Wir Christen und die Schwulenehe

21 Mai

Letzte Woche hat sich Obama klar positioniert: Homosexuelle sollen heiraten dürfen.

Das Thema Homosexualität ist immer noch ein heisses Eisen. Es lässt sich fast nicht emotionslos über das Thema diskutieren – zumal auch daher, weil homosexuell empfindende Menschen ihre Identität mit der sexuellen Orientierung verbinden. Für mich ist das nicht immer verständlich, denn ich bin ja auch mehr als ein Hetero – viel eher bin ich der Sohn meiner Eltern, der Mann einer lieben Frau, der Vater von drei wilden Kids, Christ, Leiter einer Freikirche, Geschäftsführer eines Hilfswerkes, Blogger, Marathonläufer, Surfer und frustrierter Fussballfan. Erst ganz zuletzt würde ich mich als Hetero definieren. Daher wohl auch die aufgeheizte Debatte: es geht nicht um ein Sachthema, sondern um Emotionen und Identität. (Und da geht es uns Fussballfans doch ähnlich, wenn jemand etwas gegen unseren Stammverein sagt, oder?)

 

Ich frage mich, ob es meine Pflicht als Christ ist, diese Dinge zu bekämpfen. Mein moralisch-ethischer Standpunkt ist ziemlich einfach: homosexuelle Handlungen sind Sünde – genauso wie Ehebruch, Völlerei oder Lügen. Sünde meint dabei, dass sie das Ziel der Sexualität verfehlen: einer Stärkung der Ehe zwischen Mann und Frau, ausgerichtet auf Vermehrung einer Familie und die emotionale Balance und den Zusammenhalt zweier Menschen. Das erste ist bei einer homosexuellen Beziehung ausgeschlossen, das zweite nicht. Grundsätzlich vertrete ich also die konservativen Moralvorstellungen, die von vielen mittlerweile als mittelalterlich gebrandmarkt werden: für mich gehört Sex in die Ehe zwischen Mann und Frau. Doch darf, soll oder muss ich als Christen mit dem Mittel der Politik anderen Menschen meine Vorstellung von Richtig und Falsch aufdrücken? Falls nein, mache ich mich dann mitschuldig? Falls ja, wofür lohnt es sich zu kämpfen?

 

Vor einigen Jahren durften wir Schweizer über die Fristenlösung abstimmen. Diese Vorlage sah vor, dass Mütter ohne Einwilligung der Väter ein Kind innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate straffrei abtreiben dürfen. Ich bin gegen Abtreibungen und habe gegen die Annahme dieser Vorlage gekämpft. Aber in erster Linie, weil ich mich für die Schwachen stark machen will. Dieses heranwachsende Lebewesen, das gänzlich der Laune seiner Mutter ausgesetzt ist, soll eine Stimme bekommen. Und trotz Einführung dieses Gesetzes denke ich immer noch, dass es klare Grenzen für Abtreibungen braucht. Aus meiner Sicht ist es Mord und es wäre besser, den Müttern eine gute Unterstützung zu bieten und ihr Alternativen zur Abtreibung aufzuzeigen. So bin ich auch für klare Regeln im Strassenverkehr: zum Schutz der Schwächeren. Ich bin für Kündigungsschutz, für Sozialhilfe, für ein starkes Flüchtlingswesen, für mehr Entwicklungshilfe, gegen das Bankgeheimnis, gegen die Steuerflucht (und oft mit Peer Steinbrück gleicher Meinung), für die Uno und gegen kriegerischen Alleingang, für den Klimaschutz und gegen Braunkohlekraftwerke: zum Schutz der Schwachen. Aber wenn es um die Homo-Ehen geht, fehlen mir irgendwie die Argumente: wo ist da der Schwache, den es zu schützen gibt?

 

Dies ist ein Gastbeitrag von Boris Eichenberger. Mehr zu ihm und seinen Gedankenwirren unter www.glaubenlebenteilen.ch

 

Mike Frost über den Mut Jesu

14 Mai

Schönes Video von Travis Reed mit Mike Frost über den Mut von Jesus und was es für uns heißt. Schauen!

Wieso ich immer noch an Entwicklungshilfe glaube

10 Mai

Entwicklungshilfe ist nicht gerade das populärste Thema. Konkret sprechen zwei Dinge dagegen: Die Schuldenkrise und die Sinnfrage. Das erste erklärt sich eigentlich von selbst. Wenn man selber kein Geld zu haben scheint (und eigentlich ist es für uns in Deutschland oder der Schweiz ja mehr ein Gefühl, klagen wir doch auf sehr hohem Niveau), denkt man nicht auch noch an die anderen. Das zweite ist eher eine philosophische Kritik: Wenn die Menschheit Hilfe von aussen gebraucht hätte, wären wir nie so weit entwickelt. Tönt ganz gut – und stimmt eigentlich auch. Denn trotz der milliardenschweren Hilfe kommen Entwicklungsländer einfach nicht vom Fleck.

Und doch gibt es mindestens drei Gründe, wieso sich jeder im Westen – und das wenigstens mit dem Geldbeutel – in der Entwicklungshilfe betätigen sollte:

  1. Im Moment fliesst das Geld von den Armen zu den Reichen! Trotz aller Zahlungsströme von Staaten und von NGOs in Entwicklungsländer, fliesst ein zigfaches dieses Betrages wieder zurück. Zum einen scheffelt die Elite ihr Vermögen auf ausländische Konten – kaum noch in die Schweiz, sondern eher nach London, Singapur und Guernsey. Zum zweiten verlieren viele Länder massig Steuern durch internationale Holdingstrukturen. Da ist die Schweiz mit ihrem Steuersystem ganz vorne mit dabei. Zum dritten ist es der Tribut an ausländische Investoren in Form von Zinsen und Dividenden. Und zum letzten sind es Handelshemmnisse, die Produzenten in Entwicklungsländern von unseren Märkten ausschliessen und der Abzug von gut ausgebildeten Arbeitskräften – genannt Brain Drain. Die beste Entwicklungshilfe wäre also ein Abbau all dieser Ungerechtigkeiten. Und so lange das nicht geschieht, schafft unser Einsatz wenigstens eine Ausgleich – auch wenn nur einen kleinen, denn von gleich langen Spiessen sind wir noch weit entfernt. Schätzungen gehen davon aus, dass für jeden durch Entwicklungshilfe investierter Euro mit 10 Euro zurück in den Westen fliesst.
  2. Entwicklungshilfe schafft wirkliche Realität. Jedes mal, wenn ich aus Afrika zurück komme, erscheint mir die Schweiz und das Leben hier als surreal. Wenn du mit den Herausforderungen von Menschen in Entwicklungsländern zu tun hattest, kommen dir die Probleme hier fast lächerlich vor. Natürlich ist es schön, wenn dein Kind Frühförderung kriegt und wenn die Krankenkasse die Physiotherapie zahlt – noch schöner ist es, wenn Aminata mit 27 endlich Lesen und Schreiben lernen darf oder Alfred mit 30 dank dem nachgeholten Schulabschluss seine erste Arbeitsstelle findet und damit auch noch seinem jüngeren Bruder eine Schulbildung ermöglichen kann.
  3. Entwicklungshilfe ist unsere Pflicht als Christen. Schon die ersten Apostel gaben dem Paulus mit auf den Weg, sie sollen die Armen in Jerusalem nicht vergessen. Und in jeder Kirche des ersten Jahrhunderts gehörte praktische Hilfe für Menschen in Not ganz selbstverständlich dazu. Nur wir reichen, fetten Christen im Westen spenden lieber für eine neue Lichtanlage im Gottesdienstsaal oder das Schnurlosmikrofon des Preachermans. Kirche soll ja schliesslich auch Spass machen – und Spass ist die Maxime dieser Zeit. Entwicklungsarbeit dagegen macht keinen Spass, sondern kostet nur: Geld, Schweiss, Schlaf, Gesundheit, Gemütlichkeit. Und es fordert ganz schön heraus – denn je mehr man hinsieht, desto mehr merkt man, dass man nie aller Not begegnen kann.

Trotz aller Entwicklungsarbeit, den vielen nachhaltigen Projekten, werden wir nie aller Not begegnen und alle Ungerechtigkeit ausgleichen. Wir werden nie jedem der mehr als einer Milliarde Menschen helfen können, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen. Wir werden nie alle der 27 Millionen Menschen befreien, die im Moment in Sklaverei leben. Wir werden nie allen 25’000 Kinder unter fünf Jahren zu Essen geben können, die jeden Tag an Hunger sterben.

Aber fangen wir doch wenigstens bei einem an!

Dies ist ein Artikel von Boris Eichenberger. Er leitet die Vineyard Aarau und das Hilfswerk Vision West Afrika.

Warum Christen auf Facebook sein sollten

3 Mai

Ni Ka, San Dra, Mi Chael – die Liste von Facebook-Verunnamungen ist lange. Und nervig. Ich habe vor einer Weile alle Facebook-Phobiker rausgeschmissen. Irgendwie ging es mir auf den Senkel. Einige Freunde aus Südafrika und USA fragen sich, was das Problem der Deutschen ist. Frag ich mich auch. Hier ist mein Statement, warum vor allem Christen da anders sein sollten:

Big Brother – ZDF predigt fast jede Woche über die Datengefahr bei Facebook & Co. Die sammeln persönliche Daten und nutzen sie – so die Logik. Und wenn sie sie nutzen, werden wir ausgenutzt. Wir werden gläsern und – das schlimmstes alles Szenarios – personalisierte Werbung wird geschalten. Ich muss gestehen, ich habe bisher jede personalisierte Reklame überlebt. So schlimm war es nicht. Was kann denn sonst noch passieren? Mir hat bisher noch kein Datenphobiker ein wirklich gefährliches Szenario aufzeigen können. Und außerdem sind FB& Co im Rechtsstaat unterwegs und Gesetzen unterworfen.  Das ist was Stablies.

Transparenz ist unser Freund – ich bin voll für Privatsphäre. An Facebook & Co schätze ich die Freiwilligkeit. Wer nicht will, kann raus. Jede bestimmt selber, was rein geht. Gut, Facebook hat ab und zu eine schattige Art, mit neuen Einstellungen umzugehen. Aber als Christen sollten wir Transparenz gut heißen. Sünde lebt im Verborgenen. Das „Licht“ – wie die Bibel es nennt – ist etwas Erstrebenswertes. Es ist natürlich jedem selbst überlassen, was er preisgibt.  Darauf basiert auch das wichtigste Gut in sozialen Netzwerken – Vertrauen. In dem Moment wo Google oder FB mein Vertrauen missbraucht, bin ich raus. Und viele andere auch. Sie MÜSSEN Vertrauen schützen. Das ist die Währung dieser digitalen Welt.

Pessimismus ist in meiner Bibel keine Frucht des Geistes. Wenn ich mit Christen rede, und wenn ich mit Nichtchristen rede – dann merke ich kaum Unterschied in Bezug auf soziale Netzwerke. Schade eigentlich. Wir sind genauso misstrauisch, genauso pessimistisch, genauso anti wie alle anderen, die ZDF schauen. Im Philipper heißt es, dass wir scheinen sollen wie Sterne in der dunklen Nacht durch unseren offene und frohe Haltung. (xXx) und wir haben Grund dazu. Gott regiert. Und zwar absolut.  „Aber,“ sagt da der eine oder andere Vorsichtige, „gehen wir nicht schweren Zeiten entgegen? Verfolgung. Unterdrückung. Und gar dem Tod. Sagt das nicht die Bibel?“

Das Zeichen des Biests – OK, ich bin kein Endzeitspezialist. Es hilft auch nicht, dass die meisten Ansagen zur Endzeit im schwierigsten Buch der Bibel stehen – der Offenbarung. Ich stehe mit Ehrfurcht vor diesem Buch und es sagt mir, wie viel ich nicht weiß. Dort ist die Rede vom „Zeichen des Biests“. Viele reden von einem Chip unter der Hand. Und die den Chip haben, gehören dann zur falschen Seite. Also, aufpassen! Denn die digitale Evolution führt zum Chip – und dann stehst du plötzlich im Abseits.

Ich finde das eine komische Argumentation. Die ganze Bibel spricht von einem Gott, der liebt, der Beziehung will und der Menschen anhand von Jesus betrachtet. Er vergibt 100%. Außer den Chip?! Das finde ich komisch. 1.150 Seiten lang geht es um Treue, Herzensreinheit und Bekenntnis. Und dann auf Seite 1.151 ist der Chip die Weggabelung für die Ewigkeit? I don’t know.

Vielleicht stört mich das am meisten. Dass viele bei ihrem Misstrauen einen superkleinen Gott bezeugen. Dass sie ein vorsichtiges Christentum leben. Dass sie passiv an die Welt rangehen. Oder dass sie ganz ohne Gottbezug an diese Entscheidungen rangehen. Dabei war schon immer das Gut der Christen, dass sie aufrichtig gelebt haben. Wann immer sie sich entzogen haben, wurde es irgendwie strange. Und zum Zeigen gehört der Name.

Vertrauen und Freiwilligkeit sind die Basis für soziale Netzwerke. Und so bleibt es natürlich jedem überlassen – inklusive aller Jesus-Nachfolger – wie man digital unterwegs ist. Der Rechtstatt, die Gesetze und Menschenwürde sind eine stabile Basis. Transparenz ist der Freund von uns Kindern des Lichts – und Hoffnung sollte unser Kennzeichen sein.

dechaotisieren

24 Apr

Schöne Aktion von Mateno – hellwach. Eine Zeit zum Besinnen und Dechaotisiseren. Komplett mit Anleitung und Umsetzungsfaden.

das vielleicht beste Anbetungsevent dieses Jahr

28 Mar

Am 5. Mai füllen sich unseren heiligen Hallen in Heidelberg mit einem super Team und super Tag. Psalm KulTour steht an – dieses Mal unter dem Thema „Intimität mit Gott“ und direkt in Heidelberg. Letztes Jahr waren wir mit unserem Team von 12+ Leuten an 4 Orten in Deutschland unterwegs und es war der Hammer. Super Anbetungszeiten, super Input und ganz frischer Wind in die Künste. Die meisten Teilnehmer war solide inspiriert und sind mit enormen Schwung in die nächsten Monate gegangen. Wenn Gruppen da waren, haben sie frischen Wind in ihre Gemeinden mit genommen – vom Malen über neue Songs zu frischem Gebetsleben.

Ich glaube, die Psalm KulTour mausert sich einem der Top-Events für Anbetung in Deutschland. So viel Bewegung an einem einzigen Tag gibt es sonst nicht. Neugierig? Sei mit dabei…

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1. Udemy Kurs

21 Mar

Ich hatte vor einem Jahr schon mal über das interessante Startup UDEMY geschrieben. Eine Plattform für E-Learning und Video-Sessions. Jetzt haben wir von Vineyard aus unser erstes Video gemacht und veröffentlicht. in 4 Sessions führe ich in die Geschichte der Vineyard ein. Was ganz nett ist: die Möglichkeit Material von anderen Quellen einzubinden. Und so sind Videos von John Wimber, Blaine Cooke und Lonnie Frisbee auch mit drin.

Also, ran an den Speck!

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