Der Preis von Zeug

12 Dez

Weihnachten steht vor der Tür. So schön wie Weihnachtsmärkte und Glühwein sind, so ist es doch ein Gehetze jedes Jahr. Ich bin nicht der beste Schenker und daher stresst es mich immer mal wieder. Aber Geschenke bekommen ist natürlich toll, und die Happiness bei Kinder einfach unschlagbar. Also habe ich mich vom Kommerz noch nicht abwenden können.

Vor ein paar Jahren bin ich auf den Psychologen Tim Kasser gestossen. Der hat die Psychologie von Zeug-haben-wollen untersucht. Und wenig überraschend: Geld macht nicht glücklich. Im Gegenteil: das Verlangen nach Geld macht aktiv unglücklich. Das widerspricht noch immer meiner Intuition.

Hier habe ich nun ein kleines Info-Video von Kassers Ideen gefunden. Sehr passend für den Kommerzdschungel dieser Tage.

Hannover Spark Träume – United by Desire

10 Dez

Ende Oktober mit den ersten Herbstwallungen ins lebendige Hannover zu kommen ist immer eine Pracht. Motoki reserviert ein paar elegante Altbau-Räume für uns. Acht Träumer aus ganz Deutschland fanden den Weg nach zu unserem zweiten Spark-Treffen.

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Spark?! Was soll denn das bitteschön? Mit dem englischen Funkenwort  beschreiben wir seit ein paar Wochen unsere Gruppe, die sich seit einem Jahr trifft und im Sommer Weitwinkel organisiert hat. Wir sind Freunde, Träumer, Macher und haben ein gemeinsames Sehnen: wir wollen missionale Gemeinden in Europa sehen. Wie die Jesus Freaks schon vor 20 Jahren geclaimt haben: es gibt zu viel christliches Ghetto.

Und das ist leider immernoch so. Unsere Sprache steckt in einer eigenen Sphäre fest, unsere Angebote machen den Christen happy, und unsere Gemeinden sind erstaunlich wirkungslos in ihrem Umfeld. Nicht gut.

Also haben wir 2 Tage damit verbracht, wie wir das ändern können. Vor ein paar Monaten haben wir unseren Traum formuliert. Und jetzt haben wir uns auf erste Projekten geeinigt und ein paar Dinge in der Zusammenarbeit geklärt. Mann, das Flipchart war geduldig mit uns. Wir haben viel konzipiert, diskutiert und gemeinsam gedacht.

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Die Truppe ist noch immer ultra-inspirierend für mich. Ich bin einfach gern mit den Konsorten zusammen. Da lerne ich immer was. Jede Diskussion kommt aus unterschiedlichsten Richtungen und es ist so bereichernd, wie unser Werdegang unterschiedlich ist. Meine größte Erkenntnis am Wochenende war, wie wichtig Kommunikationsdesign ist. Motoki hat da eine Lanze nach der anderen dafür gebrochen. Coole Insights kamen da raus!

Jetzt haben wir erst mal ein paar Aktionen für die nächste Weile. Erwarte mal was im Web in den nächsten Monaten.

Ein paar Minuten für die Theologie einer besseren Welt

13 Nov

Kürzlich bin ich auf Vimeo über ein paar Videos gestolpert, die ich schon lange gesucht hatte. Vimeos neues Video-on-Demand bietet gute Funktionen für Kaufvideos. Damit kommen auch ein paar Dokus und Nischenflicks ins Netz. Und schakalaka, NT Wrights Surprised by Hope war da. Das Buch ist Hammer. Hammer, sag ich!

Und mit den 6 Clips gibt’s die Highlights in je 15-Minuten Happen serviert. Ich habe es mir gezogen und beim Autofahren auf den Weg zu Arbeit reingeyoutubet. Ganz schön inspirierend während so einer Fahrt.

So, und mein deutsch-sparsames Herz hatte deinen einen kleinen Beiss-die-Tischkante-Moment. Natürlicht! Ist! Das! Ganze! Auf! Youtube! Kostenlos, sozusagen. Die ganze 6-er-Reihe vom Herrn Wright. Schön stream-fertig serviert. Und da ich nicht so bin, teile ich das gerne mit den Blog-Lesern hier. Soll sich ja auch gelohnt haben, hier vorbeizusurfen.

Ich erkläre nochmal kurz meine Hammer-Einschätzung. Ich finde die Formulierung bei NT Wright wunderschön und treffend. Er drückt vieles von dem aus, was ich gefühlt, geahnt und intuitiv gedacht hat. Hoffnung in der Welt. Statt Flucht von der Welt. Alle missionalen Denker können sich hier ne Scheibe abschneiden. Denn eine gute Denkbasis für die eigene Arbeti ist auf jeden Fall was wert. Und hier ist NT Wright ein guter Wegbereiter und Formulierer für alle Träumer von besseren Städten in Europa.

Also, viel Spass damit!

Metropolis – die Club Church in Zürich startet

21 Okt

Dieses Wochenende kickt Tim in Zürich seine Club-Church Metropolis los. Das Grand Opening im Club Chicago 1928 findet diesen Sonntag statt. Ich kenne Tim seit gefühlten Jahrhunderten und freue mich über seinen Weg die letzten Jahre mit Mike Breen und Greig Suarrat. Sie haben sich wirklich ins Zeug gelegt, der Instagram-Stream boomt und die Vorbereitungen sind klasse.

Ich habe keine Ahnung, ob jemand eine Club Church will oder ob es fliegt. Vor 10 Jahren wären da meine Träume in Erfüllung gegangen, ich wäre in der ersten Reihe gestanden und hätte getanzt. OK, gelogen; auch vor 10 Jahren war ich kein Tänzer. Jetzt ist mir das selbst wahrscheinlich zu hibbelig und die Leute zu geschminkt. Dennoch geht für mich ein Traum in Erfüllung – Tim lebt sein Ding; Kirche findet Raum in neuen sozialen Räumen; Leute in Europa werden für Jesus motiviert; und echte Liebe für Jesus schlägt sich in Kirchengründung nieder. Geile Sache!

Also, Glückwunsch an Tim und die Crew. Das ist ein großer Schritt und ich werde am Sonntag für ihn und die Chicago1928-Clique beten. Rock’n’roll!

Eine große Frustquelle in Teams und Führung entdeckt

17 Okt

Kürzlich bin ich irgendwo auf einem Feld zwischen Heidelberg und Schwetzingen auf eine Sternstunde des Managements gestoßen. Ich hatte gerade die letzten 1,5 Tage zusammen mit 11 anderen über unser Team diskutiert. Was läuft, was besser laufen muss usw. Wir hatten einen Change Berater dabei – und der meinte am Ende, er hätte noch was für uns.

Er malte uns ein kleines Diagramm auf und erzählte uns über eine Einsicht von einem gewissen Herrn Tannenbaum. „Eine große Unsicherheit in Organisation,“ so meinte er zur Einführung, „ist die Unklarheit, wie Entscheidungen getroffen werden.“  Ganz links ist der Tannenbaum-1-Style. Autoritär. Der Leiter trifft die Entscheidung und gibt sie bekannt. Französisch, nannte er das auch.

Ganz rechts ist Tannenbaum-7: Demokratie. Alle reden mit und geben ihre Stimme rein. Der Leiter gibt nur die Regeln vor, wie die Demokratie umgesetzt wird. Einfach Mehrheit, absolute Mehrheit, Einstimmigkeit etc.

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Und dazwischen gibt es das Tannenbaum-4 bis Tannenbaum-6. Dort trifft der Leiter jeweils die Entscheidung, bezieht aber das Team unterschiedlich mit ein. Auf T-4 ist fragt er nach Meinungen, nur um nochmal für sich zu checken. Bei T-5 lässt er das Team mitreden, hat aber einen Favoriten. Bei T-6 delegiert er die Entscheidung ans Team und erwartet einen Vorschlag.

„Und dann gibt es noch zwei Stile, die total schlimm sind,“ so meinte unser Berater. „Tannenbaum 2 – das ist wenn der Leiter eine Entscheidung trifft und dann dafür geliebt werden will. Das ist patriarchisch“. Bäng, das hat’s getroffen. Das hatte ich in den letzten Jahren öfter gesehen. Der Leiter setzt seinen Kopf ohne das Team durch (darf er sicherlich), aber dann will er dafür gelobt und gepriesen werden. Wie Kim Jong Il oder Sadam Hussein. Der Leiter herrschaft und gibt das Bild des Gönners. Das hat was zutiefst Destruktives.

Tannenbaum-3 ist dann auch nicht so gut. Der Leiter hat entschieden, aber will durch suggestive Fragen und vorab Stimmungsmache das Feld für sich ebnen.

Später habe ich rausgefunden, dass der Kollege Robert  heißt. Robert Tannenbaum. Und sein Artikel „How to Choose a leadership pattern“ erschien schon 1958 im Harvard Business Review. War mir noch nie unter die Augen gekommen.

Was mich so zum Sternensehen gebracht hat, waren ein paar Dinge, die in der Realität wirklich immer wieder so vorkommen. Es stimmt: wenn die Wege zur Entscheidung nicht klar sind, kommt Frust auf. Ein Leiter muss auch den Weg der Entscheidungsfindung klären. Und dann: ein Leiter kann Entscheidungen nicht von sich schieben. Er muss sie „ownen“. Und schließlich: im christlichen hört man viel vom partizipativen oder „offenen“ Leitungsstil. Das ist sowas wie Tannenbaum 8 – der Leiter ist einfach einer vom Team und moderiert den Prozess. Das macht alles langsam und untergräbt die Fähigkeit, klare Entscheidungen zu treffen.

ein paar Takte aus der Türkei

10 Okt

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Im Sommer war ich für eine Woche mit ein paar Freunden in der Türkei. Das ist das dritte Jahr, dass Murat und ich hier sind. Wir suchen nach Wegen, wie wir als Heidelberger Mosaik die Türken unterstützen können. Bisher haben wir von drei Problemen gelernt: Leiter (vor allem Türken), Räume (bekommen sie nicht wenn sie Christen sind) und Jobs (sie verlieren ihre Arbeit wenn sie Christen werden). Das sind schwierige Themen und wir hatten noch keine klare Sicht, wie wir da helfen können.

Dieses Mal haben wir verschiedene Leiter zu Gib5-Treffen eingeladen. Einfach kommen, Leben teilen, zuhören und schauen, ob was geht. In Izmir waren wir mit 6 Gemeinden am Start, in Iskenderun mit 5. Im Zuhören sind wir sowohl erstaunt als auch ernüchtert. Die Gemeinden in der Türkei sind schwach – wenig Finanzen, wenig Leiter, wenig Kontext-Theologie. Und gleichzeitig erzählen uns kleine Gemeinden, dass in den letzten 10 Jahren 150 Moslems in ihrer Gemeinde zum Glauben gekommen sind. Die sind entweder umgezogen, oder woanders, und die Gemeinde ist immer noch mit 20 Leuten im Gottesdienst. Aber das ist Hammer.

Wir haben jetzt 2 weitere inhaltliche Probleme benannt. Zum einen der Imperialismus der Missionare. Sie bringen Geld, ihre Methoden und züchten „Reischristen“. Das wird mir manchmal schlecht, wenn ich das sehe. Zum anderen haben die Christen eine ziemliche Anti-Haltung entwickelt: gegen Islam, gegen ihre Kultur, gegen Weltlichkeit, gegen andere Gemeinden. Das ist natürlich Schrott hoch 10.

Wir haben mal ein paar Projekte gebrainstormt und sind daran, diese zu planen. Ich werde übers Jahr davon und den anderen beiden Projekte berichten. Die Reise läuft…

Doing the Stuff – mit ein paar Strichen erklärt

27 Sep

Hier ist ein kurzes Erklärvideo, das den Genius von John Wimber vermittelt. Schön gemacht – und die Message ist so relevant wie eh und je. War schon ein guter Typ, dieser Wimber. Das hat mich an der Vineyard immer fasziniert, dass da Leute das Zeug wirklich ernst nehmen wollen.

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