Winterlektüre

21 Dez

Diesen Dezember war meine von den Kindern importierte Winterkrankheit ein Segen in Verkleidung. So haben mir die 10 Tage zuhause Zeit zum Lesen geben und einiges an Inspiration zugeführt. Folgende Bücher kann ich seitdem wärmstens empfehlen:

CHASING FRANCIS
Floyd McClung empfahl vor ein paar Wochen diese Geschichte über einen Megapastor, der nach seinem Burnout auf eine Entdeckungsreise in Italien auf den Spuren von Franz von Asissi geht. Die Geschichte erzählt nicht nur das Leben von Franz, sondern gibt auch eine gute Kritik an oberflächlichen kirchlichen Praktiken. Hier ein Zitat:

„Wie ‚echt‘ war Franz?“ – fragte ich.

„Es gab nichts falsches in ihm. Er wusste nur, wie man Franz ist. Nichts mehr, nichts weniger. Kennst du Thomas Aquinas?“

„Etwas. Ich habe seine Summa Theologica im Studium gelesen. Aber das ist lange her.“

„Aquinas sprach von zwei Arten von Seelen – der magna animi und der pusilla animi. Die magna animi ist die offene Seele, die Platz für die Welt hat und die Jesus findet. Von magna kommt magnificent (großartig). Die pusilla animi ist so.“ Er zeigt auf die dunklen Schatte von Rocca Maggiore, hoch oben auf dem Berg, einer Festung, in die die Menschen von Asissi flohen als sie von den benachbarten Städten angegriffen wurden. 

„Die pusilla animi ist das verteidigte Herz. Es ist ein bewachter und misstrauischer Geist, der sich der Welt verschließt. Sie sieht alles und jeden als eine mögliche Gefahr, als einen angriffslustigen Feind. Sie schützt sich vor der Welt. Daher kommt das Wort-“

pusillimonious,“ sagte ich. „Jemand Ängstliches“.

„Genau. Franz hatte ein magna animi. So sollte jeder Christ sein, so sollte die Kirche sein.“ ….

Thomas nahm meine Hand und drückte sie. „Weißt du, wie Simon Tugwell die Franziskaner nannte? Er nannte sie das ‚radikal unbeschützte Leben‘, ein Leben in Kreuzesform“, sagte er und öffnete seine Arme, um ein Kreuz darzustellen. „Es bedeutet, gefährlich offen zu leben, alles darzulegen was wir sind, und all die Schmerzen und Leiden der Welt aufzunehmen, die sie im Gegenzug gibt. Vielleich ist dieses unbeschützte Leben, was es heißt, Christ zu sein.“  

OUTLIERS
Ein Malcolm Gladwell Buch ist ein kulturelles Highlight. Ich freue mich darauf wie auf 007 oder Pixar-Filme. Dieses Mal erklärt Malcolm, wie manche Menschen zur außergewöhnlichen Leistungen kommen und warum das Umfeld der Personen ein sehr wesentliche Rolle spielt. Ich bin wieder zutiefst beeindruckt von Malcolms Stil und werde noch mehr darüber schreiben:

„Die größte Eiche im Wald ist nicht nur groß, weil ihr Samen besonders gut war. Sie ist so groß, weil kein anderer Baum ihr das Licht genommen hat, weil der Boden nährreich und nass war, weil kein Hase den Sprösling abgenagt hat und weil kein Förster kam und den Baum vor seiner Reife zu Fall brachte.“

LOVE & RESPECT
Ein Ehebuch mit einer einfachen Botschaft. Ich hatte viel Gutes darüber gehört und kann es nach dem Lesen nur empfehlen.

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MAKING COMICS
Scott McCloud hat kürzlich per Comic den neuen Google-Browser Chrome angekündigt. In seinem Buch beschreibt er Techniken zu Stories, zum Malen und zum Erzühlen. Hat mir sehr geholfen, da ich gerade an einem Comic für unsere Gemeinde arbeite.

SOULFRIEND
Kenneth Leech schreibt über die Geschichte der geistlichen Begleitung von den Aposteln, über die orthodoxe Kirche, das Mittelalter bis hin zur Pfingstbewegung. Ein sehr interessantes Buch über Wahcstum im Gebet und die Gemeinsamkeiten in diesen Bewegungen.

OMNIVEOURS DILEMMA
Die Geschichte von der Entstehung von vier Mahlzeiten. Das hat mich von der Perspektive und Story gepackt. Michael Pollan erzählt eine wunderbare, fesselnde Geschichte und lehrt damit, was gutes Storytelling und Recherche für eine Geschichte ausmachen. Hier ein Auszug aus seiner Reise durch die Nahrungskette:

Wenn man darüber nachdenkt ist es komisch, dass so was Wichtiges für unsere Gesundheit und unser generelles Wohlsein wie Nahrung nur auf Basis vom Preis bewertet wird. Der Wert von beziehungsorientiertem Marketing erlaubt, dass weitere Informationen neben dem Preis die Nahrungskette hoch und runter wandern können: Geschichten neben Zahlen; Qualität neben Quantität; Werte neben dem Preiswert. Wenn das passiert, entscheiden Menschen anders in ihrem Kaufverhalten, sie sind durch andere Werte als Preis motiviert. Aber anstatt von Geschichten zu unseren Lebensmitteln bekommen wir Strichcodes – so unverständlich wie die industrielle Nahrungsproduktion selbst, und gutes Symbol für deren totale Entstellung. 

EIn TED-Video mit Michael Pollan dazu:

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Eine Antwort to “Winterlektüre”

  1. Philipp Keller 27 Dezember, 2008 um 7:27 pm #

    Du hast in 10 Tage 6 Bücher gelesen? Oder zumindest angefangen?

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