Slow hand is good hand

19 Aug

Abovealltrustin

Söhne Mannheims, 1974

11 Aug

Seit fast 3 Jahren arbeit ich Mannheim-Waldhof. Hier lebt Mannheim. Und was Schubladen mit uns alles machen können zeigt dieser schöne Clip von 1974.

Wo sollten wir sein? – der Genie von NT Wright

1 Aug

NT Wright schreibt wie ein Weltmeister, wird in der Theologie anerkannt wie Stephen Hawking in der Physik und kommt mit seinem Werthers-Echte-Onkel-Stil immer sympathisch und weich daher. Und dann will er mit seiner Feder die Welt ändern. Jedenfalls legt er in jedem seiner Bücher die These hin, dass etwas Grundlegendes falsch ist. Mit der Botschaft von Jesus, mit der Kirche, mit dem Verständnis von Paulus, mit unsrer Kultur.

Eigentlich habe ich es nicht so mit Akademikern. Die sind mir oft zu elitär, unverständlich und weitestgehend irrelevant. Und Theologen um so mehr. Dennoch hat sich NT Wright als Vorbild und Mentor in meinem Leben etabliert. Ich habe lange gerätselt warum. Schlaue Leute gibt es viele. Jesus-Autoren auch. Was ist es an ihm, das mir so aus der Seele spricht?

Bis ich vor ein paar Jahren in einem Talk ein Statement über seinen Werdegang gehört habe. Er redet über seine Frage, wo er eigentlich hingehört. Das hier waren seine Worte:

Ich habe eine klare Berufung, die in einigen sehr unklaren Entscheidungen gemündet ist. Ich lebe in einer Welt, die seit der Renaissance so gut wie möglich versucht, die Akademie und Kirche von einander zu trennen. Das ist entmenschlichend in beide Richtungen, denke ich. Und ich habe mein ganzes Leben auf beiden Seiten des Zaunes gelebt. Noch immer weiß ich nicht, ob ich in die Kirche oder die akademische Welt gehöre. Denn ich versuche, Beides zu tun und bin zu Beidem berufen.

Ich lebe in einer Welt, in der christliche Hingabe und evangelikaler Eifer sehr misstrauisch gegenüber der ernsthaften Wissenschaft im Neuen Testament war. Und umgekehrt gilt das Gleiche. Das schadet dem Evangelium sehr. Ich habe ernsthaft versucht, meine Predigt und mein Gebet als ernsthafter Historiker zu sprechen; und meine historische Wissenschaft als ernsthafter Beter und Prediger zu verfolgen. Das Resultat: einige Kollegen aus der Wissenschaft nennen mich einen Fundamentalisten; einige Glaubensgeschwister nenne mich einen Pseudo-Liberalen voller Kompromisse. Die Ironie lindert meinen Schmerz nicht.

Meine Erfahrung hat mich oft an diesen Ort gebracht – meistens gegen meinen Willen – dass ich im Gebet an einem dieser Gräben stehe. Dort erfahre ich nicht nur die Gegenwart und den Trost des lebendigen Messias; sondern ich erlebe, dass der, mit dem ich kämpfe und der mich gebrandmarkt hat, der Engel Gottes war. Ich wurde immer wieder bestätigt, dass es nicht meine Berufung ist, die großen Widersprüche unsere Post-Renaissance und Post-Modernen Welt zu lösen, sondern im Gebet dort zu leben, wo die Welt und mein Themengebiet in Schmerzen ist. Das trägt die Hoffnung, dass es ein tieferes Level gibt als diese Probleme zu lösen, und mein Themengebiet neue Fruchtbarkeit findet und meine Kirche neue Ausrichtung. Daraus möge Frieden und Fruchtbarkeit wachsen, bete ich. Die dunkelsten Stunden waren immer die Produktivsten, auf jeder Ebene.

Zwischen den Gräben stehen – Bäm, das ist es! Das fühle ich für mich auch. Ich bin in der Wirtschaft, und ich bin in der Kirche. Beides fasziniert mich. Beides treibt mich an. Beides lehrt mich. Auch ich bin öfter versucht, mich nur auf eins zu konzentrieren und mein Leben einfacher zu machen. Aber die Schmerzen zwischen den Welten sind die fruchtbaren Gebiete.

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Das bringt mich noch zu einer Beobachtung. Dieser Tage treffe ich immer mehr Menschen mit „Migrantenhintergrund“ – oh, wie ich dieses Wort hasse. Nicht-Eingeborene wäre besser. Ich selbst habe zwei Nationen in meinem Blut. Meine Kinder auch. Viele meiner besten Freunde. Und nichts gegen lokale verwurzelte Deutsche oder französische Franzosen – aber dieser Mix aus zwei Strömen hat was. Es hat was Ruheloses. Es hat was Anti-Schubladen-mäßiges. Es hat was Unangenehmes, zwischen zwei Stühlen zu sitzen. Und dennoch kommt dort viel Kreativität und Weitsicht her – schau Xavier, Mesut, Angela an.

Hier ist wie NT Wright seine Spannung auflöst. Weise Worte:

Unser Projekt kann nie sein, dass die Christen ihre Lösung aus großer Höhe auf die Welt stülpen. Christen müssen im Banking und im Business sein, in der Diplomatie und Politk. Sie müssen mit den Themen mit einer Ernsthaftigkeit ringen wie im Garten Gethsemani. Einige Kollegen werden sagen, sie sind verrückt. Und einige Glaubensgeschwister werden sie verachten, weil sie Kompromisse machen und nicht richtig mitziehen.

Die Schmerzen der Welt und die heilende Liebe vereint im Gebet – das ist der Weg. Das ist leichter im Bild gesagt. Man bleibt lieber privater Christ und kümmert sich nicht um die internationalen Finanzen. Oder man arrangiert sich mit dem System und hofft, dass alles irgendwie doch aufgeht. Oder man nimmt eine oberflächliche, glitzernde Agenda an, die die Tiefe des Problems verkennt. Das sind alles Irrwege.

Einige von uns sind berufen, in diesem Gethsemani zu leben. Damit die heilende Liebe Gottes unsere Welt in dieser gewichtigen und kritischen Zeit formen kann.

Viele Fachdisziplinen an den Uni sind im Schmerz. Viele Businesses sind im Schmerz. Viele Aspekte unsrer Welt erleben rießige innere Zerreisproben. Wo sollte der Christ sein? Nicht an der Seitenlinie mit dem Satz auf den Lippen: „Ich habe alle Antworten, wenn ihr nur auf mich hören würdet.“ Er muss mitten im Schmerz sein – im Gebet, in Christus, im Geist.

vucaViele beschreiben die Welt von heute mit dem Ausdruck VUCA. Das steht für vulnerable, uncertain, chaotic, ambigious. (verletzlich, unklar, chaotisch, mehrdeutig). Dies wird eher zunehmen. Menschen, die das durchleben, können in unsrer Welt besser Akzente setzen. Von daher: ein Hoch auf die nicht-einfachen Lösungen! Ein Hoch auf die Grenzgänger! Ein Hoch auf Menschen, die in unterschiedlichen Welten leben!

3 Wege zum Foodie

25 Jul

Dieser Tage hab ich’s mit Kochen und Genießen. Mark inspiriert mich mit Weinen, Jessen mit Grillen und Samuel mit Kaffee. Gute Freunde muss man haben. Damit bin ich diesen Sommer auf dem Weg zum Foodie. Hier sind meine drei Entdeckungen an der Kulinarik:

Sous-Vide Steak

Was vermissen Amerikaner am meisten in Deutschland? Richtig. Ein Steak. Ein richtiges Steak. Irgendwie ist das hier etwas Mangelware. Man kann sich natürlich auch selbst helfen. Hier ist ein Ansatz, den ich die letzten Wochen entdeckt habe. Und meiomei, das macht geile Steaks. Woahnsinn!

Julienne

Gemüse aufm Grill oder in der Pfanne ist immer was Gutes. Mit dem Schnitt Julienne wird das gute Zeug einfach sehr dünn geschnitten und dann auf verschiedene Arten gegart – grillen, backen, dünsten. Eigentlich egal. Mit etwas Salz und Olivenöl. Gorgonzola macht das ganze noch runder. Herrlich.

julienne

Aeroproess

Ich bin etwas durch mit teuren Kaffeeautomaten. Geht zu viel kaputt, und man hat recht wenig handhabe über die Einstellungen. Seit fast 10 Jahren gibt es den Aeropress. Jetzt habe ich mir das endlich mal geleistetet – und bin fasziniert. Toller Kaffee mit wenig Aufwand. Die Handarbeit schätze ich sehr. Und das Ergebnis ist sehr aromatisch. Wonderbar!

So, das waren meine drei. Ich könnte noch über tollen Basssermann-Wein schreiben, über meinen neues Steakstone oder einfaches Grillbrot. Nächstes Mal dann. Jetzt ist erst mal Zeit zum Genießen angesagt.

Was bewegt uns die nächsten 30 Jahre?

17 Jul

Diesen Frühling haben wir uns in Heidelberg über mehrere Treffen bei uns im Wohnzimmer über die Zukunft unterhalten. Mit 10-12 Personen fragten wir, wo wir als Gemeinde hinwollen. Ein Visionsprozess. Die Ergebnisse sind fast fertig und begeistern mich. Es ist saugut, mit Freunden über die Zukunft nachzudenken.

Eine interessante Diskussion darin war, welche Herausforderungen wir in der Gesellschaft in den nächsten 20-40 Jahren sehen. Das war ein faszinierender Abschnitt und unsere Aussagen sind sowohl Herausforderung als auch Chance. Hier sind unsere Top-4. Unsere Vision versucht auch, darauf antworten zu finden.

1.     Ausgeprägter Relativismus

Wir sehen einen Verfall der klassischen, christlichen Werte in unsrer Gesellschaft – was u.a. die Familie als Keimzelle der Gesellschaft schwächt. Das Evangelium der Toleranz macht es allen klaren Wertevorstellungen und Exklusivansprüchen schwer, Gehör zu finden. Die Herausforderung für Kirche ist, ein klares Evangelium zu predigen, Menschen zu Commitments zu bewegen und eine verbindliche Gemeinschaft zu formen. Gleichzeitig ist die Orientierungslosigkeit einer völlig offenen Welt groß und bestärkt die Suche nach Halt.

2.     Maximale Wirtschaftlichkeit

Die Arbeitswelt (wie auch die Medienwelt) von heute und morgen fordert mehr und mehr an Zeit und Energie der Menschen. Viele Möglichkeiten bestärken eine beständige Selbstverwirklichung, und stellen Menschen vor die Herausforderung, Arbeitswelt und Familie und Hobbys und und und unter einen Hut zu bringen. Das Effizienzprinzip führt zu Minderwertigkeit bei Minderleistung, und zu Fragen, wie die Weisheit des Alters genutzt werden kann. Eine Überhitzung der Arbeitenden führt zu Unfähigkeit, in Gemeinde und Nachbarschaft zu investieren. Die Suche nach Wellness und Ruheorten kann Menschen an Jesus-Orte der Erneuerung und Erfrischung führen.

3.     Integration, Islam, Internationalisierung

Flüchtlingsströme nach Deutschland, die Vehemenz des Islam und die Komplexität der Koexistenz von verschiedenen Kulturen – das sind klare Herausforderungen der Zukunft. Integration wird gefordert, aber die Wege und Ansätze dazu fehlen oft. Wenn die Leitkultur ihre Klarheit verliert (inkl der Christenheit), können protektionistische und rückwärtsgewandte Tendenzen zu Spannungen führen. Eine integrierende Kirche mit gelebter Willkommenskultur und Gemeinschaftsintegration verkörpert einen wesentlichen Aspekt vom Reich Gottes.

4.     System „Christentum“

Das real existierende Christentum widerspricht wesentlichen Elementen der Apostelgeschichte. Ein professionelle Leitung untergräbt das Priestertum aller Gläubigen, Kirchensteuer verhindert ein Commitment zum Zehnten (und damit der Wichtigkeit von Laien), Lifestyle-Kirchen bieten Oasen ohne Jüngerschaft und geteilten Alltag, Konferenzen und Events schaffen Höhepunkte mit mangelnder Alltagsrelevanz. Sowohl Christen als auch die Gesellschaft kennt das Christentum so (professionell, distanziert, event-getrieben, nicht alltagsrelevant) – und eine Alternativkultur (wie Apg) erwächst nur schwer in der Präsenz einer dominanten Kultur. Diese Kluft weckt Fragen nach dem Wesen des Christentums – und wer fragt, bekommt Antworten.

Es war einmal… – die Bibel als Geschichte mit Autorität

12 Jul

“Es bringt nichts, den Fakt zu ignorieren, dass die Bibel in Geschichtsform daher kommt,” so NT Wright. Sie beginnt mit “im Anfang…” und führt sich mit vielen Zeitworten fort (dann, danach, als die Zeit erfüllt war etc). Geschichte also.

Stellt sich die Frage: wie kann das dann für uns heute eine Wirkung haben? Wir kann eine Geschichte Maßstäbe vorgeben und unser Leben lenken? Genau damit beschäftigt sich NT Wright in Scripture and the Autority of God.

In 16 Erklärbildern gibt es die Zusammenfassung von diesem Werk. Nach Simply Good News, Suprised by Hope (Teil 1,2 und 3), How God became King und Evil and the Justic of God ist das das 5. Buch von NT Wright in dieser Serie. Die Bibel ist die Grundlage für alles – daher ist es um so wichtiger die Grundlage richtig zu haben. Hier sind seine Gedanken:

Und jetzt? – Surprised by Hope Napkin Zusammenfassung

6 Jul

Hier kommt der dritte Teil der Napkin-Zusammenfassung von Surprised by Hope. NT Wrights Mega-Bestseller spricht über die christliche Hoffnung und wie wir sie leben können. In Teil 1 geht es in 9 Bildern um das Leben danach, in Teil 2 in 13 Bildern um die Zukunftssicht der Bibel. Jetzt ist hier die Ableitung: was hießt das Ganze:

Und, fertig sind wir damit noch nicht. NT Wright hat dazu noch einen Video-Kurs gemacht, der praktischerweise auch läuft:

Hier ist noch die Napkin-Zusammenfassung für diesen Video-Kurs. Genug Material, um sich in die Hoffnung reinzudenken und ein kleines Selbststudium zu machen.

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