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Archiv für August 2008

450 Jahre gute Führung

29 August, 2008 marlster 4 Kommentare

Chris Lowney ist ein interessanter Kerl. In seiner Jugend war er bei den Jesuiten, hat dort gelernt und von 5 Dollar die Woche gelebt. Irgendwann entschied er sich dann zu JP Morgen zu gehen und wurde dort zum Managing Director von JPM in New York. Sein Buch „Heroic Leadership“ beschreibt den Ansatz der Jesuiten und wie sie seit 450 Jahre Menschen auf Führungsaufgaben vorbereiten. An manchen Stellen war das Lesen nicht ganz elegant, aber das Buch wirkt nach auf mich. Die Parallelen zwischen einem Orden und dem Firmenleben sind sehr interessant. Hier sind ein paar der Dinge, die mir hängen blieben (podcasts hier und hier):

Genügsamkeit
Lowney zitiert Ignatius von Loyola:“Armut ist die starke Mauer des religiösen Lebens“. Er redet darüber, wie Genügsamkeit eine gute Grundlage für das Leben ist. „Das Problem von Besitz ist, dass der Besitz häufig dich besitzt“, meint er. Der Ansatz der Jesuiten ist, frei zu werden, um ein gutes Leben führen zu können. Dieser Spruch oben sagt, dass Armut dir hilft, frei zu bleiben.

Geistliche Rythmen
Das Kernstück der Jesuiten sind die geistlichen Übungen (Exerzitien). Am Anfang der Ausbildung gehen die Novizen durch 5 Wochen intensive Reflektion. Die Selbsterkenntnis, die daraus wächst, ist die Grundlage für Entscheidungen und Lebensplanung. Lowney schlägt einen Ansatz für normale Leute vor:
Nimm dir 3x am Tag 5 Minuten Zeit. In dieser Zeit, baue diese drei Elemente ein:
- Dank: bringe Gott deinen Dank für die guten Dinge in deinem Leben.
- Lernen: nimm einen Punkt, den du in deinem Leben umsetzen oder ändern willst und verschreibe dich diesem Ziel
- Reflektion: Schaue über die letzten Stunden, was du davon lernen kannst und was dir klar wurd.
Diese Übung (genannt Examen) passt in jeden Tagesablauf und führt zu bewußterem Leben. Damit wird neue Information sofort sortiert, Ziele werden dauernd geprüft und man lernt von seinen Fehlern.

Verändung
Der Schlüssel für die Bereitschaft zur Änderung ist innere Distanz. Die Welt ändert sich so schnell, dass zu enge Pläne fast nutzlos sind. Die Jesuiten hatten dieses schöne Bild: living with one foot raised (ein Fuß in der Luft, bereit zum nächsten Schritt).

Führung
Auf seinen Audioseminaren (hier und hier) beginnt Lowney mit einer Übung: stelle Leiter vor. Alle denken an historische gestalten, aber Lowney sagt, wir alle sind Leiter. Seine Definition von Führung:
„pointing out a way or goal and influencing others“ (ein Ziel ins Auge fassen und andere darin beeinflussen). Was machen Eltern sonst wenn nicht Führun (nach dieser Definition). Die meisten machen es nicht bewusst, und genau da waren die Jesuiten gut darin: die unbewussten Annahmen von Führung transparten zu machen und immer die inneren Werte mit der äußeren Realität verbinden.

Das sind demnach die vier Säulen von Heroic Leadership:
Self-awareness: know yourself – strengths and weaknesses, values, outlook on the world
Ingenuity: things keep changing and only people willing to adapt are leading
Heroism: motivate ourselves and others with real ambition, passion to excel and goals that are bigger than myself; it’s not about me.
Love: treat others in a way that reflects their dignity and tries to unlock their potential.

Unerwartet gutes Buch, mit dem ich noch viel arbeiten werde. (-> ausführliche Zusammenfasssung)

Gute Dinge passieren in Berlin!

14 August, 2008 marlster 1 Kommentar

Viel Aktion in Berlin in diesem Sommer. Stories von Leuten, die Risiko-bereit sind…

die ersten Christen, Bewegungen und Europa – ein Soziologieprofesser über die Dynamik, die die Welt veränderte

14 August, 2008 marlster Kommentieren

Morgends um 7 Uhr ist die beste Zeit, um mit ihm ein Interview zu machen. Seine Stimme hört sich an als hätte er viel geraucht, etwas wir Roberto Blanco. Vor einigen Woche hatte ich Rodney Stark am Telefon – den Professor für Soziologie, der seit den 1960ern Religion untersucht und neue religiöse Bewegungen. Ich habe einiges von ihm gelesen und auch sehr viel darüber gebloggt. Also habe ich ihm ein Email geschickt, ob ich ein paar Fragen direkt an ihn stellen kann:

  • Herr Stark, war der Aufstieg des Christentums unaufhaltbar?
  • Waren die ersten Christen strategisch in ihrer Mission?
  • Welche Rolle spielte Nächstenliebe in der Ausbreitung des Christentums?
  • Wie beobachten sie Gemeindegründung im Christentum?
  • Herr Stark, was sind Ihre Vorraussagen für die Entwicklung von Religion in Europa?
  • Was können wir in Europa von den ersten Christen lernen?

Mit wenig Zeit kannst du dir die Soundbites reinziehen:

Rodney Stark über Gemeindegründung (81 sek)
Was können wir in Europa von der ersten Christen lernen (93 sek)

Mit etwas mehr Zeit (1 Stunde) kannst du das ganze Interview hören:
die ersten Christen, Bewegungen und Europa. – Interview mit Rodney Stark (mp3).

inspiration: die kraft des netzwerkens

9 August, 2008 marlster Kommentieren

Man sagt, dass Bäume aus Samen entstehen. Aber wie kann aus einem kleinen Samen ein großer Baum entstehen? Samen enthalten nicht die Ressourcen, um Bäume wachsen zu lassen. Diese müssen aus der Umgebunge kommen, wo die Bäume wachsen. Aber der Samen trägt etwas Wesentliches bei: einen Ort, wo sich der Baum zu formen beginnt. Wenn die Ressourcen wie Wasser und Nährstoffe angezogen werden, organisiert der Samen den Prozess zum Wachstum. Auf seine Art ist der Samen das Tor, durch das die Möglichkeit eines lebenden Baums wächst.

- via Peter Senge -

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Fördern und fordern – Einladung zum Coaching-Seminar mit Christoph Schalk

5 August, 2008 marlster Kommentieren

Der Auftrag unsrer Gemeinden ist es, Menschen zu fördern und zu ermutigen, dass sie in ihre Berufung finden und leben, sowie geistlich wachsen können. Coaching ist ein Ansatz, der über die letzten Jahrzehnte viel Erfahrung gesammelt hat, Menschen in ihrem Potenzial zu helfen. Durch Fragen und das bewusste Begleiten von Veränderungen, helfen Coaches anderen in ihrem Wachstum. Das ist die Hauptaufgabe von Hauskreisleitern, Leitern, Seelsorgern und allen, die sich für den Wachstum von anderen interessieren. Paulus drückte diese Mentalität so aus: „Vertraue das, was du von mir unter Bestätigung vieler Zeugen gehört hast, zuverlässigen Personen an, die dann auch befähigt sein werden, wieder andere zu unterweisen.“ ( 2.Timotheus 2,2)

Am 26.-27. September 2008 (Fr & Sa) laden wir daher alle Interessierten nach Speyer ein, um Coaching zu lernen. Es werden die Grundhaltungen von Coaching vermittelt, genauso wie praktische Schritte, um Gespräche zu strukturieren und gezielte Begleitung zu liefern. Wri folgen dem lösungsorientierten Ansatz, was in kurzer Zeit nachhaltige Ergebnisse erzielen kann. Trainer an diesem Tag ist Christoph Schalk, Diplom-Psychologe, der zusammen mit Christian A. Schwarz das Institut für natürliche Gemeindeentwicklung International leitet. Dort begleitet er schwerpunktmäßig Coachingprozesse von Gemeindeverbänden in Deutschland. Sein Lebensmotto ist: „Menschen und Organisationen beim Erreichen ihrer eigenen Vision zu helfen: Aus Träumen soll Wirklichkeit werden, und zwar unterstützt durch Coaching.“

Datum: 26.-27. September 2008, jeweils 9-17 Uhr (Freitag und Samstag)
Ort: Vineyard Speyer
Kosten: 100 Euro (inklusive Materialien; keine Übernachtung oder Essen enthalten)
Plätze verfügbar: 40
Anmeldung: anmeldung@vineyard-heidelberg.de (bis spätestens 1. Sept 2008 )

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Gnade

4 August, 2008 marlster 13 Kommentare

Unbezahlt
Unverdient
Geschenkt

Alles auf eine Karte zu setzen
und nicht zu verlieren
Nach deiner Hand greifen
die niemals loslässt
Zu springen
und nicht auf dem Boden aufzuschlagen

Mein Stolz hält mich zurück
Er sagt
In Gnade sich fallen zu lassen -
Ist doch verrückt
Ich schaff es
Mehr leisten
Mehr Kraft
Ein besserer Plan

Vernunft und Kontrolle
Kämpfen gegen dein Angebot
Zu Leben
Angst und Lüge
Halten mich fern
von der Freiheit

Es kostet mich
Alles
Einzugestehen
das ich es nicht bin
Ich brauch dich
Ich bin hilflos
Schwere Worte
die doch so befreiend sind

Umarmst mich-
wenn ich noch stachelig bin
Liebst mich –
wenn ich noch ekelhaft bin

Unbegreiflich
Unverständlich
Unverdient

Geliebt
Beschenkt
Mit Wert bedacht

(c.by Gundis Goll Mai 2008)

-> weitere Gnaden-Blicke

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