Wie passt Profit zu sozialer Veränderung?

20 Nov

Im ICE von Paris auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Mannheim – es liegen bewegende Tage beim INSEAD Social Entrepreneurship Programm hinter mir. An Europas renommiertester Business-School haben die letzten 5 Tage über 30 Teilnehmer über ihre Erfahrung reflektiert, wie man soziale Veränderung bewirkt. Wie können Aktivitäten dauerhaft sein? – das ist eine Kernfrage. Spenden gab es schon lang. NGOs und Entwicklungshilfe auch. Aber das Gefühl war, dass das strukturelle Probleme nicht wirklich löst. Vor allem haben die Afrikaner nicht so viel, wenn man seinen alten Pulli dort hin schickt, weil irgendwann ist der auch in Afrika durch und was dann. Oder man nimmt Erdbeben-Euros und baut was in China, aber was ist 2 Jahre später.

Die meisten Sachen sind nur dauerhaft durchziehbar, wenn sie sich selbst finanzieren. Wenn Einnahmen zustande kommen. Aber wie kann man das unter den Ärmsten der Armen machen, die eben genau kein oder wenig Geld haben. Grameen-Bank ist wohl das prominenteste Beispiel dafür, wie das gehen kann.

myC4 ist noch so ein Projekt. Dort werden Leute in aller Welt eingeladen, Geld in Entwicklungsprojekt zu stecken (peer-to-peer). Wenn dann ein Geschäftsmann in Afrika damit was erwirtschaftet, dann zahlt er es mit Zinsen zurück und man macht Profit. Statt das Geld auf der Bank zu lassen, bekomme ich Zinsen und tue was Gutes. Und myC4 bekommt auch einen kleinen Teil – und macht Profit.

Strategie im normalen Geschäftsumfeld sucht nach Macht und Kontrolle. Im sozialen Umfeld geht es um die Befähigung von anderen.

Soziale Mission muss nicht auf dem guten Willen basieren. Immer mehr Projekte starten mit innovativen Wegen, um die Kette von Abhängigkeit zu durchbrechen und etwas in armen Regionen zu machen, das sich selbst erhalten kann. Wird sich das als ein hilfreicher Ansatz durchsetzen?

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5 Antworten to “Wie passt Profit zu sozialer Veränderung?”

  1. Jochen Hackstein 24 November, 2010 um 7:06 am #

    Initiativen wie myC4 sind nicht nur positiv zu sehen.
    Ein interessanter Artikel dazu:
    http://www.zeit.de/2010/47/Mikrokredite-Indien

  2. karen 24 November, 2010 um 10:18 am #

    … ich möchte mit einem klaren Nein antworten,
    da,
    die Struktur: „Abhängigkeit“ erhalten bleibt, nur die Person, von dem abgehangen wird, ändert sich …

  3. marlster 24 November, 2010 um 12:52 pm #

    @ Karen – was meinst du damit? Kannst du dazu noch etwas mehr sagen?

    • karen 7 April, 2011 um 12:22 pm #

      … bitte entschuldige, dass ich jetzt erst antwort, aber heut hab ich was Feines gefunden, was genau dem entspricht, was ich da mein
      http://www.zeitpunkt.ch/news/artikel-einzelansicht/artikel/finanzblase-auch-bei-mikrokrediten.html

      „Das Finanzkapital ist immer auf der Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten. Ohne permanentes Wachstum funktionieren Mikrokredite genau so wenig wie jeder andere Bereich der kapitalistischen Wirtschaft.» Schulden können häufig nur mit weiteren Schulden zurückbezahlt werden;“

      • karen 7 April, 2011 um 12:25 pm #

        PS und es ist egal, ob ich persönlich der(die)jenige bin, der/die dieses Finanzkapital verkörpere oder ne Bank(bzw ein anderes Finanzintitut)

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