Formen, die uns formen

27 Mrz

Es war wieder einer dieser Tage: von morgens bis abends bin ich rumgerannt und habe versucht, alles auf die Reihe zu bringen. Leute abholen, Raum vorbereiten, Essen machen, Leute zum Zug bringen, Kinder abholen, Geld einsammeln. Man leidet doch echt wenn man nicht gut plant und zu viel selber macht. Aber dennoch war der Tag mit LifeShapes supergut.

Beeindruckend war zunächst, dass Tim und die Gang aus Zürich zu acht zu uns gekommen sind. Eigentlich hatte ich nur Tim gefragt, aber bringt gleich eine ganze Gruppe mit, um mit uns über die LifeShapes zu reden. Sie haben den ganzen Tag als Team gelehrt und man hat ihnen den Spaß an der Sache angemerkt. Zum Merken: ein Thema als Team rüberbringen ist beeindruckend und irgendwie tiefer. Ich muss mir das nächste Mal auch mehr Zeit nehmen, das mit anderen vorzubereiten.

Zunächst haben wir mit der Kreis-Form losgelegt – der Lernkreis. Das Leben besteht aus vielen Stunden und normalen zeitlichen Abläufen. Aber hin und wieder gibt es Augenblick, die einfach so ins Bewusstsein brechen: eine Möglichkeit, ein Unfall, ein Glücksfall. Es sind die Kairos-Momente. Diese Momente sind Möglichkeiten für das Reich Gottes. Es geht aber nicht nur drum, die zu erleben, sondern sie zu nutzen. Was mache ich, wenn mich etwas im Geist berührt? Es gibt 2 wesentliche Schritte: Busse und Glaube. Wir müssen reflektieren, was Gott uns beibringen will (Umkehr) und es dann in unser Leben integrieren (Glaube). Zum Merken: es genügt nicht, nur Gott wahrzunehmen. Ich muss darauf reagieren. Das kann ich nicht nur alleine, sondern je mehr ich Freunde darin einbeziehe desto besser.

tim.jpg

Dann ging es zum Dreieck: up – in – out. Mit dem haben wir schon viel gearbeitet. Ich glaube, die meisten leiden wie ich unter einer unterentwickelten Out-Dimension. Das Dreieck ist gut, um immer wieder auf Ausgeglichenheit zu schauen. Ich brauche diese Rausforderung, um nach Außen zu leben. Ich weiß nicht warum, aber es fällt mir schwer, das Wirken in die Welt in mein Leben zu integrieren. Zum Merken: nicht locker lassen bei der Out-Sache.

Nach Mittag ging es zum Leiterschaftsquadrat. Für die meisten ist der größte Punkt dabei, dass es zu unterschiedlichen Zeiten einen unterschiedlichen Führungsstil braucht. Stimmt. Für mich ist aber auch die Länge ein Faktor: ich gebe gerne Aufgaben an andere ab, aber ich will immer gleich zur Delegation. Ich habe häufig wenig Nerv die Skills miteinander zu erarbeiten und durch den Frust zu arbeiten. Sehr guter Kommentar von Stephan: viele Leute gehen bei Frust wieder zurück zur 1. Stufe und wenden sich einem anderen Thema zu. Außerdem hat er uns (mich vor allem) rausgefordert, Leute wirklich zu rufen. Das mach ich nicht so gerne, weil ich mir einerseits nicht so die Autorität zuschreibe und andererseits mit dem arbeiten will, was die Leute selbst an Leidenschaft mitbringen. Ich hätte mir hier noch mehr Diskussion erhofft. Zum Merken: wer zum Führen gerufen ist, sollte führen. Rufen ist eine wichtige Funktion darin. Keine Angst davor. Oh – und es braucht Zeit!sandra.jpg

Die letzte Form war der Halbkreis – Arbeit und Ruhe. Viele gute Punkte hier: wir arbeiten aus der Ruhe (1. Tag für den Menschen war frei). Arbeit und Ruhe lassen sich nicht gegeneinander ausspielen. Sie integrieren sich und gehören zusammen. Ich finde das sehr wichtig, weil sehr viele Leute diesen Ruhe-Aspekt in ihrem Leben nicht auf die Reihe bekommen. Ich hätte mir noch etwas mehr konkrete Tipps und Praktiken hier gewünscht. Für mich klappt es ganz gut, da wir Sonntag immer frei haben (keine Gemeinde). Dann hat Tim noch über das Zurückschneiden geredet: es ist wichtig, Gottes Disziplin anzunehmen. Er schneidet zurück, um uns fruchtbar zu machen. Das ist ein wichtiger Teil des Kreises. Zum Merken: Gott gibt und Gott nimmt. Ich will auch das akzeptieren, was schmerzhaftes Zurückschneiden ist.

Die Formen sind keine Ziele, sondern wirklich gute Konzepte, um, zu Jesus zu führen. Mit dem Kairos-Kreis kann man gut in Gespräche einsteigen (was macht Jesus gerade? Hast du einen Kairos-Moment erlebt?). Ich glaube, diese Art von Nachfolge ist besser als viele Kurse, Seminar und Konzepte. Mich hat überrascht, dass man vieles wirklich nur gemeinsam tun kann.

Nächste Woche ist Mike Breen dann auch in Zürich und ich fahre mit Eddy hin, um ihn und ein paar andere LifeShape-Fans zu treffen. Wenn ich dieses Mal besser organisiert bin, wird es sicher auch ein Riesenspaß.

Advertisements

4 Antworten to “Formen, die uns formen”

  1. Fabse 17 April, 2007 um 11:12 am #

    Du schriebst: „Außerdem hat er uns (mich vor allem) rausgefordert, Leute wirklich zu rufen. Das mach ich nicht so gerne, weil ich mir einerseits nicht so die Autorität zuschreibe und andererseits mit dem arbeiten will, was die Leute selbst an Leidenschaft mitbringen. Ich hätte mir hier noch mehr Diskussion erhofft. Zum Merken: wer zum Führen gerufen ist, sollte führen. Rufen ist eine wichtige Funktion darin. Keine Angst davor. Oh – und es braucht Zeit!“

    Au mann, da scheinen wir ähnliche Macken zu haben. Das bewusst machen und die Nutzung von der Leiterrolle ist ein schwieriger aber ich denke auch gewinnbringender Prozess. Meine Angst ist hier, Arrogant/ besonders herausgestellt zu wirken, alles in der Hand haben zu wollen, das etwas zu stark auf mich zentriert wird oder einfach mehr beachtet zu werden als andere. Und die Gefahr ist ja auch da! Aber diese Gedanken können den Dienst auch lähmen bzw. ich mach mir einfach etwas vor. Ich bin das was ich bin und wenn ich was anderes seien will klingt das erstmal ungesund. Ich meine damit NICHT, das wir schon perfekt sind oder uns nicht verändern sollen, aber wozu Gott uns berufen hat und was wir von unserer Persönlichkeit sind, brauch Annahme (von uns und anderen) um sich gesund und gut weiterzuentwickeln und genutzt zu werden. Ach aber trotz allem Gelaber hier, is es sau schwer und ich bin in der langen Entwicklung da grad erst gestartet. Also dann wünsche ich dir Gottes Segen und gute/ ehrliche Freunde! Tschau

  2. marlster 17 April, 2007 um 11:27 am #

    Hey, danke, Dichter! Ja, es scheint mir auch ein langer Weg und eine schwierige Balance zwischen Ehrlich sein und andere Verhaltensweisen anzunehmen. Ich bin auch gespannt, was daraus wird.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Es gibt Reis, Baby! - 7 April, 2007

    Test

  2. Wie man ein Dorf baut – Cluster in Sheffield « siyach - 17 Mai, 2007

    […] um mir selbst geistlichen Input zu geben. Mike popularisiert gerade die LifeShapes, die wir selbst in Heidelberg eingeführt haben. Es war also eine gute Möglichkeit, Input zu bekommen und mit anderen zu connecten, die das […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: