Der missionale Kick

5 Jul

Von der Bierflasche und Hooligans über Bolzplätze und den Ghetto-Kick bis zu Symbolen von Freiheit und Globalisierung. Mit meiner neuen Serie über missionales Leben in deutschen Gefilden will ich erzählen, was ein paar Freunde tun, um unsere liebste Freizeitbeschäftigung mit dem Evangelium zu verbinden.

Ich spiel mit, wenn …
Ein guter Freund von mir ist ein Ballkünstler. Er ist so gut, dass im Jugendprogramm für eine Profi-Mannschaft. Er war drauf und dran, sich seinen Traum vom Fußball-Profi zu erfüllen als er sich schwer verletzte und damit in eine tiefe Krise stürzte. Die Krise führte ihn zu Jesus und einem neuen Leben mit neuen Prioritäten. Er schloss sich einer Gemeinschaft an und wurde Jugend- und später Gemeindeleiter.

Die Fußballkünste sprachen sich bei den Ortsvereinen herum und so meldeten sich eine Lokalmatadoren, um meinen Freund für ihre Zwecke anzuwerben. Er spielte ab und zu mit, aber Priorität hatte klar die Gemeinde. Als der Verein in einem Jahr kurz vor dem Abstieg stand, meldete sich der Präsident bei ihm, um meinen Freund zur Rettung in der Liga zu bewegen. Er meinte, er spiele noch einmal, wenn alle zum Gottesdienst kommen. Am nächsten Sonntag waren alle Fußballspieler im Gottesdienst, inklusive Platzwart, Präsident und Partnern. (Die Mannschaft hat die Liga gehalten)

Wie Elton John
Ein anderer guter Freund von mir ist kein Ballkünstler. Er spielt mit Anfang 30 schon bei den Alten Herrn, wahrscheinlich mehr mit Herz als mit Kunst. Der wichtigste Teil ist die dritte Halbzeit beim Weißbier danach. So lernt man sich natürlich bei ein paar Hundert Einwohnern gut kennen. Seine Gemeinde ist die einzige Freikirche am Ort, von daher wird er auch dem Platz nur „Pastor“ gerufen.

Zu Weihnachten organisiert der Verein dann eine Weihnachtsfeier. „Hey, Pastor“, meinte der Trainer, „du machst dann den besinnlichen Teil, klar?!“. (wenn der Trainer spricht muss man Aktion bringen). Mein Freund erklärte seinen AH-Kollegen also was Weihnachten bedeutet und stimmte ein klassische Weihnachtslied an. Dann meinte der Trainer: „und jetzt noch ein richtiges Lied“. Hm. Er überlegte und der Trainer schaltete das Licht aus, dass nur noch Kerzen brannten. Mein Freund schloss die Augen und sang „Anker im Sturm“. Als er fertig war, war absolute Stille. „Boah, das war ja wie Elton John“ war der erste Kommentar.

Fanklub mit Herz
Kürzlich habe ich von einem Freund gehört, wie ein Fußball-Fan in seiner Gemeinde den ersten christlichen Fanklub für seinen Lieblingsverein gegründet hat. Ich weiß nicht genau, wie das abläuft. Aber die Idee, seine Leidenschaften mit christlicher Gemeinschaft verbinden, ist auf jeden Fall interessant.

North London United: Fußball-Gemeinschaft
In London hat sich die North London Vineyard die Idee von Clustern zu Eigen gemacht und ein Fußball-Cluster gestartet: North London United. Transforming secular culture – da ist es sicher nicht schlecht, mit Fußball anzufangen. Ihre Werte sind:

  • Following Jesus through football.
  • Breaking the divide between body, mind and soul.
  • TEAM.

Sie treffen sich also rund um ihre Vorlieben für Fußball und schaffen damit eine Gemeinschaft, die Spiritualität und Volkssport vereint. Sie haben alle Gedanken drin, die emerging church und Cluster ausmachen.

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3 Antworten to “Der missionale Kick”

  1. Peter 5 Juli, 2007 um 3:15 pm #

    Hi Marlin,
    etwas ähnliches gibt es übrigens auch auf Deutsch

  2. marlster 5 Juli, 2007 um 3:17 pm #

    Hey super, danke für den Hinweis.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Was ist Missional? | siyach - 12 Dezember, 2015

    […] besser: mit dem, was hinten dran steckt. Bisher habe ich versucht, strukturell zu erklären, oder Ansätze dazu zu zeigen. Hier ist mein aktueller Stand in 5 […]

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