Metropolis – die Club Church in Zürich startet

21 Okt

Dieses Wochenende kickt Tim in Zürich seine Club-Church Metropolis los. Das Grand Opening im Club Chicago 1928 findet diesen Sonntag statt. Ich kenne Tim seit gefühlten Jahrhunderten und freue mich über seinen Weg die letzten Jahre mit Mike Breen und Greig Suarrat. Sie haben sich wirklich ins Zeug gelegt, der Instagram-Stream boomt und die Vorbereitungen sind klasse.

Ich habe keine Ahnung, ob jemand eine Club Church will oder ob es fliegt. Vor 10 Jahren wäre da meine Träume in Erfüllung gegangen, ich wäre in der ersten Reihe gestanden und hätte getanzt. OK, gelongen; auch vor 10 Jahren war ich kein Tänzer. Jetzt ist mir das selbst wahrscheinlich zu hibbelig und die Leute zu geschminckt. Dennoch geht für mich ein Traum in Erfüllung – Tim lebt sein Ding; Kirche findet Raum in neuen sozialen Räumen; Leute in Europa werden für Jesus motiviert; und echte Liebe für Jesus schlägt sich in Kirchengründung nieder. Geile Sache!

Also, Glückwunsch an Tim und die Crew. Das ist ein großer Schritt und ich werde am Sonntag für ihn und die Chicago1928-Clique beten. Rock’n’roll!

Eine große Frustquelle in Teams und Führung entdeckt

17 Okt

Kürzlich bin ich irgendwo auf einem Feld zwischen Heidelberg und Schwetzingen auf eine Sternstunde des Managements gestoßen. Ich hatte gerade die letzten 1,5 Tage zusammen mit 11 anderen über unser Team diskutiert. Was läuft, was besser laufen muss usw. Wir hatten einen Change Berater dabei – und der meinte am Ende, er hätte noch was für uns.

Er malte uns ein kleines Diagramm auf und erzählte uns über eine Einsicht von einem gewissen Herrn Tannenbaum. „Eine große Unsicherheit in Organisation,“ so meinte er zur Einführung, „ist die Unklarheit, wie Entscheidungen getroffen werden.“  Ganz links ist der Tannenbaum-1-Style. Autoritär. Der Leiter trifft die Entscheidung und gibt sie bekannt. Französisch, nannte er das auch.

Ganz rechts ist Tannenbaum-7: Demokratie. Alle reden mit und geben ihre Stimme rein. Der Leiter gibt nur die Regeln vor, wie die Demokratie umgesetzt wird. Einfach Mehrheit, absolute Mehrheit, Einstimmigkeit etc.

tannenbaum

Und dazwischen gibt es das Tannenbaum-4 bis Tannenbaum-6. Dort trifft der Leiter jeweils die Entscheidung, bezieht aber das Team unterschiedlich mit ein. Auf T-4 ist fragt er nach Meinungen, nur um nochmal für sich zu checken. Bei T-5 lässt er das Team mitreden, hat aber einen Favoriten. Bei T-6 delegiert er die Entscheidung ans Team und erwartet einen Vorschlag.

„Und dann gibt es noch zwei Stile, die total schlimm sind,“ so meinte unser Berater. „Tannenbaum 2 – das ist wenn der Leiter eine Entscheidung trifft und dann dafür geliebt werden will. Das ist patriarchisch“. Bäng, das hat’s getroffen. Das hatte ich in den letzten Jahren öfter gesehen. Der Leiter setzt seinen Kopf ohne das Team durch (darf er sicherlich), aber dann will er dafür gelobt und gepriesen werden. Wie Kim Jong Il oder Sadam Hussein. Der Leiter herrschaft und gibt das Bild des Gönners. Das hat was zutiefst Destruktives.

Tannenbaum-3 ist dann auch nicht so gut. Der Leiter hat entschieden, aber will durch suggestive Fragen und vorab Stimmungsmache das Feld für sich ebnen.

Später habe ich rausgefunden, dass der Kollege Robert  heißt. Robert Tannenbaum. Und sein Artikel „How to Choose a leadership pattern“ erschien schon 1958 im Harvard Business Review. War mir noch nie unter die Augen gekommen.

Was mich so zum Sternensehen gebracht hat, waren ein paar Dinge, die in der Realität wirklich immer wieder so vorkommen. Es stimmt: wenn die Wege zur Entscheidung nicht klar sind, kommt Frust auf. Ein Leiter muss auch den Weg der Entscheidungsfindung klären. Und dann: ein Leiter kann Entscheidungen nicht von sich schieben. Er muss sie „ownen“. Und schließlich: im christlichen hört man viel vom partizipativen oder „offenen“ Leitungsstil. Das ist sowas wie Tannenbaum 8 – der Leiter ist einfach einer vom Team und moderiert den Prozess. Das macht alles langsam und untergräbt die Fähigkeit, klare Entscheidungen zu treffen.

ein paar Takte aus der Türkei

10 Okt

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Im Sommer war ich für eine Woche mit ein paar Freunden in der Türkei. Das ist das dritte Jahr, dass Murat und ich hier sind. Wir suchen nach Wegen, wie wir als Heidelberger Mosaik die Türken unterstützen können. Bisher haben wir von drei Problemen gelernt: Leiter (vor allem Türken), Räume (bekommen sie nicht wenn sie Christen sind) und Jobs (sie verlieren ihre Arbeit wenn sie Christen werden). Das sind schwierige Themen und wir hatten noch keine klare Sicht, wie wir da helfen können.

Dieses Mal haben wir verschiedene Leiter zu Gib5-Treffen eingeladen. Einfach kommen, Leben teilen, zuhören und schauen, ob was geht. In Izmir waren wir mit 6 Gemeinden am Start, in Iskenderun mit 5. Im Zuhören sind wir sowohl erstaunt als auch ernüchtert. Die Gemeinden in der Türkei sind schwach – wenig Finanzen, wenig Leiter, wenig Kontext-Theologie. Und gleichzeitig erzählen uns kleine Gemeinden, dass in den letzten 10 Jahren 150 Moslems in ihrer Gemeinde zum Glauben gekommen sind. Die sind entweder umgezogen, oder woanders, und die Gemeinde ist immer noch mit 20 Leuten im Gottesdienst. Aber das ist Hammer.

Wir haben jetzt 2 weitere inhaltliche Probleme benannt. Zum einen der Imperialismus der Missionare. Sie bringen Geld, ihre Methoden und züchten „Reischristen“. Das wird mir manchmal schlecht, wenn ich das sehe. Zum anderen haben die Christen eine ziemliche Anti-Haltung entwickelt: gegen Islam, gegen ihre Kultur, gegen Weltlichkeit, gegen andere Gemeinden. Das ist natürlich Schrott hoch 10.

Wir haben mal ein paar Projekte gebrainstormt und sind daran, diese zu planen. Ich werde übers Jahr davon und den anderen beiden Projekte berichten. Die Reise läuft…

Doing the Stuff – mit ein paar Strichen erklärt

27 Sep

Hier ist ein kurzes Erklärvideo, das den Genius von John Wimber vermittelt. Schön gemacht – und die Message ist so relevant wie eh und je. War schon ein guter Typ, dieser Wimber. Das hat mich an der Vineyard immer fasziniert, dass da Leute das Zeug wirklich ernst nehmen wollen.

Nach-vorne-Songs – Worship-Remix

6 Sep

Als wir vor 2 Jahren an den Mixes für The Favor of God rumgeschraubt haben, war ein Song enorm stark. Sing on the Battlefield von Kathryn Scott ging unter die Haut. Ich war nicht an der Konferenz. Die Aufnahme hatte was Rasierklingenartiges. Und die Message war demütig und mutig. Guter Song.

Jetzt hat Kathryn in endlich in der Tüte und ist dabei, ihn zu veröffentlichen. Ich habe beim Emailschreiben gesabbert und ihn an meine Worshipper-Kollegen in der Mosaik gebeamt. Ein paar Minuten später war die Antwort da und wirkte mehr wie wenn ich Leuten von meinem heiß geliebten Bayer Leverkusen erzähle. Naja, geht so. Gibt bessers. Der alte Stiefel.

Dennoch, Killersong – in meiner Meinung.

 

Hier war James Antwort. Brooke Fraser in Hillsong. Hillsong? dachte ich mir. Ich muss anerkennen: smoother Song, schöne Aussage und natürlich gesungen wie eine von den Besten.

 

Ed meinte, Bethel sei stark im Moment. OK, das ist ungefähr so wie Bayern München als Deutschen Meister zu tippen. Und auch hier muss ich sagen: gesungen wie Arjen Robben spielt. Konstant, stark, Zug zum Tor. Die Lyrics sind etwas platt. Und bei Bethel frage ich mich immer wie einer wie ich das singen würde mit einem Gesangshandicap von 35. Aber egal.

 

James schickte noch einen Link zu Steffany Gerzinger. Das zählt aber hier in die Youtube-Liste nicht. Daher: stimm du mal ab. Was ist der beste Nach-Vorne-Song im Moment?

Wortkunst – missional habits

5 Sep

Schöne Umsetzung von Alan Hirsch’s BELLS Idee.

3 Sahnetage in Karlsruhe – Weitwinkel

18 Aug

Ende Juli öffnete Mark die Türen seines Haus Betanien am Karlsruher Stadtrand für 3 Tage voller Ungewissheit. Es waren neue Leute, ein neues Format, ein neues Ziel. Wie sollte das werden? Vor meinem inneren Auge war kein Kino am Laufen. Nur die Hoffnung, dass sich hier ein paar Wege kreuzen und vielleicht ein Funke für etwas Neues entsteht. Und so fuhr ich mit einem Gefühl wie beim WM-Auftakt gegen Portugal am Freitagmittag nach Karlsruhe. Hoffungsvoll und angespannt, ob sich ein Sahnetag ergibt oder nicht. Das Ende sollte superhappy werden. Es fühlte sich an wie ein 5-0.

müller

1-0 – Breite – Mit Weitwinkel wollten wir deutsche missionale Macher zusammen bringen. Leute mit Leidenschaft für ihren Ort und mit einer Sehnsucht für Veränderung. Als Novavox und Mosaik Heidelberg haben wir eingeladen, und wollten sowohl breite Gedanken hören, als auch Geschichten von Veränderung und neue Wege sehen. Martin Robinson war unser Hauptredner mit 4 Sessions über Evangelium und Kultur. Er sprach überzeugend über die Herausforderung in unserem Zeitalter (Individualismus) und wie Kirche häufig ahnungslos daneben steht. Dabei ist Gemeinschaft und das Lösen von Fragen in unsere Nachbarschaft der Weg für uns heute. Kristian Reschke sprach über Gottes Stimme hören, Roger über Family on Mission, und Eddy über Vorwärtscheitern. Dazu kam Dave Schmelzer über Video. Sein Input zu „Glaube als Reise“ war Weltklasse und bewegte uns sehr.

2-0 – Leute – zwar waren wir mit 50 Personen an der unteren Grenze der Erwartungen. Aber die Teilnehmer hatten es in sich. Jeder hatte was beizutragen. Die Connection untereinander waren Hammer. Mit langen Pausen und viel Begegnungen war das Gespräch neben den Sessions fast noch wichtiger als das Thema selbst. Dazu hatten wir auch 10 Personen besonders gebeten, ihre Geschichte zu erzählen. Als Pecha Kuchas haben sie von Firmengründung und Familientreffen erzählt, von Gemeinde und Gottes Führung. Es hatte so ein Feeling von permanenten High-5 Klatschen, das Weitwinkel wirklich ungewöhnlich machte.

steffenglimpse markus

3- 0 – Raum – Mark führte die Feder im Programmdesign. Trotz 10 Hauptsessions, 12 Veränderungsgeschichten, Kunst und Worship, hatten wir mächtig viel Zeit. Jeder kennt die Konferenz mit dem „Grand Theory“ Ansatz. Alle sitzen für Stunden in der Reihe, hören sich den Redner an und versuchen dann den neuen Input umzusetzen. Wir setzten auf Kürze (15 Minuten Hauptinputs) und Breite (Missional, Spiritualität und Kultur). Und das ging auf wie Philip Lahm hinten rechts. Abends wurde der Flammkuchenofen im Garten angeheizt, Alex öffnete eine Wein Bar und stellt 6 rote und 6 weiße Weine vor, und jeden Abend gab es ein Konzert. Viel Platz. Weiter Blick. Was für die Seele. Wunderbar!

konzert weinbar flammkuchen

4-0 – Schönheit – Weitwinkel sollte nicht nur Theorie sein, sondern ein Modell von unseren Idealen. Und Genuss und Bewunderung spielt da eine große Rolle. Der Meditationsraum von Micha und die Impuls von Mark (unterlegt von einem Sigur Ros Song) waren ein Beispiel von einer dieser Einladungen zur Schönheit. Wortkunst von Ruth und Mark waren es auch. Genauso wie die Deko, und das Arrangement zum Essen.

raum session

micha

 

5-0 Wahrheit – als wir Anfang Juni Thomas Müller zum dritten Tor gegen Portugal feierten, waren wir über die Massen froh und fast schon peinlich glücklich. Mit dem 4-0 war es auch gut. Weitwinkel war für mich noch ein Stück mehr. Nicht nur gab es diese klasse Momente und dieses über-den-Erwartungen-liegen vom ganzen Flow. Es war eine Connection zu spüren, die was in Bewegung gebracht hat. Als ich am Sonntag nach Hause fuhr, hatte ich das Gefühl wie zwei Wochen in einem neuen Land gewesen zu sein. Es ist was passiert. Und das war wahr! Irgendwie haben sich da Wege gekreuzt und in diesem Kreuzen hat mein Herz in mir gebrannt. Ich kann noch nicht alles in Wort fassen, aber ich habe etwas Neues gesehen. Und das hat mich auf eine Reise eingeladen, die ich gerne antreten will. Wer mit diesen Leuten unterwegs ist, kann am Ende vielleicht was ganz Großes erleben. So ein 5-0 zum Auftakt ist mal eine gute Ansage zum Anfang. Schauen wir, was kommt!

mark roger

 

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