Social Business, und nun?

24 Jan

Seit November produziere ich Zeilen über Social Businesses. Ob Mikrofinanz oder Computer, Ratten oder Toiletten – diese Projekte faszinieren mich und zeigen, dass gutes Tun in wirtschaftlichem Kontext ein verheißungsvoller Rahmen ist. Was ziehe ich jetzt aus diesen Beobachtungen für mich? Will ich der neue Bono aus dem Kraichgau werden?

Das sei ferne.

Ich hatte bei INSEAD eine gute Unterhaltung mit einer Frau, die in Portugal Wohnung für Arme baut. Ich erklärte ihr wie wir als Christen einen sozialen Beitrag leisten – eben eher Connection-orientiert und weniger über Not und geplante Linderung. Außerdem geht es bei uns auch um das Gute an sich – ob da immer viel dabei raus kommt, ist zweitrang. Alles Gute ist gut, war meine Aussage. Das hat irgendwie ihr sündländisches Temprament geweckt und sie widersprach mir aufs Heftigste. Mehr Gutes ist besser als wenig Gutes. Man will schon was bewegen, war ihre Meinung.

Good point – habe ich gecheckt und das Argument hat was. Es geht ja nicht nur um das Gefühl, was Gutes zu tun. Sondern um reale Nöte, die echten Menschen wirklich das Leben schwer machen. Daher sollte der motivierte Allgemeintäter auch gefälligst schauen, dass seine guten Ambitionen und Verbesserung bei den Armen führt. Was mache ich aber im wohlversorgten Deutschland mit ausgeprägten Sozialsystemen und meiner begrenzten Fähigkeit, die Welt zu verbessern?

Ich weiß es noch nicht. Aber ich bin auf eine Fährte gekommen, die ich nicht verlassen will. Als reicher Mensch fühle ich eine Verantwortung, meine Gaben für den unteren Teil der Pyramide einzusetzen – wo Leute weniger Optionen haben und zum Erhalt meines Reichtums leiden. Die deutsche Reaktion ist meistens, zu verzichten – wie etwa mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, oder etwas teureren Fairtrade-Kaffee zu kaufen. Das wird nichts ändern. Ich werde vielmehr meine Augen offen halten nach Nöten in meinem Umfeld. In Heidelberg. Und wenn ich dann eine finde, dann werde ich meine Kreativität bemühen, eine Verbesserung dafür zu finden. Und ich werde meine Freunde anstacheln, mit mir diesen Weg zu gehen. Und wenn wir in einigen Monaten nichts finden, dann werden wir fragen – den Bürgermeister, die Einwohner von HD, andere Social Business Interessierte – und einfach schamlos kopieren.

Und bei Psalm 2011 wird es einen Round Table dazu geben. Mit einigen Freunden habe ich mich zusammen getan und wir werden einfach interessierte sammeln, um unsrer Frage zu folgen: was nun?

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