Holypokus

2 Okt

Diesen Sommer lag ich an der Mittelmeerküste am Pool und zog mir ein paar Theologie-Bücher rein. In der Ruhe breitet sich vor dem inneren Auge öfter mal eine Landschaft aus. Man sieht Dinge mit einer Gelassenheit und Weite, die der Alltag zulässt. Ein Hoch auf Italien, das Mittelmeer und gut Bücher!

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Der Heilige Geist – das war meine Storyline im Sommer. Ich weiß, das passt meistens mehr zu Bühnen und amerikanischen Jeans-und-Tattoo-Predigern. Und nicht zu Dolce Vita und Gelato. Aber genau das war die neue Perspektive, die ich bestaunen durfte.

Seit 20 Jahren bin ich jetzt Christ. In den hitzigen 90ern war der Heilige Geist so ein bestimmendes Thema wie die Lionel Messi die letzten 5 Jahre. Überall wurde darüber geredet , oder dagegen. Der Heilige Geist wurde zum Thema in den klassischen Freikirchen, nicht zuletzt durch Vineyard. Nicht lange nach meiner Bekehrung sagte man mir, dass mir noch was fehlt – und so habe ich Monate lang versucht, Zungenreden zu lernen. Bis es dann klappt. Und seitdem preise ich den Herrn in Zungen.

Über die Jahre ist mir die Heilige Geist Nummer lieb und nervig gleichzeitig geworden. Lieb, weil ich sie ultra-wesentlich finde. Der überaus schlaue John Wimber sagte mal: „check your trinity“. Und damit meinte er, dass es Vater, Sohn und Heiliger Geist ist, der Gott aus macht. Und nicht etwas die Bibel, oder die Gemeinde. Wäre er heute noch da, würde er wohl dich Lichtshow mit aus der Dreieinigkeit argumentieren müssen. Der Heilige Geist muss im Leben der Christen und der Gemeinde eine Rolle spielen. Das kaufe ich 100%.

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Und trotz Wimbers Jeans und Hawaii-Hemden und Witzen vor Ministry-Zeiten blieb es doch die meiste Zeit meine Erfahrung, dass die Bühne wichtig ist für Heilig-Geist-Zeug. Die Stimmung muss richtig sein, die Stimme der Prediger etwas anders als bei einem Glas Bier, und wenn schon Heiliger Geist, dann bitte spektakulär. Mit Tränen und Zittern am besten. „Spiritual Disneyland“ nannte das kürzlich jemand. Mag sein, dass da viel Gutes dabei war. Mir geht es auf den Kecks. Mein Wort dafür: Holypokus.

Zurück zum Mittelmeer. Das Ding mit dem Heiligen Geist ist, dass er überall dabei ist im christlichen Leben. Am Anfang, in der Mitte. Allein und in der Gemeinschaft. Zur Umkehr, zur Reinigung, zur Vergebung, zur Ebenbildlichkeit, zur Heiligung, zum Verstehen, zum Einandern. Überall.

Und ich merke, davon will ich mehr. Ich habe ein paar Dinge gelernt und auch Erfahrungen damit gemacht. Aber noch nicht so, wie ich es im Neuen Testament lese. Und ich will lernen, was das im Alltag heißt, mit normalen Leuten ohne Jeans-Tattoo-Badboyprediger-Image. Die Gaben vom Heiligen Geist sind ein Schlüssel – auch in der missionalen Bewegung. Den haben wir noch viel zu wenig angezapft. Und die Frucht des Geistes ist das Geheimnis für das persönliche Leben.

Das habe ich vor meinem inneren Auge gesehen. Ein Alltag gezeichnet vom Heiligen Geist. Dann habe ich das Buch zugeschlagen und bin in den Pool gesprungen. So soll es sein!

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