Der Segen des, hm, na ja, Toilettengangs

Im Gang eines New Yorker Schulgebäudes hängt direkt gegenüber den Toiletten folgender Segensspruch aus dem 4. Jahrhundert:

Gesegnet sei der, der den Menschen in Weisheit geschaffen hat, mit vielen Öffnungen und Löchern. Es ist offensichtlich und vor deinem herrlichen Thron bekannt, dass wenn eine davon gerissen sei oder versperrt, könnte kein Mensch leben und vor dir stehen. Gesegnet seist du, der alles Fleisch heilt und Wunder tut.

Ein Toilettensegen! Was für eine krasse Idee. Und das ist kein postmodernes Trendzeug, sondern Teil des Talmuds. Ein ganzer Teil des Talmuds ist voll mit diesen Segenssprüchen, 128 Seite davon für alle Lebenslagen.

Was beim Toilettensegen überrascht: ist Gott nicht heilig? Sollte er nicht etwas respektvolleren Dingen zugewandt sein? Feiertagen? Tempeln? Statt dem niederen Toilettengang mit Dreck und Gestank?

Alle Dinge sind theologisch – das war die Sicht der Juden. Jede Tat ist eine Teilnahme an Gottes guter Schöpfung. Es geht nicht darum, den Segen in was reinzubeten. Sondern durch diese Sprüche bringen sie ihr Bewusstsein dazu, das Gute anzuerkennen und daran teilzuhaben. Der Segen ist nicht außerhalb der Dinge, sondern schon durch Schöpfung in ihnen.

Eine schöne Lebensperspektive.

Links dazu:

http://skepticmystic.blogspot.com/2008/11/for-what-we-are-about-to-recieve.html

http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Jewish_prayers_and_blessings

http://en.wikipedia.org/wiki/Berakhah

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Ein Kommentar zu „Der Segen des, hm, na ja, Toilettengangs

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