Wir starten ein Integrations-Business

Vor zwei Wochen postete Mesut Özil auf Instagram seinen Rücktritt aus der DFB Nationalmannschaft. Er wurde Weltmeister, war 5x Nationalspieler des Jahres und Integrations-Poster Boy. Und er ist erst 29 Jahre alt. Der Ton und Grund seines Rücktritts sorgte für Wellen – Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. Dabei haben wir uns so angestrengt die letzten Jahre und genau die rechte Haltung hart bekämpft. Wo stehen wir denn nun?

Die Flüchtlings-Welle von 2015 ist abgeflacht. Wir sind aktuelle auf einem Niveau wie vor dieser großen Zuwanderung. Dennoch kommenden Hunderttausende jedes Jahr nach Deutschland. Was mich schockiert: nach 3 Jahren ist die Zahl derer in Arbeit nur 30%. Stell dir mal ein Land vor, in dem nur 30% arbeiten! Das ist Burkina Faso und Simbabwe. Nur zwei Länder der Welt sind auf diesem Niveau. Und das mitten in unserem Mittelstandsweltmeister-Umfeld. Mit so viel Arbeitslosigkeit gibt es immer Probleme. Egal wie tolerant und sprachfördernd wir sind – das ist eine Zeitbombe.

Introducing: KUNA

Und hier kommt unsere Idee ins Spiel. Wir gründen in Heidelberg einen Ort, den wir KUNA nennen. Das steht für „Gemeinsam“ und will Begegnung und miteinander schaffen. Zum einen gestalten wir eine Wohngemeinschaft – mit 50-50 Belegung. So lernen Geflüchtete Deutsche kennen und umgekehrt. Und dann gründen wir ein Business – Vermietung von Event-Räumen.

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Dort beziehen wir die Geflüchteten ein und helfen ihnen, die deutsche Arbeitskultur anzunehmen. Denn hier gibt es Werte und Anforderungen (wie Pünktlichkeit, Qualität etc), ohne die es echt schwer wird, einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Das ist auch das größte Hindernis in Jobfindung und Vermittlung: Werte und Erwartungen. Wenn wir zusammen leben, uns kennen und schätzen, können wir viel besser unterstützen und die Brücke in unsrer Kultur bauen. Wir wollen nicht nur ein Hilfsangebot, sondern Freundschaften und Beziehungen.

Seit über 5 Jahren haben wir schon verschieden Projekte mit Geflüchteten laufen. Die Bedarfe bei den Geflüchteten sind eigentlich immer gleich – ich suche Wohnung; ich suche Arbeit. Wir haben uns schon oft ins Zeug gelegt und auch öfter mal erfolgreich vermittelt. Und dann kommt oft noch die Sprache als Hindernis hinzu. Wie Murat kürzlich meinte: „Die Flüchtlinge erzählen mir, sie gehen in den Sprachkurs und lernen. Aber niemand spricht deutsch mit ihnen.“ Was fehlt ist echte Integration – sich kennen, miteinander unterwegs sein, füreinander da sein. KUNA will genau das.

Es liegt an uns

In Deutschland, anno 2018, stellt sich dauerhaft eine Frage – wie gehen wir mit Geflüchteten und Migranten um? Die USA sind seit Jahrzehnten das Paradebeispiel für einen „Melting Pot“ – und auch dort sind Spannungen an der Tagesordnung. Trotz aller Multi-Kulti-Ambitionen läuft es an vielen Ecken nicht rund. Zuwanderung und Globalisierung ist mehr als ein politisches Thema. Förderung und Programm sind wichtig. Aber was noch wichtiger ist: wie du und ich damit umgehen. Es liegt an uns was zu verändern. Mit Freundschaften, Begegnungen und ein paar Ideen außerhalb des Rahmens können wir was gestalten. KUNA ist unser Versuch in Heidelberg, das Thema an der Wurzel zu packen und gemeinsame Wege zu finden. Ich halte auch auf dem Laufende, wie es gelingt.

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