Kairos Event in Lörrach – meine Sicht

27 Apr

Ende April wurde ich für ein paar Tage ins beschauliche Lörrach eingeladen. Von den Hängen sieht man in die Schweiz und den Roche-Turm in Basel. Eurochurch hatte geladen und wollte an einem Roundtable über die Zukunft der Kirche in Europa reden. 60 Leute sind gefolgt und in einem ehemaligen Gewächshaus (#fcglörrach) lernten wir uns kennen und stellten uns Fragen.

Eurochurch – watn dat? Ich bin über Martin Robinson (#weitwinkel#01) auf die Truppe gestoßen. Turns out: er ist der Leiter der Gruppe, die es seit den 80ern oder so gibt. Anfänglich haben die Church Growth für Europa gemacht. Ab den 90ern dann mehr organisch und missionales Zeug. DAWN Europa war ne Weile am Ruder – jetzt mischen Robinson wie auch Alan Hirsch da mit. Soweit, was ich weiß.

Letztes Jahr funkte Martin mich dann an, ob ich an einem Gespräch teilhaben will. „Wir haben den Westen nie erreicht,“ so seine Ansage. „Europa ist wie ein Stein im Wasser. Die Kirche hat die Ecken rundgespült, aber das innere ist trocken.“ Steile Ansage. Und dann kommt er mit Lesslie Newbigin um die Ecke – dem Grandmaster der Missiologie in Europa. Newbigin kam in den 80ern nach über 50 Jahren Missionar von Indien zurück nach Europa und war erschrocken, welche kulturellen Missverständnisse zwischen Kirche und Gesellschaft verstehen. Martin arbeitete kurz danach mit ihm und sie haben „Gospel & Culture“ Arbeitsgruppen gemacht. „We failed,“ sagt er. „Wir haben die richtigen Fragen gestellt, sind aber nicht zu einem guten Ergebnis gekommen.“ Krasse Selbstreflektion und Eingeständnis, wo wir stehen. „Wir sollten es probieren. Wir brauchen junge, innovative Leute. Kommst du?”

Ich fand mich vom Alter und der Mentalität in der Unterzahl. Die meisten waren etablierte Mitarbeiter von Werken, und kaum jemand war wirklich auf Gemeindegründung aus, geschweige denn eine Gemeinde zu leiten. Dennoch war es eine illustre Gruppe aus aller Herrn Länder – England, USA, Neuseeland, Norwegen, Belgien, Schweiz, Äthopien. Nicht alle diese Länder sind in Europa, genau gemerkt. Genau das ist aber ein Kennzeichen von uns, dass wir immer multi-kultiger werden.

Martin Robinson eröffnete das Treffen und sagte im Prinzip nichts Neues – für mich jedenfalls (#weitwinkel#01). Dann kam Alan Hirsch und sprach über die Krise im Westen. Auch seine Leier wurde schon mal gespielt, aber es kam mit neuer Frische und klarer Ansage. „Hillsong, Willow Creek und Saddleback erreichen max 15% unserer Gesellschaft,“ so Alan. „Ich bin dankbar dafür, aber was ist mit den anderen 85%? Und was mich an diesem attraktionalen Modell stört ist, dass es eigentlich extraktional ist – es nimmer Leute raus aus ihrem Umfeld, anstatt sie reinzuschicken.“ Das war sein Challenge an uns. Ein guter – und der, der mich zu missional treibt (#spark).

Alan Hirsch Lörrach

Ein Augenöffner war für mich die Frage nach dem Evangelium. Alan brachte das und meinte: „Die Reduzierung des Evangeliums auf Rechtfertigung macht die Sache kompliziert.“ Damit sprach er das Standardverständnis an, das beim Wort „Evangelium“ benutzt wird. Die Logik ist so: Menschen sind sündig, Jesus stirbt für uns, wir nehmen sein Opfer an (#übergabegebet) und alles ist geritzt. Oh, ja, weitersagen, bitte!

Er ging etwas darauf ein: „Luther war ein augustinischer Mönche. In seiner Zeit und mit seiner Gesinnung hatten sie eine hohe Sicht von Gott und eine geringe Sicht vom Menschen. Luther erlebte Anfechtungen – starke Schuldgefühle über seine Distanz zu Gott und Gottes Missfallen. Schau dir die alte Kirchen an. Da ist Christus ganz oben. Dann gibt es viele Ebenen von Engeln. Dann die Heiligen. Dann die Kirche. Und ganz unten ist der Mensch. Das war das Weltbild. Daher war die Frage, wie man mit Gott in Verbindung tritt sehr relevant. Es braucht nicht viel, um zu sehen, wie unsere Zeit heute anders ist. Niedrige Sicht von Gott, hohe Sicht vom Menschen. Ganz anders.“

Fair point – das fiel mir auch schon auf. Vor allem die Botschaft von NT Wright geht in die Richtung: wir haben das Evangelium verkürzt. Wir lesen es zu individuell. Alan gab uns eine witzige Geschichte: „Ich habe mal mit einem Afrikaner geredet. Der hatte Jesus in sein Herz eingeladen. Aber sein Leben war ausufernd. Er hatte viele Frauen und obwohl er Jesus liebte, lebte er weiter so. Als wir darüber redeten, fragte er mich: ‚Ich habe Jesus in mein Herz eingeladen; aber wie kriege ich ihn in meinen Penis?‘ Und das ist der Punkt: wir haben ein Evangelium verkündet, das nur ums Herz geht und nicht um die Verkörperung. Es gibt von einer persönlichen Botschaft zu einer privaten über. Jemand nannte das das ‚verinnerlichte westliche Moralgefühl von Augustinus her kommend‘.“ Und weil das so verbreitet ist, ist es schwer, es gut und klar zu vermitteln. „Wir können Menschen nicht das lehren, was sie schon zu wissen denken“ – so Epikurius. Unsere Botschaft hat keine überraschende Wirkung mehr, nicht mehr wirklich News und Leute sind wie geimpft gegen die eigentliche Jesus-Botschaft.

Dietrich Schindler kam dann noch eine hat eine Verkaufsshow über seinen My-Life-Workshop gehalten. In der Summe war das antörnend, dass ich meinen Weglaufimpuls mehrfach unterdrücken musste. In seinem 6-Wochen-Kurs will er Glaubensinhalte vermitteln. Es baut auf der Lebensgeschichte der Menschen auf und will zeigen, wo sie Gott gesehen haben und wo sie ihn brauchen. Ein brillianter Punkt in dem Ansatz blieb mir hängen – wenn der Alphakurs den Glauben erklären will geht er von einem Interesse an der Bibel und Jesus aus. MyLife baut auf den Narzissmus der Menschen, dass sie vor allem an ihrer eigenen Geschichte interessiert sind. Connection people’s story to the larger story – das ist ein interessanter Aspekt.

Zum Schluss kam für mich noch ein Wort aus Jesaja 43,18-19 das mich ziemlich getroffen. „Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! 19 Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.“ – Gott ist am Neugestalten interessiert. Er fordert aktiv auf, sich vom alten abzuwenden. Und er macht was an Orten, wo man es vorher nicht gedacht hätte. Ist das nur meine Persönlichkeit, die auf so was scharf ist? Oder hört sich das an wie der Funke für was Neues? Für mich war das neben den tollen Begegnungen und den Alan-Inputs der eigentliche Kairos-Moment an diesen Tagen.

Beste Anbetungsalben aller Zeiten

18 Apr

Gestern Abend sass ich mit ein paar Freunden nach unserem Angrillen für die Saison und wir haben über Worship geredet. Viel hat sich in den letzten Jahren geändert. Irgendwann kamen wir auf die besten Alben zu sprechen, die wir je gehört haben. Hier sind meine Top 5 aller Zeiten:

1) Cutting Edge 3 (the red tape) – in den 90ern. Das war die reine Offenbarung. Damals noch auf Kassette hatte ich diese Musik aus Englang mitgenommen. Little did I know, dass die mal so durchstarten würden. Did you feel the mountains? – Yes, I did. Best of all times – in meiner Meinung.

2) Light the fire again (Touching the Father’s Heart 18) – auch die 90er. Brian Doerksen war gerade am Durchbrechen. Ich hatte die Songs irgendwo auf einer Konferenz gehört. Die CD habe ich hunderte Mal gehört. Das war super prägend damals.

3) Come, now is the time – Anfang der 2000er. Auch das war eine Offenbarung. Frischer Sound, noch besser produziert als die anderen und auch irgendwie live. Die Songs waren alle richtig stark drauf, die Stimmung perfekt.

4) Journeys of life – ein Album mit lauter Spontansongs. Wer kommt denn auf so was? Kevin Prosch, natürlich. Er hat auf Konferenzen einfach seine musikalischen Ausflüge mitgeschnitten, und daraus ein Album gemacht. Abgefahren irgendwie, auf jeden Fall unerreicht.

5) Live and in the can – “taking it wherever it goes”. Wieder Delirious. Jetzt live. Unglaubliche Atmo. Unglaubliches Songwriting. Das war top.

So, alles irgendwie schon ein paar Jährchen her. Dennoch, ich steh dazu. Die 90er waren speziell. Da sind Dinge passiert, die man heute vor lauter Lichtshow und Productionvalue nicht mehr sieht.

Wie ist es bei dir – welche wären deine Top 5?

9 Bilder erklären Surprised by Hope – Nakin Zusammenfassung

6 Apr

Ostern feiern war herrlich gestern. Morgens um 6 Uhr auf der Neckarwiese ein paar Lieder gesungen (oder versucht, zu singen) und mit Anderen sich zurufen: “Der Herr ist auferstanden”. Ich muss gestehen: für nix anderes würde ich an einem Feiertag um 5.15 Uhr aufstehen. Es ist der größte Tag der Geschichte. Und mein Leben ist wegen diesem Tag ein Anderes!

2008 kam NT Wrights Buch “Surprised by Hope” raus. Es war ein Mega-Beststeller. Darin stellt er die Frage, wie das Leben nach dem Tod aussieht. Und ist wieder mal der Meinung, dass die meisten Christen Vieles falsch verstehen. Zum Beispiel die Hoffnung. Und mit seiner breiten theologischen Ausbildung und einer guten Dosis Philosophie geht er den Dingen auf den Grund. Was passiert nach dem Tod? Was hat es mit Hölle auf sich? Wie sollen wir daher leben?

Dieses Mal waren es zu viele Bildchen für ein Video. Also habe ich 3 aus dem Buch gemacht. Hier ist der erste Teil. Ganz nach dem Stil von Simply Good News oder How God became King. Viel Spass und Klarheit damit!

3 Projekte dieser Tag

30 Mär

Kurz vor Ostern geistert einiges durch meinen Kopf. Ich darf wieder an ein paar schönen Projekten arbeiten und entdecke dabei ganz neue Seiten.

11008558_1555255768081010_2831390919503902362_nIn der Fastenzeit sind wir mit Windschatten unterwegs. Unsrer 21-Tagesaktion. Jeden Tag senden wir ne Email an die fast 1.000 Teilnehmer – mal ein Video, mal eine Liturgie, mal eine Aufforderung zur Reflektion oder zum Spazierengehen. Ich mag den Namen – nah an jemand dran sein und von seinem Vorsprung profitieren. Und zusammen mit Mark ist uns da was Schönes gelungen. Die Idee war, sich nicht nur von Etwas zu entziehen während der Fastenzeit – sondern was Positives zu kultivieren. Und dafür haben wir das Thema “Nachbarschaft” gewählt. In kleinen Spaziergängen schicken wir Menschen immer wieder auf die Entdeckungsreise in ihr direktes Umfeld.

Wir haben auch eingeladen, Bilder online zu teilen und damit eine Übersichtskarte von Europa zu erstellen, wo Leute auf Spurensuche unterwegs sind. Mit kleinen Aufklebern gibt es Aspekte zu entdecken, die den 4 Echos von NT Wright entsprechen.

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Marks Video dazu finde ich auch Hammer und hat mir gute Dinge zum Nachdenken gegeben. Die Idee der drei Gruppen ist sehr treffend und beschäftigt mich.

2. Projekt

Daneben habe ich angefangen, mit Motoki über ein Buch zu reden. Wir wollen eine Art Manifest schreiben für das, was wir mit Spark vorhaben. Beim Brainstormen vor ein paar Wochen in Hannover ist uns aufgefallen, dass wir das noch ein bisschen besser in Worte fassen müssen, was uns so umtreibt. Und das ist eine Sehnsucht nach dem Reich Gottes in Europa. Mit Gemeinde, aber weit darüber hinaus. Wir sind beide Leute ohne Job in einer Kirche, und schauen nach Gottes Wirken eher im Alltag, Business und Kultur als an Sonntagen. Wie kann das aussehen? Was müsste passieren, dass diese Sicht mehr um sich greift? Wie würde eine Kirche das unterstützen? Dort sind wir am Anfang, unsere Gedanken zu sortieren und haben ein paar erste Schritte gemacht. Schon jetzt ist es ein Gewinn, die Denkprozesse durchzugehen.

3. Projekt

Ende April sind wir in Stuttgart mit Weitwinkel am Start. Das ist die zweite Ausgabe und fängt an, so eine Art Gathering für missionale Macher zu werden. Dieses Mal besucht uns Alan Hirsch und wird an 7 TED-Vorträgen bereichern. Wie immer gibt es Konzerte und Essen als Teil des Programms, wie auch Veränderungsgeschichten (Pecha Kuchas). Ich bin superhappy über die Entwicklung und es sollte ein supersuper Wochenende werden.

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Die ersten Christen waren unaufhaltbar, weil…

21 Mär

Er ist ein weltweit annerkannter Professor für Soziologie. Seit den 1960ern untersucht er Religionen, Bekehrungen, Wachstum und neue Bewegungen wie die Mormonen, Moonies und Zeugen Jehovas. Mit seinem Bestseller „the Rise of Christianity” beschreibt Rodney Stark die Ausbreitung des Christentums in den ersten 400 Jahren in der gesamten antiken Welt. Er lehrte an verschiedenen amerikanischen Universitäten und sieht es als seine Aufgabe, die Diskussion um Religion und Bewegungen mit wissenschaftlicher Disziplin anzureichern. Ich sprach mit ihm vor einiger Zeit am Telefon.

Herr Stark, war der Aufstieg des Christentums unaufhaltbar?

Uh, das weiß ich nicht. Hinterher ist man immer schlauer. Aber bei den Christen schien das sehr wahrscheinlich. Sie machten einfach viel richtig. Die hatten das richtige Produkt – Gott ist Liebe und zuverlässig, und man konnte sich auf ein Leben nach dem Tod freuen. Aber vor allem hatten die Christen ein besseres Leben als alle anderen – den Frauen ging es besser, man kümmerte sich um die Armen und Verlassenen und das alles in einer Gesellschaft ohne Sozialprogramme. Man fragt sich, warum nicht einfach alle sofort Christen wurden.

Waren die ersten Christen strategisch in ihrer Mission?

All diese Dinge waren kein Zufall. Siekümmerten sich umeinander, weil es so von Jesus aufgetragen wurde. Das war der Kern der Botschaft. Wenn du andere liebst, dann liebst du Gott – das ist eine mächtige Aussage. Und wenn sie sich umeinander kümmerten, dann ging es auch allen insgesamt besser.

Welche Rolle spielte Nächstenliebe in der Ausbreitung des Christentums?

Das war wohl begründet in der Theologie der Christen. Gott kümmert sich um Menschen, und so sollen seine Leute das auch tun. Keine andere Religion hatte solche Aussagen. Der Kaiser Julian schrieb an die Priester der Heiden: „Die Christen kümmern sich um sowohl um ihre Armen als auch um unsere. Wir müssen mehr Liebe zeigen, sonst lässt sich ihre Ausbreitung nicht aufhalten.” Aber was sollte der Priester tun? Er hatte keine Ressourcen. Die Leuten ging in den Tempel. Sie gehörten nicht dazu. Es gab keine Gemeinde. Nichts verband die Leute miteinander. Nichts bewegte sie dazu, ihren Lebensunterhalt miteinander zu teilen. Bei den Christen gehört das zur Religion. Jesus sagte: „ihr werdet das tun!” Es gehörte einfach dazu.

Damals waren die Stätdte auch sehr heruntergekommen. Leute starben früh. Die Hygiene war schrecklich. Nur zum Vergleich: in New York wohnen heute 9.400 Leute auf einem Quadratkilometer; in Antiochien waren es damals 45.000. Und das ohne moderne Bauten. Das Leben war voller Choas, Angst und Brutalität. Das machte die Botschaft – und vor allem das Leben – der Christen um so attraktiver. Später kamen Epidemien dazu, wo teilweise 30% der Bevölkerung starben. Der berühmtete Arzt der Antike – Galen – floh aus Rom und blieb auf seinem Landhaus in Galatien. Die Christen blieben und kümmerten sich um die Leute. Viele Christen starben auch, aber wer überlebte, der hatte ein anderes Verständnis von Gottes Liebe. Und das kam alles von ihrem Verständnis von Gottes Wert auf menschliche Beziehungen.

Wie beobachten sie Gemeindegründung im Christentum?

Gründung ist Erneuerung. Gründer gehen auf Leute zu und sagen: so funktioniert Religion besser. Ohne Gründung hast du eine Situation wie in Europa im Mittelalter: eine Monopolkirche, die kaum Menschen mobilisiert, die ineffektiv leitet und insgesamt faul ist. In den Religionskriegen versuchte die Monopolkirche, die Erneuerung zu verhindern. Heute ist Gründung leichter möglich und damit auch die beständige Erneuerung des Glaubens und der Inhalte.

Herr Stark, was sind Ihre Vorraussagen für die Entwicklung von Religion in Europa?

Die religiöse Beteiligung in Europa war noch nie sehr hoch. Die Kirche war nur staatlich verankert, aber es gab kaum Bewegung in der Allgemeinheit der Bevölkerung. Erst in den letzten Jahrzehnten öffnet sich Europa für Missionare von außen und Gründung von neuen Bewegungen. Das bringt neue Impulse. Leute brauchen Inspiration, sie gehen nicht einfach in die Kirche. Jemand muss die Botschaft zu den Leuten tragen und sie dafür begeistern. Das ist historisch nicht passiert, aber fängt jetzt wieder an. Das wird sich auszahlen. Ich sehen zeichen, dass es diesen Aufschwung in Religion in Europa gibt. Nur die Evangelikalen haben die Energie dazu, denn die anderen Gruppen sind zu liberal und können die Leute nicht mobilisieren. Je mehr Leute sich beteiligen, desto mehr wird die Religion wachsen.

Was können wir in Europa von den ersten Christen lernen?

Du verschwendest deine Zeit, wenn du es über Medien und Massenveranstaltungen versucht. Rekrutierung findet persönlich statt. Einer nach dem anderen. Jemand bekehrt sich und die bringen ihre Freunde und Nachbarn. Es ist ein Netzwerk-Effekt. So finden Berkehrungen statt: über persönliche Beziehungen und die Ausbreitung von Beziehungsnetzwerken.

How God became King – Napkin Zusammenfassung

14 Mär

Dieser Tage startet unsere Windschatten Aktion und ich bin pumped. Es freut mich sehr mit über 100 Leuten in Europa unterwegs zu sein und unsere Nachbarschaft zu entdecken. Der Ausdruck “Windschatten” (stammt vom Mark) ist ideal – wir lernen von anderen durch die Nähe zu ihnen.

Hier ist eine meiner Vorläufer, von denen ich viel lerne: NT Wright. Kürzlich habe ich Simply Good News in ein paar Minuten zusammengefasst. Jetzt kommt sein 2012 Buch “How God became King“. Ich weiß noch, wie ich das im Zug eines Tages gelesen habe und kurz innehalten musste. “Wenn das wahr ist,” so habe ich mir gedacht, “dann ändert das alles”. Und so habe ich es mir in Paper53 zusammengemalt und dann auch hier geteilt.

The Age of the Netzwerk

9 Mär

Kürzlich war ich mit einem alten Arbeitskollegen beim Italiener in Mannheim. Wir treffen uns alle Jahre mal und erzählen uns, was so läuft. Seine Story hat mich irgendwie durcheinander gebracht. Er arbeitet in seinem Job in einer großen Firma. Daneben lehrt er noch an einer renommierten Business School und macht hier und da Executive Coachings. Dann erzählte er mir von einem Netzwerk, das sich über postmoderne Org Formen Gedanken macht. Und Teil der Coaching Föderation ist er auch noch, genauso wie ab und zu auf dem Lecture Circuit, wo ein paar Leute seiner Sorte sich über Organisation und so austauschen.

Klingt stressig. Irgendwie war er aber drin, und sah Flow in den ganzen Dingen. Auf dem Heimweg habe ich gedacht, endlich mal einer wie ich, der einfach nicht genug kriegen kann.

In den Tagen drauf lief die Wahl zum Weltfussballer. Manu Neuer sollte die zwei Titel-Abonnenten stoppen und durchstarten. Warum war er nominiert? Für seine Spiele bei Bayern, und natürlich weil er mit dem DFB Weltmeister wurde. Für wen gewinnt er denn? Für beide. (Und wer weiß was der Manu sonst noch so macht).

Und dann hat kürzlich mein Freund Tim in Zürich seine Metropolis gestartet. Er war mal bei Vineyard und fühlt sich da noch zugehörig (wie ich). Allerdings war er die letzten Jahre stärker mit Mike Breen und 3DM unterwegs. Die Gemeinde wird von Seacoast Church und ARC unterstützt. Was ist denn jetzt sein Label?

Solche Fragen stellt eigentlich kaum jemand mehr. Natürlich ist man vernetzt. Natürlich hier und da dabei. Natürlich haben unterschiedliche Organisation was zu geben. Und natürlich kann man sich unterschiedlich hier und da einbringen.

Diese Netzwerk-Idee wird schon seit Jahren in Firmen gelebt. Der frühere SAP Chef Henning Kagermann nannte die Organisation von heute mal „Network of Brains“. Um dein Produkte zum Kunden und dort zum Laufen zu bringen, brauchst du ganz viele Leute. Einige von deiner Firma. Aber noch viel mehr von anderen Firmen. Es ist ein Netzwerk, das ein Ergebnis schafft.

Ist es an der Zeit, dass sich Gemeinden und Verbände auch in die Richtung entwickeln? Bisher haben viele Verbände und Gemeinden den Anspruch, ganz viel vom Gemeindeleben abzudecken. Von den Jungen zu den Alten, von Kunst zu Theologie, von Mission bis Evangelisation. Und wenn ein Verband ne gewisse Größe hat, macht er seine eigenen Schulen, Zertifizierungen, Gründungen, Musiklabels etc. Wäre es an der Zeit, sich weiter zu entwickeln?

Es gibt ja schon „Ministries“ seit einigen Jahrzehnten. Spezialisten für Seelsorge, für Musik, für Jüngerschaft, für Mission. Eigentlich für alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Mir scheint aber, dass das noch nicht integriert ist in die Strategie von Verbänden oder Gemeinden.

Ich denke, über die nächsten Jahre wird sich das ändern. Wir werden weniger exklusive Mitgliedschaft sehen. Weniger „das ist meins“ und mehr Ineinandergreifen von Angeboten. Menschen heute haben eine Option und sind nicht mehr durch Familienloyalität oder Ideologie gebunden. Das Netzwerk wird flexibel sein, und die Informationsflut wird helfen, darin zu navigieren.

Vielleicht sind wir im Zeitalter des Netzwerks angekommen. Vielleicht werden damit mehr als ein Team spielen statt nur auf unser Spiel zu schauen. Ich freue mich drauf.

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