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Archiv für Mai 2008

zu links-hirnig?

29 Mai, 2008 marlster 2 Kommentare

Geh in einen Kindergarten und frage die Kinder um Handzeichen:
Wer von euch kann singen? Jede Hand geht in die Höhe.
Wer von euch kann tanzen? Jede Hand.
Wer kann malen? Jede Hand.
Wer kann lesen? Vielleicht ein paar wenige Hände.

Jetzt gehe in eine 10. Klasse und frage die 16-Jährigen die gleichen Fragen:
Wer von euch kann singen? Vielleicht 1-2 Hände.
Wer kann tanzen? Ein paar.
Wer kann malen? Wieder nur einige.
Wer kann lesen? Jede Hand geht in die Höhe.

(via Dan RoamBack of a Napkin)

Passt vielleicht dazu (wenn auch etwas abgefahren):

Kategorien:Psychologie Schlagworte: ,

Contemplative Prayer Stations

29 Mai, 2008 marlster Kommentieren

Contemplative Prayer Stations enthält schöne Idee zum Gestaltung von Stationen-Gebeten, inklusive Anleitung und Bildern. Sehr low-key und anwendbar. Cool.

(via Jonny Baker)

Das Ende von Bewegungen – Gewinner und Verlierer

26 Mai, 2008 marlster 18 Kommentare

Die Entwicklung von Kirchen in Amerika von 1776 bis 2005 verdeutlichen schön die inneren Dynamiken von Bewegungen (Teil 1 und Teil 2 der Serie). Rodney Stark und Roger Finke zeigten, wie die Außenseiter (Methodisten und Baptisten) stark in den Jahren von 1776 bis 1850 wuchsen. Dann blieben die Methodisten irgendwann auf der Strecke, während die Baptisten weiter zunahmen, wie auf dem Bild zu sehen. Wie passiert das so einer dynmischen Bewegung wie den Methodisten? Warum kommen Bewegungen an so einen Knickpunkt?

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Finke und Stark beschreiben das Schicksal der Methodisten als Sekten-Kirche-Transformation. In der Soziologie ist „Sekte“ ein neutraler Begriff für neue religiöse Gruppen. Diese sind häufig reformatorisch und kritisieren Aspekte der etablierten Organisationen und stehen in einer inhaltlichen Spannung zur Umwelt. Das kann zum Wachstum führen wie bei den Methodisten und Baptisten. Irgendwann werden diese Sekten mit einer gewissen Größe zu Kirchen – was bedeutet, dass die Spannung zur Umwelt abnimmt und sie „weltlicher“ werden. Das kommt durch die größere Anzahl von Mitgliedern, dem Einfluss von mächtigen und reichen Mitgliedern wie einer zunehmend gebildeten Führungsriege – und führt zum Beenden von Verhaltensrestriktionen und radikalen Ansprüchen. Häufig entstehen dann innerhalb der einstigen Reformbewegung neue Gruppen mit reformatorischen Ansatz, was das erste Zeichen für Sekte-Kirche-Transformation ist.

Was sind dann die Faktoren, die auf einen Rückgang der Kraft von Bewegungen abzeichnen? Wie kommen Bewegungen zu ihrem Ende?

Gebildete Prediger mit irrelevanten Botschaften
Die Methodisten lösten mit der Zeit ihr System von Laien-Prediger ab mit Absolventen von Hochschulen ab, die in Gemeinden entstandt wurden. Dadurch war es nicht mehr notwendig, an jedem Ort Laien für die Leitung zu finden und Gemeindemitglieder zu aktiven Mitglieder zu fördern. Man hatte ja jetzt schlaue Köpfe, die das übernahmen. Dadurch wurden auch die emotionalen Aspekte der Verkündigung abgeschwächt, es gab weniger missionarischen Eifer und Leute, die die Mission voran trugen. Cool-headed leadership war an der Tagesordnung und führte zu weniger klaren Entscheidungen.

Verweltlichung = Verwässerung
Inhalte wurden auch weltlicher wenn sie in der Hand der Intellektuellen waren. Auf einmal war nicht mehr so klar, was es heißt, Christ zu sein. Man glaubte nicht mehr, dass ein Moment genügt, um von ewiger Verdammnis zu ewigem Leben zu kommen. Früher ging jede Predigt als evangelistische Predigt raus und die Welt war einfach. Wenn die klare Linie verloren geht, ist es auch klar schwierig, wen man mit welcher Botschaft eigentlich erreichen will oder muss.

Gleichzeitig fehlt natürlich auch der Anspruch ans Verhalten der Mitglieder. Erwartungen wurden nicht mehr klar formuliert, was man als Christen machen muss (Teilnahme an Veranstaltungen, Gabe von Opfern) und dafür wurden Moral-Aussagen aufgeweicht. Durch Erwartungen an das Verhalten werden die Lauen von den Korrekten getrennt, was denen wieder gut tut, weil sie Bestätigung haben,d ass sie aufs richtige Pferd setzen. Rodney Stark meint:

„Menschen bewerten Reiligion auf Grundlage von Kosten; und die billigste ist nicht die beste. Eine Religion, die nichts kostet, bringt dir auch nichts“.

Zentralistische Strukturen ersetzen Pioniergeist und Dynamik
Die Stärke der Außenseiter ist ihre Flexibilität und Pragmatismus. In der Transformation zu einer Kirche werden die Bewegungen zu Definitionen und zentraler Administration gezwungen. Bei den Methodisten wurde daraufhin ihr System von Kleingruppen und Laienförderung eingestellt und führte zum Abebben der Energie in der Bewegung. Der Drang nach Definitionen führt zu konsistenten Aussagen, die dann häufig die Stelle von feurigen Predigern eingenommen haben.

Die Baptisten konnten sich trotz ihres Wachstums diesen Tendenzen entziehen. In einem Vergleich von Nothern Baptists zu Southern Baptists zeigen Finke und Stark, wie die Südler sich der Professionalisierung entzogen haben und eine Spannung mit der Welt um sich herum erhalten haben. Damit sind die Baptisten im Süden weiter gewachsen, sehr stark sogar. Die Baptisten im Norden ereilte ein ähnliches Schicksal wie die Methodisten:

zentrale Strukturen -> gebildete Prediger -> weniger Laienbeteiligung -> Anpassung an Umwelt von Lehre und Moral -> Stagnation und Abnahme der Bewegung.

Perfect Pennsylvania

21 Mai, 2008 marlster 2 Kommentare

Dieser Tage genießen wir die Schönheit von Pennsylvania. Guter Urlaub hier und viel Zeit zum Lesen:

Jesus in Beijing – David Aikman: ein ausführlicher Bericht über die Untergrundkirche in China vom früheren TIME-Korrespondent. Nicht überragend geschrieben, aber inspierend, weil in China viel passiert.
Church Planter’s Manual – Tim Keller: gutes Manual von Tim über Schritte und Strategien in der Gründung. Etwas wortreich, aber konzeptionell umfangreich.
Launch – Nelson Searcy: neuer Ansatz für Gründung, kurz und groß. Ein paar gute Gedanken, aber nicht ganz meine Wellenlänge.
The back of the napkin – Dan Roam: super Buch über klares Dingen und klare Kommunikation. Beides ist extrem wichtig und kleine Bildchen helfen.
Acts of faith – Rodney Stark: die menschliche Seite von Religion verstehen. Nicht so gut wie die anderen von Rodney. Ein paar gute Abschnitte über den Zustand von Religion im Mittelalter und warum Menschen religiöse Entscheidungen treffen.
The Osama Bin Laden I know – Peter Bergen: interessante Biografie über Osama.
Dealing with darwin – Geoff Moore: gutes Buch über Innovation in unterschiedlichen Stadien. Moore ist ein wichtiger Business-Denker und was er zu sagen hat, hat immer Hand und Fuss.

Kategorien:Familie

Oh, wie war das schön

14 Mai, 2008 marlster 1 Kommentar

Die Schweizer Alpen sind ein guter Ort, um über Gnade nachzudenken und sie auf sich wirken zu lassen. Mit 70 Heidelbergern sind wir über den ersten Mai nach Andermatt gezogen und waren zunächst überrascht vom heftigen Schneefall bei der Ankunft. Am nächsten Tag beglückte uns die Sonne und eine herrliche Kulisse. Wir verbrachten die Tage mit Anbetung, mit World Cafes rund um Gnade und viel Zeit für Beziehungen und Erkundung der Berge. Tinas Gedicht trifft gut die Emotionen, die uns während dieser Zeit trafen:

lange schatten
warf meine schuld ich hatte mich
von deinem licht abgekehrt
was mir blieb
war ein steiniger weg der
ins nichts führte
ich konnte nicht zurück
dein licht war so grell so
stolperte ich weiter
ins leere
[mir ekelte vor mir selbst aber
ich konnte nicht zurück
ich wünschte mich
zurück aber ich konnte nicht]

wenn meine gedanken
zu dir wanderten den weg
zurück den ich hinter mir gelassen hatte
ach mein herz wird mir so eng
aber ich kann nicht
ich kann nicht zurück
die welt wird so klein
fern von dir dass
mir kaum luft bleibt zum atmen

es ist so kalt wenn
deine sonne mich nicht wärmt
wie kam es eigentlich
dass mein weg eine wende nahm und
zurückführte
zu dir?

wie kam es
dass dein licht mich umfing und
das dunkle das mich von dir getrieben hatte
vor deinem lichte schmolz?

ich höre noch deine tritte hinter mir
und als ich mich umsah
war ich von deiner Gnade
umschlossen

Kategorien:Heidelberg Schlagworte:

Wie man sich ein 360 Grad Feedback (kostenlos) erstellt

7 Mai, 2008 marlster 1 Kommentar

Kenne dich selbst – Ist eine wichtige Maxime für Führung. Seine Stärken, Schwächen und Limits zu kennen sind die Grundlage, sich selbst und andere zu führen. Ein 360-Grad-Feedback hilft dabei. Durch Einschätzung aus unterschiedlichen Perspektiven bekommt man wertvollen Input für seine Selbsterkenntnis. Ich stelle kurz den Prozess vor, wie man sich so ein 360-Feedback kostenlos basteln kann. Dabei durchläuft man folgende Schritte:

1. vorbereiten
2. durchführen
3. analysieren
4. agieren

Vorbereiten
Zunächst muss man sich überlegen, was man erkennen will. Es gibt verschiedene Kompetenzen und Ideale, die man abfragen kann. Ich benutze das Leadership Practice Inventory von Kouzes und Posner. Die Kompetenzen gefallen mir, man kann diese mit nur 30 Fragen testen und hat genug Literatur zur Nacharbeit.
(Fragen hier auf Seite 15-17). 

Wenn man die Fragen hat, braucht man Einschätzer. Dabei sollte 4 Arten von Leute befragt werden: Vorgesetzte, Partner, Untergebene und sich selbst. Diese sollte man anfragen, ob sie mitmachen und kurz erklären, was das Ganze soll.

 

Durchführen
Googles neue Tabellen-Format bietet die Möglichkeit von Formularen. Also packe ich die Fragen in die Spalten der Tabelle und schreibe ein Formular mit einer kurzen Beschreibung. Neben den Fragen mit einer Wertung von 1-7, füge ich auch noch 3 offene Fragen dazu (die 3 offenen Fragen: was sind die größten Stärken? was sollte er noch mehr machen? Welche Hinweise, Kommentare und Feedback gibt es noch?). Dieser unstrukturierte Input ist oft sehr treffend und direkt. Also bekommen alls Einschätzer ein Mail mit dem Formular, geben ihre Werte und Kommentare ab. Wichtig ist, dass irgendwo auch steht, welche Perspektive sie repräsentieren, damit die Analyse klappt.

Nach ein paar Wochen ist das fertig und ich lade die Daten in ein Excel runter, transponiere die Spalten und beginne mit der Analyse.

Analysieren
Es gibt zahllose Wege, die Daten zu analysieren (Beispiel-Report hier). Zunächst pro Frage und Kompetenz den Mittelwert berechnen. Dabei berechnet man erst den Mittelwert pro Persprektive und Frage, dann alle Nicht-Selbst Werte als Mittelwert.

Daraus ergibt sich ein Überblick über die Kompetenzen. Dabei kann man schauen, ob eine Perspektive sich deutlich von den anderen abhebt. Außerdem kann man die Perspektiven mit der Selbsteinschätzung in Verbindung bringen und sehen, ob Abweichungen bestehen. Gute Fragen hier sind: Was ist deine Reaktion auf die Resultate? Überrascht dich etwas? Wie erklärst du die Abweichungen? Stimmst du damit überein?

Danach kann man die einzelnen Fragen analysieren nach Nicht-Selbst-Mittelwert: was sind die Top5? Was sind die Bottom5? Wo sind die größten Abweichungen zwischen Selbst und Nicht-Selbst? Gute Fragen sind hier: Stimmst du mit den Stärken / Schwächen überein? Überrascht dich das? Warum wurde das so eingeschätzt? Wie kannst du die Stärken weiter nützen? Wie mit den Schwächen umgehen?

Dann geht es an die offenen Fragen. Hier kann man einfach mal zusammenfassen was häufig genannt wurde und was überraschte. Hier können Fragen sein: wie kannst du deine Stärken noch weiter nutzen? Wie kannst du mit den Schwächen umgehen? Was bedeutet das für dich?

Agieren
Der letzte Schritt ist aus den Ergebnissen Aktionen abzuleiten. Am besten sind wenige Aktionen, nicht mehr als 3. Also einen einfachen Aktionsplan erstellen mit Zielen, Messung und Wege dort hin. Beim Leadership Practice Inventory helfen die Bücher von Kouzes und Posner zu den unterschiedlichen Kompetenzen. Das kann nochmal wertvollen Input geben.

Kategorien:Tools Schlagworte: , ,

neue Songs

5 Mai, 2008 marlster Kommentieren

Jochen und Chrissie haben wieder neue Lieder geschrieben. Wir singen sie öfter in den Gottesdiensten. Ich habe mein filmerisches Talent (hüstel) dazu gegeben und.. Voila! 5 neue Videos auf der Playliste.

Mein Gott, meine Liebe

Heiliger Geist