Die Statistik zum Fünffältigen Dienst

17 Mrz

Andreas und ich sprachen uns letzten Frühling am Telefon über die 5 Typen aus Epheser. Dort wird beschrieben, dass es Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer. Uns war der Weitwinkel in StuttgartWeitwinkel in Stuttgart im Hinterkopf und wie Alan Hirsch uns sagte: jede Gemeinde hat alles, was sie braucht. Selbst wenn sie klein ist, selbst wenn sie das nicht auf dem Radar hat. Aber natürlich geht mehr, wenn man um die Typen weiß und sie fördert. Aber wie?

„Wir müssen was machen, um den Leuten zu helfen,“ so war die Stimmung am Telefon. Wir hatten uns ein paar Tests angeschaut. Die waren auf Englisch, oder aus unsrer Sicht zu einfach. „Lass uns doch probieren, einen eigenen zu entwickeln,“ meinte ich zu Andreas. Und so gaben wir uns ein paar Wochen rein, entworfen die Fragen und programmierten ein Tool. Nach ein paar Testrunden veröffentlichten wir es im Juli 2016 und luden Leute ein, ihren Typ zu finden.

Unbenannt

 

Fast 200 Teilnehmer später haben wir nun eine Analyse der Daten gemacht. Wir wollten schauen, wie die Stimmung im Lande ist; und ob wir wissenschaftlich stabil sind.

Die meisten Typen gibt es: 1) Lehrer (33%), 2) Apostel (32%). Das freut uns schon mal. Gerade Apostel sind superwichtig für die Ausbreitung des Glaubens und vielen Kirchen fehlt diese Gabe. Sie gibt es und das hat Potential.

Am wenigsten gibt es: 5) Evangelisten (9%) und 4) Propheten (10%). Das schmerzt etwas. Natürlich muss auch etwas den letzten Rang einnehmen, aber 9% sind schon echt wenig. Und ohne Evangelisten fehlt irgendwie die Wirkung nach außen. Hm, das ist was…

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist auch interessant. Männer sind eher Apostel (37%) und Lehrer (30%), während Frauen deutlich Hirten (42%) sind, gefolgt von Aposteln (25%). Nur 4% der Frauen kommen als Evangelisten raus.

Wenn man auf die einzelnen Fragen geht, fällt da auch was auf. Unter den niedrigsten (von 35 Fragen) sind:

  • Ich führe Menschen gerne zu einer Entscheidung für Jesus
  • Ich rede gerne mit Nichtchristen über Jesus
  • Ich habe öfter ein situationsbezogenes Wort von Gott, das Űberführung, Umkehr oder Ermutigung bewirkt

Das sind alles Elemente mit eher Konfrontation oder Distanz drin. Geht das nicht? Überfordert das die Leute? Passt das nicht in unsere Zeit? Interessante Fragen – die müssen wir genauer unter die Lupe nehmen. Forge versucht, da gerade Wege zu finden.

Bei den höchsten Fragen geht es um Neues starten und nah an Menschen sein, gute Beziehungen haben. Ist die Kirche ein Umfeld für diese Neu-Start-Energie? Ist das gute-Beziehung-Ding nur für innerhalb der Kirche gut?

Jetzt ein paar Worte zur wissenschaftlichen Seite. Misst das Ding eigentlich gut? Hier sind ein paar statistische Aussagen, die wir analysiert haben.

Stabilität – wie zuverlässig sind die Aussgen? Wir haben eine interne Konsistenz anhand von Cronbach’s Alpha von .78 errechnet (das ist gut; MBTI hat .75, DISG .88). Außerdem haben wir eine Retest Korrelation von .93 (sehr gut, DISG hat .80 bei einem Monat). Die Aussagen im Test sind also stabil und klar.

Trennschärfe – eine Korrelationsanalyse zeigt einen Zusammenhang von Apostel mit Evangelisten (.42) und von Hirte mit Prophet (.29) sowie (.23) (beim DISG Test gibt es teilweise hohe Korrelationen: C-S von .30, D-S von-.82, I-C von -.71). Die einzelnen Fragen korrelieren stark mit den Faktoren; Apostel (.69), Prophet (.55), Evangelist (.63), Hirte (.59), Lehrer (.61). Die Korrelation der sonstigen Fragen mit den Faktoren ist gering: Apostel (.08), Prophet (.10), Evangelist (.17), Hirte (.06), Lehrer (.04). Die Analysen fallen also in die fünf Typen, die wir vermutet hatten.

Reliabilität – ein Abgleich mit anderen Tests oder Expertenurteilen fehlt uns noch. Wir hoffen, dass wir dies in den nächsten Monaten nachholen können (wir aktualisieren dann diesen Artikel).

Summa Summarum: das Ding funzt. Es misst, was es messen soll. Und damit ist das Assessment ein gutes Tool, um Klarheit über Gaben und Orientierung zu schaffen.

Wir bieten das Tool auch Gruppen und Gemeinden an, um ihre Leute zu identifizieren und zu schulen. Das kann wirklich eine Revolution auslösen, wenn die Evangelisten evangelisieren, die Apostel aposteln und die Propheten prophezeien. Wer sich interessiert, melde sich bei uns und wir setzen das auf.

The best is yet to come… #vivalarevolution

Warum Veränderung so lange braucht

8 Mrz

Wenn ich morgens um 8 Uhr am Bahnsteig stehe und auf den Zug nach Mannheim warte, sieht man viele Leute in vielen Posen. Viele datteln auf dem Handy, andere unterhalten sich mit jemand Bekannten, und andere starren Löcher in den Boden. Mit dem neuen Jahr sind da sicherlich viele gute Vorsätze an diesem Bahnsteig an diesem Morgen – Sport, Job, Freundschaft, vielleicht sogar Umwelt. Was wird daraus? Wie sehen die Vorsätze im März aus?

Veränderung dauert einfach scheiß-lang. Selbst wenn man sich das ganz dolle vornimmt. Die meisten Sachen gehen doch irgendwie wieder unter und ne Mischung zwischen den Alltagsmühlen und Schweinhunden tragen selbst den nobelsten Vorsatz aus der Kurve. Blöd eigentlich.

Kürzlich bin ich auf eine Erklärung gestossen, warum das so ist. Bloom hat das mal beschrieben und analysiert, was es braucht, dass etwas wirklich ankommt. Nach seiner Meinung gibt es eine große Hürde: die zwischen Stufe 3 und 4. (war doch klar, oder?!). Hier sind die Stufen:

1) Wahrnehmung – Menschen hören zum ersten Mal über etwas. Sie schenken dem ihre Aufmerksamkeit und setzen sich damit auseinander.

2) Nachdenken – Menschen sinnen darüber nach und überlegen, was das heißt. Sie sammeln mehr Infos und versuchen, es einzuschätzen.

3) Annehmen – Menschen bilden sich ein Urteil und sagen: „das ist gut“. Irgendwie glauben sie daran und haben sich positiv darauf eingestellt.

4) Priorisieren – dieser wichtigste Schritt geht vom Denken zur Aktion. Menschen schaffen Platz in ihrem Leben und ordnen sich um die neue Wichtigkeit. Das Ding wird zum Wert.

5) Verinnerlichen – Menschen machen sich den Wert zu eigen, er wird regelmäßig Teil vom Leben und kommt von Innen. Das Verhalten wird nun unbewusst dadurch gesteuert.

Also, hier ist der Kick: zwischen 3 und 4 ist die Denk-Aktion-Hürde. Am Anfang findet alles im Kopf statt und Menschen setzen sich in Gedanken mit den Inhalten auseinander. Erst wenn die Aktionen folgen, kommt es zu der Veränderung, die man sich wünscht.

Jetzt frag ich mich, was das heißt für Mission und Predigten. Für Sport und Umweltschutz. Da reicht es sicher nicht, nur ein paar schlaue Punkte zu machen und Menschen zum Nachdenken einzuladen. Aktion ist König, und regelmäßige Aktion ist der Pfad in ein neues Königreich.

Jetzt ist mir klar, warum Veränderung so lange braucht. Es ist ein Umstellen auf vielen Ebenen. Es gibt echte Hürden – und die zu überspringen führt zu neuem Lebensstil. Auf ein gutes neues Jahr!

Napkin Summary – Simply Christian

27 Feb

Eins der populärsten Bücher von NT Wright. Jetzt in kleinen Bildchen erklärt. 206 Seiten zum Lesen, 7 Minuten zum anschauen:

Wir nutzen das als Teil von dem Forge Kurs, und einige Bilder sind in meinem Buch eingeflossen. Alle Video-Zusammenfassungen findest du hier.

Forge Training startet

18 Feb

Letzten Montag waren wir in Stuttgart (Bad Canstatt) und haben die Gedankenblitze der letzten Monate vorgestellt. Mit Mary und Mark haben wir überlegt, wie wir Forge in Deutschland an den Start bringen. Die Amis haben doch ihre eigene Logik was Trainings angeht. Da ist so oft eine Unterwältigung bei mir in Ader, wenn ich zuhöre und irgendwelche Worte in Sätze einsetzen soll.

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Also haben wir uns gefragt, wie das wohl im hippen, kritischen, individualistischen Europa läuft. Und gleich haben wir uns den dicksten Brocken geschnappt. Statt ein ganzes Training aufzubauen wollten wir uns mit einem Teilthema beschäfitgen. Evangelisation, ist das jetzt. Sicher ein Wort, das bei manchen auf einem Level mit Trump und Putin rangiert. Stress, Oldschool und verkrampfte Ansagen kommen da direkt in die Hashtags.

Aber was gibt es besser als „buy low, sell high“ – bei etwas einsteigen, das eben kein Trend ist, das nicht leicht ist, das man wirklich knacken muss.

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Und so sind wir auf die Suche gegangen – nach Inhalt und Form. Erst mal die Form.

Ich bin jetzt schon so lange Beobachter von Trainings und Kursen. Und zum großen Teil sind die super ineffektiv. Wenn Leute einen Kurs machen, bekommen sie am Ende einen Bogen: „wie nütztlich für ihre Aufgaben werden die Inhalte“. Und weil sie irgendwie was gesehen haben, das sie vorher noch nicht hatten, kreuzen sie 7 von 8 an. Und zwei Wochen später weiß keiner mehr, um was es ging.

Wir wollten das ändern. Statt die Konzepte in den Mittelpunkt zu stellen, rücken wir den Alltag ins Zentrum. Dort sollen die Teilnehmer ihren Alltag reflektierne, mit Input einen neuen Plan erarbeiten, und dann zusammen mit anderen Änderungen angehen. Fall-basiert, statt Konzept-orientiert. Wir machen das, in dem die ersten 4 Wochen zuhause ein paar Videos, Arbeitsblätter und Inputs gibt. Damit bereiten sie sich vor, und kommen dann an einem Tag ans Ausarbeiten ihrer Ideen. Die Teilnehmer selbst gestalten den Pfad, nicht wir.

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Und dann Inhalt. Das große Problem bei Evangelisation ist Spam. Wie Staubsaugerverkäufer interessieren sich die meisten Evangelisten nicht dafür, ob die Leute schon ein Geräte daheim haben oder was sie gerade umtreibt. Umsatz ist King. Und so wird das Ding derart angepriesen, dass dir nur noch nicht die Wahl bleibt zwischen Flucht und, ähm, was eigentlich sonst? Beziehung fehlt auf jeden Fall total. Und sich in die Welt der anderen begegeben. Da haben wir ein paar coole Entdeckungen gemacht und bieten das jetzt den Teilnehmern an.

Ich bin gespannt wie Flitzebogen. Hat sich gelohnt, die Vorarbeit. Und jetzt sind wir stolz auf den Kickoff und was über die nächsetn 2 Monate kommen wird. Lernen werden wir auf jeden Fall was!

Un-Kommerz an Weihnachten

10 Dez

Eine schöne, kleine Erinnerung über den Gott, der uns alle überrascht hat.

Druckreif – NT Wright Buch geht an den Start

9 Sep

Gestern gab’s ne Email mit einer Überraschung. „Fascinating,“ schrieb er. NT Wright hat geantwortet und seine Freude ausgedrückt. Ich hatte ihm einen Tag vorher mein Buch zugeschickt, das Anfang Oktober rauskommt. Er ist ja eine ziemliche Größe heutzutage, und dazu noch sehr gebildet und hat einen hohen Anspruch. Dass er gleich antwortet und so eine Zusammenfassung von mir noch gut findet – das war cool.

Mit knapp 100 Seiten bin ich jetzt fertig. 50 Bildchen ergeben einen Überblick über die Theologie von NT Wright. Der Titel heißt „The Marriage of Heaven and Earth“ und der Untertitel reimt sich sogar (wie mein Musikerfreund sofort gemerkt hat; und wir wissen: was sich reimt, das ist gut): „A Visual Guide to NT Wright“. Und Dank Motoki und Constanze habe ich ein schickes Cover.

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Das Ganze hat mich jetzt 2 Jahre beschäftigt. Am Anfang wollte ich mir mal einen Überblick über NT Wright verschaffen: was sagt der denn eigentlich? Und wie kann ich es rüberbringen? Dann fiel mir auf, dass viele Leute einfach keinen richtigen Zugang zu ihm finden. Irgendwie ist seine Schreibe zu komplex und braucht viel Aufmerksamkeit. Da kam die Idee, ein Bilderbuch über ihn zu machen.

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Die erste Version war recht lange. Jetzt sind es 50 Bilder und auch weniger Text. Damit sollte es eigentlich funktionieren. Am Anfang gibt es das nur auf Englisch für den Kindle, später noch auf deutsch. Ich habe einen Blog aufgesetzt, um die Geschichte dahinter etwas zu erzählen.

Jetzt sammle ich gerade ein paar Stimmen dazu. Hier ist die von Alan Hirsch und Mike Breen. Andere folgen in den nächsten Tagen.

„This is a very clever and useful introduction into the encyclopedic mind of the most prolific New Testament scholars of our generation. Tom Wright’s thinking is a gift to those of us who seek to further understand the church in mission, discipleship in the way of Jesus, and life in the Kingdom of God. Marlin’s book is a needed distillation of his key ideas. A good read.“
– Alan Hirsch, Author, Thought Leader, Activist, alanhirsch.org

„The Lord Jesus had the amazing ability to make the complex simple-not simplistic but simple -and that meant that all who heard him could learn, remember and share his teaching. In this book Marlin Watling reveals the same facility – received from Jesus himself – to interpret the theological reflection of one of the world’s greatest theologians, NT Wright. Now, Tom Wright’s work can be read and understood by us all. And that is a great gift to every student of theology, Christian minister and interested lay man and woman.“
– Mike Breen, Founder of 3DM Movements

Ich bin gespannt, was das Buch bewegen wird. Mein Ziel ist es, Kopfkino für missionales Leben zu bringen. Ich bin happy, wenn Leute dadurch weniger Konsum-orientiert leben und mehr die Mission Gottes in ihrem Leben zentral halten. Mal gespannt, ob das klappt.

 

Teste dich – die 5 Beiträge zur Revolution

22 Jul

Sodele, über die letzten Wochen haben Andreas und ich an einem Test gefeilt. Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich ein högscht gutes Gut – und so haben wir unsre Hirner zusammengestellt und konzipiert.

Die Idee ist aus Epheser 4. Dort sind 5 Gaben genannt, die vieles bewirken:

  • empowern
  • reifen lassen
  • Wachstum bieten
  • Jesus repräsentieren
  • alle zum Mitspielen bewegen.

Auf Englisch gab es mal was von Mike Breen (etwas basic, nach unserem Geschmack) und einen von Alan Hirsch. Alan war das zu viel Act, das auf deutsch zu übersetzen – und dann haben wir selber mal überlegt.

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Rausgekommen sind 35 Fragen, die man in unter 5 Minuten machen kann. Und weil wir in 2016 leben ist das im Internet, kostenlos und sofort verfügbar.

Hier haben wir eine ausführlichere Beschreibung dazu. Bereit?!

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