Tatendrang

8 Feb

Die erste Woche im Januar konnte ich kaum abwarten, wieder loszulegen. Der Schnee in der Schweiz war nicht so. Und ich habe den Kopf voll mit Ideen. Tatendrang hatte ich, und zwar richtig.

Seit ein paar Monaten feile ich an einem Buch über NT Wright. Der gute Kollege hat mich sehr geprägt. Und fast jedes Buch von ihm finde ich Nobel-Preis-verdächtig. Nur ist er leider etwas kompliziert. Ich verstehe ihn gut, aber seine Sätze winden sich schon etwas. Und er macht auch nicht die knackigsten Aussagen. Daher habe ich angefangen, Bilder über ihn zu malen. Hier ist mein Versuch, sein 1.700+ Seiten Buch über die Theologie bei Paulus zusammen zu kritzeln:

 

Seit letztes Jahr spuckt mir die Idee im Kopf rum, alles von NT Wright mit Bildern zu erklären. Seine ganzen 45+ Bücher. Also habe ich mir ein Projekt gesetzt und angefangen, alles Bücher in Bilder zu malen – und dann eine Storyline zu entwicklen. Das Projekt läuft und ich habe schon 5 Drafts fertig. Der Claim ist so:

NT Wright in 95 Bildern erklärt – das größte theologische Brain unsrer Zeit, zusammengefasst auf einer Serviette

Über den Jahreswechsel und jetzt im Januar habe ich die Storyline gerade gezogen und bin eigentlich so gut wie fertig. Ich schreibe auf Englisch – weil da geht mehr im globalen Kontext. Jetzt muss ich die Bilder noch stylisch machen und dann einen Verlag finden.

Dann habe ich mit meiner geliebten Mosaik in Heidelberg unsere Vision überarbeitet. Seit ein paar Monaten haben wir uns Gedanken über unsere Rolle in der Stadt gemacht. Es war ein super Prozess und wir sind auf ein ganz neues Niveau gekommen. Der neue Slogan sagt, dass wir eine Stimme für die Stadt sein wollen.

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Motoki und sein Studio haben uns geholfen, die Worte und Grafiken gerade zu ziehen. Im Moment sind wir gerade am Rausrollen und Planen, wie das aussehen kann. In diesem Zuge haben wir auch unsere Identität geklärt – für was wir stehen.

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Aus diesen Ideen haben wir gerade ein spannendes Projekt, integratives Wohnen in Heidelberg zu entwickeln. Flüchtlinge und Deutsche zusammen. Ein Ort, der etwas nach Himmel schmeckt und Unterschiedlichkeiten zelebriert. Das ist ein größeres Ding und wir arbeiten gerade heftig an einem Konzept und schauen, wie wir das auf die Beine stellen können.

Viele Möglichkeiten und voller Tatendrang. 2016 läuft gut an.

 

 

Simply Jesus – Napkin Zusammenfassung

19 Dez

Mit 12 Bildern habe ich das NT Wright Buch “Simply Jesus” zusammengefasst. Da drin fasst er zusammen, was die Botschaft von Jesus war. Man kann da allerhand missverstehen, nur seine eigene Wünsche hören. NT Wright arbeitet heraus, was Jesus gesagt, getan und gemeint hat. Hier ist die Zusammenfassung, frisch für euch serviert.

Mehr Zusammenfassung gibt es hier oder auf der Youtube Playlist.

Was ist Missional?

12 Dez

Kürzlich war ich am Skypen mit Eva aus Hamburg und die Sprache kam auf das Wort dieser Tage. Missional. Manchen hängt es schon zum Hals raus. Für andere ist das Zentrum der Aufmerksamkeit. Eva fragte mich: „Was verstehst du denn unter Missional?“ Gute Frage.

Ich habe ihr kurz ein paar Punkte zusammengetackert. Sicherlich Buzz-Words. Hier habe ich die Ideen dann ausformuliert. Meine Reise mit dem Wort startet mit Hirsch und Frost (Shaping of the Things to Come) und es war die Antwort auf die Emerging-Krise vor 10 Jahren. Gefühlte Kritikpunkte lösten sich mit dem Wort. Oder besser: mit dem, was hinten dran steckt. Bisher habe ich versucht, strukturell zu erklären, oder Ansätze dazu zu zeigen. Hier ist mein aktueller Stand in 5 Akten.

1. Akt – Alles ist Sein Revier

Das Problem: Industriegebiet. Sonntag für Sonntag fahren zig Menschen in die Industriegebiete in deutschen Städten, singen zu Jesus und beten für ihren Nächsten. Nur die Nächsten sind Maschinen. Gepredigt werden Moral und Ideale, die man dann im Alltag umsetzen will.

Der Ursprung: Epikur. 300 vor Christus entledigte sich dieser griechische Philosoph von allen Gottkomplexen. Er sagte, alles nimmt seinen Lauf, die Naturgesetze wirken. Gott mag es irgendwo geben, aber dem Laufe der Dinge ist das egal. Diese Pille hat die Aufklärung, und später die Moderne geschluckt, und die Christen haben sich damit arrangiert. Irgendwie ist der Gott-weg-Reflex so stark in unsrer Gesellschaft, dass Jesus auch nur noch für „geistliche“ Wahrheiten zuständig ist. Geist und Welt ist getrennt. Alltag und das Heilige auch. Es gibt ein Split-Level View: oben wo Gott ist, und unten wo wir Menschen sind. Selbst „übernatürliche“ Gemeinden feiern lediglich das punktuelle Durchdringen dieser Dynamik: Gott bricht durch, aber die Weltsicht ist geteilt.

Die Antwort: Schöpfungs-Monotheismus. Zugegeben, das ist ein Wortmoloch. Aber die Idee ist einfach: Schöpfung passierte durch Gott. Er hat alles gemacht. Alles ist sein. Jedes Molekül hängt an seinen Fingern. Es gibt kein einziges sekuläres Element im Universum. Und dazu noch: es gibt nur einen Gott. Das große Bekenntnis der Juden heißt Schema: siehe, der Herr dein Gott ist ein Gott. Einer. Über alles. In allem. Das ist der sehr weit gespannte Blickwinkel von Missional. Und dieser hat Jesus im Fokus: 1. Kor 8,6. Die Welt ist von und für Gott. Alles ist sein Revier.

2. Akt – Nachbarschaft

Das Problem: der Sonntagmorgen. Die Sache mit dem Gottesdienst. Eigentlich echt schön, und ohne ihn geht es sicherlich nicht. Aber irgendwie unterwandert er die ganze Richtung  des Glaubens. „Gehen wir in die Gemeinde?“ fragen meine Kinder – und meinen ein Event. Ein Hoch auf Leute, die zusammen kommen, sich kennen und miteinander unterwegs sind. Aber die Form prägt die Botschaft.

Der Ursprung: Aristoteles. Wieder ein Grieche, dieses Mal 350 v.Chr. Der bekannteste Philosoph ever hat die Welt mit einer Idee incepted: das Glück ist das oberste Gut. In der amerikanischen Verfassung ist dieser sogar festgeschrieben: “the pursuit of happiness“. Und Sonntag für Sonntag gibt es eine christliche Version davon. Dein Potential, deine Berufung, deine Identität. Das Ding ist: die individuelle Glücksmaschine ist zu kurz gesprungen. Gott will nicht nur unser Glück. Das auch. Aber weit mehr!

Die Lösung: Imago Dei und Inkarnation. Gott schuf uns in seinem Ebenbild. Mit der Sünde wird das entstellt und verdreht. Durch Erlösung wird die ursprüngliche Form wieder hergestellt. Deshalb wurde Jesus Mensch. Er lebte als Gottes Ebenbild. Und er starb, um unsere Vergehen auf sich zu nehmen – und zu besiegen. Jetzt sind wir „neue Kreatur“. Und alle Moral, alle Wunder sollen dahin führen. Dass wir Ebenbilder Gottes sind. Und sein Wesen in die Welt tragen. „Bebauen und bewahren“ hieß es am Anfang. Ein Stück Land nehmen und dort Verantwortung übernehmen, dass Gottes weise Führung umgesetzt wird. Unser Postleitzahlengebiet ist unsere Mission. Verortung nennt es Johannes Reimer. Weg vom McDrive Standardfutter, das easy reingeschaufelt wird. Und hin zu der Nahrung, die uns seine Hände und Füße sein lassen.

3. Akt – Alle spielen mit

Das Problem: die Bühne. In den letzten 10 Jahren boomen Lifestyle Kirchen. Mit Hairspray und Deo auf der Toilette und mehr Anglizismen als MTV. Es ist fast unweigerlich: wenn die Gemeinde über 200 Leute wird, dann fängt die Bühne an ihre Rolle zu zementieren. Charismatische Redner betüteln das Volk und vermitteln große Emotionen.

Der Urpsrung: Konstantin. Man vergisst fast, dass die ersten Christen  ohne Lichtshow und Professionalität auskamen. Erst seit 300 n Chr wurde das Christentum etabliert, bekam tolle Gebäude und auf einmal war das ein Platz für große Talente (und große Egos). Was wie ein Sieg bei Konstantin aussah, war eine zwiespältige Geschichte. Profis wurden mehr und mehr gefragt. Und das Fußvolk durfte schon artig zuhören und seine Rolle spielen. Nur führt das zu einer Passivität in der Kirche. Wie bei einem Spiel Barca gegen Real –22 Leute geben ihr Bestes auf dem Rasen, während 1 Milliarde sitzen und Bewertungen abgeben.

Die Lösung: der Leib Christi. Paulus sprach von einem „lebendigen Tempel“, in dem „jeder sein Werk tut“. Und das Werk ist mehr als die geistliche Gabe des Parkplatzeinweisens. Klar, auch praktische Dinge wollen erledigt sein. Nur: dabei sollte die Gemeinde eine Verkörperung von Liebe sein. Die Geistesgaben von allen sollten zum Zuge kommen. Und alle sollten mit Glauben und Sehnsucht dienen. Nicht nur die 3-4 Leute auf der Bühne. Missional bedeutet, als Leib Gottes zu agieren und alle zum Mitspielen zu bewegen.

4. Akt – Gott ist hier

Das Problem: der Turm in Babel. In 1. Mose 11 ist das Volk vereint, spricht eine Sprache und hat einen großen Plan. Klingt wie das Erfolgsrezept von jeder Mega-Church. Vision, Einheit, Knete. Auch heute sind Gruppen unterwegs, die ihresgleichen sammeln wollen. Ob von der Soziologie (gleiches Alter, gleiche soziale Schicht) oder von der Theologie (reformiert oder ökologisch oder oder oder).

Der Ursprung: Hybels,Wimber,Warren,Keller. Diese 4 Männer haben wirklich Großes geleistet und ich habe viel von ihnen gelernt. Sie haben Geschichte geschrieben und viel angestoßen, und das ist über alle Kritik erhaben. In meiner Recherche für mein Buch ist mir aufgefallen, dass alle vier mit der gleichen Frage gestartet sind:

Bill Hybels – «Wie können wir einen Gottesdienst feiern mit Menschen, die Gott nicht kennen?«

John Wimber – »Würde ich in diese Kirche gehen, wenn ich nicht angestellt wäre?”

Rick Warren – »Welche Art von Gottesdienst wäre das beste Zeugnis für die Ungläubigen?”

Tim Keller – »Zu was für einer Kirche würde ein New Yorker gehen?”

Das sind clevere Fragen. Und die haben‘s durchgezogen. Von außen her gedacht, und die Kirche entsprechend gestaltet. Alles gut. Viele Menschen sind zum Glauben gekommen (#halleluja, und das ist nicht sarkatsisch gemeint.). Nur führt diese Art von Attraktivitäts-Gemeinde zu einigen Problemen. „Das Kirchentum meiner Sorte ist das wahre Christentum.“ – diesen Satz habe ich so oft gehört. Entweder direkt, viel öfter noch zwischen den Zeilen. Eine Sprache, eine Vision, ein Plan. Jeder baut seinen Turm in den Himmel. Klubmaierei. Ein großes Zeichen unsrer Zeit.

Und noch krasser ist der Shift von Attraktional zu Extraktional: Menschen werden aus ihrem Umfeld abgezogen, zu innerlichen Höhepunkten getrieben in der Hoffnung, dass sie nächste Woche ihre Kollegen mitbringen. Möglichst viele Menschen in einer Halle ist nicht das Ziel des Glaubens. Eine Verkörperung von Gottes Liebe an allen Ecken und Enden dieser Welt ist das Ziel. Nicht nur das Sammeln zum Zuhören, sondern das Senden und Tun ist der Beweis von Glaubensbewegungen. Wenn Glaube in dunklen Hallen durchgeführt wird (die auch noch überall auf der Welt gleich aussehen), wenn Christen aus ihrem Umfeld abgezogen und in der Gemeinde busy gehalten werden, dann ist das zu kurz gesprungen. 95% der westlichen Welt suchen kein Event, sondern brauchen Beispiele, wie Gottes Liebe in ihrer Stadt aussieht – in ihrer Nachbarschaft, in ihrem Leben, für normale Menschen.

Die Lösung: Now-and-not-yet. Die Reich-Gottes-Denke fehlt. Das angebrochene Königreich Gottes – das auch mehr ist als Kirche (#commongood). Er wirkt in aller Welt. Er wirkt in allen Klubs. Er wirkt in allen Gassen. Das war die Botschaft von Jesus: „das Reich Gottes ist hier“. Das muss wieder in den Fokus und das Kopfkino der Gemeinden. Das durchdenken und in ihrem Umfeld zu leben wird eine Welle der Veränderung bringen (#erstchristen, #china, #worktogether).

5. Akt – Erneuerung der Welt

Das Problem: Wolkenkuckucksheim. Die Kirche predigt den Leuten das Evangelium und sagt, dass sie in den Himmel kommen. Tickets ins Jenseits werden nach einem kurzen Gebet gefeiert, und das Ziel im Leben ist es, anderen ähnliches Glück zu vermitteln. Diese Fluchtreflexe sind eine Fehlentwicklung im Glauben. Wenn die Welt eh über die Klippen geht, was soll man da noch groß reparieren? Wenn Gott Schöpfer der Welt ist (#1) und wir erlöst sind, um als seine Verwalter in dieser Schöpfung zu leben (#2), dann sind Jenseitstendenzen die falsche Richtung.

Der Ursprung: Luther. Die falsche Frage zur falschen Zeit. Hätte ich vor 500 Jahren gelebt wäre Luther mein Held. Ich müsste meine Sünden nicht mehr mit Geld und Sinnlosaktionen bezahlen. Sondern dürfte direkt zu Gott. Luther is the man! Allerdings verkauft schon lange keiner mehr Ablassscheine und die individuelle Freiheit ist jetzt nicht gerade Mangelware. Die Frage: „wie kann ein sündiger Mensch  vor einem heiligen Gott bestehen“ war total im Fokus vor 500 Jahren. Und das gab es einen superhilfreichen Durchbruch. Nur stellt diese Frage heute niemand mehr (außer er wurde ein paar Stunden von Evangelikalen bearbeitet)  – und zu Zeiten Jesu auch nicht.

Die Lösung: Erwählung. Gottes Plan mit der Welt war keine Betaversion. Die Welt wartet nicht auf Tag X, um dann erst in ihrer vollen Funktionalität zu erscheinen. Sie ist gut, und wird eines Tages vom Fluch befreit, den wir Menschen auf sie gebracht haben. Und in der Zwischenzeit sind erlöste Menschen die Vorboten dieser Erlösung (Röm 8, 18-23: „…Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und wartet…“.). Diese Welt ist immer noch Gottes Welt, und das Evangelium geht sowohl um die persönliche Sünde-Befreiungs-Thematik, wie auch um die Wiederherstellung von dem Ursprungsplan: dass Menschen Gottes weiße Verwalter sind. Herrlichkeit – das ist kein gleisendes Licht – sondern Gottes weise Handschrift, die durch uns in die Welt kommt (Ps 8). Wir sind erwählt, um einen Zweck zu erfüllen: gute Werke zum Wohle der Welt zu bringen.

Fazit

Das sind die 5 Elemente in Missional. Da sind große theologische Ideen drin. Wenn diese Ideen so was wie Weichen sind, dann können sie uns den Weg in die Zukunft leiten. Wer denkt, alles ist schon in Butter, braucht nicht weiter zu denken. Ich habe eine andere Meinung. Wir müssen zurück zu Jesus. Wir können zurück zu seinen Wegen. Und ich glaube, wir können das in unsrer Generation schaffen. „Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie,“ sagte einst Kurt Lewin. Unser Tun wird sich ändern, wenn wir Dinge in Zusammenhang verstehen. Die Welt wartet drauf. Was das Evangelium das Beste ist, was es gibt. Fangen wir an, es zu erfassen! Fangen wir an, es zu leben!

 

After you Believe – Napkin Zusammenfassnug

5 Dez

13 Bilder erklären 250 Seiten. In After you Believe beschreibt NT Wright die Wichtigkeit und Rolle von christlichem Charakter. Gutes Buch, kurz und knapp erklärt.

Mehr Zusammenfassung gibt es hier oder auf der Youtube Playlist.

Der Terror von Paris und die Kollision von Weltsichten

28 Nov

Ich bin gerade in einem A380 und wir entern gerade den afghanischen Luftraum. Mein Abteil schläft größtenteils und meine latente Flugangst freut sich, wenn wir an Islamabad und so vorbei sind. Die Ergebnisse von Paris waren vor 2 Tagen, und es ist mal wieder klar geworden, dass es unterschiedliche Sichten der Welt gibt.

Der Westen ist genervt und verunsichert. Nicht nur weil Leute gestorben sind. Sondern weil unsere geliebten Straßen mit Blut bedeckt sind. Und unsere Lebensphilosophie eins aufn Deckel bekommen hat. Es scheint, dass die Botschaft von Toleranz noch nicht überall angekommen ist. Und genau das ist der Punkt. Hier knallen zwei Weltsichten aufeinander.

Weltsichten sind eine Art, die Welt zu verstehen und zu erklären. Sie ist tief verankert, so dass wir es oft gar nicht mehr wahrnehmen. Es ist „normal“, die Welt so zu sehen. Und wer das nicht tut, ist irgendwie „krank“ oder „komisch“. Von NT Wright bin ich nochmal tiefer auf diese Dynamik in seinem grandiosen Udemy Kurs gestoßen.

worldview diagram

Weltsichten orientieren sich an Geschichten, Symbolen, Praktiken und die Antwort auf 5 grundlegende Fragen: wer sind wir? Wo sind wir? Welche Zeit ist es? Was ist das Problem? Und was ist die Lösung? Daraus ergeben sich Zielen und Glaubensgrundsätze. Hört sich erst mal kompliziert an? Na klar, das letzte Mal als ich die Physik hinter einer Brille versehen wollte, war es auch nicht viel besser. Mal ein Versuch, das Ganze anschaulich zu machen an ein paar Beispielen. 

Hitler-Weltsicht

Nehmen wir mal Adolf. Wie war die Weltsicht vom ambitionierten Nazi 1938? Gehen wir das mal eins nach dem anderen durch:

Geschichten – der Friede von Versailles war eine Mogelpackung, die die Deutschen benachteiligt und den Lebensraum raubt. Deutschland ist eine der stärksten Nationen der Erde, sowohl von der Wirtschaft als auch Wissenschaft. Die Zukunft Deutschlands ist bedroht von innen und außen.
Symbole – die Swastika, die Wehrmacht, die SS, die blonden Jungs. Sie sprechen vom Selbstbewusstsein der Deutschen.
Praktiken – der Hitler-Gruß, die Aufrüstung, die Verbesserung der Infrastruktur, die Verfolgung von bedrohlichen Gruppen. Dies sind Aktionen, die dem Anspruch und Geschichte Ausdruck verleihen.
5 Fragen:
Wer sind wir? – wir sind die arische Rasse, allen anderen überlegen.
Wo sind wir? – im eingezwerchten deutschen Lebensraum, bedroht von links und der Mitte.
Welche Zeit ist es? – Zeit für finale Lösungen, Zeit für Aktion
Was ist falsch? – die Juden. Und der Vertrag von Versailles.
Was ist die Lösung? – Vernichtung der Juden, und Zurückeroberung von verlorenen Ländern. Bekämpfung von bedrohlichen Gruppen und Staatsfeinden.

Krasse Brille. Nur die dachten echt so. Und die waren nicht alle auf den Kopf gefallen. Selbst wenn das heute schwer zu verstehen ist. Es war die Zeit des Nationalismus. Und in einer Form hatten das viele Nationen. Sie hatten nur nicht die Geschichte oder die Macht wie Deutschland zu reagieren. 

Isis-Weltsicht

OK, kommen wir in unsere Zeit und sprechen mal über Abu Bakr. Was treibt ihn denn an? Und warum reagieren die so wie sie es tun? Das ist total schwer für einen reichen Westler ernsthaft nachzuvollziehen. Gladwell hat mal einen tollen Artikel über Katastrophen aufgrund von unterschiedlichen Denkbrillen geschrieben. Auch über ISIS gibt es gute Analysen. Auch wenn ich selbst ewig weit weg bin von Mosul, so habe ich mir doch ein paar Biografien wie die von Bin-Laden reingezogen und damit mehr verstanden, dass sie tatsächlich zusammenhängend denken.

Geschichten – der Westen ist die Verkörperung des Teufels mit seiner Doppelmoral und Freizügigkeit. Er drängt uns seinen Willen auf, und bombardiert unsere Länder. Unschuldige sterben tagtäglich, und keiner trauert um sie. Als die Gläubigen Allahs sollten wir die Welt reagieren, dagegen finden wir uns im Ghetto in unseren eigenen Ländern.
Symbole – 911, zerbombte Städte, Al-Qaida, Kalaschnikow, Koran, Kalifat. Sie sprechen von einer Welt des Kampfs von den Treuen gegen die Gottlosen; und einer Alternative zum Westen.
Praxis – Ramadan, Haddsch, Dschihad, Koranschulen. Das Leben soll von Allah geprägt sein, auch wenn es kosten mit sich bringt. Es ist ein Zeichen der Treue gegenüber Gott und wird entlohnt.
5 Fragen:
wer sind wir? – das Volk Gottes, die wahren Moslems, die Gott-Treuen
Wo sind wir? – in der Unterdrückung, unser Lebensraum wird uns nicht gelassen.
Welche Zeit ist es? – das Ende der Zeiten, in denen der Satan kämpft und bekämpft werden muss
Was ist das Problem? – Amerika. Der Westen. Abtrünnige (Nicht-Moslems). Die Besetzung unsrer Länder
Was ist die Lösung? – Koran befolgen. Für Allah kämpfen (Dschihad). Kalifat aufrichten und ein Platz an der Sonne verkörpern. Den Westen im Herzen treffen, damit er sich zurückzieht.

Auch das ist für jemand ohne Koran-Priorität nicht ganz verständlich. Aber schau dir mal an was die Amerikaner mit Kuba gemacht haben. Die leben ein paar Kilometer südlich von Florida und ein paar Jahrhunderte zurück. Da wird es lange dauern, bis die Amerikaner als Befreier gelobt werden oder die Demokratie als Fortschritt gefeiert wird. Weltsichten muss man erst mal verstehen – bevor man sie richtig oder die anderen als Dödels darstellt.

Unsere Weltsicht & warum Paris stört

Kommen wir mal zu selbst. Das ist zugegeben schwerer. Seine eigene Denkbrille ist so eingebaut, dass man sie kaum abnehmen kann, um sie zu analysieren. Manchmal helfen die Knackpunkte in der Sicht, manchmal die Kritik von außen. Hier ist mein Versuch:

Geschichten – wir leben in einer globalisierten Welt und haben eine schreckliche Geschichte hinter uns. Demnach fassen wir keine totalitären Systeme an (oder Überwachungen wie NSA) und verschreiben uns der Toleranz. Jeder soll willkommen sein, am besten als Freunde. Die Wissenschaft und Objektivität hilft uns, alles besser einzuordnen und nach und nach die Probleme der Welt zu lösen. Zusammen mit der soliden Wirtschaft ermöglicht sie uns das Reisen und verwirklich von unseren Träumen. Wir sind Kapitäne unsrer eigenen Schiffs – und hassen es wenn uns jemand die Spur abdrängt.
Symbole – VW (naja, jetzt eher Mercedes), DFB Nationalelf, Reisebüros, Handys, Multimedia-Wohnzimmer, Brunchen, Handtücher an Pools. Wir sehen uns als Weltoffen, tolerant, connected und wollten gerne unser Leben genießen und unseren Platz sichern. Sicherlich am Pool.
Praxis – Shoppen, Reisen, Wandern, Heute Journal schauen, beim Bier über die Welt diskutieren, Mentoring oder Beratung für unseren Platz im Leben – wir verwirklichen uns, sehen uns als Teil der Welt uns verschaffen uns einen guten Überblick.
5 Fragen:
Wer sind wir? – gebildete Europäer, die aus ihrer Geschichte gelernt haben und sozial verantwortlich wirtschaften und balanciert auf die Welt schauen
Wo sind wir? – in unserem Eck von Europa.
Welche Zeit ist es? – Zeit für kühlen Kopf in turbulenten internationalen Zeiten, und Zeit unser Leben zu genießen
Was ist falsch? – Totalitäre Regime, Mangel an Bildung, Dieter Bohlen, Islamistische Fanatiker, amerikanische Banker
Was ist die Lösung – hm, wissen wir nicht so richtig. Hoffen, aber auch nicht zu stark. Vielleicht die Hände falten wie Angela und stoisch nach vorne blicken. Aber das ist auch nicht sexy.

So, da mag ich evtl daneben liegen. Aber mal ein Versuch. Gibt es bessere? Hoffentlich. Nur ist unser Drive in Deutschland etwas abhanden gekommen. Joschka Fischer war noch einer, der für was stand. Heute steht kaum einer mehr für was. Unsere Weltsicht hat keine wirklichen Lösungen. Wir sind gut im Bewerten, aber unser Glaube an Militär und Überwachung ist historisch nicht machbar. Finanzen und Religion sind eh nicht unser Ding. Als, Frühschoppen machen und auf bessere Zeiten warten.

Demnach sind so Ereignisse wie Paris eigentlich auch ein riesen Störeffekt für uns. Nicht nur wegen der Toten. Sondern weil sie überhaupt keinen Platz in unserem Weltbild haben. Wir finden Totalitarität Scheiße und werden uns nie damit anfreunden. Wir können aber nichts wirklich machen. Afghanistan war jetzt militärisch auch nicht der Hit. Und nun? Einfach rumwarten? Einfach akzeptieren? Das geht auch nicht. Wo geht es hin?

Wir sind gerade an Dehli vorbei geflogen, Islam-Kriegs-Land ist also hinter mir. Da bin ich erleichtert. Neben mir schaut einer Mission Impossible Rouge. Die Welt vom Bösen befreien, dass man im Westen wieder ruhig leben kann. Zeit für ein paar Minuten Ruhe bevor wir landen.

Top 5 Business-Inspirationen

21 Nov

Inspiration bewegt das Herz. Und wer Herzen bewegen will braucht selbst Bewegung im Inneren. Daher lese ich seit einigen Jahren immer und viel. In der Business-Welt haben sich für mich einige Größen rausgestellt, die mein Denken und Handeln geprägt haben. Hier ist meine Top 5 Liste:

Malcolm Gladwell

An der Uni Heidelberg habe ich meinem Professor immer wieder gesagt: er muss das etwas einfacher und spaßiger darstellen – dann hat er Tausende Zuhörer. Als Hiwi hatte ich ein paar Vorschläge für ihn. Und dann hat mir damals jemand Tipping Point geben. Der Mega-Seller von Malcolm Gladwell beschäftigt sich fast ausschließlich mit Sozialpsychologie. Genau das Ding, das ich studiert habe – und so waren viele Geschichten und Erkenntnisse sehr bekannt.

Gladwell fasziniert mich, wie er komplizierte Sachverhalte einfach machen kann. Das ist auch ein Lebensthema für mich. Ich habe mal seinen Stil biografiert: wie und warum er schreibt. Und dabei finde ich seinen Ansatz geil: über das Außergewöhnliche im Normalen zu schauen. Was steckt hinter unserem alltäglichen Verhalten. Und sein Stil ist sehr beschriebend. Mehr Show als Tell. Und seine Sätze sind kurz und einfach. Eine tolle Vorlage.

Sein Archiv auf New Yorker ist besser als Breaking Bad: man kann kaum aufhören zu lesen. Ich lieben seine David und Goliath Geschichte, genauso wie seine Spaghetti-Vergleiche, und seine Story über Flugzeugabstürze sind Hammer. Wie der Typ beobachtet und schreibt – das ist eine reine Freude.

Clayton Christensen

Der kam damals bei SAP in Walldorf vorbei und hat was über disruptive Innovation erzählt. Das war ein Tick kompliziert, habt aber über die Jahre immer mehr in mein Denken Einfluss genommen. Ich habe seine Bücher über Bildung und Medizinwesen verschlungen, genauso wie seine Innovationsansätze. Tolle Ideen. Das ganze mit Jobs-to-be-Done ist Hammer und da komme ich oft zurück.

Dann habe ich entdeckt, dass Christensen in fast jedem Vortrag über seine Ältestenschaft in einer Gemeinde redet. Und wie er als junger Mann Missionstrips gemacht hat. Turns out: er ist Mormone. Das sind jetzt nicht unbedingt meine Buddys. Dennoch finde ich es Hammer bei ihm, wie er seinen Glauben in seine Vorträge via Harvard und in der Geschäftswelt einfließen lässt. Und er ist wirklich aktiv in seiner Gemeinde. Das ist ein Vorbild für mich.

Und dann hat er vor ein paar Jahren über den Wert des Lebens geschrieben und alle seine Leser aufgefordert, nicht nur aufs Geschäft zu schauen. Und dann kam ein Buch über Evangelisation daher. Das fand ich eins der praktischtesten und realistischten überhaupt. Smarter Mann, und großer Respekt für sein Denken und Sprechen.

Jim Collins

Good to Great habe ich über Dave Schmelzer aufgeschnappt. Kurze Zeit später ist es durch die Corporte World geschwappt. Die Ideen darin sind sehr nachvollziehbar und einfach. Mit einigen arbeite ich immernoch: Hedgehog Prinzip etc.

Etwas danach durfte Jim mal bei Bill Hybels ran und hat der christlichen Gemeinde ein paar seiner Ideen nahegebracht. Seine Arbeiten für den Social Sector habe ich mir reingezogen und verinnerlicht. Seine letzten Bücher über das Scheitern und Umgang in Unsicherheiten haben wieder enormes Gewicht.

Dan Roam / David Allen

Geteilter 4. Platz für Dan Roam und David Allen. Roam hat the Back of the Napkin geschrieben. Und wer hier öfter vorbeiblinzelt wird viele Strichzeichnungen sehen. Das Napkin-Konzept finde ich mit das Beste, was in der Business-Anwendung beschrieben wurde. Wenn ich erlebe, wie viele Meetings ohne klares Denken oder auf verschiedenen Ebenen stattfindet. Ich habe schon öfter einfach den Edding genommen und die Flipcharts zum Visualiseren des Gehörten genutzt. Es war fast immer ein Durchbruch. Das habe ich alles von Roam. Und seine Bücher über Blah und Show and Tell sind auch wahnsinnig gut. Visuelles Denken wird die Zukunft, Leute!

David Allen habe ich mir vor über 10 Jahren an einem Tag reingezogen. Ich wollte Dinge geregelt bekommen – und er schreibt, wie es geht. Das Ding ist so oberpraktisch, dass ich nicht sagen kann, dass er bei einem Komma falsch lag von dem, was er sagte. In einer Zeit von Zu-Viel-Info ist das aboslutes Muss in meiner Sicht. Seit GTD gibt es nicht mehr viel von ihm – aber diese eine Goldmine kann man bis zum Ende seines Lebens graben.

Peter Drucker

Der liebe Peter Drucker ist so was wie der Gandalf der Management-Lehre. So viele beziehen sich auf ihn. Er hat schon in den 60ern über Wissensarbeiter geschrieben. Ich habe ein paar Dinger gelesen und ein paar Kurse besucht. Da war fast immer was Außergewöhnliches dabei. Managing your boss gehört aus meiner Sicht zum Canon des heutigen Arbeitens. Managing yourself ist auch geil.

Seine 5 Fragen für jede Unternehmung sind für mich die Basis in fast aller Arbeit mit Startups: sei es Gemeinde oder Business. Die nehme ich mir immer wieder vor und lasse mich davon leiten. Und seine Memoiren sind auch witzig und inspirierend. Ein wacher Geist, der weit geschaut hat.

 

Auch hier habe ich wieder geschummelt. 6 statt 5. Naja, es gibt einfach wahnsinnig viel Inspiration dieser Tage. Was waren für dich die Top 5 in deinem Leben bisher?

Die Top 5 der Inspiration

12 Nov

Vor einiger Zeit sang Lauryn Hill: “I look at my environment, and wonder where the fire went”. Geile Zeile von einer überaus coolen Sängerin. Inspiration ist wichtig. Sauwichtig sogar für alle, die was reisen wollen. Daher ist seit meinen Teenage-Jahren das Lesen und Hören von mutigen Denkern so prägend geworden. Hier ist meine Liste der 5 größten geistlichen Inspiratoren in meinem Leben bisher.

Dave Schmelzer – Glauben im blauen Ozean

Es gibt so Momente im Leben, wo man wie vom Blitz getroffen wird. Ich erinnere mich an zwei besonders. Als ich das erste Mal Smells like Teen Spirit gehört habe (und dann später das Video über MTV flimmerte) – ich stand mit offenem Mund da. Es gab die Zeit vor diesem Moment und die Zeit danach. Inspirationsblitz. Oder Rage against the Machine. Irgendwann Ende 92 oder Anfang 93. Ich konnte gar nicht nah genug an die Boxen kommen. Das war Killer. Inspirationsblitz.

So war das dann um 2001. Mein Freund Eddy hatte mir ne Kassette von einer Predigt einer Gemeinde in Boston mitgebracht. Carla und ich sind von irgendwo nach Hause gefahren und habe uns das reingezogen. „How to experience Easter now“ so ungefähr war der Titel. Wir sind zu Hause angekommen und bestimmt 15 Minuten in der Einfahrt sitzen geblieben, um Dave fertig zu hören. Er sprach aus, was ich dachte. Mit Worten, die ich so noch nie gehört hatte.

Über die Jahre habe ich mir fast alles reingezogen, was er so gepredigt und geschrieben hat. Sein Ansatz ist radikal Centered-Set mit einem klaren Fokus, Gott zu erleben und mit ihm in lebendiger Beziehung zu leben. Seine Stufen der geistlichen Entwicklung sind super, seine 2nd Naivete super, sein letztes Essay enthält viele Klassiker. Die letzten Monate fehlt mir etwas die gerade Linie und Theologie. Aber Dave ist definitiv der größte Einfluss in den letzten 10 Jahren.

NT Wright – Glaube ist keine Privatsache

Tom war kein Blitz, sondern mehr wie ein Tagesanbruch – langsam, dann aber heftig und mit großem Einfluss. 2002 war ich auf einem Vineyard-Treffen, wo der Haupttheologe drei Bücher von NT Wright hoch hielt: „Wir reden in der Vineyard über Reich Gottes,“ so sagte er. „Das ist wichtig. Aber die Welt hat sich seit George Ladd weiterentwickelt. Das hier ist das beste, was es heute über’s Reich Gottes gibt“. Ich habe mir die drei 500+ Seiten Dinger gekauft, und auf vielen Busfahrten zur und von der Arbeit durchgelesen. Interessant, dachte ich zuerst.

Die letzten 3 Jahre bin ich immer näher an Tom gerückt. Als ich How God became King und Simply Jesus gelesen habe, war ich jeweils an einem mentalen Scheidewegen: wenn das hier stimmt, dann wird alles anders. Tom Wright beschreibt Jesus als weit mehr als die „geistliche Option“. Er stellt Jesus als Herrn der Welt da, dessen Reich hier schon angebrochen ist. Man muss sich bei ihm ab und zu durch die nicht optimal editierten Zeilen kämpfen. Tom wiederholt sich öfter und leiert ab und zu. Aber was er sagt, sagt so niemand.

Gerade mit meinem Lieblingsthema „missional“ hilft das total. Ich habe gerade im letzten Jahr mehr von ihm aufgenommen, und damit nochmal ganz neu Lust auf die Bibel und die Geschichte Gottes bekommen. Meine Weltsicht hat sich geändert. Ich finde es so gut, dass ich mich daran gemacht habe, seine Kernthesen als Buch mit Bildern darzustellen. Hoffentlich so einfach, dass es jeder versteht.

Rodney Stark – wie Glaube funktioniert

Ich mag Querdenker. Und politisch unkorrekt finde ich korrekt. Rodney Stark ist sicherlich so einer. Er findet, die Kreuzzüge werden falsch dargestellt, die Mormonen unterschätzt, die Moselms sind für fast alle religiöse Gewalttaten unsrer Zeit verantwortlich und die konservativen Gemeinden haben den meisten Wachstum, weil sie die klarste Botschaft haben. Oh, und er ist Soziologe. Ich bin zuerst über ihn gestolpert mit the Rise of Christianity. Dazu habe ich eine ausführliche Zusammenfassung gemacht.

Die zahlenbasierte Sichtweise kommt mir sehr entgegen. Mehr Fakt, weniger Legende. Und das auf Bewegungen und langfristige Entwicklungen gesehen. Da habe ich mir viele Scheiben abgeschnitten. Sein Buch Acts of Faith ist zwar recht theoretisch, scheint aber ein unglaublich gutes Licht auf die menschliche Seite von Religion. Also, wie das wirklich funktioniert. Und die Beschreibungen vom Mittelalter, dem Zusammenspiel von Glaube und Wissenschaft etc sind einfach Weltklasse. Aktuell ziehe ich mir gerade sein Buch über China rein.

John Wimber – das Reich Gottes verkörpern

Wimber ist schwer in Worte zu fassen. Er hat mit der Vineyard eine der coolsten Bewegungen losgetreten, in der ich lange sein durfte. Auch wenn er zu früh gestorben ist, hat man seinen Einfluss gespürt. Es gibt wenig Bücher oder Teachings von ihm, die ganz zur Weltklasse gehören. Es war mehr sein Beispiel und seine unerwartete Art. Jemand hat mal gesagt, er hat „pfingstlerische Erfahrung in baptistischer Sprache“ daher gebracht. Also, er hat den Weg geebnet für die Erfahrung des Heiligen Geistes für viele Menschen, und eine Betonung des Übernatürlichen. Seine Lebenshaltung hat mich sehr inspiriert und ich freue mich immernoch wenn ich Videos oder Zitate von ihm finde. Ein ganz Großer!

Thomas Merton / Eugene Peterson – ein langer Weg in die gleiche Richtung

Hier ein geteilter 5. Platz. Thomas Merton hat mir sehr im Gebet geholfen. Ich mag seine no-nonsense Art und seine Mischung aus Disziplin und weitem Denken. The Seven Storey Mountain war super. Eugene Peterson ist auch so ein gereifter, weitdenkender Mann. Seine Bibelübersetzung war Hammer. Seine Bücher sind fast immer Gold wert, seine Memoiren auch.

Das sind die Top 5. Naja, 6 eigentlich. Große Inspirationsfeuerwerke brennen die in meinem Leben ab. Es gibt auch noch eine Liste für die Business-Welt. Die kommt das nächste Mal…

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