Warum Christen auf Facebook sein sollten

3 Mai

Ni Ka, San Dra, Mi Chael – die Liste von Facebook-Verunnamungen ist lange. Und nervig. Ich habe vor einer Weile alle Facebook-Phobiker rausgeschmissen. Irgendwie ging es mir auf den Senkel. Einige Freunde aus Südafrika und USA fragen sich, was das Problem der Deutschen ist. Frag ich mich auch. Hier ist mein Statement, warum vor allem Christen da anders sein sollten:

Big Brother – ZDF predigt fast jede Woche über die Datengefahr bei Facebook & Co. Die sammeln persönliche Daten und nutzen sie – so die Logik. Und wenn sie sie nutzen, werden wir ausgenutzt. Wir werden gläsern und – das schlimmstes alles Szenarios – personalisierte Werbung wird geschalten. Ich muss gestehen, ich habe bisher jede personalisierte Reklame überlebt. So schlimm war es nicht. Was kann denn sonst noch passieren? Mir hat bisher noch kein Datenphobiker ein wirklich gefährliches Szenario aufzeigen können. Und außerdem sind FB& Co im Rechtsstaat unterwegs und Gesetzen unterworfen.  Das ist was Stablies.

Transparenz ist unser Freund – ich bin voll für Privatsphäre. An Facebook & Co schätze ich die Freiwilligkeit. Wer nicht will, kann raus. Jede bestimmt selber, was rein geht. Gut, Facebook hat ab und zu eine schattige Art, mit neuen Einstellungen umzugehen. Aber als Christen sollten wir Transparenz gut heißen. Sünde lebt im Verborgenen. Das „Licht“ – wie die Bibel es nennt – ist etwas Erstrebenswertes. Es ist natürlich jedem selbst überlassen, was er preisgibt.  Darauf basiert auch das wichtigste Gut in sozialen Netzwerken – Vertrauen. In dem Moment wo Google oder FB mein Vertrauen missbraucht, bin ich raus. Und viele andere auch. Sie MÜSSEN Vertrauen schützen. Das ist die Währung dieser digitalen Welt.

Pessimismus ist in meiner Bibel keine Frucht des Geistes. Wenn ich mit Christen rede, und wenn ich mit Nichtchristen rede – dann merke ich kaum Unterschied in Bezug auf soziale Netzwerke. Schade eigentlich. Wir sind genauso misstrauisch, genauso pessimistisch, genauso anti wie alle anderen, die ZDF schauen. Im Philipper heißt es, dass wir scheinen sollen wie Sterne in der dunklen Nacht durch unseren offene und frohe Haltung. (xXx) und wir haben Grund dazu. Gott regiert. Und zwar absolut.  „Aber,“ sagt da der eine oder andere Vorsichtige, „gehen wir nicht schweren Zeiten entgegen? Verfolgung. Unterdrückung. Und gar dem Tod. Sagt das nicht die Bibel?“

Das Zeichen des Biests – OK, ich bin kein Endzeitspezialist. Es hilft auch nicht, dass die meisten Ansagen zur Endzeit im schwierigsten Buch der Bibel stehen – der Offenbarung. Ich stehe mit Ehrfurcht vor diesem Buch und es sagt mir, wie viel ich nicht weiß. Dort ist die Rede vom „Zeichen des Biests“. Viele reden von einem Chip unter der Hand. Und die den Chip haben, gehören dann zur falschen Seite. Also, aufpassen! Denn die digitale Evolution führt zum Chip – und dann stehst du plötzlich im Abseits.

Ich finde das eine komische Argumentation. Die ganze Bibel spricht von einem Gott, der liebt, der Beziehung will und der Menschen anhand von Jesus betrachtet. Er vergibt 100%. Außer den Chip?! Das finde ich komisch. 1.150 Seiten lang geht es um Treue, Herzensreinheit und Bekenntnis. Und dann auf Seite 1.151 ist der Chip die Weggabelung für die Ewigkeit? I don’t know.

Vielleicht stört mich das am meisten. Dass viele bei ihrem Misstrauen einen superkleinen Gott bezeugen. Dass sie ein vorsichtiges Christentum leben. Dass sie passiv an die Welt rangehen. Oder dass sie ganz ohne Gottbezug an diese Entscheidungen rangehen. Dabei war schon immer das Gut der Christen, dass sie aufrichtig gelebt haben. Wann immer sie sich entzogen haben, wurde es irgendwie strange. Und zum Zeigen gehört der Name.

Vertrauen und Freiwilligkeit sind die Basis für soziale Netzwerke. Und so bleibt es natürlich jedem überlassen – inklusive aller Jesus-Nachfolger – wie man digital unterwegs ist. Der Rechtstatt, die Gesetze und Menschenwürde sind eine stabile Basis. Transparenz ist der Freund von uns Kindern des Lichts – und Hoffnung sollte unser Kennzeichen sein.

3 Antworten to “Warum Christen auf Facebook sein sollten”

  1. Peter Neubauer 7 Mai, 2012 um 8:20 pm #

    Ja. Guter Artikel. Kann ich weitestgehend zustimmen.
    Personalisierte Werbung finde ich nicht nur schlecht – es hilft mir an manchen Stellen sogar. Und im Zweifel mach ich den Adblocker bei meinem Browser an – und schon ist die Werbung weg.

    Einziges Ding: wir müssen zum Teil noch lernen, wie wir mit unseren Daten im Internet umgehen. Worauf müssen wir achten, welche Sorgfalt müssen wir an den Tag legen.
    Ich hatte mal einen sehr unangenehmen Anruf von einem mir Unbekannten. Letztlich hat mir der Typ sogar gedroht. Thema war ein Eintrag, den ich im Forum der FAZ hinterlassen hatte. Ok – Forum ist etwas anderes als ein soziales Netzwerk. Dennoch – es war sehr ungut und ich dachte: gleich steht einer vor deiner Haustür und sticht Löcher in die Reifen deines Autos. Und ich war deshalb kurz davor, alle meine Profile und Accounts im Internet zu löschen.

  2. powtac 8 Mai, 2012 um 11:40 am #

    Hi Marlin,
    sehr gute Anregungen, Danke! Für mich als berufsmäßigen Programmierer von gerade solchen Services kann ich dir in der fachlichen Sache zustimmen, wirklich schlimm ist es nicht wenn man mit „Klarnamen“ im Internet lebt. Ich sehe aber auch kein Problem darin seinen „Künstlernamen“, Avatar im Internet zu verwenden. In meinen Online-Namen powtac habe ich viel Zeit investiert und bin vielen auch nur als solcher bekannt.
    Deutschland hat eine Vergangenheit, die auch mit Kontrolle zu tun hat. Damals war irgendwann Schluss mit Freiwilligkeit. Vor 78 Jahren hat man die Kontrolle noch mit Zetteln und Listen organisiert in GAUs und was weiß ich noch. Mit den technischen Möglichkeiten von heute lässt sich eine solche Kontrolle wesentlich schneller und effizienter errichten. Ich denke daher kommt eine gut begründete deutsche Angst vor allem was (staatliche) Kontrolle ermöglicht und zentralisiert. Kontrolle entsteht durch Information und wenn mir der Name einer Person auf Facebook bekannt ist, ermöglicht mir das innerhalb von wenigen Minuten weitere Details herauszufinden und dadurch Macht zu gewinnen, siehe negatives Beispiel vom vorherigen Kommentator.
    Dieses neue Medium fordert viel und ich sehe unsere Gesellschaft vor einem Kulturkampf in Sachen Freiheit im Internet. Alle die im Moment das „Internet“ einschränken (kontrollieren) möchten haben aus meiner Sicht sehr unredliche Motive: hauptsächlich Politiker die Lobbypolitik für große Konzerne (u.a. für Facebook) machen; Politiker die Freiheit (im Internet) so massiv einschränken wollen, wie es nie für Post, Straßenverkehrsüberwachung, Bargeld vorstellbar wäre. Mit einem Beispiel gesprochen: Die im Bundestag geplanten Gesetze kann man etwa so auf die digitale Welt übertragen als würde in allen Autos eine Geschwindigkeitsschreiber eingebaut um sogar noch nach Jahren jede 2-3 Km Geschwindigkeitsüberschreitungen zu ahnden (weiter wüsste der Staat auch genau, wer wann wohin gefahren ist…). Wir haben Heute schon eine weit stärkere Rechtsausübung im Internet als im realen Leben. Ein anderes Beispiel: Wenn ich mit einem selbst gemalten Coca-Cola T-Shirt über die Hauptstraße laufe und wahre oder unwahre Dinge über Coca-Cola erzähle, schlägt das keine Wellen. Wenn ich aber eine Facebookgruppe zu Coca-Cola erstelle und entsprechende Inhalte publiziere, wird mein Account womöglich innerhalb von Minuten gesperrt. D.h. In der digitalen Welt ist die Kontrolle und die Rechtsausübung heute schon wesentlich restriktiver als im Real Live. Und das obwohl im echten Leben eine tatsächliche Gefahr durch Geschwindigkeitsübertretungen entstehen kann.

    Fazit: Nur weil Kontrolle im Internet so einfach möglich ist, ist dies kein Grund diese auszuüben!

    Aufmerken sollten alle unbedarften Nutzer, dass gerade die Menschen aus meiner Zunft, die die sich tagtäglich mit den technischen Möglichkeiten des Internets auseinandersetzen, so vehement gegen jegliche(!) Kontrollmechanismen einsetzen. Und es sogar geschafft haben daraus eine politische Bewegung zu etablieren. Die Gefahr des Missbrauchs von Kontrolle kennen wir Deutschen leider viel zu gut.

    —-
    Kleiner Absatz zu den positiven Aspekten: Die Möglichkeiten für Transparenz wo „Dunkelheit“ herrscht und die Möglichkeiten für Wirbel für die Guten Sachen sind unbestritten.

  3. Boris 8 Mai, 2012 um 11:43 am #

    Einer der wenigen Gründe, nicht auf jeder Plattform dabei zu sein, ist für mich einzig die ständige Ablenkung. Ist es heute schon genug herausfordernd, die Aufmerksamkeit richtig zu managen, ohne auch noch zu wissen, welche Katze in Hintertupfingen gerade gefurzt hat. Von daher ziehe ich Twitter dem FB eigentlich vor

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