einfach gründen – ecpn II

5 Mrz

Im Alten Testament gab es die 10 Gebote.
Die Pharisäer machten daraus mehr als 600 Gebote.
Jesus formulierte 2 Gebote

Diese Einfachheit ist ein Zeichen von Reife. Wenn Ansätze einfach sind, dann haben sie auch größere Chancen, sich zu reproduzieren und Wirkung zu entfalten. Das fordert für Gründung heraus: die Modelle und Methoden leicht zu halten. Wir haben den Traum, dass Gründung so leicht wird, dass Teenager es machen können und es eine natürliche Frucht des Lebens mit Gott wird.

Andrew aus London präsentierte das Modell über Clusters in der St. Andrews Gemeinde in Chorleywood. Seit 5 Jahren haben sie ihre Gemeinde von 500 Leute in Mid-Sized Communities verändert. Statt alle Leute in einem Gottesdienst zu versammeln, haben sie kleine Gruppen von bis zu 50 Personen etabliert, die mit eigener Mission und eigenem Namen superflexibel ihre Treffen und Formen finden. Einmal im Monat kommen alle zusammen, ansonsten feiern sie ihre Gottesdienste und Treffen unabhängig. Laut Andrew hat sich das für sie sehr bewährt, weil es weniger Konsumenten in der Gemeinde gibt, mehr Vielfalt und weniger Programm-Fokus. Den ganzen Tag haben dann die verschiedenen Gruppen darüber diskutiert, wie sie auch dahin kommen, mehr Wirkung nach außen zu entwickeln und die Leute einzubeziehen.

Das wirkliche Herzstück unseres Prozesses hier war aber die Auswertung von unsrer Untersuchung zu Gründern. Wir haben die letzten beide Nächte die 50 Interviews angeschaut (es gab leider im offiziellen Teil kein Platz für unsere Analyse, aber wir sind hart) und schrieben bei jeder Geschichte die Kompetenzen, Krisen, Ressourcen und Phasen der Gründung auf kleine Post-Its. Für den Umweltschutz war das kein direkter Beitrag, aber wir haben einen massiven Überblick gewonnen und haben uns substantiell in das Leben der Gründer vertieft.

Was ist letztlich rausgekommen? Wir haben ein paar Faktoren und Potentiale identifiziert, allerdings war das wirkliche Lernen für uns die Feinheiten des Prozesses. So gab es Überraschungen und Zusammnehänge, die man aus „Erfolgsfaktoren“ nur schlecht ablesen kann. Gründung ist ein langer Prozess, wo viel zusammen kommt und es wenig einfache Antworten gibt. So war überraschend, dass manche ohne Vision gestartet sind, andere haben gleich mit dem Gottesdienst angefangen und waren erfolgreich. Gebet und Fasten war auch kein wesentlicher Faktor und auch die Berufung war nicht immer eindeutig eine Grundlage. Was macht man daraus?

Als wir alle unsere Post-Its an der Wand zusammengefasst haben, haben wir uns gefragt: wo haben wir das größte Potential? Wo können wir am meisten Unterschied machen? Uns wurde klar, dass Evangelisation und Sammeln am meisten unterschätzt wird; dann ist Coaching und Mentoring ein großer Bereich, genauso wie Klarheit und Führung. Es gibt natürlich noch viele weitere Aspekte und wir haben nicht den Anspruch, alles zu lösen und in ein Bild zu packen. Im nächsten Schritt gehen wir jetzt daran, wie wir diese Bereiche stärken können und wie wir das ganze einfach und leicht halten können. Es scheint, dass es wieder eine lange Nacht wird.

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7 Antworten to “einfach gründen – ecpn II”

  1. Hufi 5 März, 2008 um 12:16 pm #

    Stehen nicht schon im AT mehr als 10 Gebote?

  2. Simon 5 März, 2008 um 1:38 pm #

    Jo, deutlich mehr. Und im NT auch.

    Und es ist ja wohl auch nicht so, dass weniger immer besser ist – entscheidend ist vielleicht vielmehr, an entscheidenen Punkten elementarisieren zu können, wie das Jesus an der Stelle mit dem Doppelgebot der Liebe nicht ganz schlecht macht. Dahinter steht aber immer noch die ganze Welt des Alten Testaments und auch des damaligen Judentums samt seiner Schriften – also nur die 2 Gebote ohne die 600 im Hinterkopf wäre simplizistisch, 2 Gebote aber auf der Folie der 600 zu formilueren, das ist simplex und ziemlich genial.

    Und das wiederum kann ich mir gut vorstellen, dass für Gemeindegründer diese Gabe der Elemtarisierung (nicht der Simplifizierung) vom Komplexen sehr wichtig ist.

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