Warum Einheits-Ansätze scheitern – Gewinner und Verlierer

30 Jun

Einheit ist ein Zeichen von Schwäche ist die zentrale These in diesem Post. Auch in den letzen Posts gab es schon einige kontroversen Beobachtung von Rodney Stark und Roger Finke in ihrer Untersuchung der kirchlichen Entwicklung in Amerika, aber jetzt haben stärken sie ihr Argument, dass Pluralismus zu Stärkung führt. Folglich ist die Konsolidierung schlecht für Glaubensgenerierung und zeigt die Schwäche der Bewegungen an. (Frühere Einträge der Serie: 1 – überblick; 2 – aufstieg der außenseiter; 3 – ende von bewegungen; 4 – warum mainstream verliert).

Hier ist die These in Abrissen:
-> Pluralismus = gut
-> Einheit = Minimal-Referendum
-> Theologisches Edge = klare Linie

Stark und Finke sehen Religion wie ein All-you-can-eat Buffet: mit mehr Angebot kommt mehr Appetit und Verbauch. Sie sind der Meinung, dass das religiöse Interesse bei Menschen vom Angebot abhängt, und nicht das Angebot auf das Interesser reagiert. Das nennen sie das Supply-Side-Argument. Daher ist es natürlich gut für die Religiösität des Volkes, weil einfach mehr geht. Einheit bedeutet, es gibt weniger Angebot, was für die Religiösität schlecht ist.

Im Prinzip ist das, den Kapitalismus auf die Entwicklungen von Religionen anzuwenden. Und das ist genauso unumgänglich und unsympatisch wie am Markt mit Euro-und-Cents. Alan Greenspan bringt es auf den Nenner:

Das Problem ist, dass die Dynamik im Zentrum von Kapitalismus (unvergebender Marktwettbewerb) mit dem menschlichen Verlangen nach Stabilität und Sicherheit quer steht. Wettbewerb als die größte Kraft im Kapitalismus bewirkt in uns allen Ängstlichkeit. Eine Quelle ist die chronische Angst vom Verlust des Arbeitsplatzes. Eine weiter Angst, die noch tiefer gefühlt ist, kommt von der dauernden Störung des Status Quo und unseres Lebensstils, ob gut oder schlecht, von dem wir unseren Komfort ziehen.
Tief unten ist das wahrscheinlich die Botschaft von Kapitalismus: kreative Destruktion. Das Überwerfen von alten Technologien und verändern von alten Wegen zugunsten von Neuen ist der einzige Weg, um den Lebensstandard zu erhöhen und auf Dauer zu erhalten.

Neben der positiven (oder negativen) Dynamik von mehr Angebot, sind den meisten Einheitsansätzen ein Minimumglauben anbehaftet. Weil man sich vereinheitlichen will, schiebt man alle Ansprüche aus dem Fenster und findet sich mit den anderem auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Das führt meistens dazu, dass man fast nichst mehr glaubt, aber sich wahnsinnig eins fühlt. Mir ist das auch ein intuiver Grund, warum ich Pastoren-Treffen nur selten mag: ein Abtasten, vorsichtig sein, halbherzig reden. Gemeinde sind dann gut, wenn sie eine wirkliche Botschaft haben. Nach Stark und Finke sind starke Gemeinden auch nicht wirklich an Einheit (im organisationellen Sinne) interessiert. Die haben ja eine klar Botschaft und wollen diese auch verkörpern. Nur ältere und schwächere Gemeinden suchen die Einheit in der Organisation, weil sie selbst nicht mehr klar sind, was sie denn eigentlich wollen und dann das Heil im gemeinsamen Gut finden.

Diese Annahmen werden in der folgenden Statistik verdeutlicht. Das gefällt mir an Stark und Finke – nicht nur Meinungen, sondern auch ein paar Zahlen, die die Aussagen bekräftigen.

Starke Organisationen haben selten das Verlangen nach Zusammenschluss. Dieses Verlangen kommt häufig durch Schwäche… ein ökumenischer „neuer Glaube“ kann nur vom Klerus kommen, der etwas braucht, an das er glauben kann.

OK, das war die vorletzte Etappe – das Finale gibt es mit der Frage: Wie bleiben Bewegungenfrisch und wachsend

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Eine Antwort to “Warum Einheits-Ansätze scheitern – Gewinner und Verlierer”

  1. andi 16 Juli, 2008 um 8:01 pm #

    Man müsste mal prüfen, ob in der Bibel die Einheit der Gemeinden eine notwwendige Prämisse für ERweckung ist, wie das oft dargestellt wird. Ich sehe darin auch die Gefahr des Unscharfen, des Abtastens etc. Und neue Zeitfressveranstaltungen. Und Einheitsbrei auf der Ebene des kleinsten Gemeinsamen Nenners.
    Andererseits träume ich schon von einer kompletten Gemeinde, in der alles für alle da ist. Der Strom hat schon viele Quellen, aber jeder einzelne (Pastor) sollte aus allem das beste zusammenbasteln. Das ist aber hart und anstregeend und geeht über einen notwendigeen Diskurs hinaus.
    Kurzum: Beschreibend gesagt sind Gemeinden verschieden, normativ gesagt sollte jeder überall das beste rauspflücken, so dass jeder sich überall wohl fühlt statt Zielgruppengemeindebau und Arbeitsteeilung der Gemeinden.
    Hoffe, das ist verständlich =,-)

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