Darum TinyHouse – Experimente mit einer Denkwoche

Letztes Jahr haben wir ein Tiny Haus gebaut. Zusammen mit Flüchtlingen war es ein Projekt, um etwas Neues anzustoßen. Seit Ende 2019 steht das Haus in der Nähe von Karlsruhe und kann gemietet werden. Dabei war unsere Idee immer, dass es mehr sein soll als ein netter Ort oder das Aufspringen auf einen Trend. Wir wollten einen Ort schaffen, in dem sich Welten bewegen können. Dabei bin ich seit Jahren auf einer Fährte, die wir nun experimentieren. Die Denkwoche.

Tiny House Verkleinert-25

Die Lunte habe ich dabei bei Bill Gates gerochen. Irgendwo in seiner Biografie kam vor, dass er sich ein bis zwei Mal im Jahr eine Auszeit nimmt, um nachzudenken. Das bekannteste dabei war seine Auseinandersetzung mit dem Internet Anfang der 90er. Er ging in eine Hütte und las viele Bücher und Papers über das Thema. Das hat den überzeugt, dass das Internet alles verändern wird. Das Resultat war ein Memo mit dem Namen „Internet Tidal Wave„, das er dann in seiner Firma geteilt hat und dort viel bewirkte.

Alleine rumsitzen und über große Trends nachdenken – das hört sich gut an. Wie wäre es also, wenn wir ein paar Tage freischaufeln und uns Leute einladen, um über große Dinge nachzudenken? Dafür bin ich immer zu haben. Mit dem Tiny House haben wir jetzt einen Ort, der ideal geschaffen dafür ist – schön, anlenkungsfrei, natürlich. 

Der Mönch Thomas Merton war mir immer hilfreich. Einer seiner Sprüche lautet:

„Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist das Sortieren des enormen mentalen Ballast, der sich in uns sammelt.“

Damit spricht er darüber, wie wir heute permanent von Impulsen und Ideen bombardiert sind. Als Mönch hat er sich darauf fokussiert, Rhythmen zu entwickeln, um die Stille und damit eine innere Klarheit zu finden. Das zieht mich seit Jahren an.

Bei Cal Newport bin ich auf die Idee von Deep Work gestoßen. Er sagt, dass die Arbeitswelt heute viel zu fragmentiert und schnell ist. Die Fähigkeit, sich tief mit einem Thema zu beschäftigen ist sehr rar. Und viele Probleme, die wir haben, liegen daran, dass wir uns nicht ausführlich genug damit beschäftigen und die Dinge zu Ende denken. Man möchte meinen, dass große Firmen genug Ressourcen haben, um Themen wirklich bewerten zu können. Meine Erfahrung ist da eine andere: je mehr man Wissen hat, desto mehr wird man in alle möglichen Richtungen gezogen und selten dringt man in diese Diskussionen zum Wesen der Dinge durch. Workshops helfen da hatten manchmal, aber auch dieses in oft überladen mit allen möglichen Themen. Newport sagt, dass Deep Work eine der wesentlichen Arbeitsweise der Zukunft sein wird. Wer das meistern kann, ist im Vorteil.

DeepWork02_whatitis

Wie geht nun eine Denkwoche? Es beginnt damit, dass man sich gut vorbereitet. Zum einen muss man ein Thema sammeln und seinen Ansatz klären. Was nehme ich mit? Mit was genau beschäftigt mich? Dann muss man die Zeit organisieren, dass sie möglichst ist frei von Ablenkung ist und die Zeit gut genutzt werden kann. Eine Mischung zwischen Freizeit, Lesezeit, Reflektionszeit, und Bewegung ist ideal. Dafür haben wir jetzt einen Kit entwickelt, um die Denkwoche vorzubereiten.

Tiny House Verkleinert-23

Die ersten Experimente laufen und Ergebnisse sind spannend. Hier sind zwei Links, die die Zeiten zeigen. Zum einen vom Skillshare Gründer über seine Erfahrung mit einer Denkwoche. Zum anderen von einem Studenten, der die Idee genutzt hat und für sich umgesetzt hat.

Wir freuen uns über die Experimente und werden in der Zukunft weiter daran arbeiten, das möglichst vielen Leuten anzubieten. Das Beste kommt noch – bleibt nur die Herausforderung, das wahrzunehmen.

 

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