The Age of the Netzwerk

9 Mrz

Kürzlich war ich mit einem alten Arbeitskollegen beim Italiener in Mannheim. Wir treffen uns alle Jahre mal und erzählen uns, was so läuft. Seine Story hat mich irgendwie durcheinander gebracht. Er arbeitet in seinem Job in einer großen Firma. Daneben lehrt er noch an einer renommierten Business School und macht hier und da Executive Coachings. Dann erzählte er mir von einem Netzwerk, das sich über postmoderne Org Formen Gedanken macht. Und Teil der Coaching Föderation ist er auch noch, genauso wie ab und zu auf dem Lecture Circuit, wo ein paar Leute seiner Sorte sich über Organisation und so austauschen.

Klingt stressig. Irgendwie war er aber drin, und sah Flow in den ganzen Dingen. Auf dem Heimweg habe ich gedacht, endlich mal einer wie ich, der einfach nicht genug kriegen kann.

In den Tagen drauf lief die Wahl zum Weltfussballer. Manu Neuer sollte die zwei Titel-Abonnenten stoppen und durchstarten. Warum war er nominiert? Für seine Spiele bei Bayern, und natürlich weil er mit dem DFB Weltmeister wurde. Für wen gewinnt er denn? Für beide. (Und wer weiß was der Manu sonst noch so macht).

Und dann hat kürzlich mein Freund Tim in Zürich seine Metropolis gestartet. Er war mal bei Vineyard und fühlt sich da noch zugehörig (wie ich). Allerdings war er die letzten Jahre stärker mit Mike Breen und 3DM unterwegs. Die Gemeinde wird von Seacoast Church und ARC unterstützt. Was ist denn jetzt sein Label?

Solche Fragen stellt eigentlich kaum jemand mehr. Natürlich ist man vernetzt. Natürlich hier und da dabei. Natürlich haben unterschiedliche Organisation was zu geben. Und natürlich kann man sich unterschiedlich hier und da einbringen.

Diese Netzwerk-Idee wird schon seit Jahren in Firmen gelebt. Der frühere SAP Chef Henning Kagermann nannte die Organisation von heute mal „Network of Brains“. Um dein Produkte zum Kunden und dort zum Laufen zu bringen, brauchst du ganz viele Leute. Einige von deiner Firma. Aber noch viel mehr von anderen Firmen. Es ist ein Netzwerk, das ein Ergebnis schafft.

Ist es an der Zeit, dass sich Gemeinden und Verbände auch in die Richtung entwickeln? Bisher haben viele Verbände und Gemeinden den Anspruch, ganz viel vom Gemeindeleben abzudecken. Von den Jungen zu den Alten, von Kunst zu Theologie, von Mission bis Evangelisation. Und wenn ein Verband ne gewisse Größe hat, macht er seine eigenen Schulen, Zertifizierungen, Gründungen, Musiklabels etc. Wäre es an der Zeit, sich weiter zu entwickeln?

Es gibt ja schon „Ministries“ seit einigen Jahrzehnten. Spezialisten für Seelsorge, für Musik, für Jüngerschaft, für Mission. Eigentlich für alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Mir scheint aber, dass das noch nicht integriert ist in die Strategie von Verbänden oder Gemeinden.

Ich denke, über die nächsten Jahre wird sich das ändern. Wir werden weniger exklusive Mitgliedschaft sehen. Weniger „das ist meins“ und mehr Ineinandergreifen von Angeboten. Menschen heute haben eine Option und sind nicht mehr durch Familienloyalität oder Ideologie gebunden. Das Netzwerk wird flexibel sein, und die Informationsflut wird helfen, darin zu navigieren.

Vielleicht sind wir im Zeitalter des Netzwerks angekommen. Vielleicht werden damit mehr als ein Team spielen statt nur auf unser Spiel zu schauen. Ich freue mich drauf.

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