Cluster – was ich gelernt habe

9 Apr

Jürgen schreibt gerade eine Arbeit über Cluster. Sollte gut werden. Er hat Theorie von Netzwerken drin, die Cluster in der Geschichte und uns in Heidelberg als Case Study. Bisher gibt es auf deutsch noch wenig bis nix zu dem Thema (und in englisch nur ein paar Sachen), daher ist die Arbeit doppelt gut. Kürzlich haben wir dann geredet, was wir über Cluster gelernt haben. Hier waren meine Punkte:

Es braucht Zeit
Wir hatten 2007 mit einem Prototypen gestartet – einem ersten Projekt, das die Idee von Gemeinschaft leben wollte. Das war wichtig, um die Dynamik zu verstehen und die Herausforderungen kennen zu lernen. Es war auch wichtig, um mit der Gemeinde über die genaue Art der Veränderung zu reden. Manche sind durch Theorien oder Vision motiviert. Viele schauen eher auf Beispiele und was es praktisch bedeutet. Es brauchte 1,5 Jahre, um die erste Phase zu leben. Prototyp, Erfahrungen, weitere Cluster. Also keine kurzfristige Sanierungsaktion, sondern ein Plan, der Geduld fordert.

Es braucht Raum
Entwicklungen brauchen Raum zur Entfaltung. Eigene Visionen müssen entstehen und eigene Formen. Dazu muss der „Kern“ der Gemeinde Platz für so eine Entwicklung machen. Das heißt, andere Formen zuzulassen und zu ermutigen. Leute loslassen und Leiter darin unterstützen.

Es braucht Leiter
Dinge bewegen sich nur durch Menschen, die Werte und Ideale verkörpern. Wir konnten nicht einfach eine Struktur ankündigen und dann würde alles von alleine gehen. Wir mussten Personen finden, die Gemeinschaften leiten und sich reingeben. Da haben wir echt Glück – viele gute Leiter, die opfer- und risikobereit sind. Das sind für mich die zwei Hauptkriterien, die ich mit der Zeit lerne: ist jemand bereit, persönliche Opfer zu bringen und sich langfristig reinzuhängen? Ist jemand bereit, Risiken einzugehen und vorneweg zu gehen?

Es braucht Struktur
Deine gegenwärtigen Aktivitäten führen zu den gegenwärtigen Resultaten. Wir mussten unsere Strukturen ändern, um Cluster zu leben. Wir treffen uns jeden Monat mit den Leitern der Gemeinschaften zum Austausch und Ermutigung. Das ist ein super Treffen. Das hält uns zusammen und bringt Wachstum und Vision. Dann haben wir ein Mal im Monat einen Gottesdienst für alle Gemeinschaften. Dazu mussten wir in andere Räume. Wir sind am Überlegen, wie wir diesen Gottesdienst anders gestalten können, um ihm Bedeutung beizumessen.

Es braucht Nerv (und Vision)
Veränderungen bringen Spannung mit sich. Eine davon: Leute in Clustern kommen nicht in den „normalen“ Gottesdienst. Sie feiern ja eigene Gottesdienste und sind dann nicht am Samstag im ursprünglichen Gottesdienst (den wir weiter laufen lassen). Ich bin samstags da. Viele meiner Freunde jetzt eben nicht mehr. Das ist schade. Manchmal kommt das Gefühl von Verlust auf. Oder von Veränderung, die nicht ganz so gut ist. Um diese Spannungen auszuhalten, braucht es Vision – das Bild von der Zukunft. Die Perspektive für den Wandel.

Also, nur ein paar Punkte meinerseits. Irgendwas vergessen?

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Eine Antwort to “Cluster – was ich gelernt habe”

  1. Kerstin 9 April, 2009 um 10:04 pm #

    Eine sehr gute Zusammenfassung, Marlin!! Ich würde noch den Punkt „Gebet“ aufschreiben. Das ist weder oberfromm noch „damit’s halt dasteht“ gemeint, sondern echt ernst. Ich glaube, dass ohne Gottes Leidenschaft jegliche Entwicklung von Clustern hohl bleibt oder wird – da können wir noch so lange warten, viel Raum geben, Leiter haben, Struktur ändern und Visionen skizzieren..

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