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Archiv für April 2008

Mehr Cafe, mehr Gespräche, mehr Connection – Missional Münster

27 April, 2008 marlster Kommentieren

Conversations that matter – das ist die Prämisse vom World Cafe. Bringe interessierte Leute zusammen, schaffe einen einladenden Raum und besprechen Themen, die bewegen. Genau so ging es in den zweiten Tag. Die Atmosphäre war noch offener als am ersten Tag und wir diskutierten die Fragen:

- Wie passiert Jüngerschaft in eurem Kontext?
- Wie findet Leitung in eurem Projekt statt?

Alan hat ein wenig mehr erzählt als gestern, aber wieder messerscharf. Ich habe ihn jetzt schon ein paar Mal mitbekommen, aber hier in Münster war mit Abstand der stärkste Input von ihm. Ich mag vor allem folgendes Bild im Konzept von Wachstum: wir brauchen neben gutem Denken auch das gute Herz und die Aktion, damit Wachstum stattfindet.

Mittags disktutierten wir Leitung und unsere Herausforderung. Alan ging ausführlich auf APEPT ein und forderte heraus, nicht in Addition sondern Multiplikation zu denken. Ich habe auch schon einiges darüber gelesen und kenne Alans Gedanken dazu. Hier in Münster kamen die Ideen mit einer ganz anderen Schärfe und Relevanz rüber. Vielleicht weil wir den Input von Alan im Kontext von einem Gespräche eingebaut haben (es wäre auch eine Verschwendung gewesen, so viele hochkarätige Praktiker einfach nur Rumsitzen zu haben, Alans Monologe abzuspielen und in den Kaffeepausen zu fragen: und was denkst du).

Das macht es auch schwer, hier über diese 2 Tage und die Eindrücke zu bloggen. Es ist wie das Gefühl, wenn man einen Brief von einem alten Freund wieder entdeckt. Es sind nicht die Worte oder Inhalte, die bewegen. Es ist die gemeinsame Geschichte, die deinen Alltag für einen Moment in anderes Licht taucht. Gedanken an eine andere Zeit, Sehnsucht nach Momenten der Freundschaft. Die Begegnungen hallen noch lange nach der Abreise nach.

Die Stimmung auf der Heimfahrt war dementsprechen positiv. Jeder hat für seine Situation was mitgenommen. Es sind nicht die großen Zitate und Konzepte, sondern die Ausrichtung: missional in Deutschland unterwegs zu sein.

p.s.:
Stefan und David gründen Novavox und greifen die Impulse auf und hosten eine Konferenz mit Floyd McClung im November

Der Abend – Missional Münster

27 April, 2008 marlster 1 Kommentar

Die letzte Nacht war lang. Nach den Gesprächen stömten die meisten Teilnehmer in die Stadt aus und irgendwie kamen wir alle im gleichen Cafe an: free WLAN. Nach erfolgreicher Gedanken-Verarbeitung dank Blogs ging es weiter mit informellen Gesprächen. Alan erzählte von seinen Erfahrungen mit seinem Cafe-Projekt in Melbourne, ich diskutierte mit Kristian, Chrstian und Fritjof über Struktur, Worship und Kohle.

Mir ist bei solchen Treffen neben den Inhalten auch die Stimmung immer wichtig: entstehen Freundschaften? Werden die Teilnehmer ermutigt? Staunen wir und sind dankbar für das, was Gott macht? Auch wenn die Stimmung nicht euphorisch war, so sind doch viele ehrliche und direkte Kontakte enstanden. Ich hatte in der Vergangenheit bei einigen Treffen einen vollen Kopf aber ein leeres Herz – viele Konzepte und Gedanken, aber so eine gewissen Schwere, die über den Beziehungen und meinen Gedanken liegt. Es liegt noch das Gefühl im Raum, dass noch mehr kommen muss, aber für den ersten Tag war es ein guter Start.

Abends habe ich in der Jugendherberge noch ein paar Videos mit Tim gedreht. Für unser neues Projekt wollen wir Gründer mit Tools und Input versorgen, die ihnen das Gründen erleichtern sollen. Dafür hat Tim ein paar LifeShapes erklärt und ich habe mit meiner Photocamera gefilmt. Bin gespannt, wie das rauskommt und was der heutige Tag hält.

Link: hier sind die Songs auf meinem Muxtape, die wir morgends gesungen haben.
Link: Flickr-Galerie von Eindrücken und Tisch-doodles

Das Café – Missional Münster

25 April, 2008 marlster 8 Kommentare

Alle reden über das Wetter – wir nicht. Aus den verschiedensten, unterschiedlichsten, nahen und entfernten, entlegenen Ecken Deutschlands (und der Schweiz) kamen heute 35 Leute im Enchilada im Münster zusammen, um am World Cafe mit Alan Hirsch über die missionale Gegenwart in Deutschland zu reden. Eingeladen waren nur Praktiker und Leiter und wir legten heute mit drei Runden an fragen los:
- Was bewegt euch? Warum seid ihr hier?
- Wie sieht der „missionale-inkarnatorische“ Impuls in Deutschland aus?
- Wie kommen Leute in unserem Kontext zum Glauben?

Der Morgen war mi der ersten Frage etwas abtastend. Wir haben uns an den Tischen in 4-er Gruppen zunächst vorgestellt und erklärt, was uns moment so beschäftigt. Nach 20 Minuten wurden die Teilnehmer an den Tischen neu gemischt und die Frage wiederholt.

In der zweiten Runde kamen dann schon konkretere Themen raus, die mehrere Leute beschätftigen. Wie können wir in unsere Städte wirken? Wie leben wir Beziehungen: strategisch oder absichtslos? Wie findet Leitung und Organisation statt. Alan teilt mit uns das BELLS Modell und den Übergang von Werten zu Verhalten. Wirklich gut.

Nach einem grandiosen mexikanischen Mittagessen diskutierten wir unsere Fragen, wie Menschen zum Glauben kommen. Beziehungen sind wirchtig, die Reise, die Botschaft, die Nöte der Menschen. Wieder ganz unterschiedliche Erfahrungen und Ansätze. Allen ist aber klar, dass das typische verdammnis-Erlösungs-Dings nicht mehr passt.

Es ist echt schwierig, die Erkenntnisse und Stimmung auf einem Blog zusammenzufassen. Die Diskussionen miteinander sind sehr bereichernd. Viele Leute kennen zu lernen, die in ähnlichen Situationen stecken und mit öhnlichen Fragen ringen ist goldwert. Ich bin echt glücklich über diese Möglichkeit, den Weg zu Teilen und andere kennen zu lernen. Letztlich wirkt das World Cafe durch die Fragen, die zu Tage kommen. Wie Diana Whitney sagt:

„Menschen und Organisationen entwickeln sich in Richtung der Fragen, die sie kontinuierlich stellen“.

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Der Weg – Missional Münster

25 April, 2008 marlster 1 Kommentar

Angekommen zum Abpfiff von Bayern gegen Zenit (Lucio sah irgendwie komisch aus). Heute startet der Missional Think Tank mit Alan Hirsch in Münster. Gestern sind wir als der Trupp aus dem Süden mit Simon, Chrischtoph und Ed, sowie dann Eddy in Mainz hergefahren. Gute Gespräche, aber lange Fahrt. Abends dann noch kurz Roger und Tim getroffen und mit David bis spät übers Bücherschreiben und missionale Leben philosophiert, ähm, filosophiert. Oder doch philosophiert?

Bin gespannt, was uns erwartet. Die ganzen 2 Tage sind viel um’s World Cafe designed: einfach 4-er Gruppen an Tischen mit Gesprächen über wichtige Fragen. Weniger Input-zentriert und so sollte sein – stattdessen mehr Gespräch über unser Erleben und unsere Wünsche. Ich hoffe, dass wir nicht nur Definitionen und Idealen nachjagen, sondern wirklich connection passiert. Anyway: jetzt muss ich mir erst mal einen Kaffee holen…

veröffentlicht

22 April, 2008 marlster 8 Kommentare

Jetzt ist es endlich da – mein Buch! In den letzten Wochen gab es noch ein paar Korrekturen und Cover-Änderungen, aber jetzt halt ich es in meinen Händen. Gutes Gefühl! Bin mal gespannt, wie es aufgenommen wird. In der Leiterausbildung von Vineyard wurde es zur Pflichtlektüre mit bisher sehr guten Rückmeldungen.

Hier ist ein kleines Interview auf der schönen neuen Seite von Vineyard DACH.

Amazon-Link zum Buch.

Meine Kinder meinten, es sind zu wenig Bilder drin. Wenn du eine Meinung hast, freue ich mich auf die Kommentare…

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Münster Missional Mindsharing

13 April, 2008 marlster 2 Kommentare

In 2 Wochen geht es in Münster los: zusammen mit David und Stefan habe ich in den letzten Monaten an einem Event für Missional-Praktiker gearbeitet. Wir wollten Freunde und Bekannte zusammen bringen, um miteinander zu connecten, was missional in Deutschland heißt. Wir werden uns hauptsächlich ums World Cafe scharen und werden von Alan Hirsch mit erlesenen Gedanken-Häppchen verköstigt.

Ich werde hier über die Tage bloggen und bin gespannt, dort entsteht. Wen es interessiert, kann sich unsere Pre-Readings reinziehen:

Friend of missional
Ein guter Einstiegspunkt, um den Begriff „missional“ klarer zu füllen.
Was ist eine missionale Gemeinde, was nicht?

Rodney Stark: Live Longer, Healthier, & Better
Der Autor von „The Rise of Christianity“ mit einem soziologischen Blick auf die frühe Kirche: Warum Christen länger lebten und warum ihr Einfluss auf ihre Umwelt so groß war.

Churches moving into the community
Ein Artikel über ein Netz von „externally focused“ Gemeinden, die ihre Qualität weniger daran messen, wieviele Menschen im Gottesdienst oder in Kleingruppen sind, sondern wieviele Menschen in der Stadt der Stadt dienen. Am Ende des Artikels eine gute Literaturliste zum Thema.

Servant Evangelism
will Gott fernen Menschen dienen, um gute Nachricht für sie zu SEIN, bevor sie gute Nachricht hören können.

Toward A Theology Of Public Presence
Leonard Hjalmarsons theologisches Plädoyer für eine gesandte Kirche. Er zitiert viele Stimmen (NT Wright, Dwight Friesen, Andrew Jones, Brian McLaren u.v.a) und bindet einen schönen missionalen Blumenstrauß.

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Der Aufstieg der Außenseiter – Gewinner und Verlierer

8 April, 2008 marlster 5 Kommentare

Ganz ehrlich: wer konnte Steffi Graf in den 90ern noch den nächsten Turniersieg wünschen? Irgendwie war es schon cool, jemand im internationalen Sport ganz oben zu haben (neben Turnierreiten und 8-er im Rudern), aber tortz diesem Wir-sind-jetzt-auch-was-Faktor schlägt das Herz ja immer für den Underdog. Wenn Außenseiter triumphieren, dann hat das immer seinen Sympathie-Effekt. Die Entwicklung von Religionen in USA nach 1776 hat eine ähnliche Story: die Mainstreams stagnieren und die Außenseiter sprießen wie Pilze aus dem Boden.

In The churching of America berichten Finke und Stark wie im Jahr 1776 die größten Kirchen die Congregationalist, Episcopalians (Ableger der Anlglikaner) und Presbyterians waren. Diese 3 Gruppen waren die klaren Mehrheiten in den neuen Staaten und vereinten 55% der Kirchgänger. Im Jahr 1850 hatte sich die Gesellschaft verdoppelt, der relative Anteil der Gläubigen ist von 17% auf 35% gewachsen und die 3 Gruppen sind total geschrumpft auf 19% aller Gläubigen. Wenn das Land religiöser wurde und mehr Leute im Land wohnten, wo sind die dann hin?

 

Die Außenseiter waren die Methodisten, Baptisten und Katholiken. Diese hatten zunächst um die 20% Anteil der Kirchgänger und sind im Jahr 1850 auf 70% gewachsen. Hier sind die Zahlen der 3 Außenseiter:

Methodisten — 65 Gemeinden — 4.900 Mitglieder ** 1850 — 13.302 Gemeinden — 2,6 Millionen Mitglieder
Baptisten — 441 Gemeinden — 33.100 Mitglieder ** 1850 — 8.000 Gemeinden  — 1,6 Millionen Mitglieder
Katholiken — 3.500 Mitglieder ** 1850 — 1,1 Millionen Mitglieder

Wie passiert so was? Warum haben die etablierten Kirchen so abgeloost? Die etablierten Kirchen waren zumeist Steuer-finanziert und sahen Orte als Territorien an, wo nur eine Gemeinde sein durfte. Ihnen waren einige der Praktiken der neuen Bewegungen zu „pöbelhaft“ und sie ließen sich nicht auf das Risiko ein, an den westlichen Fronten neue Projekte zu starten. Dieser Fokus auf den „hohen Geschmack“, elitäres Denken und Weigerung zum Risiko schlgen ganz negativ über die Jahre ein. Vor allem merkte die etablierten Gruppen das gar nicht und kritisierten noch die neuen ohne Ende.

Aber was machte die Außenseiter aus, dass sie so einen kometenhaften Aufstieg hinlegen konnten?

Dezentrale Organisation: mach dein Ding
Die Außenseiter hatten keine professionelle Elite, um ihre Organisationen zu führen. Sie rekrutierten Menschen mit einem nicht-geistlichen Beruf und etablierten Kleingruppen, um ihre Werte zu vermitteln. Damit waren sie sehr flexibel, um auf die jeweiligen Nöte zu reagieren, konnte neue Leiter schnell rekrutieren und waren nicht vom Geld abhängig. Das erlaubte ihnen, schnell zu expandieren und dabei die Nähe zu den Leuten zu behalten, statt gelehrte Thesen zu vertreten.

Botschaft: einfach und direkt
Die Botschaft der Außenseiter war jeweils auf praktische Aspekte und das Herz abgezielt. „Theologie hat seinen Platz, aber sie rettet die Menschen nicht wie eine Botschaft des Herzens zur Umkehr“. Die Predigten der Außenseiter redeten und demonstrierten die Kraft Gottes. Und ihre Botschaften thematisierten fast immer Sünde, Errettung und Hölle, und warten vor den Gefahren der Welt. Dagegen standen die Schulen der etablierten Kirchen (wie Harvard oder Yale), denen intellektuelle Integrität wichtiger war als die Förderung von Hingabe bei den einfachen Leuten. Das erinnert mich an John Wimber – always focus on the main and the plain!

“Die Botschaften waren in einfacher Sprache, so wie bei den gewöhnlichen Leuten. Die akademischen Sprache kam nie vor, so dass die Leute klar verstanden, um was es ging“.

Konferenzen und Erweckungen: emotionale Ankerpunkte
An den Fronten des Wilden Westens setzen die Prediger der Außenseiter Camp Meetings auf, wo Menschen tagelang zusammen kamen, um geistlich erneuert zu werden. George Whitefield, Charles Finney und andere waren sich der Wirkung von Massenveranstaltungen bewusst: dort wurde Hingabe erneuert, Emotionen führten zu Neuausrichtung und Bestätigung im Glaubensleben. Finney meint:

„Menschen sind geistlich träge. Es gibt so viele Dinge, die von Religion ablenken und das Evangelium aufhalten. Deshalb ist es notwendig, die Begeisterung von Zeit zu Zeit zu erhöhen bis die Flut so stark wird, dass alle Abwehrhaltung weggewaschen werden“.

Finke und Stark fassen zusammen: „Gesunde Organisationen brauchen regelmäßig eine Erneuerung der Hingabe, damit die Vorteile des Zugehörens drastisch erhöht werden“.

Veränderungen nutzen: Offenheit für die Sklaven und Freien
Die Organisation der Außenseiter bot den versklavten und freien Negern einen Ort, wo sie Unterstützung fanden, geistliche Erfahrunge machen und in Leitungsaufgaben wachsen konnten. Immer wieder hatten die etabilierten Kirchen Argumente, warum ihnen die Menschen oder Methoden zu „banal“ waren. Die Außenseiter kümmerte nur ihre einfache Botschaft und damit waren sie flexibel, auf die Menschen einzugehen, denen sie begegneten.

Letzlich waren es die kulturelle Flexibilität und klare Botschaft mit einem einfachen Pragmatismus (das machen, was funktioniert), das den Außenseitern den Aufstieg ermöglichte. Die Katholiken spielten dort auch hinein, vor allem weil sie nicht die etablierte Macht wie in Europa waren. Erstaunlich ist, dass die Methodisten dann zu einem abrupten Halt kamen, während die Baptisten weiter wuchsen wie die Pilze…

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Tim Keller @ Google

6 April, 2008 marlster 1 Kommentar

Google veranstaltet eine Serie mit großen Autoren und deren Thesen. Bei Authors @ Google waren schon David Allen (Getting Things Done), Garr Reynolds (presentation zen), Lawrence Lessig (free culture)Don Tapscott (wikinomics) und Tim Ferriss (4-hour workweek).  Und jetzt habe ich dort neben all den Größen Tim Keller@Google entdeckt. Tim Keller? Unser evangelikaler Tim? Der C.S.Lewis von heute? Tatsache. In etwas über einer Stunde redet er über sein „reason for God“ und bietet damit eine gute Zusammenfassung für die will’s-wissen-muss-es-aber-nicht-besitzen Zuschauer. Also bitteschön:

 

Ein paar schöne Kommentare über die sozialen Wurzeln von Wissen und warum man seine Ansichten an sein Umfeld anpasst (bei ca. 10 Minuten).

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Gewinner und Verlierer

3 April, 2008 marlster 6 Kommentare

churchingamerica.jpgIch habe mir überlegt, ob ich das machen soll. Noch eine Serie über Rodney Stark und dann noch was sicherlich kontroverses. Egal. The Churching of America liegt genau auf meiner Wellenlänge und beantwortet Fragen, welche Bewegungen über die Jahrzehnte gewinnen und verlieren. Und es sagt noch warum. Was mich besonders an Rodney Stark reizt: er ist kein Insider, muss keine Argumente verteidigen, sondern schaut sich das als Sozialwissenschaftler an und untermauert es mit Daten. Keine Ich-mag-das-aber-so-besser-und-deshalb-bin-ich-dafür Aussagen. In dieser Serie gibt es Aussagen über:
- den Aufstieg von Außenseitern
- das Ende von Bewegungen
- warum Mainstream-Kirchen verlieren
- warum Einheits-Ansätze scheitern
- wie Bewegungen frisch und wachsend bleiben

Rodney Stark ist Professor für Soziologie und untersucht mit Roger Finke in The Churching of America Bewegungen von 1776 bis 2005 auf ihren Erfolg. Erfolg bedeutet für sie Wachstum an Zahlen einer Bewegung. Zunächst räumt Stark mit der Nostalgie auf, dass das frühe Amerika ein christliches Ideal war. Obwohl Mayflower und Puritaner mit den Anfängen des neuen Kontinents in Verbindung gebracht werden, ist die Zahl der aktiven religiösen Menschen 1776 bei 17% . Das liegt daran, dass die neue Welt relativ unstabil war (und Stabilität wichtig ist für Glabensgemeinschaften), aus Europa viele Leute geflüchtet sind und auch in Europa das Level an Glauben in der Bevölkerung nicht sehr hoch war. Dieser Anteil ist dann bis 1850 auf 35% gestigen und bis ins Jahr 2000 auf 60%. Für all diese Behauptungen sind viele Daten vorhanden und zeigen, dass manche Gruppen von diesem Anstieg profitiert haben und andere stagniert.

Der gesamte Anstieg an Religiösität in Amerika lässt sich laut Finke und Stark auf den „freien Markt“ in USA zurückführen. Es gab nicht wie in Europa bevorzugte Kirchen (mit Steuern und staatlicher Bevorzugung), sondern dort musste jede Gruppe sich ihren Verdienst erpredigen. Das führte zu mehr Lebensnähe und Innovation im religiösen Markt. Alexis de Tocqueville meinte damals: „was mich als erstes erstaunte war die religiöse Atomspähre in den Vereinigten Staaten“, was er auf die vielen religiösen Gruppen und feurigen Prediger schob. „Ich bin überzeugt, dass dieVerbindung mit einer politischen Kraft nur Nachteile für Religion bringt“. Das ist das Supply-Side Argument von Stark.

Es zeigt sich auch, dass die Gewinner eben innovativer waren und ein besseres Angebot hatten, was von den Bewohnern besser angenommen wurde. Aber auch Inhalte und Form werden in dieser Studie betrachtet und zeigen faszinierende Ergebnisse. Zentral ist dabei für Finke und Stark:

„wir werden wiederholt zeigen, dass religiösen Organisationen profitieren, die eine Theologie zum Trost der Seelen hat und ihre Mitglieder zu Opfern bewegen kann“.

Also kommt jetzt in der Tradition von Rodney-Stark Serien hier die nächste. Wer die früher verpasst hat, hat was verpasst. Angefangen hat alles mit The Rise of Christianity und der Frage, wie die ersten Christen den ganzen Mittelmeerraum beeinflusst haben:

1 – The rise – wie haben sie es gemacht?
2 – The rise – welche Netzwerke benutzten sie?
3 – The rise – die sozialen Bedingungen des Wachstums
4 – The rise – die Rolle von Martyrern und Pluralismus
5 – The rise – was es für mich bedeutet

Dann kam Discovering God und die Frage, woher die Weltreligionen kommen und warum sie gewachsen sind:

Teil 1: Wo kommt Glaube her
Teil 2: der Niedergang der Staatskirchen und Wachstum von Religion
Teil 3: Religiöse Innovation
Teil 4: wie entstehen Bewegungen

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