Was macht Teams gut?

11 Mrz

Die meisten Firmen fahren ein Programm, um ihre Stars zu finden und zu fördern. High Potentials nennt sich das. Und dort wird geschaut, wer in der Zukunft mehr Verantwortung nehmen kann und Lust hat, Karriere zu machen. Meistens schaut man da auf die Lernfähigkeit und Drive einer Person.

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Das hat viel Gutes, weil man tatsächlich mit willigen Leuten viel reisen kann. Dabei gibt es aber immer auch ne Schattenseite – zum einen mag das die Kultur nicht immer, wenn einer der Kronprinz ist und die anderen als Lastesel nebenher galoppieren können. Aber das größere Problem ist oft, dass man von diesen High Potentials erwartet, dass sie alle 2-3 Jahre nen neuen Job machen. Da sind sie gerade erst angekommen und kennen das Netzwerk, schon sind sie wieder weg. Wenn das zu viele machen, dann funktioniert das oft nur wegen den anderen, und die Hipos nutzen die Stabilität und Verbundenheit der übrigen, um ihr Sternchen zu polieren.

Als ich mir das über die letzten Jahre angeschaut habe, kam mir die Idee auch echt amerikanisch vor. Da ist ja immer ein Star notwendig. Kein Sportevent ohne MVP oder Key Franchise Player. Das mögen sie dort überm Teich: die Great Man Theory.

Wie krass im Gegensatz dazu war Brasilien 2014. Die WM wurde von einer Gruppe gewonnen, die als „Die Mannschaft“ auftrat. Wenn du Interviews über die Zeit schaust, betont jeder, wie die DFB Elf keine herausragenden Stars hatte. Gut, Özil, Kroos, Lahm und Neuer waren not bad. Aber im Halbfinale war es die Mannschaft gegen Neymar, und im Finale die Mannschaft gegen Messi. Kollektiv vs. Einzelüberkönner.

mannschaft

Ich frage mich, ob es nicht mal an der Zeit ist, High-Performance-Teams zu bewerten. So wie man die Stars raussucht, müsste man doch was entwickeln für Teams. Denn ein gutes Team schlägt einen Superstar fast immer. Wir brauchen einfache Kriterien für gute Teams, und einen konstanten Prozess, um sie zu sichten und zu fördern. Hier ist meine Hypothese:

Ein gutes Team besteht aus gutem gegenseitigen Willen und sich ergänzender Zusammenarbeit und Perspektive.

Zwei Dimensionen. Wenn beide stark da sind, ist das Team geil. Wenn was fehlt, dann schwächelt das Team.

Vom guten Willen – ein Team lebt von der zwischenmenschlichen Chemie untereinander. Vertrauen und gute Stimmung sind wesentlich, damit man miteinander unterwegs ist. Man kennt sich, man sich, und steht füreinander ein. Das muss kultiviert werden – sei es, dass man durch Storming Phasen geht, Teambuildings macht, die Hintergrund voneinander kennt und schätzt, wie auch das Gefühl hat, zu gewinnen. Es ist die Aufgabe des Leiters, hier zu investieren und Wege zu gehen, guten Willen aufzubauen. Dann kann auch mal was unklar sein oder schief gehen, und man fängt sich auf.

Vom Zusammenarbeiten – die Unterschiedlichkeiten im Team werden geschätzt und genutzt; man ergänzt sich von der Persönlichkeit und jeder kann seine Stärken ausspielen. Ich bin ja großer Fan vom 5-fältigen Dienst und Enneagramm. Jeder hat eine andere Grundenergie und das bereichert Teams ungemeine. Auch Skills und Wissen sind unterschiedlich – und in tollen Teams kommen die zum Tragen und Mixen zusammen wie unterschiedliche Gewürze in einem Steak Rub. Es harmoniert und stärkt sich gegenseitig.

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