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Artikel getaggt mit ‘Führung’

Tribes – kostenlos

23 März, 2009 marlster 2 Kommentare

tribesbookTribes ist ein wunderbares Buch über Führung ohne formale Autorität. Wer was zu sagen hat, kann führen. Muss führen. Seth Godin schreibt nicht nur einen leseleichten Blog, sondern bringt wichtige Aspekte in seinem neuen Buch Tribes heraus. Bei Audible bekommt man das Werk kostenlos (nach Registrierung). 

Diese Zitat hat mich heute geweckt:

 

Leadership is about helping followers where they want to go!

 

Brilliant!

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450 Jahre gute Führung

29 August, 2008 marlster 4 Kommentare

Chris Lowney ist ein interessanter Kerl. In seiner Jugend war er bei den Jesuiten, hat dort gelernt und von 5 Dollar die Woche gelebt. Irgendwann entschied er sich dann zu JP Morgen zu gehen und wurde dort zum Managing Director von JPM in New York. Sein Buch „Heroic Leadership“ beschreibt den Ansatz der Jesuiten und wie sie seit 450 Jahre Menschen auf Führungsaufgaben vorbereiten. An manchen Stellen war das Lesen nicht ganz elegant, aber das Buch wirkt nach auf mich. Die Parallelen zwischen einem Orden und dem Firmenleben sind sehr interessant. Hier sind ein paar der Dinge, die mir hängen blieben (podcasts hier und hier):

Genügsamkeit
Lowney zitiert Ignatius von Loyola:“Armut ist die starke Mauer des religiösen Lebens“. Er redet darüber, wie Genügsamkeit eine gute Grundlage für das Leben ist. „Das Problem von Besitz ist, dass der Besitz häufig dich besitzt“, meint er. Der Ansatz der Jesuiten ist, frei zu werden, um ein gutes Leben führen zu können. Dieser Spruch oben sagt, dass Armut dir hilft, frei zu bleiben.

Geistliche Rythmen
Das Kernstück der Jesuiten sind die geistlichen Übungen (Exerzitien). Am Anfang der Ausbildung gehen die Novizen durch 5 Wochen intensive Reflektion. Die Selbsterkenntnis, die daraus wächst, ist die Grundlage für Entscheidungen und Lebensplanung. Lowney schlägt einen Ansatz für normale Leute vor:
Nimm dir 3x am Tag 5 Minuten Zeit. In dieser Zeit, baue diese drei Elemente ein:
- Dank: bringe Gott deinen Dank für die guten Dinge in deinem Leben.
- Lernen: nimm einen Punkt, den du in deinem Leben umsetzen oder ändern willst und verschreibe dich diesem Ziel
- Reflektion: Schaue über die letzten Stunden, was du davon lernen kannst und was dir klar wurd.
Diese Übung (genannt Examen) passt in jeden Tagesablauf und führt zu bewußterem Leben. Damit wird neue Information sofort sortiert, Ziele werden dauernd geprüft und man lernt von seinen Fehlern.

Verändung
Der Schlüssel für die Bereitschaft zur Änderung ist innere Distanz. Die Welt ändert sich so schnell, dass zu enge Pläne fast nutzlos sind. Die Jesuiten hatten dieses schöne Bild: living with one foot raised (ein Fuß in der Luft, bereit zum nächsten Schritt).

Führung
Auf seinen Audioseminaren (hier und hier) beginnt Lowney mit einer Übung: stelle Leiter vor. Alle denken an historische gestalten, aber Lowney sagt, wir alle sind Leiter. Seine Definition von Führung:
„pointing out a way or goal and influencing others“ (ein Ziel ins Auge fassen und andere darin beeinflussen). Was machen Eltern sonst wenn nicht Führun (nach dieser Definition). Die meisten machen es nicht bewusst, und genau da waren die Jesuiten gut darin: die unbewussten Annahmen von Führung transparten zu machen und immer die inneren Werte mit der äußeren Realität verbinden.

Das sind demnach die vier Säulen von Heroic Leadership:
Self-awareness: know yourself – strengths and weaknesses, values, outlook on the world
Ingenuity: things keep changing and only people willing to adapt are leading
Heroism: motivate ourselves and others with real ambition, passion to excel and goals that are bigger than myself; it’s not about me.
Love: treat others in a way that reflects their dignity and tries to unlock their potential.

Unerwartet gutes Buch, mit dem ich noch viel arbeiten werde. (-> ausführliche Zusammenfasssung)

Wie man sich ein 360 Grad Feedback (kostenlos) erstellt

7 Mai, 2008 marlster 1 Kommentar

Kenne dich selbst – Ist eine wichtige Maxime für Führung. Seine Stärken, Schwächen und Limits zu kennen sind die Grundlage, sich selbst und andere zu führen. Ein 360-Grad-Feedback hilft dabei. Durch Einschätzung aus unterschiedlichen Perspektiven bekommt man wertvollen Input für seine Selbsterkenntnis. Ich stelle kurz den Prozess vor, wie man sich so ein 360-Feedback kostenlos basteln kann. Dabei durchläuft man folgende Schritte:

1. vorbereiten
2. durchführen
3. analysieren
4. agieren

Vorbereiten
Zunächst muss man sich überlegen, was man erkennen will. Es gibt verschiedene Kompetenzen und Ideale, die man abfragen kann. Ich benutze das Leadership Practice Inventory von Kouzes und Posner. Die Kompetenzen gefallen mir, man kann diese mit nur 30 Fragen testen und hat genug Literatur zur Nacharbeit.
(Fragen hier auf Seite 15-17). 

Wenn man die Fragen hat, braucht man Einschätzer. Dabei sollte 4 Arten von Leute befragt werden: Vorgesetzte, Partner, Untergebene und sich selbst. Diese sollte man anfragen, ob sie mitmachen und kurz erklären, was das Ganze soll.

 

Durchführen
Googles neue Tabellen-Format bietet die Möglichkeit von Formularen. Also packe ich die Fragen in die Spalten der Tabelle und schreibe ein Formular mit einer kurzen Beschreibung. Neben den Fragen mit einer Wertung von 1-7, füge ich auch noch 3 offene Fragen dazu (die 3 offenen Fragen: was sind die größten Stärken? was sollte er noch mehr machen? Welche Hinweise, Kommentare und Feedback gibt es noch?). Dieser unstrukturierte Input ist oft sehr treffend und direkt. Also bekommen alls Einschätzer ein Mail mit dem Formular, geben ihre Werte und Kommentare ab. Wichtig ist, dass irgendwo auch steht, welche Perspektive sie repräsentieren, damit die Analyse klappt.

Nach ein paar Wochen ist das fertig und ich lade die Daten in ein Excel runter, transponiere die Spalten und beginne mit der Analyse.

Analysieren
Es gibt zahllose Wege, die Daten zu analysieren (Beispiel-Report hier). Zunächst pro Frage und Kompetenz den Mittelwert berechnen. Dabei berechnet man erst den Mittelwert pro Persprektive und Frage, dann alle Nicht-Selbst Werte als Mittelwert.

Daraus ergibt sich ein Überblick über die Kompetenzen. Dabei kann man schauen, ob eine Perspektive sich deutlich von den anderen abhebt. Außerdem kann man die Perspektiven mit der Selbsteinschätzung in Verbindung bringen und sehen, ob Abweichungen bestehen. Gute Fragen hier sind: Was ist deine Reaktion auf die Resultate? Überrascht dich etwas? Wie erklärst du die Abweichungen? Stimmst du damit überein?

Danach kann man die einzelnen Fragen analysieren nach Nicht-Selbst-Mittelwert: was sind die Top5? Was sind die Bottom5? Wo sind die größten Abweichungen zwischen Selbst und Nicht-Selbst? Gute Fragen sind hier: Stimmst du mit den Stärken / Schwächen überein? Überrascht dich das? Warum wurde das so eingeschätzt? Wie kannst du die Stärken weiter nützen? Wie mit den Schwächen umgehen?

Dann geht es an die offenen Fragen. Hier kann man einfach mal zusammenfassen was häufig genannt wurde und was überraschte. Hier können Fragen sein: wie kannst du deine Stärken noch weiter nutzen? Wie kannst du mit den Schwächen umgehen? Was bedeutet das für dich?

Agieren
Der letzte Schritt ist aus den Ergebnissen Aktionen abzuleiten. Am besten sind wenige Aktionen, nicht mehr als 3. Also einen einfachen Aktionsplan erstellen mit Zielen, Messung und Wege dort hin. Beim Leadership Practice Inventory helfen die Bücher von Kouzes und Posner zu den unterschiedlichen Kompetenzen. Das kann nochmal wertvollen Input geben.

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