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Artikel getaggt mit ‘Rodney Stark’

Umkehr des Niedergangs – Acts of Faith

24 September, 2008 marlster 8 Kommentare

Letzter Teil der Serie! Es war spannend, gute Diskussionen. Bin auch gespannt, was ihr hierzu denkt. 

Liberale religiöse Dogmen können keine Menschen mobilisieren – nicht wegen ihrer Inhalte, sondern wegen dem Mangel an Inhalten. Die Basis für die effektiven Religionen ist ein Verständnis von Gott als aktiv, verlässlich, reagierende und allmächtig. Daher ist der Ausruck „moderne Religion“ fast ein Widerspruch in sich. Moderne Theologien scheitern am Mangel an religiösem Inhalt.

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Wettbewerb führt zu Commitment – Acts of Faith

23 September, 2008 marlster 1 Kommentar

Man muss sich nicht auf komplizierte wirtschaftliche Prinzipien zurückgreifen, um zu sehen, dass wenn Menschen keine Not oder Motivation haben, hart zu arbeiten, sie auch nicht arbeiten werden. Subventionierte Kirchen werden daher faul sein – wie man in Skandinavien und Deutschland sehen kann. Man kann vom Klerus dort nicht erwarten, dass er sich verausgabt, um große Massen zur Kirche zu bringen, weil das Einkommen und der Arbeitsplatz sicher ist, unabhängig von Mitgliedern. Mehr Leute bedeuten ja nur mehr Zeit und Energie.

Ein amerikanischer Pastor besuchte einen lutherischen Gottesdienst in Stockholm und bemerkte in der rießigen Kirche nur eine handvoll Besucher. Nach dem Gottesdienst sprach er mit dem Pfarrer, der sich über den Mangel an Besuchern beklagte und die Zahl von bezahlten Mitarbeitern beschrieb, die für so einen Gottesdienst nötig waren. Darauf antwortete der Pastor: „Aber die Mitarbeiter und ihre Familien wären doch schon viel mehr Teilnehmer als dort anwesend waren“. Worauf der Pfarrer meinte: „Ja, aber die arbeiten die ganze Woche so viel. Die haben am Sonntag gerne frei“.

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Warum supply-side funktioniert – Acts of Faith

21 September, 2008 marlster 1 Kommentar

Wir argumentieren, dass die religiöse Nachfrage relativ stabil über die Zeit ist. Veränderungen in der Religiösität sind hauptsächlich durch das Angebot getrieben.

Es braucht eine kritsche Anzahl von religiösen Institutionen, um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bevölkerung zu bedienen. Wenn die Anzahl an Angeboten unter eine kritische Schwelle fällt, dann schafft der Markt aufgrund der Nachfrage neue Angebote. … Eine Kirche allein kann nie alle Geschmäcker und Variationen bedienen – sie kann nicht zugleich weltlich und jenseitig sind, nicht streng und angepasst, nicht exklusiv und inklusiv, nicht emotional und reserviert. … Wettbewerb ist die treibende Kraft, die den Markt bedient und zu einer Zunahme an religiöser Beteiligung führt.

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Wie Vatikan II den Nutzen reduzierte – Acts of Faith

19 September, 2008 marlster 11 Kommentare

Die Erneuerungsbemühung von Vatikan II (1962-1965) haben die Nutzenseite der Gleichung reduziert, indem sie die besondere Stellung von Priestern und Nonnen in der Kirche bedrohte. … Vorher waren Priester und Nonnen in einem höheren Stadium der Heiligkeit. Jetzt waren sie plötzlich – trotz ihre Gelübde – wie alle anderen.

In einem Streich hat Vatikan II die grundlegende ideologische Basis von 18 Jahrhunderten von römisch-katholischem Leben entzogen und damit eine wichtige Motivation für das religöse Leben abgeschafft. … Vatikan II machte die Kosten und den Umfang des religiösen Lebens kleiner, und reduzierte damit den Wert dieses Weges.

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Strenge Gruppen wachsen – Acts of Faith

15 September, 2008 marlster 8 Kommentare

Das Geheimnis der Stärke von strengeren Gruppen ist: obwohl sie mehr Kosten fordern, bieten sie größeren Wert. Die größere Wert entsteht durch höhere Kosten. … Dadurch enstehen höhere Levels von Commitment, was nötig ist, um die Zuversicht des Einzelnen in die Religion zu stärken – in die Wahrheit der Glaubensaussagen, in die Wirkung der Praktiken, in das Zutreffen der jenseitigen Verheißungen.

Richard Niebuhr erkannte: Wachstum führt dazu, dass eine Gruppe die Spannung mit ihrer Umwelt reduziert. Das führt zu einer Abnahme im Commitment der Mitglieder. Max Weber meinte: „im Prinzip sind es nur kleine Gemeinden, die strenge Standards für ihre Mitglieder durchsetzen kann“. Die Teilnahmerate sinkt mit Wachstum der Gemeinde. Der größte Abfall ist zu erkennen, wenn eine Gemeinde über 50 Mitglieder wächst.

Religiöses Commitment basiert auf der Reaktion der Umgebung. Zuversicht in die Religion wächst zu dem Mass wie andere ihre Zuversicht ausdrücken. Und wir werden mehr beeinflusst durch Menschen zu denen wir eine enge Beziehung haben. Wenn die Netzwerke weniger stark werden, schwindet die Unterstützung und Bestätigung der Gruppe, und damit das Commitment.

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Bekehrung ist Anpassung – Acts of Faith

11 September, 2008 marlster 9 Kommentare

Die Erkenntnis im sozialen Zusammenhang von Bekehrung: Menschen passen ihre religiösen Entscheidungen an ihre Umwelt an. … Wer sagt, dass es „rationaler“ ist, sich aufgrund von Dogmen zu bekehren anstatt die Dogmen anzunehmen weil die Familie und Freunde diese Dogmen bestätigen? Würden wir sagen, dass Menschen rationaler sind, wenn sie beim Autokauf der Werbung glauben, als den direkten Erfahrungen ihrer Familie und Freunde? … Dogmen sind nicht unwichtig. Sie sind sehr entscheidend für die Entwicklung von Hingabe und den Erhalt und Wachstum von Gläubigen.

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Das Risiko des Glaubens – Acts of Faith

9 September, 2008 marlster 5 Kommentare

Das Grundproblem von Religion ist die Zuverlässigkeit. Es findet kein Austauch mit den Göttern statt bis die Leute zuversichtlich sind, dass sie sich die Investitionen lohnen. Wie all Investoren werden Menschen nach Bestätigung suchen: sowohl religiös als auch sozial. … Religiöse Güter sind nicht nur Erfahrungen, die gemacht werden müssen; sie müssen in Gemeinschaft erlebt werden, die uns hilft, die Erfahrungen zu einzuordnen.

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Europa war nie christlich – Acts of Faith

7 September, 2008 marlster 5 Kommentare

Das Goldene Zeitalter des Glaubens gab es nie. Die Kirche des Mittelalters war nicht besonders daran interessiert, Menschen zu den Gottesdiensten zu bringen – was in der Architektur der Kirchen und der Form der Gottesdienste deutlich wird… Was aus den meisten Umfragen zu Religion in Europa deutlich wird, dass es ein beständig hohes Level an Glaube an Gott gibt, zum Teil auch an manche christliche Grundaussagen, aber ein sehr geringes Level an Kirchenbesuchen.

Zitat von Wolfgang Weimer

„Wir haben uns geirrt, als wir behaupteten, die Menschen könnten ohne Religion auskommen. … Die große Mehrheit der Menschen braucht Transzendenz. Deshalb sollte man die Religion nicht bekämpfen. Es gibt ganz offensichtlich jene urwuchtige spirituelle Kraft, die aus der Tiefe des menschlichen Wesens gespeist wird. Man kann es auch Heimweh nach Gott nennen. Dieses Heimweh wird stärker. Vielleicht wird der Mensch des 21. Jahrhunderts wieder Mystiker, … vielleicht wird der Religiöse der eigentliche Revolutionär unserer Zeit.“

Link: Gott ist wieder da – Cicero – Wolfgang Weimer

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Acts of Faith – Rodney Stark über die menschliche Seite der Religion

5 September, 2008 marlster 8 Kommentare

Im Stil von Back of the Napkin (best book 2008) kommt eine unterhaltsame (provokante) Serie über Rodney Starks Buch „Acts of faith – explaining the human side of religion„. Gutes Buch! Bitteschön…

 

Vieles was als irrational erklärt wird, erhält nur das Label, weil der Beobachter noch nicht den Standpunkt erreicht hat, von dem aus das Verhalten rational ist

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die ersten Christen, Bewegungen und Europa – ein Soziologieprofesser über die Dynamik, die die Welt veränderte

14 August, 2008 marlster Kommentieren

Morgends um 7 Uhr ist die beste Zeit, um mit ihm ein Interview zu machen. Seine Stimme hört sich an als hätte er viel geraucht, etwas wir Roberto Blanco. Vor einigen Woche hatte ich Rodney Stark am Telefon – den Professor für Soziologie, der seit den 1960ern Religion untersucht und neue religiöse Bewegungen. Ich habe einiges von ihm gelesen und auch sehr viel darüber gebloggt. Also habe ich ihm ein Email geschickt, ob ich ein paar Fragen direkt an ihn stellen kann:

  • Herr Stark, war der Aufstieg des Christentums unaufhaltbar?
  • Waren die ersten Christen strategisch in ihrer Mission?
  • Welche Rolle spielte Nächstenliebe in der Ausbreitung des Christentums?
  • Wie beobachten sie Gemeindegründung im Christentum?
  • Herr Stark, was sind Ihre Vorraussagen für die Entwicklung von Religion in Europa?
  • Was können wir in Europa von den ersten Christen lernen?

Mit wenig Zeit kannst du dir die Soundbites reinziehen:

Rodney Stark über Gemeindegründung (81 sek)
Was können wir in Europa von der ersten Christen lernen (93 sek)

Mit etwas mehr Zeit (1 Stunde) kannst du das ganze Interview hören:
die ersten Christen, Bewegungen und Europa. – Interview mit Rodney Stark (mp3).