Wie Veränderung gelingt – einer nach dem anderen

11 Feb

Wer Veränderungen will, baut sich meistens eine Art Plan und nennt diesen „Change Management“. Dazu gibt es viel Literatur und die beschreibt, an was man alles denken muss. An Systeme, Prozesse, Strukturen. Leider vergisst man dabei eine zentrale Komponente: Menschen.

„Menschen sind schlau,“ sagt Stewart Black in It Starts with One, „Egal wie man die Struktur der Organisation verändert – die Menschen werden Wege finden, sich zu verhalten wie zuvor.“ Es ist nicht, dass Menschen böse sind oder Veränderung nicht wollen. Es gibt ein ganz zentrales Problem:

Menschen wissen, was da neues auf sie zukommt. Sie wissen, dass sie darin nicht sofort gut sein werden. Viele sind lieber gut in etwas, als das Richtige schlecht zu tun.

Nach Gregersen und Black geht also darum, Menschen einzeln zu verändern. Und das fängt damit an, dass man die Dynamik einer Veränderung versteht. Sie sprechen von 3 Barrieren zu Veränderung: Sehen, Bewegen, Beenden.

1. Sehen

Menschen haben über die Zeit ein Bild der Welt entwickelt. Mentale Landkarten. Sie haben gelernt, wie Dinge zusammenhängen und haben sich darauf eingestellt. „Sie machen Dinge auf eine bestimmte Art,“ so Black, „weil sie funktionieren. Sie haben diese mentale Landkarten. Das ist auf der ganzen Welt so, und genau aus einem Grund: weil diese Landkarten für die Menschen funktionieren. Je länger die Landkarte funktioniert hat, desto eher halten die Menschen daran fest.“

Was macht jetzt der Leiter und Veränderungsmanager? Er muss eine Kontrast herstellen, warum die Landkarte nicht mehr funktionieren kann. Die Leute müssen die Zukunft (und Gegenwart) verstehen und die neuen Anforderungen in ihr Bild aufnehmen.

Die Rückkehr zu alten Ansichten ist fast unaufhaltsam, wenn Menschen die Notwendigkeit der neuen Richtung nicht verstehen und akzeptieren.

2. Bewegen

OK, jetzt steht man also da und muss sich auf was Neues einlassen, das man nicht kann. Menschen wollen lieber Kompetenz auf der falschen Spur als Inkompetenz auf der richtigen. Man muss hier helfen, damit Menschen das Neue lernen können. Das braucht Zeit, Geduld, Begleitung und Vorausplanung für persönliche Entwicklung.

„Die Herausforderung ist, Menschen etwas beizubringen, das sie noch nie gemacht haben,“ so Gregersen. „Es ist neu, es wurde noch nie gemacht. Daher ist ganz klar, dass man es nicht kann. Viele Führungskräfte glauben, dass wenn sie was erkannt haben, es für jeden leicht umsetzbar ist. Das stimmt einfach nicht.“

Wir brauchen also eine Brücke von hier nach dort. Dazu muss der Veränderer Ziele klar machen, die richtigen Mittel zur Verfügung stellen, Fähigkeiten vermitteln und die neuen Ergebnisse müssen auch wirklich was wert sein. Wenn die Leute hier unterstützt werden, ist Veränderung näher.

3. Beenden

Letztlich muss sich der Weg zum Neuen auch in der Organisation verankern. Die Gefahr ist, dass Veränderung angefangen wird und dann werden Leute müde oder wissen nicht mehr, was Sache ist. Weil es Zeit braucht, bis Veränderung zu neuen, besseren Ergebnissen führt, ist die Versuchung groß, zurück zu alten Sicherheiten zu gehen.

„Der Erfolg von Veränderung hängt an der persönlichen Unterstüztung,“ so Gregersen. „Wenn die Führungskraft alles richtig macht, aber sich nicht wirklich um den letzten Erfolg kümmert, wird es nichts. Jemand muss in der Nähe sein, damit Personen durchhalten wenn es hart wird und man aufgeben will. Dieser lokale Support hilft den Leuten, durchzuhalten bis die neuen Handlungsweisen gemeistert werden und in die Organisation übergehen.“

Die Veränderung muss also über die Zeit begleitet werden, sie muss für die Leute sichtbar werden, jemand muss sich um die Ergebnisse kümmern und immer wieder kommunizieren, was los ist. Nur dann wird das Richtige auch gut gemacht und der neue Standard.

Puh, ganz schöner Weg bis man was verändert hat. Dieses Rahmenwerk von Gregersen ist einfach und solide. Es zeigt die großen Schwächen von vielen Projekten auf. Im nächsten Post will ich auf die Missionale Welle eingehen und wie dort Veränderung passieren kann.

2 Antworten to “Wie Veränderung gelingt – einer nach dem anderen”

  1. David 9 März, 2012 um 11:14 am #

    Guter Post, hab ihn schon weiter empfohlen, bin gespannt auf deinen Folgepost. LG aus Hamburg.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Wie Veränderung gelingt – der lange Weg zu Mission-Shaped Communities « siyach - 15 Februar, 2012

    […] ist wichtig, Veränderung ist schwierig. Mit Gregersens Buch It Starts with One im Rücken, würde ich gerne über die missionale Welle […]

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