der normale Durchlauf in Gemeinden

29 Jul

Seit 7 Jahren gehe ich jetzt in den Gottesdienst in Handschuhsheim (Heidelberg). Seitdem sind vielleicht 400, vielleicht 500 Menschen in unser grooviges altes Gebäude gekommen. Aber nur 180 davon gehören zur Vineyard. Unsere Liste von Ex-Leuten ist fast genauso lang. Manchmal sagen die Leute: „ui, da ist ja keine Konstanz“ oder „ihr habt viel Durchlauf, weil ihr Studenten seid“. MOMENT mal!

Bill Hybels sagt in seinem Buch Axiom: „10% Durchlauf pro Jahr sind absolut normal. Leute sterben, Leute ziehen um und ein paar orientieren sich anders.“ Jede Gemeinde hat eine nicht-kleinen Teil von Wechsel. Das Ideal, dass man die nächsten 20 Jahre schön im Kreis sitzt ist Utopie. Vielleicht bei ner Landgemeinde, aber würde ich da gerne sein? Wäre mir viel zu statisch.

Die ersten Christen hatten sicher auch keine 20-Jahres-Rumhäng-Harmonie. Damals war die Lebenserwartung um die 30-35 Jahre. Die Leute sind häufig in die Städte gezogen, weil das Land gefährlich war und zu wenig Möglichkeiten da war. Und auch die Stadt war gefährlich: Epidemien, Übergriffe und gefährliche Architekturen. Viele Waisen und Witwen, viel soziale Probleme – auch viel Durchlauf sicherlich.

Das erinnert daran, dass Gemeinde nur begrenzt Familie ist. Leider ist das das Hauptbild für viele Christen heute. Alles schön gemütlich und ordentlich. Vielleicht sind deshalb viele Gemeinden ziemlich mittelschichtig und bewegen kaum was.

Mich erinnert dieser Durchlauf daran, dass Gemeinde ein sich verschenken ist. Ich würde nie die Tür schließen, immer Leute willkommen lassen und sie auch wieder loslassen. Nicht festhalten, sondern frei geben. Da gibt es einen Haufen Instinkte, die das nicht wollen. Aber so ist das Wesen von Gemeinde: sich verschenken und freigiebig weitergeben.

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2 Antworten to “der normale Durchlauf in Gemeinden”

  1. Arnachie 3 August, 2011 um 8:23 am #

    Ich finde das sehr gut getroffen. Irgendwie braucht es schon Möglichkeiten, dass Leben zu teilen etc. aber Gemeinde sollte vielleicht nie zu sehr „ein sicherer Hafen in stürmischen Zeiten“ sein. Man sollte sich nicht in einem Gottesdienst, den man neu betritt fühlen als wäre man auf einer Hochzeit, auf die man nicht eingeladen war.

  2. dienaemi 5 August, 2011 um 10:32 pm #

    Hört sich gut an, was du schreibst…Zu gemütlich ist nicht gut, denn: Stillstand ist Rückschritt, und der erste Schritt ins Grab.

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