Predigen für Postmoderne – Teil 2

3 Jul

Im letzten Post gab es Lobeshymnen auf Dave Schmelzer und seine Postmoderne. Die Einführung seines Talks aus 2005 in Chicago ging um Objektivität vs. Erfahrung. Moderne stehen auf objektive Fakten. Postmoderne eher auf erfahrbare Geistlichkeit.

Hier ist nun der 2. Teil mit praktischen Tipps. Auf eine heiter Diskussion…

Nachdem ich das gesagt habe, will ich einige Punkte präsentieren, die ich bei den meisten Predigten anwende. Die will ich euch präsentieren, und dann einige körperliche Übungen vorstellen, um zu zeigen, wie man als Prediger seinen Körper einsetzt. Ich will dabei nicht viel explizit über die Theologie dahinter sagen, sondern sie einfach voraussetzen. Die „Modernisten“ unter uns werden das ganze also nicht sehr biblisch belegt finden, zu Recht. Aber wenn ihr nur die versteckten Tiefen der Schrift kennen würdet…

1) Bringe überzeugend rüber, dass alles, was Gott will dass wir tun, uns zu Gute kommt.

Das ist etwas nicht sehr modernes. Die meisten meiner Predigt-Titel enthalten eine Verheißung. Ich mache es mir selbst zur Pflicht, in den ersten paar Minuten der Predigt klar zu machen, was die Leute davon haben, wenn sie mir 40 Minuten lang zuhören. Deshalb fange ich wenige Sätze an mit „Die Bibel sagt…“, mit der Bedeutung „..deshalb solltest du es tun.“ Ich benutze auch das Wort „sollen“ wenig, denn: warum sollten sie etwas tun, wenn es nicht in ihrem Interesse ist. Gott ist schließlich gut. Wieso sollte er uns schaden? Zum Beispiel Evangelisieren: Normalerweise wird gesagt: Du musst das tun, weil Jesus es befiehlt. Sonst bist du einfach ein schlechter Christ, der sich nicht um den Auftrag Jesu kümmert. Das funktioniert in meinen Kreisen nicht. Ich frage mich: Warum sollte eine geistig gesunde Person, die ihr Leben bewußt gestaltet, wie sie es möchte, evangelistisch aktiv sein? Das ist mein Ansatz. Und wenn ich keine Antwort habe, sollte ich gar nicht darüber predigen. Zum Beispiel Apg 17: „Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch läßt er sich nicht von Menschenhänden dienen, wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt.“ Also kann es für nicht darum gehen, seine Bedürfnisse zu befriedigen, indem wir ihm dienen. Also wenn ich meinen Teil beitrage und das Evangelium an Orten verbreite, wo es noch nicht ist, also hier in Cambridge, und ich werde von einem Bus überfahren, bin ich weg. Ich denke, dass Leute um mich trauern würden, das Gott traurig ist, aber ich denke nicht dass Gott sagt: Oh nein, Cambridge ist verloren, Dave ist tot. Er kommt damit klar, er ist Gott. Ich fühle nicht einen Mangel in dem aus, was Gott tut. Ich bin eingeladen, an seiner Arbeit mit zu machen. Es ist zu meinem Vorteil – ich wäre blöd, es nicht zu tun. Da heißt: Ich predige die Vorteile davon, etwas zu tun – und den Preis dafür, etwas nicht zu tun.

Ein weiterer Gedanke: Ich will nicht, dass mir Prediger sagen, dass ich ein Idiot bin wenn ich nicht tue was sie sagen. Aber ich will schon, dass sie sagen das ich nicht clever bin, wenn ich es nicht tue. Das ist etwas ganz anderes. Ich habe zwei Predigen hintereinander von einem talentierten Mann gehört, dessen Stil ich aber nicht mochte. Er hat über Evangelisierung geredet. In der ersten Predigt ging es darum, ob man seinen Arbeitsplatz als Missionsfeld sieht. Er sagte: „Ich glaube nicht, dass du das tust!“ Er fragte weiter: „Betest du für sie, betest du jeden Tag dafür, dass sie durch dich zum Herrn kommen – ich habe mich umgehört, ich glaube nicht dass du das tust!! Was stimmt mit euch nicht? Liebt ihr Gott überhaupt? Gehts euch nur ums Geld oder um Gott? Also rafft euch auf, seht den Arbeitsplatz als Missionsfeld und lasst uns beten..“ In der zweiten Predigt, eine Woche später fing er an: „Lasst uns zusammen die freie Gnade Gottes feiern. Wir können sie nicht verdienen. Sie ist absolut frei, lasst uns darin frohlocken. Lasst uns beten..“ Wenn die Gnade frei ist – was ich glaube – wofür sind dann all die Gebote? Ich glaube, es sind Anweisungen für unser Leben als Christen. Wenn wir nicht beten, haben wir keine gute Beziehung zu Gott, wenn wir unseren Ehepartner nicht so lieben, wie die Bibel es sagt, wird unsere Ehe schlecht sein. Daran ändert die freie Gnade Gottes nichts – deshalb gibt es die Gebote, weil sie uns zum Besten dienen. Also sage mir als Prediger nicht, dass ich ein Idiot bin, wenn ich nicht tue was du denkst das ich tun soll, sag mir dass ich nicht clever bin. Also wenn’s um Mission am Arbeitsplatz geht: Super Frage, also warum bin ich nicht clever, wenn ich es nicht tue? Das ist eine ganz andere Frage.

2) Bringe Jesus in eine Lage, dass er seine Macht demonstrieren kann.

Ich mag Tips, ich gebe viele Tips, möglichst konkrete. Denn es geht darum, den Leuten zu zeigen, was an der Botschaft relevant für sie ist und was sie davon haben, wenn sie es umsetzen. Ich rate den Leuten, Dinge zu tun, auf die Gott eine Reaktion versprochen hat. Wenn keine Verheißung von Gott auf etwas liegt, liege ich falsch.  Psalmen zu beten, zum Beispiel.  Mein Freund Steve hat es probiert, obwohl er nicht gläubig war, und sein Leben hat sich gebessert. Darauf bin ich natürlich durch die Bibel gekommen. Die historische Forschung hat gezeigt – und ich vertraue ihr da – dass der Psalter ein Gebetsbuch war. Hast du mal gemerkt, wie wenig sich der Psalter für Bibelarbeiten eignet? Warum? Ich denke, wiel sie nicht dafür gedacht sind. Es ist als Gebetsbuch gedacht, nicht dazu, es zu analysieren und auseinanderzunehmen. Aber du kannst sie beten. Und wenn du es tust, wie es Menschen 3000 Jahre getan haben, wird es dein Leben verändern. Also sage ich: Bete Psalmen, weil es dein Leben verändert. Wenn du es tust und es ist nur langweilig – hör auf damit! Genauso mit Gemeinde: Wenn du in einer Gemeinde unzufrieden bist und es dir nichts bringt – geh woanders hin, warum solltest du etwas tun, was nicht in deinem Interesse ist? Vielleicht liegt es an uns, oder du passt hier nicht rein. Es gibt viele andere gute Gemeinden, und wenn die nichts sind, komm zurück. Generell: Wenn die Dinge, zu denen ich rate, keine Reaktion, kein Ergebnis bringen, würde ich sie nicht tun.

3) Lass dich von jeder Predigt selbst herausfordern.

Das ist nur mein Anspruch, es muß nicht deiner sein. Aber das ist, was ich entdeckt habe, was mir nicht leicht fällt, aber es ist hilfreich. Ich schreibe meine Predigten selbst. Es gibt eine Sache, die mir etwas peinlich ist, aber falls sie euch auch peinlich ist, mir geht es nicht anders: Ich schreibe meine Predigten spät in der Woche. Wenn ich mit Pastoren rede fragen sie manchmal: Bist du einer von denen, die ihre Predigten spät in der Woche schreiben, Samstag nacht? Und ich antworte: Ja, grundsätzlich. Der Grund warum ich das angefangen habe, war: Ich hatte das Gefühl, Predigten würden mein ganzes Leben bestimmen, es käme immer schon die nächste. Ich wollte das begrenzen. Wenn eine Predigt etwas 10 Stunden Vorbereitung braucht, sollten es die letzten 10 Stunden der Woche sein, nicht die ersten. Denn wenn es die ersten sind, werde ich gar nicht mehr mit meinen Mitarbeitern reden. Ich werde keine Pastoren treffen, keine Visionstreffen besuchen, keine Seelsorge machen, ich werde nicht der Gemeinde dienen, nur die Predigt schreiben. Wenn ich am Anfang der Woche anfange würde ich die ganze Woche darüber nachdenken.

Also, ich sitze an der Predigt, zwei, drei Stunden lang – und bin gelangweilt. Alles was ich schreibe, ist wahr – es ist kein Problem von theologischer Korrektheit. Ich glaube, was ich sage, aber ich bin gelangweilt. Warum ist das so? Ich glaube, weil ich den Leuten etwas erzähle, was ich vor zwanzig Jahren gelernt habe. Es ist wahr, wahrscheinlich sogar hilfreich, aber ich habe es seitdem nicht wirklich im Leben umgesetzt. Dann könnte jemand einwenden: Ja, aber es ist nicht jeder so weit wie du, für Neubekehrte könnte es hilfreich sein. Aber ich will das nicht tun. Ich sage zu Gott: Nein, das bringt’s doch nicht. Ich will von ihm wissen: Was in diesem Text willst du mir heute sagen, woran muß ich arbeiten? Worüber ich nachdenken muß, was mich wirklich umhaut? Wenn da nichts ist, worüber soll ich dann reden? Acuh wenn es schon spät ist: Es kann sein, dass ich eine Stunde nur darüber bete, bis ich ein Wort von Gott habe, dass ich weitergeben kann. Ich will sagen können:Das ist wichtig für die Leute, weil es mir wichtig geworden ist. Also, was mich angeht: Ich finde es wird lebendig, wenn ich wirklich herausgefordert bin. Wenn ich auch nur ein bißchen gelangweilt ist, selbst wenn es wahr ist, frage ich mich: Warum predige ich das?

4) Predige mit Begeisterung und Überzeugung, selbst wenn du nicht völlig von der Predigt begeistert bist.

Ich weiß nicht wieviel von euch regelmäßig auf der Kanzel stehen und denken: Ich hoffe, das funktioniert. Ich hoffe, ich bring’s heute rüber und werde meiner Aufgabe gerecht. Für mich ist es halb/halb: Jedes zweite Mal bin ich recht selbstbewußt und denke: Ich gebe einfach mein Bestes, mehr kann ich nicht tun. Die anderen Male mache ich mir Gedanken: Ich hoffe, das klappt und ich kann das heute gut machen. Mir hat Gott mal gesagt, als ich angefangen habe zu predigen: Niemand will deine Entschuldigung gleich am Anfang hören. Auch wenn du dir unsicher bist: Niemand will als Einleitung hören: „Hey, ich hab’s auch nicht ganz geblickt, es war spät gestern abend…“ Genausowenig solltest du sagen: „Es könnte nicht viel besser sein, ich bin wirklich ziemlich gut… Ich bin sehr gut.“ Niemand will das hören! Gott sagt mir ständig: Hör zu, hast du eine andere Predigt in petto für heute? – Nein. – Hast du auf den Heiligen Geist gehört, Zeit mit mir und dem Text verbracht, dich selbst gefragt und wirklich nach der Herausforderung gesucht, die der Text bereithält? – Ja, das tue ich immer. – dann ist das das Wort des Herrn. Das ist es, was die Leute hören sollen. Und niemand will deine Entschuldigung hören, warum es vielleicht besser sein könnte. Also ist das im Augenblick die beste Predigt die jemals gehalten wurde und du predigst sie heute. Und du predigst im Bewußtsein, dass das Gold ist, dass du den Leuten gibst. Und ich predige es. Und ich sage euch eins: Die Predigten, auf die ich die meisten Reaktionen erhalten habe, waren die, bei denen ich am unsichersten war. Diese Predigten haben Leben verändert. Gott ist gut, er verspricht seine Gegenwart und gibt uns sein Wort. Also, entschuldigt euch nicht.

Das Buch, dass ich in Bezug auf Predigen empfehle, ist eigentlich kein Buch übers predigen, sondern über das Halten von Reden. Es heißt „The quick and easy way to effective speaking“ von Dale Carnegie. Ich glaube Dale Carnegie war der beste Lehrer im Reden halten den es gab. Er hielt Seminare zu dem Thema in den Zwanzigern in CVJMs und wurde so berühmt. Er schrieb weitere Bücher, z.B. „Wie man Menschen beeinflusst und Freunde gewinnt“ und ein empfehlenswertes Buch zum Thema „Sorgen“, es heißt „Sorge dich nicht, lebe!“ Das wäre auch ein super Predigt-Titel. Das Buch ist großartig. Das über Freunde ist nicht sein bestes, aber auch das ist gut. Er spricht darüber, wie er zehntausende von Leuten im Reden halten trainiert hat, Verkäufer, Prediger, Ehrenamtliche, alle möglichen Leute aus verschiedenen Kontexten. Ich habe viele Bücher aus dem evangelikalen Kontext gelesen über Predigen. Er ist das absolute Gegenteil. Es geht wieder um den Gegensatz Moderne-Postmoderne. Carnegie war postmodern in den Zwanzigern. Was er sagt, ist für mich vorbildhaft. Es gibt ein Standard-Buch übers Predigen von einem Dozenten vom Gordon-Conwell-Seminary, das mir auch empfohlen wurde – aber ich konnte nichts damit anfangen. Es geht wieder nur um Abstraktionen, Konzepte. Man soll keine Geschichten erzählen, nur „objektiv“ zu sein. Carnegie dagegen sagt: Alles kommt aus deiner Erfahrung, aus deiner Begeisterung. Und wenn du keine Leidenschaft hast für das, was du sagst – warum sagst du es dann? Jedenfalls: Dieses Buch ist absolut empfehlenswert.

Einer seiner Punkte ist: Rede mit Begeisterung darüber, wie das Thema dein Leben verändert hat. Die Leidenschaft, die Begeisterung macht den entscheidenden Unterschied. Du kannst über ein und dasselbe Thema reden, mit und ohne Leidenschaft – das ist das Entscheidende. Und die Leidenschaft hängt eng damit zusammen, wie sehr es dein Leben verändert hat. Das ist ein großer Anspruch, jede Woche, jeden Punkt dazu in Bezug zu setzen wie es dein Leben verändert hat. Dennn wie viele Dinge verändern dein Leben wirklich? In der Praxis redest du über weite Themenkreise, auf die du immer wieder zurück kommst. Aber die es kommt immer wieder darauf zurück: Wenn es nicht dein Leben verändert hat, wieso predigst du dann darüber? In dem Buch erzählt Carnegie eine Geschichte. Er redet über diesen Typ in seiner Klasse, der eine Rede gehalten hat über Patriotismus. Er fängt an mit getragener Stimme: „Patriotismus ist eine großartiges Geschenk des Schöpfers an unser Volk…“ Einfach eine Reihe von abstrakten Ideen über Patriotismus. Die Klasse hat ihn irgendwann dazu gebracht, aufzuhören. „Hör auf zu reden…“ Und Carnegie fragt den Kerl: „Was ist dir persönlich am Patriotismus wichtig?“ – Der Kerl war Kriegsgefangener im 2. Weltkrieg und war geflohen. Also sagte er: „Es ist mir sehr wichtig, ich bin ein guter Patriot!“ Und Carnegie frage „Warum?“ – „Ich war Kriegsgefangener im 2. Weltkrieg.“ – „Dann erzähl mir darüber..“ Und er erzählte sehr eloquent seine Geschichte und die Leute waren gefesselt. „Das ist mir passiert.. und deshalb bin ich Patriot!“ Die Leute reagierten mit stehenden Ovationen. Vom langweiligsten Redner zum Besten! Es geht immer wieder darum: Hast du Begeisterung für das Thema und warum? Es gibt kein ödes Leben auf der Erde. Wenn man Leuten wirklich zuhört, hat jeder etwas interessantes zu erzählen. Meine Eltern waren Farmer in Iowa, und mit 21 haute mein Vater ab um aufs College zu gehen und wurde schließlich einer der erfolgreichsten Anwälte in Kalifornien. Jeder hat interessante Geschichten zu erzählen. Wenn du verstehst, was Leute antreibt, dann ist das spannend.

Nächster Tip: Mach’s einfach. Es ist schwierig, nicht am laufenden Band zu verallgmeinern! Als Autor mag ich eigentlich „Poesie“ gar nicht. Ich bin mehr der „Prosa-Typ“ beim Predigen. Ich tue mich schwer mit „poetischen“ Predigt-Überschriften wie „Verlier nicht deinen Axt-Stiel.“ – „Was meinst du damit?!“ Es ist einfach eine Metapher – aber woher soll ich wissen, um was es geht? Ich will im Predigt-Titel mitkriegen, um was es geht, was die Verheißung dahinter ist. Ich will wissen, was Gott verspricht, nicht so etwas wie „Blumensträuße der Gnade“. Mach’s einfach, drück dich klar aus. Das ist nicht immer einfach. Z.B. ein Schriftwort wie „Perlen nicht vor die Säue werfen.“ Jesus hat’s gesagt, dann ist es gut genug für mich. Aber es ist Poesie, eine Metapher. Du kannst sicher sein, ich werde nie Perlen vor die Säue werfen. Das ist es..! Ich vermute stark, Jesus spricht hier symbolisch, metaphorisch. Es könnte verschiedene Dinge bedeuten: Für manche Leute zu beten, anstatt ihnen zu predigen. Oder: Leute die kein Interesse haben, links liegen zu lassen. Was auch immer es ist: Drück’s klar aus, mach’s einfach und deutlich. Und schließlich: Je mehr du Leuten ausdrücklich Freiheit gibst, desto mehr kannst du von ihnen verlangen. Hier ist mein Versprechen: Die meisten konservativen Gemeinden arbeiten mit Druck, und verlangen schließlich fast nichts von den Leuten. Ich versuche mein Bestes darin, Leuten alle Freiheit zu lassen und alles von ihnen zu verlangen. Hier sind meine Einsichten: Als wir ein Kirchengebäude bauen wollten, wir waren zu der Zeit etwa 700 Erwachsene. Aber die meisten waren nicht wohlhabend. Sie waren Studenten oder gerade frisch im Job. Die Kosten insgesamt sind 9 Millionen Dollars. Die hatten wir nicht. Wie sollten wir das Geld auftreiben? Sollten wir einen Berater engagieren? Wir entschieden uns dagegen. Ich habe Rick Warren gelesen, großartig. Ich habe entdeckt, dass er Aufzeichnungen begonnen hat über die Spendenkampagne, 10 Jahre vorher, als er 5000 Leute in der Gemeinde hatte. Das Spendenaufkommen in dieser Kampagne war das höchste, pro Person gerechnet, das es jemals gab. Dieser Bezirk ist der reichste in Amerika. Zurück in unsere Zeit. Ich fühlte mich wie ein Schmock. Ich habe mit den besten Spendern geredet, aber fühlte mich auch komisch und manipulativ dabei. Also habe ich ihnen gesagt: „Wenn du Bedenken hast, auch nur einen Dollar zu geben, dann gib diesen Dollar nicht.“ Wenn du auch nur den Hauch von Einwänden hast, die dich hindern, mit Begeisterung zu geben – dann will ich es nicht.“ Ich will nichts aus dir rauslocken, dass du widerwillig gibst. Ich will wirklich nur die Kohle, die du freudig und gerne gibst. Dann habe ich erklärt, warum Ich selbst gerne viel Geld gebe. Ich gebe einen Großteil meines Gehaltes, obwohl ich sowieso weniger als üblich bekomme. Ich habe gesagt: Ich will freiwillig noch weniger Gehalt bekommen. Und ich hoffe, du tust das gleiche. Weil ich daran glaube. Ich glaube, Gott wird es belohnen. Im ersten Jahr gaben wir 20000 Dollar. Das habe ich gepredigt, und daraufhin war die durchschnittliche Spendensumme pro Person 26000 Dollar! Wie kam es dazu? Weil ich Freiheit gepredigt habe – und alles verlangt habe.

Das ist glaube ich abgelaufen: In einer normalen „modernen“ Kirche wird gesagt: Die Bibel sagt „X“, deshalb solltest du es tun. Du hast natürlich die freie Wahl, aber es nicht zu tun heißt der Bibel ungehorsam zu sein. Die Verantwortung wir abgewälzt. Es wird gesagt: Wenn du damit nicht klarkommst und dich ärgerst, dann nicht über mich, sondern über Paulus. Oder über Jesus. Das ist die Ausübung von Druck! Die Botschaft, die rüberkommt ist: Falls du dem lebendigen Gott gegenüber ungehorsam sein willst, fühl dich frei nicht zu tun, was ich sage. Wenn wir das tun, wenn wir auf diese Weise über Leute urteilen, dann üben wir Druck aus. Und im Grunde verlangen wir nichts. Wenn wir gleich mit der Hölle drohen, können wir das nicht sehr oft tun, weil es sich abnutzt. Deshalb verlangen wir am Ende gar nichts. Wir üben Druck aus. Wir denken: Wenn ich sie danach frage, drei Minuten am Tag zu beten, bin ich ein [cold leader? ca. 42:00]. Wenn ich eine Stunde verlange, dasselbe. Wenn ich sage: Gebt doch ein bisschen, es steht doch in der Bibel. Wir verlangen so wenig wie möglich, weil wir kein [cold leader?] sein wollen. Was ich versuche rüberzubekommen ist: Es gibt kein Urteil. Ich verurteile Leute nicht, weil sie nicht tun, was ich sage. Also was ist passiert: Leute gaben sehr großzügig, aber kein großer Teil der Leute. Von den 700 Leuten gaben in der ersten Runde etwa 200-300. Aber das habe ich ja gesagt: Wenn ihr irgendwelche Vorbehalte habt, gebt nichts. Also habe ich gesagt: Super wenn ihr was gebt, ok, wenn ihr nichts gebt. Ich bin gespannt was Gott für dich tut. Fazit: Je mehr Freiheit du gibts, desto mehr kannst du verlangen.

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Eine Antwort to “Predigen für Postmoderne – Teil 2”

  1. easyfisch 4 Juli, 2012 um 6:43 am #

    ….Du kannst sicher sein, ich werde nie Perlen vor die Säue werfen. Das ist es..! Ich vermute stark, Jesus spricht hier symbolisch, metaphorisch. …

    lol

    Super Post!
    Tipps geben find ich auch toll.
    Die moderne retorik bringt er gut auf den Punkt!-) Finde auch bei mir Prägungen!-)
    Auch toll finde ich den Satz: „Das will niemand hören…“ will ich mir das nächste mal auch sagen wenn ich predige!-)

    Gruss&segen

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