Neue Webseite: the medium is the message

25 Feb

Ich habe über die letzten Woche eine neue Webseite für unsere Gemeinde gebastelt. Es war mal wieder Zeit. Die alte Seite war schlicht, simple und ohne Schnörkel. Es hatte auch zu uns als Gründung gepasst: alles auf einer Seite. Kein großes Programm. Keine großen Grafiken. Dahinter lag ein Blog, der unsere Geschichte mehr oder weniger regelmäßig protokolliert hat.

Jetzt sind wir aber gewachsen, gar nicht mehr so klein und brauchen mehr Infos. Erstaunlich viele Menschen haben uns übers Internet gefunden. Es ist heute eben Mal der Weg, um sich über Organisationen zu informieren. Wir machen in Heidelberg immer wieder Aktionen und wenn Leute dadurch auf uns aufmerksam werden, checken sie bestimmt erst Mal, was Google über uns zu sagen hat. Daher wurde es jetzt wichtig, mehr Infos besser aufzubereiten.

Es stellte sich raus, dass die Webseite 2 Ziele verfolgt, die gar nicht so leicht miteinander zu verbinden sind. Einerseites soll sie Suchenden (Googlern) Infos über uns zur Verfügung stellen. Leute sind eben misstrauisch gegen Freikirchen. Sie haben soziale Hemmnisse gegen neue Gruppen, und wir wollen das Internet so gut wie möglich nutzen, um diese zu überwinden. Zum anderen brauchen wir aber auch interne Kommunikation. Wir müssen auf Aktivitäten hinweisen, Infos bereitstellen, Ansprechpartner nennen.

vhd_page.jpg Also habe ich mich dran gemacht, diese beiden Ziele irgendwie zu vereinen. Mir ist beim Surfen aufgefallen, dass die meisten Gemeinde fast nur interne bedinen. Man sagt zwar auch zu zufälligen Gästen willkommen, aber der Inhalt ist doch häufig auf Leute ausgerichtet, die Freikirchen schon gut kennen. Ein paar wenige Seiten im englischen Ausland sind da anders und zielen auch auf totale Outsider ab. Das wollte ich auch.

Also haben wir den Hauptteil der Seite dazu benutzt, einen freundlichen Eindruck zu verschaffen und Infos für Ahnungslose zur Verfügung zu stellen. Aus psychologischen Untersuchungen zum Internet weiß ich, dass Adressen und Telefonnummern vertrauen wecken. Dinge, konkrete Ansprechpartner liefern und die Seite in der realen Welt identifizierbar machen. Also kam das drauf. Dann unter der Hauptgrafik ein Text für totale Neulinge, damit sie sich einen Eindruck machen können, wie es bei uns aussieht. Das ist weniger, weil es bei uns so super ist, sondern weil Erwartungen eine gewaltige Rolle spielen. Die meisten Deutschen kennen keine Freikirche und das kann schon komisch sein, bei uns zu landen, wenn man nicht darauf vorbereitet ist. Dann haben wir links (wo das Auge zuerst hinschaut) noch eine Reihe von Punkten, die Outsider und Skeptische interessieren sollte. Bisher ist das noch wenig, aber wir arbeiten uns ran.

Mitte unten und rechts kommen dann die Infos für Insider oder solche, die es unverbindlich kurz sein wollen. Das ist das, was auf den meisten andere Gemeindeseiten ist. Termine, Statements usw. Kommunikation ist wichtig und hier wird das für uns gebündelt. Dabei war das Ziel, möglichst einfach und übersichtlich zu bleiben. Das ist echt schwer, weil alles ist ja irgendwie wichtig (oder warum würde man es sonst machen). Außerdem wollten wir, dass wir ohne Drop-downs klarkommen und auf jede Seite mit einem Klick zugreifen können. Das ist für mich auch ein guter Test, wie einfach die Gemeinde ist – sind wir klar und direkt? Oder geht es über 1000 Ecken mit viel Insider-Information? The medium is the message.

Da wir noch kein Content-Management-System (a la Typo3, Joomla etc) zum Fliegen gebracht haben, haben wir mit kostenlosen Tools experimentiert. Unsere Newsletter-Liste läuft über Yahoo-Groups. Die Hauskreise können mit Wetpaint die Ideale in die Welt setzen. Die Inhaltseiten werden mit einem Blogger-Blog abgedeckt. Dadurch sind alle Bedürfnisse abgedeckt, wenn es auch nicht so ideal ist, mehrere Male angemeldet zu sein. Aber für ein volles Content-System sind wir wahrscheinlich auch noch nicht reif genug. Momentan veröffentlichen wir alles auch im Perpetual-Beta – einfach drauflostippen, veröffenltichen, verbessern, verbessern, verbessern etc.

Insgesamt passt das ganz gut zu unsrere Gemeinde. Wir wachsen, müssen uns mehr strukturieren und sind am ständigen anpassen. Wie bei der Webseite stellen wir uns auch intern viel die Frage: wen wollen wir ansprechen? Was für Infos brauchen die? Wie können wir alles einfach halten? Wann ist es gut genug? Wenn doch nur alles so leicht wäre wir .

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3 Antworten to “Neue Webseite: the medium is the message”

  1. Danny 25 Februar, 2007 um 7:54 pm #

    Die Navigationbar unten sich verdächtig nach der Website von Rob Bells Gemeinde marshillchurch aus. 😉

    kreativität bedeutet ja bekanntlich nicht, neues zu erfinden, sondern bereits bestehendes so zu kopieren, dass es kein anderer merkt. 😉

    sieht gut aus

  2. marlster 26 Februar, 2007 um 8:16 am #

    Hi Danny, genau richtig – da kommen die Farbenkombinationen her. Gut erkannt. Allerdings haben die ein insgesamt anders Konzept von der Anordnung. Ich habe das von Mars Hill gemischt mit ein paar Layout-Gedanken von digital drumbeat und so kam es zustande. Es gibt eben nichts Neues unter der Sonne.

  3. Ari 17 Juli, 2007 um 3:30 am #

    Cool!

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