Worship in a world of action – Projekt Nordstern

22 Jan

Jeden Dienstagmorgen treffe ich mich mit Dirk in der Kantine zum Frühstücken und Planen für unser neues Projekt. Über die letzten Jahre haben wir oft beim Essen über Bücher, unsere Arbeit und Jesus nachfolgen geredet. Neben der schieren Freude, den Weg mit einem Freund zu teilen, sind wir irgendwann zu der Frage gekommen: wie lässt es sich wirklich bei der Arbeit für Jesus leben? Was haben Theorien wie GTD, 7habits, 4hww etc dafür zu bedeuten? Vor 1 Jahr formten wir aus ein paar Ansätzen daraus einen Kurs für die Gemeinde, weil wir davon überzeugt waren, dass praktische Schritte wichtig sind für die Nachfolge Jesu in einer normalen Welt. Dabei merkten wir aber, dass vieles von diesen Theorien irgendwie nebeneinander steht und es keinen roten Faden gibt. Wir wollten nicht nur in Tipps und Techniken ertrinken, sondern den Alltag meistern und dabei Jesus integrieren.

Also haben wir „Projekt Nordstern“ ins Leben gerufen: Worship in a world of action. Häufig werden ja die geistlichen Aspekte des Lebens auf bestimmte Aktivitäten geschoben, die hoffentlich Platz finden im Tag: das Beten am Morgen, Hauskreis am Abend, ab und zu ein Spezialaktion für Arme oder Gottesdienste am Wochenende. Das hat sicher alles seinen Platz, aber es ist eine Trennung von Arbeit und Geist. Viele Tipps zur geistlichen Frische gehen Richtung Rückzug: mal ein Wochenende alleine wohin; mal auf einen Konferenz etc. Aber ganz am Anfang der Geschichte ruft Gott den Menschen zu Arbeit und segnet ihn damit. Die Arbeit ist Gottes Auftrag an uns. Viele sehen Action (Arbeit) als Störung für geistliches Leben oder Anbetung; Gott sah Arbeit als seinen Segen für uns. Im Hebräischen gibt es kein Wort für geistliches, genau weil es im hebräischen Denken keine Trennung zwischen geistlich und weltlich gibt. Alles ist geistlich. Aber warum ist es dann so schwierig, bei der Arbeit in den geistlichen Groove zu finden? (Google-Suche zu unserem Thema: 0 Treffer!).

Und dann kommt noch die Information-Worker Story dazu. Unsere Arbeit besteht heute im Umgang mit Informationen und dem Verarbeiten von Wissen. Im Gegensatz zu Landwirtschaft und Industrie sind die Ziele und Mittel für einen Information Worker nicht mehr klar umrissen. Wer sagt dir, was die richtigen Ziele sind im Studium / beim Firmengründen / in der Gemeinde? Es gibt hunderte Aktionen, um den Zielen näher zu kommen, aber welche zählt wirklich? Man muss sich aus Informationen das Wissen ziehen, um näher zu den Zielen zu kommen (und zu hoffen, dass die Ziele überhaupt richtig sind). Herbert Simon beschreibt das gut:

«What information consumes is rather obvious: it consumes the attention of its recipients. Hence, a wealth of information creates a poverty of attention and a need to allocate that attention efficiently among the overabundance of information sources that might consume it.»

iworker.jpgWir müssen in dieser Information navigieren, Unwichtiges kicken und das Chaos managen. In diesem Gebiet von zu viel Information und bewegenden Zielen wollen wir also Jesus nachfolgen. Der Nordstern leitet uns dort, wo wir sonst Orientierung verlieren würden. Jesus nachfolgen findet in einer realen Welt statt. Dabei scheitern wir nicht an unseren Idealen (z.B. schöne Familie haben, andere evangelisieren), sondern an den praktischen Dingen des Alltags. Daher verfolgen wir die Frage: Arbeit ist großer Teil unseres Lebens – Wie können wir sie zur Anbetung machen? Wie leben wir unsere Geistlichkeit nicht im Rückzug oder Spezialaktionen sondern in der Arbeit des Alltags? Mehr kommt sobald wir die Informationsflut gemanagt haben.

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6 Antworten to “Worship in a world of action – Projekt Nordstern”

  1. Walter 22 Januar, 2008 um 11:27 pm #

    Ich bin gespannt!

  2. Martin DJ 23 Januar, 2008 um 8:45 am #

    hallo marlin … ich musste beim lesen schlagartig an meinen guten freund bruder lorenz und seine kleinen schriften über das bewusstere leben in jesu gegenwart denken … er hatte ja auch viel zu tun in der küche und bei den einkäufen für sein karmeliterkloster … das büchlein kennst du sicher? mir hat es zu dieser deiner frage schon sehr geholfen … was sich bei eurem projekt ergibt, will ich gern weiter verfolgen und ich bin über weitere berichte schon jetzt erfreut … tell us!!! … grüße martin aus a

  3. Schrotty 23 Januar, 2008 um 10:38 pm #

    Hey interessante Gedanken, bin gespannt, wie sich das entwickelt!

  4. Rabbit 26 Januar, 2008 um 7:29 pm #

    Hallo,
    genau meine persönlichen Gedanken, die mich gerade bewegen….
    Ich versuch es gerade mit „zurück zum Einfachen“

  5. JuergenLee 2 Februar, 2008 um 9:42 pm #

    Interessante Gedanken die ihr euch da macht. Ich finde es absolut wichtig unser geistiges Leben nicht vom Alltag bzw. der Lebensrealität zu trennen. Denn genau an dieser Trennlinie beweißt sich unser oft nur scheinbarer Glaube. Ich denke, wenn er uns keine Hilfe ist oder einen Unterschied macht ist er nur Religiösität bzw. Gesetzlichkeit. Kriesenzeiten sind gute Prüffelder für unseren Glauben und wir sollten ihnen mit Freude begegnen. Was könntere größere Anbetung sein als unseren Glauben auch wirklich in der Realität, der oft gnadenlosen Wirklichkeit zu leben? Bin gespannt was aus „worship in a wold of action“ wird. Gruß aus Konservenheim! JuergenLee

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  1. Religiöse Innovation? – Gott entdecken « siyach - 22 Februar, 2008

    […] es hier Raum für Innovation: wie wäre es mit Gemeinden für Leute in ihren Zwanzigern? Wie mit Angeboten für Information Worker und städtische Personen? Wie mit Formen für New […]

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