Die Schere geht zu

15 Okt

Es geht bergab dieser Tage. Die Wirtschaft geht in die Knie und mit ihr das Vermögen von Spekulanten und Investoren. Das sind meistens die Leute, die man kritisiert, wenn man von der Schere zwischen Arm und Reich spricht. Dieser Tage sind die meisten unten an der Schere relativ reicher geworden. Aber hilft das jemand? Man stellt gerne den relativen Vergleich an, wenn man sich mit dem Vermögen vergleicht, wo jemand dickere Taschen hat. Aber wenn die dickeren Taschen schrumpfen, ist das nicht auch ein Zeichen, dass bald die dünneren schrumpfen.

Was ist eigentlich das Problem? Und wie groß ist das Problem? Das Problem sind Kredite und das Problem ist riesig. Ich bin kein Experte in Finanzen noch verstehe ich alle Zusammenhänge. Hier sind ein paar Videos, die den Auslöser der Immobilienkrise erklären und warum es sich so drastisch auswirkt:

Wenn keine Kredite da sind, dann geht die Wirtschaft bergab. Und zwar lange und schmerzhaft. Wer kauft denn dann noch ein Auto? Oder ein Haus? Welches Startup kann wirklich wachsen und Leute einstellen? Und wenn keine Autos verkauft werden, dann haben wir in Deutschland ein echtes Problem. Wer wird dann noch Jobs für Studenten schaffen oder die Putze beschäftigen oder in die Türkei in Urlaub fliegen?

Es scheint mir, dass solche Zyklen normal sind (back to reality). In freien Märkten folgen auf Aufschwünge regelmäßig Abschwünge. Je mehr der Aufschwung durch Kredit angeheizt wird, desto stärker ist die Phase der Konsolidierung. Unser Schock ist, dass wir das aus den Augen verloren haben, dass unser Boom der Long Boom war und wir wenig Erfahrung haben, mit solchen Schrumpfungen umzugehen. Etwa wie ein 2-jähriges Kind, das zum ersten Mal an der Realität des elterlichen Willens scheitert (ego devaluation crisis nennt man das).

Also wie geht es weiter? Ich sehe 3 Szenarien:
1. Delle – ähnlich wie 2002 geht es eine Weile bergab, aber die Situation entspannt sich wieder, man findet einen Boden und das System kommt wieder intakt.
2. Rezession – es geht für eine Weile bergab, so um die 3-5 Jahre. Arbeitslosigkeit steigt und es wird erst Mal etwas kälter. So wie 74, 83 oder 93.
3. Depression – die strukturellen Probleme sind so tiefgreifen, dass wir erst Mal kein Land sehen. Das letzte Mal hatten wir das in den 1930ern. Warm anziehen, wenn das kommt.

Was bedeutet das? Egal wie – es wird wahrscheinlich erst Mal tough. Da muss man die eigenen Finanzen in Kontrolle haben und biblische Prinzipien werden wichtiger. Was denkt ihr zu der aktuellen Situation? Wo geht deiner Meinung nach die Reise hin?

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2 Antworten to “Die Schere geht zu”

  1. Dirk 16 Oktober, 2008 um 6:02 am #

    Ich tendiere zur Depression – weniger zur persönlichen, aber zur wirtschaftlichen.
    Deshalb (lose Gedankensplitter):
    – Es ist eine globale Krise.
    – Manche Staaten reagieren sehr drastisch (u.a. Verstaatlichungen).
    – Die Krise hat sich nun schon über einen längeren Zeitraum entwickelt und wurde bisher nicht wirklich gestoppt.
    – Trotz mancher „Rettungspakate“ reagieren die Börsen nicht dauerhaft positiv.
    – Viele Politiker durchschauen die Rettungspakete und deren Wirkungen selbst nicht.

    Es muss schnell gehandelt werden, was die Fehleranfälligkeit der Maßnahmen erhöht.
    Es muss letztlich weltweit geschlossen agiert werden, was ziemlich schwer sein dürfte (besides: dies könnte die Bereitschaft erhöhen, eines Tages eine „Weltregierung“ einzusetzen, weil nur diese schneller und geschlossener handeln kann in Anbetracht solcher Krisen im Finanzsektor, im Umweltbereich oder im Kampf gegen den Terror).

    Gut, wenn man in solchen Zeiten das Vertrauen auf Gott setzt!

    Segen!
    Dirk.

  2. marlster 16 Oktober, 2008 um 9:45 am #

    Danke für die Gedanken, Dirk. Ich schätze eher 2 – Rezession. Die Börsen reagieren nicht, weil sie Angst davor haben. Im Gegensatz zu 1929 haben wir aber ein historisches Vorbild und die Regierungen reagieren.

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