Ich wünschte, ich könnte so schreiben

14 Jan

Ian Cron’s neues Buch war der Hammer. Hat mich zum Lachen, zum Weinen, zum Lachen und zum Staunen gebracht. Kann es gar nicht hoch genug empfehlen. 

Hier ist ein schönes Beispiel, wie gut und bewegend er schreibt. Wäre schön, selbst mal so schreiben zu können. Für den Moment genieße ich Ians Schreibe einfach:

 

I was a senior before I took classes with Larry… Larry wasn’t embarrassed to admit to a group of twenty-year-olds who worshipped his genius that he couldn’t always plumb the meaning the meaning of a great piece of writing. He was an internationally recognized authority on literary criticism, but he never made up an impressive-sounding but hollow answer to impress or to protect his reputation. More than once I watched him recite a flawlessly written passage from a classic, then place the book on the table, fold his arms, and gaze out of the window for a minute or two.

 

It was better than church. 

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Es geht auch anders…

1 Jan

Neben allen finanziellen Krisen, die wir in den letzten Jahren gesehen haben, gab es auch viel Anlass, für Hoffnung. Immer wieder sind es modellhafte Beispiele von Mikroökonomie und Selbstverwaltung, die uns aufzeigen, dass es auch anders geht. Und das manchmal auch ganz klassisch: So wie im chinesischen Dorfkollektiv Nanjie, in dem die Bauern an der Wirtschaft unmittelbar beteiligt sind. Für ihre Familien haben sie eine lebenslange Versorgungsgarantie mit Gütern des Grundbedarfs. Im Augenblick muss diese Garantie aber nicht in Anspruch genommen werden. Jeder der beteiligten Genossen ist x-facher Millionär – dank blühender Konjunktur und hohem Tourismusinteresse. Sicherlich kann man das Ganze ideologisch und politisch hinterfragen, aber es gibt auch weitere Positivbeispiele von kollektiver Organisation – und diese liegen nicht so weit entfernt von uns.

So wie etwa im Schwäbischen Gammesfeld: Dort sitzt die kleinste Raiffeisenbank Deutschlands, die noch zentrale Gedanken ihres Gründers, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, weiter lebt. Raiffeisen hatte die Lokalität des Bankgeschäfts auf die eigene Dorfgemeinde beschränkt. Also keine Wachstumsziele um jeden Preis. Dafür regionales und persönliches Geschäft und Solidaritätsprinzip. Seine Maxime war: Jeder Kunde wird gleich behandelt. Und so ist es in Gammesfeld möglich, dass Kredite mit einem Zinssatz von 3,5% ausgegeben werden – und das an jeden.

Die Idee für seine Bank, die der eigenen Gemeinde mit Grundbedürfnissen dient, kam Raiffeisen während der Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit begann er, Brot für Bedürftige zu backen und gründete den Brotverein. Raiffeisen kümmerte sich auch um den Bau von Schulen und die Anlage von Wäldern und Straßen – er dachte sehr langfristig und investierte nachhaltig in Vernetzung und Infrastruktur, Grundlagen für gesunde Marktwirtschaft. Seine Motivation wurzelte im christlichen Glauben, der ihn angesichts der Armut der Bevölkerung und dem Wucher gegenüber den Bauern zu Taten bewegte, die paradigmatisches Veränderungspotenzial besaßen.

Wir erleben heute ja eine Art von Renaissance von sozialem Engagement, die aber auch in manchen Bereichen schon wieder fast einem Start-up Hype ähnelt. Dabei haben wir viele Vorbilder, die geradezu rebellenhaft in ihrer Zeit konzeptionelle Grundsteine gelegt haben, die wir heute fortführen können. So wie in Gammesfeld, wo der Vorstand auch noch die Bank putzt. Jeder im Dorf kann einsehen, was er verdient und über die Verwendung des Gewinns mitentscheiden. Der Lohn für die Bank ist höchstes Vertrauen der Kunden und Anteilsinhaber und langfristige Beziehungen über Generationen hinaus.

Aber es geht Fritze Vogt, dem ehemaligen Bankvorstand in Gammesfeld, um weit mehr als gute Geschäftsbeziehungen:
„Ich bin ein Rebell – gegen ungute Entwicklungen“ und „Widerstand lohnt sich“ sagt er. Ein gutes Vorbild für eine aktive, konstruktive und Werte schaffende Grundhaltung, die weit über das Okkupieren hinaus geht und alternative Modelle für das Wohl der Gemeinschaft bietet – und damit auch überregional Impulse sendet, sowohl national als auch international, bis hin nach Japan:

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Verschmolzen

20 Dez

Heute hat es auch in unseren Gefilden geschneit. Auf dem Weg ins Büro kamen mir diese sechs Zeilen, die ich vor Jahren in Englisch aufgeschrieben habe. Nicht beim ersten Schnee – aber auf die Frage hin, ein Gedicht über Selbstständigkeit, Herausforderung und Neues zu schreiben. Was passiert wenn diese drei verschmelzen?

Not to return
by Eddy Dueck

Never to see its place of birth
A flake of snow meets patient Earth:

Long have I fallen, now my doom
Will reach me in an hour of gloom.

Earth whispered to the melting child:
Your destiny runs in rivers wild.

Tick, tack, die Zeit vergeht …

19 Dez

24 Jahre und 4 Monate schlafen wir

7 Jahre arbeiten wir

5 Jahre wenden wir für Essen auf

12 Jahre und 3 Monate sehen wir fern

10 Jahre und 5 Monate lauschen wir dem Hörfunk und Radio

1 Jahr und 11 Monate hören wir Musik über CD, MC, LP, MP3

4 Jahre und 3 Monate stöbern wir im Internet

1 Jahr und 3 Monate lesen wir die Tageszeitung

1 Jahr und 3 Monate lesen wir Bücher

4 Monate  lesen wir Zeitschriften

3 Monate schauen wir uns Videos, DVDs oder über´s Internet Filme an

Also in Summe fast 30 Jahre Medienkonsum


Und ansonsten?

2 Jahre und 10 Monate verplaudern, vertratschen und verscherzen wir

2 Jahre und 6 Monate verbringen wir im Auto

2 Jahre und 2 Monate kochen wir und schmieren Brote

1 Jahr und 10 Monate lernen wir und bilden uns fort

1 Jahr und 7 Monate betätigen wir uns sportlich

1 Jahr und 4 Monate putzen wir unsere Wohnung

1 Jahr gehen wir ins Kino, Theater oder zu Konzerten

9 Monate verbringen wir auf dem Weg zur Arbeit

9 Monate waschen und bügeln wir

9 Monate spielen wir durchschnittlich mit unseren Kindern

6 Monate sitzen wir auf der Toilette

6 Monate unseres Lebens stehen wir im Stau

5 Monate setzen wir unsere Wohnungen instand

4 Monate spielen wir am Computer

3 Monate nehmen wir an Vereinssitzungen teil

3 Monate vertreiben wir uns die Zeit in Kneipen

3 Monate verbringen wir beim Arzt zu

2 Wochen küssen wir

2 Wochen beten wir

 

Als ich das sah, fragte ich mich: Kann man eigentlich Beten & Küssen verbinden?
Ich nehm’ mir auf jeden Fall vor, beides zu erhöhen. Auch das Lachen und Fortbilden darf sich noch steigern und unbedingt auch das Spielen und das Sport treiben – und Kino und Theater sowieso.

Die Zeit spare ich hoffentlich durch weniger-im-Stau-stehen ein oder ich verkürze meine Sitzungen auf der Toilette. Vielleicht kann ich auch das Brotschmieren beschleunigen oder … ich schlafe einfach weniger. Aber das wäre nicht so gesund. Dann doch lieber ein paar mehr ungebügelte Hemden in Kauf nehmen und kürzer arbeiten. Und was machst Du so?

 

ps. Infografiken und Quellenhinweise findet Ihr auf einer Doppelseite im neuen Willow Magazin, dass Ihr auf einem Kongress oder unter www.willowcreek.de kostenfrei bestellen könnt.

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Gedichte im Advent – Josef

18 Dez

Der Aufbruch
von Eddy Dück

Sie wachsen, werden stärker, mit jedem
Schlag des Hammers auf Metall.

Sie sind doch härter, die Zweifel und
die Frage, die, wie ein Schatten,
Schmerz
mit und nach sich zieht.

Er flieht.
In die Stunden, Tage an denen Sonnenstrahlen
die Welt um ihn herum zum tanzen brachten.
Sie war so klar, die Zukunft und die Hoffnung
auf ein kleines Stückchen Leben,
verwurzelt und lokal, final,
in Nazareth. Und dann:
die Offenbarung.

Sie liess und lässt ihn taumeln, seine
Gedanken rasend, gegen die Zeichen
der Natur.
Stur setzt er sich hin,
steht wieder auf; schläft ein.

Die Nacht ist Sein, und bringt
die Wende, die zum Aufbruch führt. Berührt,
vom Wort das ewig weiterklingt.

Eddy Dück ist verheiratet, hat drei Kinder, ist Pastor einer evangelischen Freikirche und lebt in Frankfurt am Main.

Gedichte im Advent – Maria

11 Dez

Der Zerbruch
von Eddy Dück

Allein war sie, in dem Moment
der Wellen schlagen und die Hürde
überwinden, dann zerbrechen, würde.

Allein – nicht einsam.
Gefühl der Hoffnung, wie ein Klang
ein groß-umfassender Gesang,
Melodien für ein Leben lang.

Dann kommt sie wieder, die Vernunft
an ihrer Seite Konsequenz,
Realität im Reagenz,
für sie, und ihn, und sie, und ihn und ihn.

Von einer auf die andere Sekunde
würde jede jetzt gelebte Stunde
anders sein und sich verändern.

Der Weg, steinig genug,
wird nun noch schwerer,
denn in den Augen derer,
die ihn gehn’
ist jede Biegung
eine Übung
im glaubenden erfassen
und mutigem entlassen.

Aber: was ist wenn die Gedanken rasen,
und dann, in diesen tiefen Phasen
sie es erspürt, viel mehr: es weiß –

Er gibt nicht jeden preis
Sein Innerstes, Sein Herz,
den Schmerz, die Freude;
Teil von dem zu sein
was Er von klein
auf
wachsen
sehen
will.

Eddy Dück ist verheiratet, hat drei Kinder, ist Pastor einer evangelischen Freikirche und lebt in Frankfurt am Main.

Herrschaftszeiten – die Sommerleseliste

10 Dez

Diesen Sommer habe ich mir das Königreich Gottes ins Visier genommen. Ich wollte mehr darüber wissen und habe mir daher eine kleine Liste mit Hochkarätern zusammengestellt. Die Titel waren vielfältig und lehrreich. Hier ist mein kleiner Kommentare zu jedem davon:

The Gospel of the Kingdom – George Ladd (kostenlos online)
Wohl das beste Buch übers Königreich. Es ist knapp 180 Seiten lang und geht mit Substanz auf die verschiedenen Aspekte vom Königreich ein. Muss man gelesen haben. *****

Evil and the Justice of God – NT Wright
Ich liebe NT Wright, das Buch hat ein wichtiges Thema, aber insgesamt etwas flach. Hängt vielleicht am Schreibstil. NT Wright fängt zu viele Sätze gleichzeitig an. Ein paar gute Punkte. ***

Syllabus, Kingdom of God – John Wimber
Eigentlich Teil einer Vortragsserie, haben diese Notizen es in sich. Klar, kurz und direkt auf Wimber Kernlehre. Muss man auch gelesen haben. *****

Das Königreich Gottes – Derek Morphew
Hätte eigentlich richtig gut sein sollen, aber ging irgendwie an mir vorbei. Zu umständlich geschrieben, oder in der Übersetzung verloren. *

The Upside-Down Kingdom – Donald Kraybill
Vor Jahren hatte mich das voll gepackt, dieses Mal noch ein bisschen. Ist eher über die sozialen Aspekte vom Königreich. Einige gute Einsichten. ***

The Presence of the Future – George Ladd
Das Meisterwerk von G Ladd. Richtig ausführlich, viel Tiefe, wobei nicht jede Antwort auf Kritik mich interessiert. Hätte man auch 200 Seiten kürzer machen können, aber immernoch gewonne Zeit, das zu lesen. ****

When Heaven invades earth – Bill Johnson
Der Bill! Also, er hat ja viele zitatwürdige Aussgen und auch gute Punkte. Es ist aber etwas Glaubensbewegung und wenig systematisch. Gut zur Inspiration, zu abgefahren zum Vorankommen. ***

Christus Victor – Gustav Aulen
Heißer Tipp, altes Buch, gute Gedanken. Saukompliziert geschrieben, daher fast nicht lesbar. Bin  mir nicht sicher über alle Punkte, sollte man aber auf jeden Fall gelesen haben. ***

Covenant and Kingdom: The DNA of the Bible – Mike Breen
Ein Überblick über Königreich und Bund in der Bibel. Schöne Anektoden und leicht geschrieben. Die erste Hälfte super, dann etwas flacher. Zu unsystematisch für den großen Wurf. ***

Breakthrough, online course – Derek Morphew
Eigentlich der Inhalt seines Buchs, aber im Online-Course von VBI so gut vermittelt. Hammer. Hätte ich schon vor 10 Jahren machen müssen. Unbedingter Tipp. *****

Nothins gonna stop it, DVD – Bill Jackson
Guter  Überblick auf 4 DVDs. Historisch aufgebaut, einige gute Punkte, manchmal etwas langwierig und unfokussiert. ****

Zu diesen bin ich noch nicht gekommen und hätte sie gerne noch gelesen:

Das Königreich Gottes – Keith Warrington
Jesus and the Victory of God – NT Wright

Advent – The Brilliance

5 Dez

Hier bin ich kürzlich drüber gestolpert. Hat mich gleich angesprochen – die Stimmung ist ruhig und echt. Liegt mir sehr. The Brilliance haben gerade ein Advent-Album rausgebracht und es gehört zu den besten, die ich kenne.

Amazon / iTunes

Zwei schöne Videos von den Kollegen

„Hands and Feet“

Das hier ist vielleicht das Beste. Schöne Optik und Emotion im Video – „The Sun will Rise“

 

Gedichte im Advent – Elisabeth

4 Dez

Der Umbruch
von Eddy Dück

Fast erloschen,
einer Kerze gleich,
durch den Hauch der vielen Tage,
Jahre, ausgeblasen;
die Flamme verwandelt sich
in Rauch.

Der Docht: unhüllt von blau;
orange, dann schwarz,
ein Echo alter Rhythmen.

Wieder entfacht,
plötzlich, ungedacht -
ein Traum wird anfassbar.

Und die Veränderung – innen und außen;
sie ist real, so wirklich,
nah. Wie die Zeit, der Tag,
an dem Neues ensteht,
sie trägt es, und ihn,
unter ihrem Herzen.

Gnade erfassen, sie leben lassen,
zu umarmen, zu nehmen und abzugeben.
Ein Puzzleteil sein im großen Ganzen
des Umbruchs.

Eddy Dück ist verheiratet, hat drei Kinder, ist Pastor einer evangelischen Freikirche und lebt in Frankfurt am Main.

Empfehlungen – Buch und Event

29 Nov

Buch:

Es ist soweit, dass Standardwerk zu missionalem Glauben und Gemeinde erscheint auf Deutsch: Die vergessenen Wege. Die Wiederentdeckung der missionalen Kraft der Kirche ist die Übersetzung von The forgotten ways von Alan Hirsch und das dritte Buch der Novavox-Edition im Neufeld-Verlag.

Wie konnte sich der christliche Glaube in den ersten 300 Jahren nach Jesus so dynamisch zu der Weltreligion entwickeln, die es wurde? Was haben stark wachsende, multiplikative Bewegungen der neueren Zeit mit den ersten Christen gemeinsam? Und was lässt sich aus diesen Beispielen und den biblischen Texten für uns heute ableiten? Wie sieht die DNA und die Praxis von Christen und Gemeinden aus, die Gottes Mission folgen und das Jesus-Gen in ihrem Umfeld zur Wirkung bringen? Spannende Fragen, zu denen Alan Hirsch in diesem Grundlagenwerk fundiert, gründlich und trotzdem praxisorientiert Antworten und Impulse gibt. Für jeden, der grundlegend über Glauben und Gemeinde im 21. Jahrhundert nachdenkt, hat dieses Buch das Potenzial, auf neue bzw. vergessene Wege zu führen.

Wer sich auf diesen Weg einlässt, der kann die Publikation von solchen Büchern fördern indem man das Buch auf den Seiten von Novavox kauft – bzw. vorbestellt, noch ist es nicht erschienen.

Event:

Wo gibt es innovative, inspirierende Gemeinden und Projekte in unserem Land? Wer sich durch Innovation inspirieren und motivieren lassen will oder mitdiskutieren und die Zukunft der Kirche mitgestalten will, für den ist die inno2012 das Event. Die hoch interaktive und partizipatorisch angelegte Veranstaltung findet vom 24.-25. Januar 2012 in der Porsche-Arena in Stuttgart statt. Unter anderem mit dabei sind auch Vineyard und Novavox, sowie ca. 25 andere Co-Veranstalter. Einen solchen Marktplatz der Innovation im kirchlichen Raum gab es wohl bisher nicht in Deutschland, womit der Event selbst schon ein innovatives Ereignis wird. Mehr Infos gibt es hier.

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