teilen von Glauben geht. Er sagt Dinge, die sonst keiner so sagt. In 9 Bildchen das ganze Ding zusammengefasst.

 

Wir nutzen das als Teil von dem Forge Kurs, und einige Bilder sind in meinem Buch eingeflossen. Alle Video-Zusammenfassungen findest du hier.

Woher weiß ich, dass die Vision klar ist?

27 Mrz

Letztens saß ich vor meinem Laptop und hörte mir die Ideen von Ralf an. Er wollte was Neues starten. Eine Kirche, aber nicht traditionell. Wir haben über 45 Minuten geredet. Ich mag den Typ. Er denkt schon ein paar Jahre über das Ding nach, was er machen will. Und mit Familie im Rücken ist das kein leichter Schritt: was zu machen für andere, für seine Träume einstehen, losgehen. Ich mag solche Menschen.

Als ich den Video-Call endet, war ich etwas verdutzt. Was will er denn eigentlich? Ich geh nach solchen Gesprächen innerlich einen Schritt zurück und frage mich, welches Bild er bei mir gemalt hat. Keins, so wirklich. Wie oft, wusste er mehr, was er nicht will, als seine Vision zu formulieren.

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Klar Vision, darum geht es. Ich bin in vielen Prozessen, wo ich Menschen mit ihrer Vision helfe. Und dann mache ich immer wieder den Schritt zurück und suche nach dem Bild. Ist das schon eine Vision? Ist sie klar? Woran macht man Klarheit eigentlich fest? Bisher habe ich das eher intuitiv gemacht. Vielleicht gibt es aber eine Möglichkeit, das konkreter zu machen.

Hier sind ein paar ein paar Dimensionen, die mir auffallen:

  • Schnelligkeit einer Antwort – wie kurz können die Gefragten ihre Vision teilen? Wie schnell kommen die Worte über ihre Lippen?
  • Eleganz der Antwort – reimt es sich? Sind die Worte sexy? Hat es Slogan-Charakter oder Witz? Kommt es rhythmisch daher?
  • Kopfkino – wie konkret und umgangssprachlich sind die Zielzustände formuliert?
  • Meine Emotionale Reaktion – redet die Person mit Drang? Bekomme ich Lust auf diese Vision und würde am liebsten mitmachen?
  • Differenzierung der Antwort – hört sich die Vision originell an? Wird der Unterschied zu anderen klar?

Letztlich müssten die meisten dieser 5 Punkte da sein, damit man sagen kann – das ist was. Es muss zu Ende gedacht sein, was da ansteht. Es muss mit Schärfe und klarer Sicht daher kommen. Dann kann es auch was Großes bewirken.

Manche haben Visionsallergie. Zu viel wurde ihnen verkauft als Vision, was nur eine aufgeblasene Selbstdarstellung war. Oder ein größenwahnsinspirierte Flucht nach vorne. OK, ich kenne das. Dennoch führt kein Weg an Vision vorbei. Eine klare Sicht hilft, Leute zu einen. Letztlich frage ich mich bei all den Fragen – würde ich da mitmachen? Wenn Kopfkino entsteht, dann machen Leute eher mal mit. Und wenn Leute mitmachen, dann geht halt mehr.

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