Welche Beschränkungen sind gute Beschränkungen?

25 Jan

“A man’s got to know his limitations.”
Dirty Harry – in Magnum Force

Beschränkungen beschränken. Deshalb wollen wir sie nicht. Ob zu wenig Zeit, zu wenig Geld, zu wenig Freundschaft – Beschränkungen machen sich bemerkbar und stressen. Es ist nach Pete Scazzero eine Wesen von emotionalem Gesundwerden, dass man Grenzen erkennt und annimmt:

erkenne und akzeptiere persönliche Grenzen und Limitationen: versuche nicht alles, sondern erkenne, was du nicht kannst. Wir müssen lernen, nein zu sagen und nicht alles machen zu wollen.

Beschränkungen haben hier mit äußeren Umständen im Leben zu tun. Der Lebenssituation, in der wir stecken. Die Beschränkungen anzunehmen bedeutet, dass wir ein Ja zu dem sind wer wir sind und wo wir uns wieder finden, statt dem nachzurennen, was wir träumen oder was andere erwarten. Pete Scazzero meint: „Reife im Leben ist, wenn jemand mit Freuden in seinen Gott-gegebenen Grenzen lebt“.

Auch hier sind die Schritte ähnlich: erkennen, annehmen und leben. Um Beschränkungen zu erkennen, kann man durch folgende Bereiche gehen. Sie alle können hinweise auf die Grenzen im Leben sein, die Gott uns gegeben hat:
– Persönlichkeit: Introvertiert, extrovertiert; spontan, kreativ, ordentlich; entspannt, besorgt
– Lebensphasen: Es gibt Jahreszeiten im Leben und Veränderung, die damit kommen. Das kann das Alter sein, der Familienstatus, die berufliche Situation usw.
– Fähigkeiten: emotionale, körperliche und intellektuelle Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten
– negative Emotionen: sind oft ein Zeichen, dass was nicht stimmt. Wenn die Emotionen kommen, kann man sich fragen: warum bin ich verärgert, zornig, ängstlich?

Außerdem kann es in einer Reihe von Bereichen Einschränkungen geben:
– In welchen Lebensbereichen hat Gott dir (temporäre oder dauerhafte) Grenzen gesetzt? Siehst du diese als Feind oder Freund?
( ) Persönlichkeit/Temprament __________________________
( ) Zahle der Gaben/Talente __________________________
( ) Verwundung und Prägung aus deiner Vergangenheit und Familie __________________________
( ) emotionale Bedürfnisse und Kapazitäten __________________________
( ) Beziehungssituation und Verpflichtungen anderen gegenüber __________________________
( ) Ort, an dem du lebst __________________________
( ) Finanzen und Ressourcen __________________________
( ) intellektuelle Fähigkeiten __________________________
( ) geistliches Verständnis __________________________
( ) andere __________________________

Wenn man diese Dinge erkannt hat, kann man sie anerkennen.
In der Psychologie gibt es eine Richtung, die sich mit der Annahme von unsrer Lebenssituation beschäftigt. Carl Rogers formuliert das als Kongruenz. Seiner Meinung nach gibt es 3 Selbst in uns:
Selbstkonzept – die Art wie eine Person sich selbst sieht
Idealselbst – wie man sich gerne sehen würde
Real-Selbst – wie man wirklich ist.
Kongruenz ist die Überlappung der drei Selbst-Konzepte. Je mehr Übereinstimmung, desto gesünder ist das. Dadurch kommt Selbstannahme und Entspannung ins Leben. Je mehr die Kreise auseinander gehen, desto mehr Stress und Angst.

kongruenz

Nachdem ersten Schritt des Erkennen, muss man also die Beschränkungen ins eigene Leben integrieren. Das kann geschehen, indem man:
– mit Leuten darüber redet
– Gott dafür dankt (und somit sowohl die Beschränkungen als auch Gott ehrt)
– regelmäßig die Schritte zur Erkennung durchgeht (vielleicht 1x im Jahr)

Wenn das alles geregelt ist, muss man schließlich mit diesen Beschränkungen leben. Es dreht sich alles um die Wörter JA und NEIN.

Aber jetzt wird der Post zu lang. Glückwunsch an alle, die es bis hier her geschafft haben. Der Rest kommt später…

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4 Antworten to “Welche Beschränkungen sind gute Beschränkungen?”

  1. andy 26 Januar, 2007 um 9:33 am #

    Hi Marlin,

    eine Frage hätte ich: Wenn man in basalen Dingen sagen wir mal verplant ist (Ordnung), wie kann man das ändern?
    Überlegungen:
    a) Tricks und „emotionale Fristen“ (Partner z.B.)
    b) Arbeitsteilung (Partner z.B.)
    c) Krieg dem Schweinehund in jeder kleinen Versuchung (Problem: Lenkt das nicht ab vom Großen? Siehe die Deutschen)
    d) Mischung as diesen Komponenten

    Ich versuche dann immer noch einen draufzusetzen und z.B. der Sache Sinn zu geben, indem ich ab und an mein Zimmer richtig cool (nicht nur ordentlich) mache, aber das hält net lang irgendwie.

    Was denkst du?

  2. andy 26 Januar, 2007 um 9:57 am #

    ich erlaube mir noch mal eine Anmerkung:
    Grenzerkenntnis ist POSITIV!!!
    Prof. Arnold Weissmann (Ökonomie) sagt, dass ein Normalbegabter ein Genie schlägt, wenn er sich auf den richtigen Punkt konzentriert. Man muss seinen ganz eigenen Zugang zu dem System oder Subsystem finden, dass amn erschafft. Rumprobieren. Und die anderen ins Boot holen.

  3. marlster 26 Januar, 2007 um 12:51 pm #

    Andy – Gewohnheiten ändern ist superschwierig. Die meisten Tips im Internet gehen darum, die Gewohnheiten zu analysieren, sich Alternativen zu überlegen und irgendwie ein Belohnungs- oder Feedbacksystem einzubauen. Ich glaube, der beste Schritt ist mit jemand darüber zu reden. Das kann normaler Austausch sein oder ein Coaching. Denn wenn man regelmäßig mit jemand darüber redet, geht man mit der Thematik anders um. Aber auch dann ich es noch sehr schwer.

  4. andy 26 Januar, 2007 um 1:27 pm #

    jou, so isses. (Mentor liest hoffentlich nicht mit)
    Sinnvolle Tricks sind vielleicht gut. Wenn man weiß, dass öfter Leute kommen, räumt man vielleicht öfter auf und hat was davon.
    So ne Art Vehikel/Anknüpfung an die bisherige Persönlichkeit.

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