Organisieren wie die Natur

26 Mai

„Alles, was heute passiert, geschieht durch Organisationen,“ sagt der Seminarleiter am Beginn der Veranstaltung. „Deshalb ist Organisieren heute die Grundlage so wie früher die Lesen und Schreiben.“ Das waren vor ein paar Wochen die Einleitungen in ein Seminar über das richtige Organisieren. Und er hat recht: ob Al-Qaida, die Grünen, die Kirche oder Studentengruppen. Anliegen entfalten durch Organisationen ihr Wirken. Und da gibt es Unterschiede, ob etwas besser funktioniert oder nicht.

„Was zählt ist die Leistung,“ fährt er fort. „Das unterscheidet sich von Arbeit. Ein Loch graben und später wieder zuschaufeln ist viel Arbeit – aber wenig Leistung.“ Die 3 Tage am Bodensee drehten sich dann auch genau um diese Frage – wie man eine Gruppe von Leuten so organisiert, dass sie am Ende was Bewegen können. Es kommt aber noch ein Problem dazu: „Früher definierte die Arbeit den Menschen. Ein Fließband lief und man musste abarbeiten. Da war alles klar,“ so der Seminarleiter. „Heute ist es umgekehrt: Menschen definieren die Arbeit. Man muss sich selber Ziele setzen und schauen, wie man Dinge umsetzt“. Was er beschreibt ist den Begriff „Wissensarbeiter“. Aus einem komplexen Chaos etwas Brauchbares machen – dafür werden die Menschen heute bezahlt. Aber genau für diesen Umgang mit Komplexität gibt es wenig Hilfe. Bis jetzt.

Von der Natur lernen – das war die These des Schweizer Professors Fredmund Malik. Wenn man sich die meisten Lebewesen anschaut, dann können die gut mit der Vielfalt des Lebens umgehen. Ob Mensch oder Fisch, Bär oder Fliege – sie haben alle eine ähnliche Grundstruktur. Ihr Nervensystem erlaubt ihnen, auf neue und vielschichte Situationen zu reagieren. Wenn wir das in Organisationen nachmachen können, dann sind wir vielleicht lebensfähiger.

Also, was macht denn die Natur so zum Organisieren? Sie hat 5 Funktionen:

1. Organe wirken auf die Umwelt. Hände, Augen, Füße machen was in der Welt.

2. Koordination zwischen den Organen. Man kann nicht alles gleichzeitig machen wie Rennen und Essen. Also wird koordiniert, damit Ziele erreicht werden.

3. Entscheidungen über Aufmerksamkeit und Ressourcen.

3*. Nachschauen, ob  das geplante auch Funktioniert.

4. Vorausschauen was kommt und kommen soll.

5. Identität und Werte, die dem ganzen eine Richtung geben.

Fünf ein Halb Funktionen liegen also im Genie der Natur. Hört sich erst mal etwas tricky an, aber glaubt mir, Professor Malik würde diese 5 Punkte noch mit 500 Fremdwörtern füllen, so dass alle Natürlichkeit verloren geht. Hier ist das Bildchen, das sich dann daraus ergibt. Fachleute sprechen vom „Viable System Model“ (VSM) – dem Modell lebensfähiger Organisationen.

Was hat das jetzt mit den Grünen und Kirchen usw zu tun? Man kann das dort übertragen, um zu schauen, wie gut eine Organisation funktioniert. Wie man damit arbeitet schreibe ich in einem nächsten Post. Eigentlich geht es darum, mit der Komplexität der Umwelt umzugehen. Hier ein kurze Erklärung dazu:

Hier ein paar Bilder zum besseren Verständnis:

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