450 Jahre gute Führung
Chris Lowney ist ein interessanter Kerl. In seiner Jugend war er bei den Jesuiten, hat dort gelernt und von 5 Dollar die Woche gelebt. Irgendwann entschied er sich dann zu JP Morgen zu gehen und wurde dort zum Managing Director von JPM in New York. Sein Buch „Heroic Leadership“ beschreibt den Ansatz der Jesuiten und wie sie seit 450 Jahre Menschen auf Führungsaufgaben vorbereiten. An manchen Stellen war das Lesen nicht ganz elegant, aber das Buch wirkt nach auf mich. Die Parallelen zwischen einem Orden und dem Firmenleben sind sehr interessant. Hier sind ein paar der Dinge, die mir hängen blieben (podcasts hier und hier):
Genügsamkeit
Lowney zitiert Ignatius von Loyola:“Armut ist die starke Mauer des religiösen Lebens“. Er redet darüber, wie Genügsamkeit eine gute Grundlage für das Leben ist. „Das Problem von Besitz ist, dass der Besitz häufig dich besitzt“, meint er. Der Ansatz der Jesuiten ist, frei zu werden, um ein gutes Leben führen zu können. Dieser Spruch oben sagt, dass Armut dir hilft, frei zu bleiben.
Geistliche Rythmen
Das Kernstück der Jesuiten sind die geistlichen Übungen (Exerzitien). Am Anfang der Ausbildung gehen die Novizen durch 5 Wochen intensive Reflektion. Die Selbsterkenntnis, die daraus wächst, ist die Grundlage für Entscheidungen und Lebensplanung. Lowney schlägt einen Ansatz für normale Leute vor:
Nimm dir 3x am Tag 5 Minuten Zeit. In dieser Zeit, baue diese drei Elemente ein:
- Dank: bringe Gott deinen Dank für die guten Dinge in deinem Leben.
- Lernen: nimm einen Punkt, den du in deinem Leben umsetzen oder ändern willst und verschreibe dich diesem Ziel
- Reflektion: Schaue über die letzten Stunden, was du davon lernen kannst und was dir klar wurd.
Diese Übung (genannt Examen) passt in jeden Tagesablauf und führt zu bewußterem Leben. Damit wird neue Information sofort sortiert, Ziele werden dauernd geprüft und man lernt von seinen Fehlern.
Verändung
Der Schlüssel für die Bereitschaft zur Änderung ist innere Distanz. Die Welt ändert sich so schnell, dass zu enge Pläne fast nutzlos sind. Die Jesuiten hatten dieses schöne Bild: living with one foot raised (ein Fuß in der Luft, bereit zum nächsten Schritt).
Führung
Auf seinen Audioseminaren (hier und hier) beginnt Lowney mit einer Übung: stelle Leiter vor. Alle denken an historische gestalten, aber Lowney sagt, wir alle sind Leiter. Seine Definition von Führung:
„pointing out a way or goal and influencing others“ (ein Ziel ins Auge fassen und andere darin beeinflussen). Was machen Eltern sonst wenn nicht Führun (nach dieser Definition). Die meisten machen es nicht bewusst, und genau da waren die Jesuiten gut darin: die unbewussten Annahmen von Führung transparten zu machen und immer die inneren Werte mit der äußeren Realität verbinden.
Das sind demnach die vier Säulen von Heroic Leadership:
Self-awareness: know yourself – strengths and weaknesses, values, outlook on the world
Ingenuity: things keep changing and only people willing to adapt are leading
Heroism: motivate ourselves and others with real ambition, passion to excel and goals that are bigger than myself; it’s not about me.
Love: treat others in a way that reflects their dignity and tries to unlock their potential.
Unerwartet gutes Buch, mit dem ich noch viel arbeiten werde. (-> ausführliche Zusammenfasssung)




Der Auftrag unsrer Gemeinden ist es, Menschen zu fördern und zu ermutigen, dass sie in ihre Berufung finden und leben, sowie geistlich wachsen können. Coaching ist ein Ansatz, der über die letzten Jahrzehnte viel Erfahrung gesammelt hat, Menschen in ihrem Potenzial zu helfen. Durch Fragen und das bewusste Begleiten von Veränderungen, helfen Coaches anderen in ihrem Wachstum. Das ist die Hauptaufgabe von Hauskreisleitern, Leitern, Seelsorgern und allen, die sich für den Wachstum von anderen interessieren. Paulus drückte diese Mentalität so aus: „Vertraue das, was du von mir unter Bestätigung vieler Zeugen gehört hast, zuverlässigen Personen an, die dann auch befähigt sein werden, wieder andere zu unterweisen.“ ( 2.Timotheus 2,2)