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Ein Test für Perspektive und Wachstum

21 Jul

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Das Buch schwirrte seit den 90ern durch meine sozialen Kreis und ich habe immer drüber weg geschaut. „Die neun Gesichter der Seele“ war überall, nur nicht auf meinem Leseblock. Die Idee darin war simpel: 9 Persönlichkeitstypen erklären dir viel über dich selbst und helfen dir auch mit Gott. Ich weiß nicht, ob es die Zahl 9 war oder weil das Ding irgendwie evil aussah. Es kam mir nicht in die Tüte.

Dann hatten wir kürzlich eine hitzige Diskussion in einem Cafe in Heidelberg. Was hilft Menschen, zu wachsen und mit Gott zu connecten? Dass wir alle wachsen können war nicht das Ding. Es ging eher um zu einfach antworten. Was für den einen funktioniert, geht für den anderen nicht. Mir war es superwichtig, dass wir niemand belasten. Wenn du Kinder bekommst, ändert sich alles im Leben. Wenn du als Berater bei Kunden rumpräsentierst, ist Konstanz schwierig. Wenn du als Student dauernd ins Ausland musst, dann geht einfach nichts so mit der Regelmäßigkeit. Was hilft?

Aus dieser Diskussion kam ein neuer Test, den wir entwickelt haben. Er hilft Leuten beim Enneagramm – einer Betrachtung von 9 Typen, die den Umgang mit sich selbst und der Welt erklären hilft. Mir gefällt besonders, wie jeder Typ dynamisch ist – sich ändert unter Sonnenschein oder Hagel im Leben. Und wie jeder auch einen Wachstumspfad hat. Und weil jeder anders tickt, ist auch die Beziehung mit Gott leicht anders.

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Als haben wir uns die Tests angeschaut, die es gibt, und einen eigenen zusammengekloppt. Das Ding ist kostenlos und generiert einen eher länglichen 12-Seiten PDF-Report. Rauskommen soll vor allem Perspektive – wer bin ich und was macht mich aus. Wir haben das Baby „Quellgrund“ getauft, weil es die Quellen in unserem Leben thematisiert. In den Sprüchen heißt es schon so schlau: „Achte auf dein Herz, denn daraus fließt das Leben“. Und so ist er jetzt online.

Besonders dabei: wir vermitteln geistliche Übungen. Das sind Praktiken, die uns mit unsrer geistlichen Seite helfen und einen klaren Link zum Wachstum haben. Jeder Typ hat andere Übungen und bekommt 3 Herangehensweisen empfohlen. Machen muss man es immernoch selbst, aber es hilft schon mal enorm, wenn ich ein Bild im Kopf habe, was von wo nach wo wachsen soll. Und was mir dabei hilft. Das bietet der Test.

Du bist eingeladen, dich durchzuklicken. Lass uns wissen, was du denkst.

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Warum Veränderung so lange braucht

8 Mrz

Wenn ich morgens um 8 Uhr am Bahnsteig stehe und auf den Zug nach Mannheim warte, sieht man viele Leute in vielen Posen. Viele datteln auf dem Handy, andere unterhalten sich mit jemand Bekannten, und andere starren Löcher in den Boden. Mit dem neuen Jahr sind da sicherlich viele gute Vorsätze an diesem Bahnsteig an diesem Morgen – Sport, Job, Freundschaft, vielleicht sogar Umwelt. Was wird daraus? Wie sehen die Vorsätze im März aus?

Veränderung dauert einfach scheiß-lang. Selbst wenn man sich das ganz dolle vornimmt. Die meisten Sachen gehen doch irgendwie wieder unter und ne Mischung zwischen den Alltagsmühlen und Schweinhunden tragen selbst den nobelsten Vorsatz aus der Kurve. Blöd eigentlich.

Kürzlich bin ich auf eine Erklärung gestossen, warum das so ist. Bloom hat das mal beschrieben und analysiert, was es braucht, dass etwas wirklich ankommt. Nach seiner Meinung gibt es eine große Hürde: die zwischen Stufe 3 und 4. (war doch klar, oder?!). Hier sind die Stufen:

1) Wahrnehmung – Menschen hören zum ersten Mal über etwas. Sie schenken dem ihre Aufmerksamkeit und setzen sich damit auseinander.

2) Nachdenken – Menschen sinnen darüber nach und überlegen, was das heißt. Sie sammeln mehr Infos und versuchen, es einzuschätzen.

3) Annehmen – Menschen bilden sich ein Urteil und sagen: „das ist gut“. Irgendwie glauben sie daran und haben sich positiv darauf eingestellt.

4) Priorisieren – dieser wichtigste Schritt geht vom Denken zur Aktion. Menschen schaffen Platz in ihrem Leben und ordnen sich um die neue Wichtigkeit. Das Ding wird zum Wert.

5) Verinnerlichen – Menschen machen sich den Wert zu eigen, er wird regelmäßig Teil vom Leben und kommt von Innen. Das Verhalten wird nun unbewusst dadurch gesteuert.

Also, hier ist der Kick: zwischen 3 und 4 ist die Denk-Aktion-Hürde. Am Anfang findet alles im Kopf statt und Menschen setzen sich in Gedanken mit den Inhalten auseinander. Erst wenn die Aktionen folgen, kommt es zu der Veränderung, die man sich wünscht.

Jetzt frag ich mich, was das heißt für Mission und Predigten. Für Sport und Umweltschutz. Da reicht es sicher nicht, nur ein paar schlaue Punkte zu machen und Menschen zum Nachdenken einzuladen. Aktion ist König, und regelmäßige Aktion ist der Pfad in ein neues Königreich.

Jetzt ist mir klar, warum Veränderung so lange braucht. Es ist ein Umstellen auf vielen Ebenen. Es gibt echte Hürden – und die zu überspringen führt zu neuem Lebensstil. Auf ein gutes neues Jahr!

Vertrauen verstehen

1 Apr

Dieser Tag geht mir das Vertrauens-Ding durch den Kopf. Ich habe jetzt schon ein paar Monate gelebt und Erfahrungen gesammelt. Mancher Freund ist eine Eintagsfliege. Und manche bleiben lange. Und manchmal ist auch zwischendurch der Wurm drin.

Wie ich so bin will ich das etwas tiefer verstehen. Im Psycho-Studium habe ich das eine oder andere über Vertrauen gelernt. Dort war die landläufige Meinung, Vertrauen ist offen und risikobereit gegenüber einer anderen Person oder Organisation zu sein. Rückwärtsfallende Manager kommen mir da sofort in den Sinn.

Wie Vertrauen funktioniert zeigt sich heftig im Alltag. Mehr Vertrauen führt zu mehr Geschwindigkeit – die Maschine läuft geölt. Andersrum: ohne Vertrauen wird alles langsam und teuer.

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In Covey’s Speed of Trust spricht er von vier Faktoren, die Vertrauen beeinflussen. Im Charakter nimmt man Absichten und Integrität bei Personen wahr: was wollen sie wirklich? Und wie lauter sind sie? In der Kompetenz fragt man sich: kann der das, was er will? Und liefert er? All das fließt ins Vertrauen ein.

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Besonders hilfreich fand ich diese Unterscheidung hier. Denn wenn man mit jemand länger unterwegs ist, kommen manchmal Veränderungen im Vertrauen. Das fühlt sich dann nicht so gut an. Am Anfang einer Beziehung ist man oben link – blindes Vertrauen. Die Beziehung entwickelt sich unter einer positiven Grundhaltung und man schaut auch nicht groß nach den Differenzen.

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Wenn die Grundhaltung abkühlt, ist das immer schlecht. Dann gibt es entweder kein Vertrauen (wenn die Themen egal sind), oder aber Misstrauen (wenn man großes Augenmerk auf Themen wirft). Rechts oben ist der goldene Weg. Smartes Vertrauen – wenn man gut zueinander gestellt ist, und trotzdem mit starkem Augenmerk an Themen rangeht.

Mir hilft diese Unterscheidung enorm. Es kann schon mal zu einer Turbulenz kommen, wenn man die anfängliche Leichtigkeit verliert und nicht mehr so intuitiv klickt. Muss natürlich nicht schlecht sein und kann eine wirklich Weiterentwicklung sein.

Der Preis von Zeug

12 Dez

Weihnachten steht vor der Tür. So schön wie Weihnachtsmärkte und Glühwein sind, so ist es doch ein Gehetze jedes Jahr. Ich bin nicht der beste Schenker und daher stresst es mich immer mal wieder. Aber Geschenke bekommen ist natürlich toll, und die Happiness bei Kinder einfach unschlagbar. Also habe ich mich vom Kommerz noch nicht abwenden können.

Vor ein paar Jahren bin ich auf den Psychologen Tim Kasser gestossen. Der hat die Psychologie von Zeug-haben-wollen untersucht. Und wenig überraschend: Geld macht nicht glücklich. Im Gegenteil: das Verlangen nach Geld macht aktiv unglücklich. Das widerspricht noch immer meiner Intuition.

Hier habe ich nun ein kleines Info-Video von Kassers Ideen gefunden. Sehr passend für den Kommerzdschungel dieser Tage.

Wie lernt man von Erfahrungen?

21 Feb

Manche Menschen überraschen mich beim ersten Treffen. Trotz ihrem Alter haben sie ein gewisses Etwas. Weisheit vielleicht. Oder einfach diese Ausstrahlung von Erfahrung. Ich habe schon öfter darüber nachgedacht, was denn genau diese Ausstrahlung ist. Machen wir nicht alle Erfahrungen? Eigentlich jeden Tag? Warum haben manche diesen Vibe mit vielen Wassern gewaschen zu sein, während andere, na ja, einfach irgendwie älter sind ohne mehr Tiefe zu haben?

Erfolg schafft Erfahrung. Jede Situation ist nicht gleich. Wenn ich zwei Bundesligaspieler vergleich, die beide 50 Einsätze für ihren Verein haben. Der eine spielt beständig auf Platz 13 (so VFL-Bochum-mäßig). Der andere Stand im Finale vom Pokal und hat die Meisterschaft gewonnen. Wer hat mehr Erfahrung? Fast immer der zweite – weil er in Drucksituationen war UND Erfolg hatte. Nothing succeeds like success. Was ist es an Erfolg, das gewichtiger ist?

Wer ein Endspiel gewonnen hat, weiß etwas über:
a) eine Situation, wo’s darauf ankommt
b) wie man so eine Situation erfolgreich besteht (auch wenn’s Glück war)
c) kann das hoffentlich reproduzieren.

Wer nie in einer Endspielsituation war, dem fehlt a – der kritische Druck. Ein Spiel um Platz 12 oder 14 ist einfach nicht so angespannt wie ein Endspiel. Zum Lernen von Erfahrungen gehört eine gewisse Dramatik. Ein Einsatz, der nicht trivial ist. Wer mehr wagt, der hat mehr Chancen, was davon zu lernen.

Wer ein Endspiel verliert, dem fehlt b – die Erfolgserkenntnis. Bayer Leverkusen fällt mir da ein. Immer wieder zweiter. Zum Lernen von Erfahrungen gehört das Erkennen und Meistern von Drucksituationen. Nur dann kann man verinnerlichen, was es braucht, um im Leben von Erfahrungen auch ziehen zu können. Negative Erfahrungen haben auch ihren Wert, aber sie zeigen eben nicht, wie man daraus in der Zukunft Gewinn ziehen kann.

Das Reproduzieren von Erfahrungen ist wohl der Idealfall. Drucksituationen können gemeistert werden und voila – ein erfahrener Mensch steht vor dir.

Lebenslanges Lernen ist heute wichtiger denn je. Wir werden mehr und mehr zu Wissensarbeitern. Aus unseren Erfahrungen zu lernen ist wesentlich, weil vieles nicht durch Klassenzimmer, Bücher oder Ausbildung vermittelt werden kann. Für mich ist die Konsequenz: herausfordernde Situationen zu suchen; sich gut darauf vorbereiten und die Chancen auf Erfolg hoch zu halten; aus Erfolgen und Niederlagen lernen. Das führt zu einer Haltung, die im Leben aus der Erfahrung schöpfen kann.

Weisheit ist besser als Silber und Gold – Bob Marley, Sprüche 16,16 –

zu links-hirnig?

29 Mai

Geh in einen Kindergarten und frage die Kinder um Handzeichen:
Wer von euch kann singen? Jede Hand geht in die Höhe.
Wer von euch kann tanzen? Jede Hand.
Wer kann malen? Jede Hand.
Wer kann lesen? Vielleicht ein paar wenige Hände.

Jetzt gehe in eine 10. Klasse und frage die 16-Jährigen die gleichen Fragen:
Wer von euch kann singen? Vielleicht 1-2 Hände.
Wer kann tanzen? Ein paar.
Wer kann malen? Wieder nur einige.
Wer kann lesen? Jede Hand geht in die Höhe.

(via Dan RoamBack of a Napkin)

Passt vielleicht dazu (wenn auch etwas abgefahren):

Glück ist relativ

10 Aug

Harvard-Professor für Psychologie Dan Gilbert hält einen interessanten Vortrag bei TED über Glück. Seiner Aussage nach passiert folgendes mit Glück:

Glück ist eine Interpretation der Umstände

Glück balanciert sich immer wieder aus – man hat ein Grundlevel an Glück, das sich trotz unterschiedlicher Lebensumstände wieder einstellt

Der Unterschied zwischen zwei Lebensumständen ist nicht so groß als dass es großen Aufwand rechtfertigt

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