Great Song
Perfekte Stimme und wunderschönes Lied:
via love divine
pdf mit akkorden; alle acoustic tracks online oder zum download
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Hier ist die letzte Etappe von Finke und Starks Churching of America. (Frühere Einträge der Serie: 1 – überblick; 2 – aufstieg der außenseiter; 3 – ende von bewegungen; 4 – warum mainstream verliert; 5- warum Einheitsansätze scheitern). Das Verstehen von Glaubenswewegungen hat mein Interesse daran geweckt. Während fast alle Bücher versuchen, ein Ursachen und Wirkungen zu beschreiben, habe ich enorme Sympathie für solche, die sich um Belege bemühen und nicht nur Behauptungen in den Raum stellen. Wenn die Belege Zahlen sind, dann ist das nochmal beachtlicher, weil a) die sind nicht leicht zu bekommen; b) die machen die Aussagen prüfbarer; c) sie bringen Disziplin in die Diskussion.
Hier sind die 3 Dinge, die mir aus Churching of America hängen geblieben sind, wenn man sich fragt, wie Bewegungen frisch und stark bleiben können:
1. Dezentrale Führung
Im Post über das Ende von Bewegungen habe ich schon gesagt, dass Zentralisierung zum Niedergang führt. Das passiert, weil der Pioniergeist ersetzt wird, der Pragmatismus vor Standisierung in die Knie geht und höheren Ansprüchen an die Leiter führt, die sich aber (paradoxerweise) in weniger Power niederschlägt. Ein Gegenmittel ist, die Führung der Gemeinde lokal zu belassen. Dann ist natürlich die Frage, wie sich die Bewegung noch als Bewegung sieht und nicht auseinanderfällt. Der erste Instinkt ist, das über Organisation (Mitgliedschaft, Namen, etc) zu regeln. Aber vielleicht ist es wichtiger, auf gemeinsame Werte zu achten oder gemeinsame Praktiken oder Grundannahmen. Die Pfingstler zeigen das ja: es ist keine einheitlich organisierte Bewegung und hat dennoch den Zusammenhalt über die Betongung vom Heiligen Geist und der Zugenrede als gelebte Praxis. Das führt zum 2. Punkt:
2. einfache Theologie mit klaren Kanten
Die Methodisten und Baptisten hatten in der Durchdringung von Amerika einen klaren Fokus: persönliche Heiligkeit. Fast jede Predigt konnte auf diese Botschaft reduziert werden:
„jage der Heiligung nach, ohne die niemand Gott sehen kann.“ Das wurde gelehrt, das wurde erfahren, äußerlich wie innerlich. Es war dieser klare Fokus und radikale Anspruch, der in allen Predigten durch kam und für die Kraft der Prediger sorgte. Sie wussten, was sie wollen und sagten es immer wieder direkt und klar.
Das ist das Problem von Bildung: man traut nicht mehr den einfachen Aussagen und kann sie auch nicht mehr lehren. Damit geht viel Kraft verloren, weil alles Komplexe weniger Kraft hat als das Einfache. An den Lehrstühlen sieht man das anders, aber die Beobachtung der Bewegungen in Amerika zeigen etwas anderes: wer einfach redet, gewinnt.
Wichtig ist dabei auch eine Kante. Eine Aussage, die sofort klar macht, warum diese Gruppe oder Bewegung wichtig ist. Warum man ihr angehören sollte. Wie im Post über das Scheitern von Einheitsansätzen gesagt: wer keine Botschaft mehr hat (oder die so verwässert ist, dass man nicht mehr weiß, was man zu tun oder glauben hat), lockt auch niemand mehr hinter dem Ofen vor.
3. Belohnung
Letztlich entscheiden sich Menschen für den Glauben weil es was bringt. Menschen entscheiden sich für Gemeinden oder Bewegungen, weil es was bringt. Meine Meinungen werden bestätigt; ich erhalte soziale Unterstüztung; ich kann meine Berufung ausleben; etc. Was auch immer es ist, aber es gibt einen großen Vorteil, wenn man glaubt. Erstaunlich ist, dass die Belohnung wächst, wenn man gefordert wird. Wenn ich mein ganzes Geld an die Armen gebe und dann wundersam von Gott versorgt werde, habe ich mehr Freude am Leben als wenn ich nie was mit meinem Geld mache (ich habe jemand anderes geholfen, bin nicht so besorgt um Geld, erlebe, dass Gott real ist, und fühle mich moralisch bestärkt). 4-0. Bewegungen und Gemeinden bieten uns an, uns gegenseitig im Glauben zu bestärken. Dafür ist es wichtig, die „free riders“ rauszufiltern. Die kommen nur dazu und wollen die Vorteile nehmen, ohne was zu zahlen. Effektive Bewegungen halten die Kosten hoch (durch Vorbild, gemeinsame Praxis oder Ausschluss) und vertreiben die Zaungäste, was die soziale Bestärkung innerhalb der Gruppe hochhält.
Churching of America ist eine faszinierende Studie. Sie hat Substanz (weil sie auf Zahlen basiert), übersieht einen längeren Zeitraum (als nur einzelne Erfahrungen das tun) und stellt viele nette Meinungen auf den Kopf. Es ist wohl eins der besten Bücher über Bewegungen und die Faktoren, die sie beeinflussen (ich kenne kein vergleichbares). Bewegungen kann man nicht machen. Aber man kann sie mit erstaunlicher Leichtigkeit kaputt machen.
Ein zehnjähriger Junge kommt für seinen ersten Unterricht zu seinem Geigenlehrer. Der Lehrer fragt ihn: „Hast du schon mal einen Apfel wachsen sehen?“ Der Junge lächelt und meint: „…ähm….ja?“ Der Lehrer fragt ihn: „Wirklich? Hast du ihn wirklich wachsen sehen?“ „Eigentlich nicht,“ meint der Junge. „Ah,“ meint der Lehrer, „so sind Äpfel; sie wachsen langsam und du siehst nicht, wie sie wachsen. Wenn du jeden Tag übst, siehst du nichts anderes von Tag zu Tag, aber du wirst trotzdem besser im Spielen. Du wächst langsam.“
- via solutionfocusedchange -
Not the religious type ist das beste Buch, was ich dieses Jahr gelesen habe. Dave Schmelzer leitet eine sehr dynmische Gemeinde in Boston, direkt in der Nähe von Harvard und MIT. Dort zeichnet sich ein ganz anderes Bild als im ländlich-konservativen Amerika und Dave hat eine Antwort gefunden, auf das Lebensgefühl und die Fragen in diesem Umfeld eine Botschaft zu finden. Wer Emerging Church Bücher liest, ist oft genervt von dem destruktiven Ansatz, der Kritik und der Frage: und jetzt? In diesem Buch treffen knackige Konzepte auf viel Lesespass und Lebensweisheit. Also: wärmstens zu empfehlen für den Sommerurlaub!
Mein Amazon-Review:
This book is a pleasure to read. Dave Schmelzer used to be a playwright and atheist, and he uses his skills to play out thoughts on the universe, God and happiness. As a now-pastor of a large church in Boston he understands the need to treat with respect those who hold different views from him and lay out his thoughts in easy language and relevance for everyday people.
At the beginning of his book, Dave starts with a theory of Owen Barfield on the progression of human society. Initially, humans were caught up in “Original Participation” where we saw the entire world connected to us, including the gods in the sky and in the bushes. Next, we moved to “non-participation” where we got outside of the world and looked onto is as objective, dispassionate observers. According to Barfield, we will move to a third phase, the “final participation”, which merges the first two stages and engages the rationalists with a universe that is personal and active.
Dave builds his argument on this insight: people are much more interested in being “on to something” that is satisfying than ending up in discussion on what is right and wrong (which both his opponents – religious people and skeptical atheists – major on; and for which they pay the price of self-righteousness and sort of a gloomy vibe). Dave adds his insights from pop psychology (M Scott Peck’s 4 stages), sociology (bounded vs centered sets), and movie theory (Joseph Campbell’s hero myth) to his conversational writing and his many insights into Boston’s academic culture.
The strength of this book is in the mix of smart concepts presented in a fun way, paired with a lot of personal stories of how they work and the focus of “being on the something”. For Dave, this a shockingly positive and loving God that is accessible and helpful to ordinary people. While smart books in the past (CS Lewis, GK Chesterton) were good in adding perspective and helping to dissect arguments, Dave moves on to propose a life that adds valuable experience to good thoughts. While great books help us see the world in a new light, this 174-page fun-read actually proposes something we can do (not in a self-help 7 step way) and therefore is the best book yet I have read on faith journeys in an intellectual environment.
Letzten Samstag war ein Mystery Worshipper bei uns. Ich hatte einen Freund gefragt, mal einen Report über unseren Gottesdienst zu schreiben, um uns einen besseren Blick darauf zu geben und das Gefühl an interessierte zu vermitteln. Hier isser.
Wie würde man die Atmosphäre vor dem Gottesdienst beschreiben? Es war eine ausgelassen fröhliche und freundliche Atmosphäre anzutreffen. Viele Gespräche fanden statt, die Leute umarmten sich und lachten miteinander. Sehr einladend und frei, es gab schon zu Beginn kühle Getränke. Im Hintergrund lief Chill-Out-Musik….